Topliste

Bitcoin-Alternativen: 5 weitere spannende Kryptowährungen

Ethereum ist eine der bekanntesten Bitcoin-Alternativen.
Ethereum ist eine der bekanntesten Bitcoin-Alternativen. (©thinkstock/allanswart 2017)

Bitcoin hat sich Ende 2017 zu einem echten Massenphänomen entwickelt. Doch gibt es eigentlich auch Bitcoin-Alternativen?

Was vor einiger Zeit nur wenige Technikfreaks interessiert hat, ist jetzt der große Hype auf den internationalen Finanzmärkten. Der Wert der digitalen Währung Bitcoin ist in den letzten Monaten extrem gestiegen. Wie lange das noch weitergehen wird, weiß niemand. Die Vorherrschaft auf dem Markt der Kryptowährungen ist hart umkämpft. Hunderte sogenannte Altcoins stehen derzeit im Wettstreit miteinander, die beste Bitcoin-Alternative zu werden. Wir stellen fünf der aktuell vielversprechendsten Kryptowährungen neben Bitcoin vor.

Was ist eigentlich dieses Bitcoin?

1. Ethereum/Ether (ETH)

Das eigentlich Faszinierende an Bitcoin ist die Blockchain: Ein ausgeklügeltes Buchführungssystem, das viel mehr kann, als Zahlungen zu gewährleisten. Zum Beispiel Smart Contracts durchführen: Verträge, mit denen sich zwei Parteien verbindlich absprechen können, ohne dass ein Dritter dies bezeugen muss. Ethereum ist eine Plattform, die unter anderem dezentrale Apps, sogenannte DApps mit verschiedenen Funktionen zur Verfügung stellt. So sind Shared Economy Dienste wie Airbnb oder Uber ohne zentrales Unternehmen möglich, das dahintersteht und Gebühren nimmt.

Die eigentliche Währung des Ethereum Projektes nennt sich Ether (ETH). Ether können, genau wie Bitcoin, gemint werden. Allerdings gibt es keine Obergrenze für zu erzeugende Coins. Ethereum beziehungsweise Ether bietet also wesentlich mehr als ein reines Bezahlsystem und ist somit eine der interessantesten Bitcoin-Alternativen.

Ethereum erlaubt das Anlegen von dezentralen Programmen in einer Blockchain. (© 2017 thinkstock/peshkov)

2. Bitcoin Cash (BCH)

CoinMarketCap ist die wichtigste Rangliste für Altcoins. Bitcoin ist bisher ewiger Tabellenführer, aber in den letzten Monaten hat sich eine andere Währung namens Bitcoin Cash auf den oberen Plätzen festgesetzt. Was hat es mit dieser alternativen Kryptowährung auf sich? Hier hilft ein Blick in die jüngere Bitcoin-Geschichte: Das im Bitcoin-Whitepaper beschriebene Protokoll galt lange für viele Anhänger als unveränderlich – besonders, was die festgelegte Größe der Datenblocks in der Blockchain angeht. Mit der wachsenden Popularität wurden allerdings einige Schwächen deutlich, beispielsweise stieg die Dauer einzelner Transaktionen teilweise stark an. Die hart geführte Diskussion um die Vergrößerung der Blocks endete in einer Spaltung der Bitcoin-Community.

Eine Gruppe, unter anderem geführt von Interessensvertretern der großen Miner, spaltete sich ab und entwickelte ihre eigene Kryptowährung: Bitcoin Cash (BCH). Einfach erklärt, kopierten sie das frei verfügbare Bitcoin-Protokoll und änderten ab dem 1. August 2017 die Blockgröße von 1 auf 8 Megabyte. Das Ergebnis sind achtmal so schnelle Transaktionen wie mit dem klassischen Bitcoin, der seither auch als Bitcoin Core bezeichnet wird. Zur Überraschung aller etablierte sich BCH und gewann rasant an Wert. Ob Bitcoin Cash bald das neue Bitcoin wird oder irgendwann untergeht, bleibt abzuwarten.

3. Litecoin (LTC)

Der Litecoin (LTC) wurde bereits 2011 in Umlauf gebracht und ist somit eine der ältesten Alternativen zu Bitcoin. Wegen dieser Durchhaltekraft nennen manche den Litecoin das Silber zum Bitcoin-Gold. Auch er ist auf dem Bitcoin-Protokoll aufgebaut. Der Hauptunterschied liegt in der Zeit, mit der hier ein Block in die Blockchain geschrieben wird. Bei Bitcoin beträgt diese zehn Minuten, beim Litecoin nur zweieinhalb. Transaktionen sind somit viermal so schnell. Darüber hinaus nutzt Litecoin einen anderen Mining-Algorithmus, der die Gelderstellung wieder dezentraler machen soll. Das Bitcoin-Mining ist derzeit fest in den Händen von Mining-Farmen, die mit speziellen Rechnern (ASICs) ausgerüstet sind. Litecoin-Mining soll auch für den Normaluser rentabel sein (wobei es auch hierfür schon spezielle ASICs gibt).

Litecoin ist quasi das Silber zum Bitcoin-Gold. (© 2017 picture alliance / NurPhoto)

4. Monero (XMR)

Auch wenn das Bitcoin-System für Laien undurchschaubar wirken mag, wirklich anonym ist der Krypto-Zahlungsverkehr nicht. Dank der Blockchain, die sich jeder herunterladen kann, sind alle jemals getätigten Transaktionen öffentlich sichtbar und können zurückverfolgt werden. Eine anonyme Alternative bietet die Kryptowährung Monero (XMR). In der Monero-Blockchain kann niemand Transaktionen oder Wallet-Größen nachprüfen. Eine Rückverfolgung zum Geldsender ist so gut wie unmöglich. Dies liegt daran, dass eine Überweisung bei Monero in Dutzende kleine Stücke geteilt und erst beim Empfänger wieder zusammengeführt wird. Klar, dass sich gewisse Gruppen mit illegalen Vorsätzen besonders für Monero interessieren. Allerdings finden mit jeder Währung unentdeckte kriminelle Machenschaften statt. Und besonders mit Blick auf menschenfeindliche Regimes, die totalitäre Kontrolle anstreben, kann anonymer Zahlungsverkehr auch Menschenleben retten.

Mitte 2017 wurde die anonyme Kryptowährung vom koreanischen Finanzmarkt akzeptiert und ist auf der dortigen Plattform Bithumb gelistet. Seitdem hat Monero sein Nischendasein verlassen und gehört zu den wertvollsten Bitcoin-Alternativen.

5. IOTA (IOTA/MIOTA)

Wenn Du bisher dachtest, der digitale Währungsmarkt sei spannend, dann solltest Du Dich für die Zukunft anschnallen. IOTA ist eine Kryptowährung der dritten Generation, die nicht mehr auf der Blockchain basiert. Ein System namens Tangle übernimmt hier Kontrolle. Dabei werden die einzelnen Transaktionen nicht mehr von Minern in das Buchführungssystem eingetragen, sondern von den Teilnehmern gegenseitig. Bei jeder Überweisung verifiziert ein User-Rechner automatisch zwei vorhergehende Transaktionen. Der enorme Vorteil dabei: Es gibt bei IOTA keine Transaktionskosten mehr. Ebenso überflüssig sind Miner, denn alle Währungseinheiten sind von Anfang an verfügbar. Da sich die Zahl der existierenden IOTA im Bereich von Quadrillionen bewegt, ist die handelbare Standardeinheit momentan noch ein MIOTA, also eine Million IOTA.

Ein mögliches Zukunftsrisiko von Kryptowährungen der ersten beiden Generationen ist, dass mit dem Auftauchen mächtiger Quantencomputer irgendwann das System nicht mehr sicher sein könnte. Solche Megarechner könnten Bitcoin-Passwörter mit Leichtigkeit hacken. IOTA dagegen verspricht, quantumsicher zu sein.

Eine weitere faszinierende Eigenschaft dieser Bitcoin-Alternative ist, dass IOTA kompatibel mit dem Internet of Things (IoT) ist. So können Wearables und andere smarte Gegenstände eigene Wallets haben und bald womöglich untereinander Handel treiben. Wird Deine intelligente Kücheneinrichtung sich also bald eine Putzdrohne nach Hause bestellen, wenn Du zu faul zum Spülen warst? Die Entwicklung der Kryptowährungen bleibt spannend.

Artikel-Themen
close
Bitte Suchbegriff eingeben