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CES: Die 8 größten Flops in der Geschichte der Messe

Auch einige große Flops hatten zunächst auf der CES ihren großen Auftritt.
Auch einige große Flops hatten zunächst auf der CES ihren großen Auftritt.
Andreas Müller Hat im vergangenen Jahr so viele Smartphones getestet, dass er einen Orden verdient hätte.

Die CES 2019 ist vorbei – und hat mit 5G, 8K und anderen Technologien bereits die Trends für das gesamte Jahr gesetzt. Doch in der langen Geschichte der Technikmesse in Las Vegas gab es immer wieder auch formidable Flops. Von 3D-Fernsehern bis hin zur Spielkonsole von Apple – hier sind acht Flops in der Geschichte der CES.

CES 1996: Apple Pippin

Apple-Pippin
Der Apple Pippin war Apples erste und bislang letzte Spielekonsole.

Schon mal von Apple Pippin gehört? Vermutlich nicht – schließlich ist Apples Ausflug in die Welt der Spielkonsolen lediglich als gnadenloser Flop in Erinnerung geblieben. In einer Zeit, in der Sonys PlayStation und Segas Saturn die Konsolenwelt dominierten, versuchte es Apple mit einem Gerät, das leistungstechnisch nicht mithalten konnte, dafür aber deutlich teurer als die Konkurrenz war. Apple selbst entwickelte zwar die Konsole, überließ den Vertrieb aber den Lizenznehmern. Besser gesagt: dem Lizenznehmer, denn Bandai war der einzige Hersteller, der die Konsole lizenzierte und unter der Bezeichnung "Atmark" verkaufte.

Im Inneren der Konsole verrichtete ein PowerPC-603e-Prozessor mit einer Taktung von circa 66 MHz seinen Dienst, als Betriebssystem fungierte eine abgespeckte Version von macOS. Ausgestattet war das Modell mit einem CD-Laufwerk, per 14,4k-Modem konnte man sich sogar in das Internet einwählen. Obwohl das Gerät auch als Billig-PC vermarktet wurde, galt sie in der Wahrnehmung doch eher als Konsole – und mit einem Preis von 600 US-Dollar war sie schlicht überteuert. Nachdem Bandai nicht einmal 50.000 Einheiten verkaufen konnte, verschwand der Pippin 1997 schnell wieder in der Versenkung und wurde eingestellt.

CES 2003: Microsoft Spot Smart Watch

Microsoft zeigte auf der CES 2003 bereits eine Smartwatch, welche die Titel der neuesten Nachrichten anzeigen und Textnachrichten von Freunden empfangen konnte. Leider ließ sich aber nicht der ganze Newsartikel auf der "Spot" ("Smart Personal Object Technology") darstellen und es war nicht möglich, auf Nachrichten zu antworten. Informationen erhielt die Smartwatch durch Radiowellen vom US-amerikanischen Anbieter MSN Direct.

Der Service kostete rund 60 US-Dollar im Jahr und war in gerade einmal 100 Städten verfügbar. So innovativ die Smartwatch gewesen ist und obwohl bekannte Uhrenmacher wie Fossil Spot-Exemplare auf den Markt brachten, so limitiert waren auch die Funktionen und letztlich war die Uhr zum Scheitern verurteilt.

CES 2005: Windows Media Center

Die Präsentation des Windows Media Center auf der CES 2005 ist als witzige Pannenshow in die Geschichte der Messe eingegangen. Passenderweise moderierte US-Comedian Conan O'Brien das Event, bei dem Bill Gates höchstpersönlich das Windows Media Center vorzustellen versuchte. Er klickte immer wieder auf die Fernbedienung, um eine Präsentation anzuwerfen, doch sie wollte einfach nicht starten.

Das Publikum brach in Gelächter aus und O'Brien witzelte: "Gerade eben werden neun Leute rausgeworfen." Gates wollte das Thema wechseln, doch O'Brien bestand auf eine Präsentation. Gates versuchte dann noch zweimal, die Präsentation zu starten, doch es wollte wieder nicht klappen. "Und schon wieder ... einfach unglaublich", murmelte O'Brien. "Ich weiß nicht, wer hier für die Dinge verantwortlich ist. Wer ist denn der Chef bei Microso... Oh!"

Später wollte bei der Präsentation der damalige Program Manager von Microsoft, Garrett Young, die Personalisierungsoptionen für ein Rennspiel zeigen, doch das System stürzte plötzlich ab. "Dann stellen Sie sich bitte einfach vor, wenn Sie so nett wären", meinte Young, "dass ich mein Auto personalisiere."

CES 2009: Palm Pre

Palm-Pre
Das Palm Pre scheiterte als iPhone-Konkurrent.

Vor den Smartphones gab es die handlichen Mini-Computer namens PDAs (Personal Digital Assistants) für Notizen, Kalender, Stadtpläne und mehr. "Später, wenn die Netzbetreiber UMTS als Standard anbieten, könnten die kleinen Computer die Handys vom Markt verdrängen", schrieb die FAZ im Jahr 2001 über die PDAs. Der größte PDA-Anbieter war Palm und auf der CES 2009 präsentierte er die vermeintliche Zukunft, nämlich das Palm Pre mit mobilem Internet, Touchscreen, physischer Tastatur und dem Linux-basierten WebOS als Betriebssystem.

"Geh aus dem Weg, iPhone", schrieb PC Mag damals enthusiastisch und CNET verlieh dem Pre sogar den "Best in Show"-Award. Doch gegen das iPhone 3GS konnte der Palm Pre in Hinblick auf die Verkaufszahlen nichts ausrichten. Im April 2010 kaufte HP das angeschlagene Unternehmen Palm für 1,2 Milliarden US-Dollar. Danach vergab HP die Palm-Markenrechte an TCL und die Chinesen verkauften sie an ein Startup, das sich nun "Palm" nennt.  Dieses bietet jetzt ein Mini-Smartphone mit einem 3,3 Zoll großen Display in den USA an. Das ursprüngliche Palm-Unternehmen war mit dem Palm Pre gestorben.

CES 2010: Tablets vor dem iPad

Lenovo-IdeaPad-U1-Hybrid
Das Lenovo IdeaPad U1 Hybrid konnte sich nicht zwischen Tablet und Netbook entscheiden.

Mehrere Hersteller zeigten auf der CES im Januar 2010 Tablet-Computer. Der damalige Microsoft-Chef Steve Ballmer hielt sogar auf seiner Keynote ein Windows-Tablet in die Kamera. Der Prototyp Lenovo IdeaPad U1 Hybrid war derweil ein Tablet-PC, der in eine Tastatur gesteckt und als Netbook verwendet werden konnte, und das Dell Streak wirkte mit seinem 5-Zoll-Display eher wie ein großes Smartphone und nicht wie ein Tablet. Letztlich hatten sie alle keine Chance gegen das erste iPad, das Apple im April 2010 präsentierte.

CES 2010: Intel Wireless Display

Intel WiDi dient dazu, kabellos das Bild von einem Laptop in einer Auflösung von 720p an einen Fernseher zu übertragen. Zu diesem Zweck war allerdings eine Set-Top-Box nötig und nur wenige Laptops unterstützten WiDi. Heute ist eher die Übertragung von Inhalten vom Smartphone gefragt.

CES 2010: 3D-Fernseher

Auf der CES 2010 waren 3D-Fernseher ein großes Thema.

Noch 2010 waren 3D-Fernseher der letzte Schrei, gefeiert als Revolution im Heimkinobereich. Und der Start war auch vielversprechend: Während Kino-Blockbuster als 3D-Fassung auf Blu-ray gepresst wurden, stellten Hersteller wie Sony oder auch LG erschwingliche 3D-Flimmerkisten fürs Zuhause vor. Genau wie im Kino war der 3D-Genuss aber nur mit einer passenden Brille möglich. Die günstigeren Brillen beruhten auf Polarisation, die teureren auf der sogenannten Shutter-Technologie, die ein deutlich besseres 3D-Erlebnis ermöglichte.

In den frühen 2010er Jahren bot praktisch jeder bessere Fernseher 3D-Unterstützung, bis heute erscheinen noch 3D-Blu-rays. Doch die Technik konnte sich nie durchsetzen, auf den großen Hype folgte ebenso schnell die noch größere Ernüchterung. Mittlerweile haben sich die meisten namhaften Hersteller komplett aus dem Geschäft mit 3D-TVs ausgeklinkt. Wer jetzt noch einen halbwegs modernen 3D-Fernseher kaufen möchte, muss schon ziemlich gezielt danach suchen.

CES 2014: Steam Machine

Die Steam-Machines waren letztlich zu limitiert und dafür zu teuer.

Erinnerst Du Dich noch an die Steam Machine? Fünf Jahre ist es her, seit Valve-Gründer Gabe Newell auf der CES 2014 die sogenannte Steam Machine enthüllte. Das Konzept klang durchaus vielversprechend: Ein kleiner Kasten auf Basis von Linux, auf dem Linux-kompatible Steam-Spiele laufen sollten. Damit wollte Steam die Gamer vom PC ins Wohnzimmer locken.

Was gut klang, sorgte in der Praxis schnell für Probleme, da sich die Erwartung, Topspiele würden immer öfter auch unter Linux laufen, nicht erfüllte. Noch dazu ereilte die Steam Machine zum Release das gleiche Schicksal wie viele andere Konsolen – nämlich veraltete Technik. Heute spielt die Steam Machine keine Rolle mehr, wenngleich Steam-Betreiber Valve weiterhin großes Potenzial in Linux als Spiele-Plattform sieht.

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