Topliste

Chrome OS vs. Windows 10 S: 7 Gründe, warum Chrome besser ist

Microsofts Surface Laptop ist das Vorzeigegerät für Windows 10 S.
Microsofts Surface Laptop ist das Vorzeigegerät für Windows 10 S. (©Twitter/WalkingCat 2017)

Windows 10 S möchte Chrome OS herausfordern. Kann Microsoft mit dem neuen Betriebssystem das Windows-RT-Debakel vergessen machen und ernsthafte Chromebook-Konkurrenten auf die Beine stellen? Sieben Gründe sprechen aus unserer Sicht derzeit dagegen. 

1. Anwendungen

Mit Windows 10 S wirst Du ausschließlich Apps aus dem Windows-Store nutzen können, nicht jedoch klassische Windows-Programme aus anderen Quellen, die sogenannten Win32-Apps. Bist Du daran gewöhnt, Dir Programme mit Deinem Browser aus dem Netz zu besorgen, steht also eine Umgewöhnung an. Viele leistungsfähige Programme wie Photoshop aus der Adobe Cloud werden noch nicht im Store, kannst Du sie nicht mit einem Windows-10-S-Notebook nutzen.

 Das Angebot im Windows Store hat sich verbessert, muss aber gegen den Chrome Web Store und Android antreten. fullscreen
Das Angebot im Windows Store hat sich verbessert, muss aber gegen den Chrome Web Store und Android antreten. (©Screenshot TURN ON / Microsoft 2017)

Auch ChromeOS hat seine Grenzen. Du kannst nur Apps aus dem Chrome Web Store oder von Android auf Chromebooks nutzen. ChromeOS ist allerdings schon seit Anfang 2011 erhältlich. Die Zeit hat Google genutzt, um das Cloud-basierte Betriebssystem zu verfeinern und zusammen mit Drittanbietern Apps dafür zu liefern. Google hat also schon ein funktionierendes mobiles Notebook-Betriebssystem und Microsoft war mit dem letzten Versuch namens Windows RT gescheitert. Daher muss Microsoft erst noch beweisen, dass man genügend in die mit Windows 10 S kompatiblen Apps investiert.

2. Sicherheit

Windows 10 S ist nach aktuellem Informationsstand vor allem darum sicherer als Windows 10, weil nur Apps aus dem Windows Store darauf laufen. Diese bieten diverse Vorteile für die Sicherheit, da sie nicht in die Registry oder in das Dateisystem von Windows eingreifen können. Davon abgesehen erwähnt Microsoft den angeblich besonders sicheren Edge-Browser sowie den Windows Defender als Sicherheitsmaßnahmen.

 Nach aktuellem Informationsstand hat Googles ChromeOS bei der Sicherheit die Nase vorn. fullscreen
Nach aktuellem Informationsstand hat Googles ChromeOS bei der Sicherheit die Nase vorn. (©Acer / Google 2016)

Die Sicherheits-Features von ChromeOS gehen viel weiter. So bietet das System eine Sandbox-Technologie. Das bedeutet, dass jede Website und jede Anwendung in einer eingeschränkten Umgebung ausgeführt wird, sodass eine infizierte Seite nicht das übrige System beeinträchtigen könnte.

Obendrein werden alle Daten verschlüsselt auf dem Chromebook oder in der Cloud gespeichert. Schließlich führen Chromebooks beim Start einen Selbsttest durch und reparieren sich selbst. Wenn alle Stricke reißen, lassen sich Chromebooks mit einem Tastendruck in den Wiederherstellungsmodus wechseln und das Betriebssystem auf den Werkszustand zurücksetzen.

3. Geschwindigkeit

Windows 10 S soll im Schnitt immerhin 15 Sekunden schneller starten als das reguläre Windows 10. Das hängt allerdings immer von der jeweiligen Hardware ab und davon, welche Programme zum Systemstart automatisch geladen werden.  Allerdings stehen Chromebooks innerhalb von wenigen Sekunden zum Einsatz bereit und sind, zumindest bislang, noch schneller. Windows 10 S wird es schwer haben, hier ChromeOS zu toppen oder auch nur in die Nähe zu kommen.

 Chromebooks starten innerhalb von Sekunden, was die Windows-10-S-Notebooks kaum werden toppen kommen. fullscreen
Chromebooks starten innerhalb von Sekunden, was die Windows-10-S-Notebooks kaum werden toppen kommen. (©Google 2017)

4. Im Internet surfen

Chrome als Browser und Google als Suchmaschine sind für viele Windows-Nutzer jetzt schon die Kombination der Wahl. Da fällt der Umstieg auf Chromebooks nicht allzu schwer. Aber Edge als Browser und Bing als Suchmaschine? Zwar funktionieren auch andere Browser und Suchmaschinen auf Windows-10-S-Geräten, allerdings bleiben Edge und Bing die Standardprogramme. Öffnest Du etwa einen Link in einer Mail, dann wird die Website automatisch in Edge aufgerufen. Edge kann vor allem bei den Erweiterungen längst nicht mit Chrome mithalten.

5. Performance

Microsoft hat als Vorzeige-Gerät für Windows 10 S den Surface Laptop präsentiert. Dieser bietet mindestens einen Intel Core i5, eine 128-GB-SSD und 4 Gigabyte Arbeitsspeicher. Mit dieser Konfiguration sollte jedes Betriebssystem flüssig laufen. ChromeOS gibt sich bereits mit sehr geringen Systemanforderungen zufrieden, so hat das Acer Chromebook 11 zum Beispiel einen Celeron N2840, eine 16 GB große SSD-Festplatte und 2 GB Arbeitsspeicher.

 Notebooks mit Windows 10 S werden nicht die Leistung des Surface Laptop erreichen müssen, aber die Systemanforderungen dürften jene von ChromeOS übertreffen. fullscreen
Notebooks mit Windows 10 S werden nicht die Leistung des Surface Laptop erreichen müssen, aber die Systemanforderungen dürften jene von ChromeOS übertreffen. (©YouTube / Microsoft Surface 2017)

Die offiziellen Systemanforderungen von Windows 10 S sind noch nicht bekannt. Die von Drittherstellern ankündigten Notebooks bringen alle zumindest 4 GB Arbeitsspeicher mit. Ein Intel-Celeron-Prozessor wie im Asus Vivobook W202 scheint zu genügen. Voraussichtlich werden die Systemanforderungen von Windows 10 S etwas höher ausfallen als jene für die Chromebooks.

6. Hardware-Auswahl

Inzwischen gibt es schon viele Chromebooks in verschiedenen Größen und mit unterschiedlicher Technik im Inneren. Auch bei den Preisen findest Du ein breites Spektrum vor. Bislang sind von Acer, Asus, Dell, Fujitsu, HP, Samsung und Toshiba Notebooks mit Windows 10 S angekündigt worden, die allerdings schon mit Windows 10 erhältlich sind. Wie es mit weiteren Notebooks bis auf den Surface Laptop aussieht, die spezifisch für Windows 10 S optimiert sind, wird sich zeigen müssen. Aktuell hat Google mit den Chromebooks die Nase bei der Hardware-Auswahl deutlich vorn.

 Das Acer Travelmate Spin B1 gibt es wie andere angekündigte Windows-10-S-Notebooks bereits mit Windows 10. fullscreen
Das Acer Travelmate Spin B1 gibt es wie andere angekündigte Windows-10-S-Notebooks bereits mit Windows 10. (©Acer 2017)

7. Preis

Die günstigsten Chromebooks sind schon für wenig mehr als 200 Euro erhältlich. Das Acer TravelMate Spin B1 soll in den USA für umgerechnet rund 275 Euro auf den Markt kommen. Denkt man obendrein an den Gebrauchtmarkt, wird der Preisvorteil der Chromebooks schwer einzuholen sein.

Neueste Artikel zum Thema

close
Bitte Suchbegriff eingeben