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Die 8 wichtigsten Ankündigungen der Google I/O 2016

Die Google I/O 2016 fand unter freiem Himmel statt.
Die Google I/O 2016 fand unter freiem Himmel statt. (©picture alliance/dpa 2016)

Wenig Hardware, viel Software und immer schlauere Künstliche Intelligenz: Die Keynote der Google I/O 2016 stand am Mittwochabend ganz im Zeichen intelligenter Dienste und Systeme. Der Konzern will seinen Nutzern immer mehr Wege und Möglichkeiten bieten, im Alltag mit Technologien zu interagieren. Das waren die 8 wichtigsten Ankündigungen der Konferenz.

1. Android N: Google sucht Namensvorschläge

Noch ist er namenlos, der Nachfolger von Android 6.0 Marshmallow. Fest steht nur, dass eine Süßigkeit mit dem Anfangsbuchstaben "N" enthalten sein wird. Welche Süßigkeit, das dürfen Android-Fans entscheiden. Wie der Konzern auf der Google I/O 2016 ankündigte, darf jeder, der möchte, einen Namensvorschlag für Android N einreichen. Das geht hier. Ob Nougat, Nutella, Nektarine oder Nussecke: Die kommende Android-Version bringt natürlich nicht nur einen neuen Namen, sondern auch neue Funktionen mit. Viele Features waren zwar schon vorab der Entwicklerkonferenz bekannt. Am Mittwoch veröffentlichte Google jedoch eine neue Beta-Version und zeigte Neuerungen wie das Anpassen der Benachrichtigungsgröße bei verschiedenen Apps oder einen Bild-im-Bild-Modus. Die Vulkan API als neue Programmierschnittstelle verspricht zudem neue Grafikmöglichkeiten für 3D-Anwendungen und Smartphone-Spiele.

2. Daydream: Googles mobile VR-Plattform

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Daydream nennt Google seine neue mobile Plattform für Virtual Reality. (©Google 2016)

Auf der Google I/O 2016 präsentierte der Internetriese viele Neuerungen aus Bereichen, in denen andere Firmen derzeit die Nase vorn haben. Virtual Reality etwa wurde von Google bislang eher stiefmütterlich behandelt. Mit der mobilen VR-Plattform Daydream soll sich das nun ändern – und die virtuelle Realität endlich massentauglich werden. Denn die neue Plattform wird ein Bestandteil von Android N, ein VR-Modus innerhalb des mobilen Betriebssystems quasi. Jedes kompatible Smartphone wird damit zur VR-Brille. Passende Versionen seiner eigenen Apps – darunter YouTube, Street View, Play Movies, Google Fotos und den Play Store – hat Google bereits entwickelt. Weitere Anwendungen von HBO, Netflix, Ubisoft und anderen sollen bald folgen. Einen Haken hat die Sache allerdings: Daydream wird nur auf Smartphones mit speziellen Sensoren funktionieren. Die ersten entsprechenden Geräte von Samsung, HTC, LG, Huawei und anderen Herstellern sollen im Herbst 2016 auf den Markt kommen.

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Ob Google selbst eine VR-Brille bauen wird, ist weiterhin unklar. (©Google 2016)

Spannung kam auch bei der Präsentation eines VR-Headset-Konzepts auf der Google I/O auf. Bereits im Vorfeld der Entwicklerkonferenz erwarteten viele Experten die Vorstellung eines Konkurrenzprodukts zur Oculus Rift und zur HTC Vive. Zwar zeigte Google bei seiner Keynote ein mögliches Design für eine VR-Brille plus Fernbedienung. Allerdings verriet das Unternehmen nicht, ob er ein solches auch selber baut beziehungsweise wie seine Nexus-Geräte bauen lässt – oder ob das Konzept lediglich als Wegweiser für Hersteller dienen soll, die Daydream-kompatible Smartphones produzieren werden.

3. Der Google-Assistent: Google Now auf dem nächsten Level

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Der Google-Assistent ist gesprächiger als Google Now. (©Google 2016)

Eröffnet hat Google-CEO Sundar Pichai die 2016er Keynote mit einer lockeren Plauderei – mit dem Google-Assistenten. Diese App ist quasi eine Weiterentwicklung der Sprachsuche Google Now. Der Assistent ist nicht nur gesprächiger und führt fast menschliche Konversationen mit dem Nutzer. Er ist auch intelligenter als Google Now und lernt hinzu. Geräte- und kontextunabhängig soll es mit dem Google-Assistenten zum Beispiel möglich sein, unterwegs Kinokarten zu kaufen, sich dorthin navigieren zu lassen, ein Restaurant für ein anschließendes Essen zu finden und dort gleich einen Tisch zu reservieren. Auf diese neue App greifen auch zwei weitere neue Google-Produkte bei ihrer Tätigkeit zurück: Google Home und Allo.

4. Allo: Die intelligente Messenger-App

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Wird Allo zur ernsthaften Konkurrenz für WhatsApp? (©Google 2016)

Allo ist eine neue Messenger-App, die im Sommer für Android und iOS erscheinen soll. Der Google-Assistent ist bereits integriert und kann jederzeit – auch in Chats oder Gruppengesprächen – nach Terminen oder Fotos der letzten Feier gefragt werden. Wer mit Freunden einen Restaurantbesuch plant, kann den Google-Assistenten um eine Empfehlung bitten, ohne Allo verlassen oder umständlich zwischen Apps hin- und herwechseln zu müssen. Dank Künstlicher Intelligenz und Smart Reply-Funktion schlägt der Messenger gleich passende Antworten auf eingehende Nachrichten vor, ein Inkognito-Modus bietet sichere Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Wie bei Snapchat gibt es die Möglichkeit, dass sich Nachrichten nach dem Ablauf einer Frist selbstständig löschen, allerdings ist der Zeitraum hier frei wählbar. Und natürlich bringt Allo auch Emojis und Sticker mit. Ansonsten könnte es eine neue Messaging-App wohl niemals mit WhatsApp aufnehmen.

5. Duo: Googles FaceTime-Konkurrenz

Ebenfalls für iOS und Android hat Google die App Duo entwickelt. Im Gegensatz zu Allo ist ihr Funktionsumfang allerdings sehr begrenzt. Laut Google-Blog handelt es sich lediglich um eine Begleit-App, die Videokonferenzen mit zwei Teilnehmern ermöglicht – und damit um eine nicht betriebssystemgebundene Alternative zu Apples FaceTime. Aufgrund des geringen Funktionsumfangs soll Duo besonders stabil laufen und extrem einfach zu nutzen sein. Ist die App gestartet, sieht der Nutzer eine Selfie-Vorschau für das Telefonat und kann einen Kontakt anrufen. Das Feature "Knock Knock" zeigt dem Angerufenen dann den Anrufer in der Vorschau – also besser vorher kontrollieren, ob die Haare sitzen...

6. Google Home: Der Amazon Echo-Rivale

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Google Home ist Googles intelligentes Gadget für das Smart Home. (©Google 2016)

Auch mit diesem neuen Produkt – und ja, hierbei handelt es sich tatsächlich auch um Hardware – nimmt Google die Konkurrenz ins Visier. Unter der Bezeichnung Google Home wird der Suchmaschinen-Riese einen smarten Lautsprecher verkaufen, der ebenfalls auf die Dienste des Google-Assistenten zurückgreift. Das Gadget soll in verschiedenen Farben und Materialien auf den Markt kommen und nicht nur als allwissender Gesprächspartner im Smart Home dienen. Das intelligente Gerät nimmt auch Sprachbefehle entgegen, spielt etwa einen gewünschten Song ab oder kontrolliert die Heizung oder das Licht, wenn es sich um Nest-Geräte handelt. Sobald die Google Home-Schnittstelle für weitere Entwickler geöffnet wird, dürften weitere Hersteller kompatible Geräte entwickeln.

7. Android Wear 2.0: Mehr Unabhängigkeit für Smartwatches

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Android Wear 2.0: Ein umfassendes Update für Android Wear ist seit Langem fällig. (©YouTube/Google Developers 2016)

Android Wear erfährt das größte Update seit seiner Einführung vor zwei Jahren. Googles in die Jahre gekommenes Betriebssystem für Wearables soll Smartwatches künftig noch unabhängiger vom Smartphone machen. Das heißt unter anderem, dass mehr Apps ohne ständige Verbindung zum Handy genutzt werden können. Smartwatches mit Android Wear 2.0 sollen sich zudem selbstständig mit WiFi-Netzwerken oder Mobilfunknetzen verbinden. Darüber hinaus hat Google die Fitness-Funktionen sowie das Messaging überarbeitet. Neu ist etwa eine kleine Swype-Tastatur und die Handschrifterkennung.

8. Android Instant Apps: Apps ohne Installation nutzen

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Android Instant Apps befinden sich derzeit noch in Entwicklung. (©YouTube/Google Developers 2016)

Diese Google-Neuerung ist etwas für alle, deren Smartphone vor lauter Apps schon überquillt: Android Instant Apps. Unter diesem Projekttitel arbeiten Google-Entwickler an einer Lösung, wie sich bestimmte App-Inhalte auch ohne vorherige Installation der Anwendung nutzen lassen. Vorgeführt wurde dies am Beispiel der BuzzFeed-App. Wer ein Video mit einem Freund teilen möchte, der das Programm nicht installiert hat, kann das künftig tun. Der Freund erhält dann einen Link wie bei einer Web-Vorschau und führt per Klick darauf nur einen Teil der App aus. Das geht schnell und soll besonders für solche Apps praktisch sein, die nur einen bestimmten Nutzen erfüllen, beziehungsweise einmal und nie wieder genutzt werden. Um Android Instant Apps anbieten zu können, arbeiten die Entwickler daran, die Anwendungen modular aufzubauen. Im Laufe des nächsten Jahres sollen dann die ersten Instant Apps für alle Android-Nutzer verfügbar sein.

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