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Die Zukunft des Desktop-PCs: Von Google Stadia bis Virtual Reality

In Zukunft könnten auch Desktop-Anwendungen für Virtual Reality optimiert werden.

Wie wird die absehbare Zukunft der Desktop-Computer aussehen? Neue Entwicklungen wie Games-Streaming, etwa mit Google Stadia, Virtual Reality, Smartphones als Rechner und immer stärkere All-in-One-Systeme verändern die PC-Landschaft. Diese 7 Trends prägen die Zukunft des PCs.

1. Google Stadia und die Games-Streaming-Zukunft

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Games-Streaming mit Services wie Google Stadia könnte teure Spielerechner zum Teil ersetzen.

Das Streaming von Games bringt High-End-Grafik auf schwache Desktop-PCs und sogar auf Tablets und Smartphones. Aber wie groß wird der Einfluss des Games-Streamings mit Google Stadia und anderen Systemen wirklich sein? Für das Streaming spricht, auf verschiedenen Systemen mit Bildschirm die neuesten PC-Games zocken zu können. Allerdings gibt es auch eine Reihe von Argumenten gegen das Games-Streaming.

So ist dafür eine stabile Internetverbindung nötig, die mit steigender Auflösung eine höhere Bandbreite erfordert. Offiziell benötigt Google Stadia eine Bandbreite von 10 Mbps für das Streaming in 720p-Auflösung mit Stereo-Sound. Mit 35 Mbps sollen 4K, HDR, 60 FPS und 5.1 möglich werden. Selbst, wenn dies bereitsteht: Online-Games leiden unter Internet-Lag und die Bildqualität wird durch das Streaming deutlich reduziert – Du kennst das vielleicht von YouTube-Videos in 4K im Vergleich zu Ultra-HD-Blu-rays. Auch sehen Filme auf normalen Blu-rays oft deutlich besser aus als Full-HD-YouTube-Clips. Qualitätseinbußen gibt es auch bei der Soundqualität.

So ist es kein Wunder, dass sich bislang nur eine Minderheit der Zocker für das Games-Streaming interessiert. Das liegt nicht zuletzt auch daran, dass die Spieler ihre Games selbst besitzen möchten, ob in physischer oder in digitaler Form. Streaming-Abos bedeuten schließlich, dass der Zugang auf die Inhalte nach Ende des Abos weg ist. Andererseits gelten die meisten Nachteile des Games-Streaming ebenso für das Streaming von Filmen. Und der Erfolg von Netflix und Amazon Video spricht für sich.

2. Darum werden All-in-Ones stärker – und schwächer

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All-in-Ones wie der iMac Pro ersetzen manchmal schon starke Desktop-Rechner.

All-in-One-PCs wie Apples iMac bringen Rechner und Monitor in einem Gerät unter. Einerseits gibt es den Trend, dass All-in-Ones (AiOs) immer stärker werden. Ein Beispiel ist etwa der neue iMac Pro, der sich an anspruchsvolle berufliche Anwender richtet, darunter 3D-Animatoren und Software-Entwickler. Andererseits gibt es besonders günstige All-in-Ones für einfache Büroarbeiten. Zukünftig könnten diese Systeme das Smartphone als Rechner einsetzen.

Auch möglich: Smart-TVs ließen sich mit einem alternativen Desktop-Betriebssystem und Office-Software ausstatten. Dann wären die Fernseher ein PC-Ersatz für einfachere Programme. Im Grunde sind Smart-TVs nichts anderes als AiOs, nur dass ihr Potenzial nicht für Desktop-Zwecke genutzt wird. Für das Gaming werden AiOs gewöhnlich nicht genutzt, aber auch das könnte sich angesichts immer stärkerer und kleinerer Grafiklösungen ändern. Diese kommen zunehmend mit dem Prozessor auf einem Chip unter, ein solches Design nutzen etwa auch Spielekonsolen. So könnten All-in-Ones in Zukunft auch als Spielerechner dienen.

3. Virtual Reality für den Desktop

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Windows Mixed Reality bietet heute schon den Windows-Desktop in einer VR-Umgebung.

VR-Systeme wie Oculus Rift und HTC Vive werden vor allem für das Gaming genutzt. Mit Windows Mixed Reality führte Microsoft ein VR-System für den Windows-Desktop ein, das auch zum Surfen oder für Office-Programme genutzt werden könnte. Dank Inside-Out-Tracking sind die zugehörigen Headsets bequemer einzusetzen als viele andere VR-Brillen mit ihren vielen Kabeln und externen Sensoren. Den Durchbruch schaffte Windows Mixed Reality trotzdem nicht. Vor allem für den Desktop-Einsatz ist die VR-Technik noch nicht weit genug entwickelt.

So ist die Auflösung der VR-Brillen zu niedrig, das Tracking noch nicht präzise genug und der längere Einsatz ist unbequem. Windows ist auch noch nicht hinreichend für die VR-Nutzung angepasst. Die Augmented-Reality-Brille HoloLens wurde derweil eher für den Einsatz in der Industrie ausgelegt. Trotz allem ist Virtual Reality ein deutlich wachsender Markt – und der Durchbruch könnte auch für Desktop-Anwendungen noch folgen.

4. Smartphones als PCs

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Samsung DeX kann bereits für einfache Office-Programme genutzt werden.

Für Office-Tätigkeiten könnten auch Smartphones mit Desktop-Modus zum Einsatz kommen. Schon heute bieten einige Huawei- und Samsung-Smartphones einen solchen Modus, wobei Samsung DeX der bekannteste ist. Im Test haben wir festgestellt, dass Samsung DeX für einfache Büroarbeiten ausreichen kann. Dank USB-C-Anschluss müssen die Nutzer lediglich einen Monitor verbinden. Für Maus und Tastatur genügt Bluetooth und via Docking-Station kann weiteres Zubehör wie ein Drucker verbunden werden.

Mit Windows oder macOS können solche Smartphone-Desktopsysteme noch nicht mithalten. Dafür fehlen die Programme und auch die Leistung fällt deutlich geringer aus. Zumindest einfache Bürorechner könnten einst jedoch vom Smartphone ersetzt werden.

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5. Hochfahren in Sekunden mit Instant On

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In Zukunft wird es kaum noch nerviges Hochfahren geben und es geht direkt zum Arbeiten – oder Zocken.

In Zeiten der mechanischen Festplatten hat das PC-Hochfahren ewig gedauert. Die Zeit wurde nicht selten genutzt, um sich noch einen Kaffee zu machen. Das Einkalkulieren der Boot-Dauer war allerdings lästig und ein spontanes PC-Anwerfen, um ein paar E-Mails zu beantworten, ausgeschlossen. Inzwischen haben schnellere Prozessoren, rasanterer Arbeitsspeicher und vor allem SSD-Festplatten die Zeit zum Hochfahren schon deutlich beschleunigt. Trotzdem ist das Smartphone spürbar schneller bei der Hand, da es kaum je ausgeschaltet wird.

In Zukunft werden sich PCs dem Instant-On-Ideal weiter annähern. Irgendwann benötigen sie keine wahrnehmbare Zeit mehr, um hochzufahren. Schon 2018 ist es Tom's Hardware mit Hilfe von Intel-Optane-SSDs gelungen, einen Windows-Rechner in lediglich 4,9 Sekunden zu booten. In nicht allzu ferner Zukunft wirst Du Dich also schnell mal an den Rechner setzen können – mit allen Vorteilen gegenüber dem Handy wie Tastatur, Maus, Drucker und Multitasking.

6. Einloggen mit Windows Hello – vielleicht bald überall

Windows Hello erlaubt das bequeme Einloggen in Windows mit Hilfe einer 3D-Kamera oder eines Fingerabdrucksensors. Dank des Internetstandards FIDO2 könnten diese Systeme zukünftig auch für den Login bei vielen Diensten und Websites zum Einsatz kommen – das Passwort entfällt. So wird die PC-Nutzung deutlich bequemer und obendrein sicherer, denn das Passwort kann nicht mehr gestohlen werden.

7. Mini-PCs als Gaming-Rechner

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Die Zotac ZBOX Magnus EN72070V enthält trotz Mini-Format eine vollwertige RTX 2070.

Für Office-Aufgaben wird kein ausgewachsener Tower-PC mehr benötigt. Der Mac Mini hatte es vorgemacht und über die Jahre sind auch zunehmend leistungsfähigere Mini-PCs mit Windows auf den Markt gekommen. Besonders erwähnenswert sind die Intel-NUC-Kästchen, von denen einige die Leistung eines starken Laptops erreichen. Den Vogel schießt zur Zeit der Hersteller Zotac mit seiner ZBox Magnus ab. Dieser Mini-PC ist mit einer vollwertigen Nvidia GeForce RTX 2070 ausgestattet – und damit ist nicht die Laptop-Version gemeint.

In Zukunft könnten Einsteiger-Gaming-PCs auf Konsolengröße schrumpfen – ein Problem ist aber die Aufrüstbarkeit. High-End-Rechner dürften auf absehbare Zeit beim Tower-Format bleiben, damit die leistungsstarken Komponenten hineinpassen und ausreichend gekühlt werden können. Es muss sich ja nicht alles ändern.

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