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Diese 5 Erfindungen hat Apple von anderen kopiert

Touch Bars gab es schon lange vor dem MacBook Pro.
Touch Bars gab es schon lange vor dem MacBook Pro. (©picture alliance / dpa 2016)

Apple hat sich als innovativer Technik-Konzern einen Namen gemacht. So stellte Steve Jobs im Jahr 2007 der Öffentlichkeit das erste richtige Smartphone vor – das iPhone. Bei manchen ist Apple aber auch für Erfindungen wie Tablet, Touch Bar und Co. bekannt. Die folgenden fünf Innovationen gehen allerdings nicht auf den iPhone-Macher zurück.

1. Tablet

Es ist nicht so, als hätte Apple gar nichts mit dem Tablet-Computer zu tun. Apple sorgte mit dem ersten iPad von 2010 für den Durchbruch der Tablets. Es gab aber schon vorher Geräte dieser Art. Der 10 Zoll große Gridpad Pen Computer von 1989 und das 8,4 Zoll große Simpad von Siemens erinnerten mit ihren Touchscreens, allerdings für die Bedienung mit einem Stift ausgelegt, bereits an heutige Tablets.

 Das Siemens SIMpad SL4 gehörte zu den ersten Tabletcomputern. fullscreen
Das Siemens SIMpad SL4 gehörte zu den ersten Tabletcomputern. (©Christian Eyrich, licenced under Creative Commons Attribution ShareAlike 2.0 Germany Licence 2017)

Der kleinere PDA (Personal Digital Assistant) war in den 1990er-Jahren beliebt und diente als digitaler Organizer mit Stifteingabe. Apple verhalf den Tablet-PCs schließlich mit einem Gerät zum Markterfolg, das sich mit den Fingern bedienen ließ und das relativ dünn, leicht und handlich war: das iPad. Aber hat Apple die Tablets erfunden? Jedenfalls nicht so sehr, wie Apple die Smartphones erfunden hat.

2. Touch Bar

Zwei Modelle des Apple-Notebooks MacBook Pro von 2016 bieten eine sogenannte Touch Bar. Damit ist eine Touchscreen-Leiste oberhalb der Tastatur gemeint, welche unter anderem die Funktionstasten ersetzt. Außerdem lassen sich je nach App verschiedene Funktionen darauf unterbringen. Diese Idee hatten andere Unternehmen schon zuvor – und brachten teils auch Geräte mit einer Touch Bar auf den Markt.

Bekannt ist etwa ein Designkonzept von Microsoft aus dem Jahr 2010, das ein Adaptive Keyboard zeigt, bei dem sich zusätzlich die Tastenbeschriftungen der normalen Tasten unter der Touch Bar verändern lassen. Auf den Markt gekommen ist aber erst das ThinkPad X1 Carbon aus dem Jahr 2014, dessen Adaptive Keyboard der späteren Touch Bar von Apple noch mehr ähnelt. Bereits Lenovos Adaptive Keyboard zeigte Shortcuts, die zur jeweiligen Anwendung passen.

 Lenovos Adaptive Keyboard des ThinkPad X1 Carbon kam schon zwei Jahre vor Apples Touch Bar auf den Markt. fullscreen
Lenovos Adaptive Keyboard des ThinkPad X1 Carbon kam schon zwei Jahre vor Apples Touch Bar auf den Markt. (©YouTube / Lenovo 2017)

3. Dual-Kamera

Mit dem iPhone 7 Plus bietet das erste iPhone eine Dual-Kamera auf der Rückseite – also zwei Kameras, die sich funktionell ergänzen. Tatsächlich hat die Dual-Cam eine lange Vorgeschichte. Die ersten Smartphones mit zwei Kameras nutzten sie für die Aufzeichnung von 3D-Fotos und -Videos.

 Ursprünglich dienten die Dual-Kameras für die Aufzeichnung von 3D-Fotos und -Videos. fullscreen
Ursprünglich dienten die Dual-Kameras für die Aufzeichnung von 3D-Fotos und -Videos. (©HTC 2017)

Vorreiter war das Samsung SCH-B710, darauf folgten das LG Optimus 3D, das HTC Evo 3D und weitere, bis mit dem HTC One M8 ein Smartphone auf den Markt kam, das seine Dual-Kamera zu einem anderen Zweck einsetzte, nämlich für "Duo Effects", darunter vor allem ein besserer Unschärfeeffekt alias Bokeh. Das ist auch ein wichtiger Einsatzbereich der Dual-Cam des iPhone 7 Plus.

4. Live Photos

Live Photos ist ein Feature, das mit dem iPhone 6S eingeführt wurde. Drückt man via 3D Touch auf ein aufgezeichnetes Live Photo, dann bewegt es sich für ein paar Sekunden, ähnlich wie die magischen Fotos in den "Harry Potter"-Büchern und -Filmen. Wie im Falle des Tablets hat sich Apple gewisse Lorbeeren durchaus für seinen Beitrag verdient – aber nicht für die Erfindung des Features.

In der Smartphone-Welt gab es mit HTC Zoe und Nokias Living Images im Jahr 2014 zwei Vorreiter. Allerdings besteht ein wichtiger Unterschied zu Apples Live Photos: Das HTC M8 und Nokia-Smartphones wie das Nokia 950 zeichneten kurze Videos zusammen mit einem Foto auf. Apples Live Photos hingegen erzeugen eine Animation aus einzelnen Fotos nach der Rotoskopie-Methode. Der Ton wird beim iPhone 6S und späteren iPhones getrennt aufgezeichnet und dann mit den Live Photos verknüpft. Apple kann sich also rühmen, die Rotoskopie-Technologie im Smartphone-Bereich eingeführt zu haben.

5. Slide to Unlock

Dieser Fall ist klar: Das Slide to Unlock-Feature hat Apple nicht erfunden. Damit ist eine Wischgeste zum Entsperren von Smartphones gemeint, die Apple vor kurzem mit iOS 10 wieder abschaffte. Hat man sich etwa dafür geschämt oder hatte Apple nach Jahren des Rechtsstreits gegen Samsung über dieses Feature genug davon?

 Das schwedische Smartphone Neonode N1 bot schon zwei Jahre vor dem iPhone das Slide to Unlock-Feature. fullscreen
Das schwedische Smartphone Neonode N1 bot schon zwei Jahre vor dem iPhone das Slide to Unlock-Feature. (©Foss Patents 2017)

Der Erfinder war die schwedische Firma Neonode, die Slide to Unlock im Jahr 2002 patentieren ließ und die 2005 mit dem Neonode N1 ein erstes Smartphone mit dem Feature veröffentlichte. Apple führte das Feature erst im Jahr 2007 mit dem ersten iPhone ein. Ärgerlich war für den iPhone-Konzern vor allem der Umstand, dass zehn europäische Richter schließlich den Rechtsstreit zwischen Apple und Samsung über das Feature nicht zuletzt vor dem Hintergrund dieses Neonode-Patents beendeten – und nicht im Sinne von Apple.

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