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Galaxy S8 im Vergleich zum Galaxy S7: Lohnt sich der Umstieg?

Mehr Screen fürs Smartphone: Das Galaxy S7 (links) und das neue Galaxy S8.
Mehr Screen fürs Smartphone: Das Galaxy S7 (links) und das neue Galaxy S8. (©Samsung 2017)

Am Mittwoch hat Samsung endlich sein neues Flaggschiff Galaxy S8 vorgestellt. Wer das Vorgängermodell Samsung Galaxy S7 besitzt, kommt jetzt vermutlich schwer ins Grübeln, ob sich der Umstieg auf das neue Topmodell aus Korea lohnt. Damit die Entscheidung leichter fällt, haben wir die beiden Spitzenmodelle einem Vergleich unerzogen.

Dass Samsung mit dem Galaxy S8 wieder ein hervorragend ausgestattetes Smartphone auf den Markt bringen würde, ist wenig überraschend. Zusätzlich aber galt es, den Image-Schaden, den das explodierende Galaxy Note 7 verursacht hatte, möglichst auszubügeln. Ob Samsung im Vergleich zum Vorgänger Galaxy S7 Punkte machen und Nutzer zum Umstieg animieren kann, zeigt unser Vergleich.

1. Galaxy S8: Das neue AMOLED-Display ist der Riese

Vor allem beim Display hat Samsung eindeutig ordentlich Gas gegeben: Der schon beim Galaxy S7 nicht kleine Bildschirm wächst von 5,1 Zoll, das sind knapp 13 Zentimeter, auf stattliche 5,8 Zoll und somit an die 15-Zentimeter-Marke heran. Das neue Format hat ein Seitenverhältnis von 18,5:9, was deutlich länger und breiter als die Norm ist. Für Spiele und Filme dürfte das Vorteile bringen, aus kleinen Hosentaschen rutscht der "lange Lulatsch" vermutlich aber schneller heraus als vorher. Durch die Neugestaltung des Displays gibt es jetzt keinen Home-Button mehr und der Fingerabdrucksensor wandert auf die Rückseite – sicher für den einen oder anderen erst einmal gewöhnungsbedürftig.

Fazit: Der neue Bildschirm hat deutliche Vorteile, ist aber auch größer, was vielleicht besonders Frauen unpraktisch finden könnten.

 Das Display ist besonders breit, was sich bei Filmen positiv bemerkbar macht. fullscreen
Das Display ist besonders breit, was sich bei Filmen positiv bemerkbar macht. (©Samsung 2017)

2. Galaxy S8: Neuer Turbo-Prozessor – aber wer braucht so viel Tempo?

Samsung baut in das Galaxy S8 für die Geräte, die in Europa auf den Markt kommen werden, den hauseigenen Prozessor Exynos 8895 ein, der über acht Kerne verfügt. Der Rechenkern wird um 4 GB Arbeitsspeicher ergänzt, sodass sich hier eine schlagkräftige Rechenkombo ergibt. Die Frage aber ist natürlich: Braucht man diese geballte Rechenpower überhaupt, welche Apps sind so anspruchsvoll, dass sie das Potenzial ausschöpfen können? Zum jetzigen Zeitpunkt allerhöchstens Spiele, aber auch die laufen auf allem Galaxy S7-Modellen noch problemlos.

Fazit: Erst wenn es Apps und vor allem Spiele gibt, die die Rechenkraft des neuen Topmodells ausnutzen können, wird sich der Umstieg lohnen. Und bis es so weit ist, dauert es noch.

3. Kamera: Galaxy S8 setzt auf bewährte Technik

Wenig Gründe zum Umstieg auf das neue Spitzenmodell liefert die Kamera, bei der Samsung auf bewährte Technik setzt. Auch der Vorgänger hat eine Kamera mit 12 Megapixeln und ist mit Phasen- und Laserautofokus ausgestattet. Aufpoliert haben die Samsung-Programmierer allerdings die Kamera-App, die mit neuen Filtern und einer generalüberholten Bedienung glänzen kann. Zudem hat die Selfie-Cam jetzt auch einen Autofokus.

Fazit: Bei der Kamera finden sich kaum Änderungen. Da die Fotos des Galaxy S7 auch gut sind, ist das kein Umstiegsgrund.

 Rechts findet sich das von vorherigen Modellen bekannte Edge-Menü. fullscreen
Rechts findet sich das von vorherigen Modellen bekannte Edge-Menü. (©TURN ON 2017)

4. Bixby – der neue Assistent mit dem eigenen Button

Das Galaxy S8 ist das erste Topmodell des koreanischen Herstellers, das mit dem neuen Assistenten Bixby ausgestattet ist. Dieser soll vor allem mit anderen Smart Home-Geräten der Koreaner harmonisch kommunizieren. Kühlschrank, Waschmaschine, der Fernseher und auch die Klimaanlage sollen Bixby aufs Wort gehorchen – sofern die Geräte von Samsung sind natürlich. Der Hersteller verspricht, dass sich der Assistent deutlich von anderen Lösungen unterscheiden soll und spendiert dem elektronischen Helfer sogar einen eigenen Button an der Seite. Da sich auch der Google Assistent noch per virtuellem Home-Button aktivieren lässt, streiten mindestens zwei dienstbare Geister um die Gunst des Besitzers.

Fazit: Bislang ist kein Assistent dem anderen wirklich deutlich voraus, definitiv kein Umstiegsgrund.

5. Display-Dock: Das Galaxy S8 wird zum PC

Mit der DeX Station lässt sich das Galaxy S8 an einen normalen Computer-Bildschirm anschließen und mit Maus und Tastatur ausstatten. Microsoft hat das mit Continuum und Windows 10 Mobile vorgemacht und jetzt lässt sich mit dem Galaxy S8 also auch ein Android-Smartphone als PC-Ersatz nutzen. Das ist praktisch und die Docking-Station liefert noch ein paar nützliche Extras wie einen Netzwerkanschluss und eine Kühlung sowie eine schnelle Ladefunktion. In ersten Tests macht das Dock einen guten Eindruck. Das Galaxy S7 kann das definitiv nicht.

Fazit: Wer sein Smartphone auch als Desktop-PC nutzen und 150 Euro für das Dock ausgeben will, sollte zugreifen.

 Die DeX Dockingstation verwandelt das Gerät in einen Android-PC. fullscreen
Die DeX Dockingstation verwandelt das Gerät in einen Android-PC. (©Samsung 2017)

6. Galaxy S8-Optik: Definitiv was fürs Auge

Das Display nimmt einen großen Teil der Frontfläche des Galaxy S8 ein. Samsung spricht von einem "Infinity Display", was durchaus hinkommt. Das Gerät wirkt im Vergleich zum Galaxy S7 durch den Screen, aber auch wegen der längeren Bauform, schlank und leicht.

Fazit: Wer auf Optik steht, kommt am neuen Samsung-Flaggschiff nicht vorbei.

7. Preis: Das Topmodell ist noch ziemlich teuer

Während das neue Galaxy S7, bei dem es nur noch das Edge-Display mit den gebogenen Kanten gibt, mit 799 Euro zu Buche schlägt, bekommt man das leistungsmäßig nicht wesentlich schlechtere Galaxy S7 Edge schon ab etwa 550 Euro. Der Preisunterschied wird sich in den kommenden Wochen etwas verringern, aber sicher noch eine Weile bestehen bleiben.

Fazit: Wer kein Geld für Aktualität ausgeben und ein topaktuelles Flaggschiff besitzen möchte, kann auch noch warten, bis die Preise etwas nachlassen.

Zusammenfassung

  1. Kein Umstieg: Was die Leistung, die Kamera oder auch den Assistenten Bixby betrifft, kann man sich den Umstieg vom Samsung Galaxy S7 auf das Galaxy S8 sparen. Bei der Kamera gibt's keine Änderungen, und die Leistung wird man nicht ausreizen können.
  2. Umstieg vielleicht: Bei der Größe gibt es Vor- und Nachteile. Das Galaxy S8 wirkt länger und schlanker, das Display nimmt mehr Raum ein, was vorteilhaft aussieht. In Sachen Preis kann es sich lohnen, wenn man bestimmte Funktionen sucht – besser aber noch etwas warten.
  3. Umstieg auf jeden Fall: Wer auf Optik steht, ist mit dem neuen Galaxy S8 trotz der zusätzlichen Größe besser bedient. Und auch wenn man sein Smartphone per Dock als PC nutzen möchte, ist der Umstieg Pflicht.

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