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Google Pay: Alle Infos zum Deutschlandstart

Seit dem 26. Juni 2018 ist Google Pay endlich auch in Deutschland verfügbar. Doch nicht jeder wird das kontaktlose Bezahlen mit dem Smartphone direkt vom Start weg nutzen können. Wir verraten Dir die Voraussetzungen, welche Banken und Geschäfte Google Pay unterstützen und wie sicher das Mobile Payment ist.

Deutschland hinkt nach wie vor hinterher, wenn es um kontaktloses Bezahlen mit dem Smartphone geht. Das hat unser Redakteur Patrick erst Anfang 2018 in einem Selbstversuch feststellen müssen. Doch mit Google Pay könnte sich das so langsam ändern. Der mobile Bezahldienst soll in Zukunft nicht mehr an das Android-System gebunden, sondern auch auf iPhones nutzbar sein. Zum Start kannst Du bereits in vielen Geschäften sowie online mit Google Pay bezahlen, sowie Kunden- und Geschenkkarten nutzen. Allerdings ist die Liste an Banken, die mit Google kooperieren, aktuell noch sehr kurz. Welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, wie sicher das Ganze ist und mehr – wir klären die wichtigsten Fragen rund um Google Pay.

1. Was ist Google Pay?

Google Pay ist ein mobiler Bezahldienst, der im Januar 2018 aus der Fusion von Android Pay und Google Wallet entstanden ist. Seitdem kann in vielen Ländern bereits kontaktlos mit dem Smartphone, auf dem die Google-Pay-App installiert ist, bezahlt werden. Nach Deutschland kam der Dienst schließlich Ende Juni 2018 – und damit vor Apple Pay.

2. Was brauche ich fürs mobile Bezahlen?

Um Google Pay zum kontaktlosen Zahlen zu nutzen, brauchst Du ein Android-Smartphone mit NFC, Android 5.0 Lollipop oder höher, die Google-Pay-App sowie eine passende Kreditkarte.

3. Welche Banken unterstützen den Dienst?

Damit wären wir auch schon beim derzeit größten Haken von Google Pay: Bislang arbeitet Google nur mit vier Banken zusammen. Du brauchst also eine Kreditkarte von boon (Wirecard), comdirect, der Commerzbank oder N26. Zudem stellt der Konzern Kooperationen mit der LBBW und Revolut in Aussicht. Die offizielle Übersicht der unterstützten Banken findest Du hier.

4. Wie aktiviere ich Google Pay?

Hast Du eine Kreditkarte der oben aufgeführten Banken, musst Du sie in der Google-Pay-App auf dem Smartphone hinterlegen. Dafür kannst Du die Kreditkartendaten entweder manuell in der App eingeben oder Du fotografierst die Karte einfach mit der In-App-Kamera. Im Anschluss muss Deine Identität von der Bank überprüft werden, Google sendet Dir dann eine Bestätigung per SMS oder E-Mail.

5. In welchen Läden kann ich damit bezahlen?

 Kassenterminals mit NFC-Zeichen sollten auch Google Pay unterstützen. fullscreen
Kassenterminals mit NFC-Zeichen sollten auch Google Pay unterstützen. (©Getty Images/Hero Images 2018)

Theoretisch funktioniert das kontaktlose Bezahlen mit Google Pay in allen Geschäften, in denen Du auch mit der Kreditkarte kontaktlos bezahlen kannst. Voraussetzung ist, dass der Laden ein Kassenterminal mit NFC hat. Laut Google sind das Millionen Geschäfte weltweit. Zu erkennen sind passende Kartenleser in der Regel an einem NFC-Symbol, an vielen steht auch dran, dass kontaktloses Bezahlen möglich ist. Oder Du findest sogar das G-Pay-Logo am Gerät.

Willst Du auf Nummer sicher gehen, halte Dich an die Liste der Geschäfte, die ganz offiziell Google Pay unterstützen. Das sind zum Start: Adidas, Aldi Süd, Hornbach, Kaufland, Lidl, McDonald's, Media Markt und SATURN.

6. Wie läuft das kontaktlose Bezahlen ab?

Zum kontaktlosen Bezahlen muss der Kassierer das Kartenlesegerät aktivieren wie beim Bezahlen mit Karte. Dann hältst Du das Smartphone mit maximal vier Zentimetern Abstand vor das Gerät und wartest auf eine Reaktion von Smartphone und Terminal. Wichtig: Das Handy muss laut Google entsperrt sein, damit die Transaktion funktioniert. Die Google-Pay-App muss hingegen nicht geöffnet sein.

7. Kann ich auch online damit einkaufen?

Google Pay wird nicht nur von Geschäften, sondern auch von Apps und Websites unterstützt. Zum Start Ende Juni sind das: Adidas, Asos, Deliveroo, Hotel Tonight, Ryanair, ShareTheMeal und Flixbus. Online soll Google Pay vor allem einen Geschwindigkeitsvorteil bringen, indem es langwierige Bezahlvorgänge ersetzt. Pizza bestellen und Tickets kaufen sollen mit einem einfachen Fingertipp möglich sein.

8. Wie sicher ist das Bezahlen mit Smartphone?

Aber was, wenn das Smartphone einmal verloren geht? Laut Google werden die Kreditkartendaten nicht auf dem Gerät gespeichert, sondern verschlüsselt auf Googles Servern. Jemand, der Dein Smartphone in die Hände bekommt, kann also nicht darauf zugreifen. Allerdings könnte er kleinere Beträge mit Deinem Smartphone bezahlen, wenn er es entsperrt vorfindet. Du solltest also unbedingt eine Displaysperre einrichten und Dein Handy bei Verlust schnellstmöglich orten und aus der Ferne sperren. Der Händler, bei dem Du bezahlst, erhält Deine Kreditkartendaten auch nicht, sondern lediglich eine verschlüsselte Nummer.

9. Welche Daten sammelt Google?

Mit der Einrichtung von Google Pay erstellst Du ein Google-Payments-Konto, das mit Deinem Google-Account verknüpft wird. Bei jeder Transaktion werden dann Informationen über die Transaktion erfasst: zum Beispiel Datum, Uhrzeit, Betrag, Händlerstandort und -beschreibung, eine Beschreibung der gekauften Waren oder Dienste, Fotos, die der Transaktion beigefügt wurden, Name und E-Mail des Verkäufers und Käufers oder Grund der Transaktion. Die gesamten Datenschutzhinweise zu Google Payments kannst Du hier nachlesen.

10. Welche Alternativen zu Google Pay gibt es?

 Noch vor Google Pay startete Garmin Pay in Deutschland. fullscreen
Noch vor Google Pay startete Garmin Pay in Deutschland. (©Garmin Deutschland GmbH 2018)

Apple Pay und Samsung Pay haben es beide noch nicht nach Deutschland geschafft. Und auch sonst sieht es hierzulande in Sachen Mobile Payment noch recht mau aus. Payback Pay, PayPal und Vodafone Wallet sind einige Beispiele für Dienste, die in Deutschland funktionieren. In seinem Selbstversuch machte TURN-ON-Redakteur Patrick zudem recht gute Erfahrungen mit der App SEQR. Und seit Kurzem gibt es hierzulande auch Garmin Pay, das das Bezahlen per Smartwatch ermöglicht. Das Interessante daran: Garmin-Nutzer sind nicht an bestimmte Banken gebunden, denn es handelt sich hierbei um eine Prepaid-Lösung.

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