HTC Exodus: Das steckt hinter HTCs abgefahrenem Blockchain-Smartphone

Das HTC Exodus soll speziell für das Mining und die Aufbewahrung von Kryptowährungen konzipiert sein.
Das HTC Exodus soll speziell für das Mining und die Aufbewahrung von Kryptowährungen konzipiert sein. (©TheNextWeb/ HTC 2018)
Franziska Peix Kann die Frage "Welcher Fitness-Tracker ist der beste?" nicht mehr hören.

HTC will noch in diesem Jahr ein Blockchain-Smartphone auf den Markt bringen. Das HTC Exodus wird für die sichere Aufbewahrung und den Handel mit Kryptowährungen konzipiert. Eine Kooperation mit CryptoKitties soll auch Gamer an Bord holen. Du verstehst nur Bahnhof? Keine Sorge! Wir klären die wichtigsten Fragen rund um das HTC Exodus.

Die regulären Smartphone-Verkäufe sind bei HTC seit geraumer Zeit auf Talfahrt. Konnte der taiwanische Hersteller im ersten Quartal 2017 noch zwei Millionen Geräte verkaufen, waren es im gleichen Quartal 2018 nur noch 630.000, berichtet The Verge unter Berufung auf Zahlen von IDC. Das HTC U12 Plus bekam zudem durchwachsene Kritiken. Nun will der Hersteller anscheinend etwas vollkommen Neues wagen und ein Blockchain-Smartphone auf den Markt bringen.

1. Wann soll das HTC Exodus erscheinen?

Im Mai wurde erstmals bekannt, dass HTC an einem Blockchain-Smartphone für Transaktionen mit Kryptowährungen wie Bitcoin und Co. arbeitet. Im Juli bekam das Gerät schließlich einen Namen, das HTC Exodus wurde offiziell angekündigt. Gegenüber The Verge verriet Phil Chen, der auch für die Entwicklung der HTC Vive verantwortlich war, dass das Blockchain-Smartphone irgendwann Ende des Jahres Release feiern werde. Das HTC Exodus soll überall außerhalb Chinas erhältlich sein. In China würden zu strikte Regularien dagegen sprechen.

2. Wäre es das erste Blockchain-Smartphone der Welt?

Das Finney von Sirin Labs lässt sich bereits vorbestellen – für stolze 1000 US-Dollar.

Nein, HTC wäre zwar sehr früh mit einem Blockchain-Smartphone, aber nicht der erste Hersteller. Das Finney von Sirin Labs ist bereits angekündigt und lässt sich auf der Webseite des Herstellers vorbestellen. Das leistungsstarke Smartphone mit Slider-Display für den Handel mit Kryptowährungen soll im November erscheinen und knapp 1000 US-Dollar kosten.

3. Wie teuer wird das HTC Exodus?

Ein Schnäppchen wird das HTC Exodus nicht. Preislich will sich HTC nämlich an der Konkurrenz orientieren. Auch das plauderte der für das Exodus verantwortliche Phil Chen im Gespräch mit The Verge aus. Der Preis sei "vergleichbar" mit dem des Sirin Labs Finney. Damit wird er sich wohl auch um die 1000 Euro bewegen.

4. Welche Features wird es mitbringen?

Für den Handel mit Kryptowährungen muss ein Smartphone vor allem eines sein: besonders sicher. Daher stattet HTC das Exodus mit einem sogenannten Cold Wallet aus, in dem Bitcoin, Ethereum usw. aufbewahrt werden können. Phil Chen verspricht "das sicherste Hardware-Wallet, das es gibt". Unterstützt werden angeblich alle größeren Kryptowährungen. Das HTC Exodus verwahrt das Geld offline.

Informationen zu den Specs des ungewöhnlichen HTC-Smartphones gibt es noch nicht. Soll das Exodus aber auch zum Mining von Kryptowährungen genutzt werden und nicht nur preislich, sondern auch technisch mit dem Finney von Sirin Labs mithalten können, dann ist ein Modell mit High-End-Ausstattung zu erwarten. Ein schneller Octacore-Prozessor und viel Arbeitsspeicher werden in einem solchen Fall benötigt.

HTC kooperiert mit CryptoKitties und will auch Gamern das Exodus schmackhaft machen.

Bekannt ist hingegen, dass das HTC Exodus mit Android-Software laufen wird. Vermutlich wird HTC dem Smartphone allerdings noch eine angepasste Benutzeroberfläche spendieren. Zudem hat der Hersteller eine Partnerschaft mit CryptoKitties angekündigt. Käufer werden das Online-Spiel daher wohl vorinstalliert vorfinden und mit dem HTC Exodus nach Lust und Laune digitale Katzen kaufen, züchten und wieder verkaufen können.

5. Für wen ist das Exodus gedacht?

Der Handel mit Kryptowährungen ist noch ein Nischen-Phänomen. Smartphones, die speziell dafür konzipiert sind, richten sich daher – zumindest noch – an eine eher kleine und sehr spezielle Zielgruppe. Erschwerend kommt hinzu, dass der Hype um Kryptowährungen gerade wieder etwas abgeflaut ist, im Sommer 2017 brach der Bitcoin-Kurs deutlich ein. Davon erholt sich die digitale Währung gerade erst.

Doch HTC versucht, mit dem Exodus auch Gamer und Menschen, die weniger mit Kryptowährungen vertraut sind, zu überzeugen. "Gaming ist für die Nicht-Krypto-Masse der beste Zugang auf mobilen Geräten", sagte HTCs Phil Chen. Nichtsdestotrotz wird das Blockchain-Smartphone ein sehr teures Nischenprodukt, das HTC entweder aus der Misere helfen kann – weil man ganz vorne mit dabei ist – oder nur noch weiter in die roten Zahlen treibt. Das muss die Zukunft zeigen.

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