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Huawei Mate X vs. Galaxy Fold: Die faltbaren Smartphones im Vergleich

Die Smartphones von Huawei und Samsung lassen sich zwar beide falten, unterscheiden sich in ihrem Mechanismus aber erheblich.
Die Smartphones von Huawei und Samsung lassen sich zwar beide falten, unterscheiden sich in ihrem Mechanismus aber erheblich.

Die ersten faltbaren Smartphones kommen bald in den Handel und buhlen um die Gunst der (zahlungskräftigen) Kunden – allen voran das Huawei Mate X und das Galaxy Fold. Schon beim Faltmechanismus verfolgen beide Hersteller aber unterschiedliche Ansätze. In unserem Vergleich erfährst Du, worin sich die Geräte unterscheiden.

Bildschirm: Huawei hat das größere Display

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Das Galaxy Fold erreicht im ausgeklappten Zustand 7,3 Zoll Bildschirmdiagonale.

Werfen wir zunächst einen Blick auf die Front der beiden Smartphones: Schon hier wird klar, dass das Huawei Mate X deutlich mehr Bildschirmdiagonale als das Galaxy Fold zu bieten hat. Das Huawei-Modell verfügt über einen 6,6-Zoll-Bildschirm mit einer Auflösung von 2.480 x 1.148 Pixeln bei einem Seitenverhältnis von 19.5:9. Verwendest Du das Galaxy Fold im Telefon-Modus, musst Du Dich mit lediglich 4,6 Zoll und einer HD+-Auflösung von 1960 x 840 Bildpunkten begnügen. Bei beiden Bildschirmen handelt es sich um OLED-Screens. Bedingt durch einen anderen Faltmechanismus besitzt das Mate X auf der Rückseite einen Bildschirm mit 6,38 Zoll im 25:9-Format.

Interessant ist vor allem die Größe, die sich beim Auseinanderfalten ergibt: Hier erreicht das Galaxy Fold eine Diagonale von 7,3 Zoll und eine Auflösung von 1.536 x 2.152 Pixeln. Noch etwas größer wird der Bildschirm des Mate X, der 8 Zoll Diagonale erreicht und mit 2.480 x 2.200 Pixeln auflöst. Aber: Während das Mate X ohne Notch auskommt, kommt beim Galaxy Fold eine gewaltige Aussparung zum Vorschein – schön ist definitiv anders. Beide Geräte haben außerdem einen Fingerabdrucksensor integriert. Beim Mate X sitzt dieser unterhalb der Kamera, beim Galaxy Fold befindet er sich an der Seite, wo üblicherweise der Daumen während des Haltens ruht.

Samsung Galaxy Fold Huawei Mate X
Faltbares Smartphone mit Scharnier und ineinandergreifenden Zahnrädern Faltbares Smartphone mit "Falcon Wing"-Design
Aufgeklappt: 7,3-Zoll-AMOLED-Bildschirm mit 1.536 x 2.152 Pixeln Aufgeklappt: 8-Zoll-AMOLED-Bildschirm mit 2.480 x 2.200 Pixeln
Geschlossen: 4,6-Zoll-AMOLED mit 840 x 1.960 Pixeln Geschlossen: 6,6-Zoll-Front-Bildschirm mit 1.148 x 2.480 Pixeln und 6,38-Zoll-Display (Rückseite) mit 892 x 2.480 Pixeln
7-Nanometer-Chipsatz (genaues Modell unbekannt) Kirin 980 (7-nm-Chip)
12 GB Arbeitsspeicher 8 GB Arbeitsspeicher
512 GB interner Speicher 512 GB interner Speicher
6 Kameras, 3 auf der Front und 3 auf der Rückseite Triple-Kamera mit Zeiss-Optik
Akku: 4380 mAh Akku: 5000 mAh
Preis: 2000 Euro Preis: 2300 Euro
Release: Mai 2019 Release: Sommer 2019

Faltmechanismus: Unterschiedliche Ansätze

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Der Bildschirm des Mate X wird nach innen gewölbt.

Bei der Art und Weise des Faltmechanismus unterscheiden sich beide Modelle deutlich. Das Galaxy Fold lässt sich "sanft wie ein Buch" (Samsung) öffnen und "mit einem zufriedenstellenden" Klick schließen. Damit das butterweich gelingt, wurde eigens eine neue Polymerschicht erfunden. Damit soll der Bildschirm besonders widerstandsfähig sein und mit einer langen Lebensdauer punkten – schließlich ist das ständige Öffnen und Schließen eine ordentliche Belastungsprobe für das Galaxy Fold. Fundament des faltbaren Bildschirms ist ein Scharnier mit mehreren ineinandergreifenden Zahnrädern. Das Display wird also nicht nur gebogen, sondern tatsächlich gefaltet. Der Mechanismus dafür ist vollständig im Gehäuse untergebracht.

Während das Galaxy Fold praktisch zwei unabhängig voneinander arbeitende Displays integriert hat, vertraut Huawei für sein Mate X auf einen einzigen Bildschirm. Das flexible Display ist nach außen gewölbt, wodurch das Smartphone in gefaltetem Zustand deutlich kompakt daherkommt als Pendant von Samsung. Mit 1,1 Zentimetern ist das Mate X gerade mal etwas dicker als etwa das iPhone XS Max, aber sehr viel dünner als das Galaxy Fold. Konkrete Angaben zu den Abmessungen machte Samsung zwar noch nicht. Aber schon auf den zahlreichen Bildern und Videos wird klar, dass das Galaxy Fold deutlich dicker ausfällt.

Wenngleich Huawei das Display mit einer Folie schützt, könnte es sich im Alltag als nachteilig erweisen, dass der Bildschirm nach außen gewölbt ist – womit es, verglichen mit dem Galaxy Fold, anfälliger für Kratzer und andere Beschädigungen sein dürfte. Dafür allerdings dürfte Huaweis Faltmechanismus langlebiger sein. Ob die Smartphones tatsächlich eine lange Lebensdauer haben werden, müssen erst Praxis-Tests zeigen. Die Faltmethode von Huawei scheint aber auf den ersten Blick ausgeklügelter als die von Samsung zu sein.

Leistung: Mehr geht derzeit kaum

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Das Galaxy Fold besitzt einen leistungsstarken Quad-Core-Chipsatz mit 12 GB Arbeitsspeicher.

Leistungsstark sind beide Smartphones – schließen kosten sie auch mehr als das Doppelte, was sonst üblicherweise für heutige Smartphone-Flaggschiffe bezahlt wird. In beiden Smartphones verrichtet ein im 7-Nanometer-Verfahren gefertigter Chipsatz seinen Dienst. Beim Mate X ist das der hauseigene Kirin 980, beim Galaxy Fold weiß man es nicht, da der Hersteller dazu noch keine Aussage getätigt hat. Möglich ist, dass der gleiche Chip wie im Galaxy S10 verbaut ist: der Exynos 9820.

Beim Arbeitsspeicher hat Samsung mit 12 GB gegen 8 GB beim Mate X die Nase vorn, der interne Speicher beträgt bei beiden 512 GB. In puncto Akkukapazität nehmen sich beide Kontrahenten kaum etwas: 4380 mAh sind es beim Galaxy Fold und 4500 mAh beim Mate X. Und: Beide sind fit für 5G, das Galaxy Fold erreicht eine maximale Geschwindigkeit von 2,3 GBit/s, das Mate X funkt mit 4,6 GBit/s theoretisch sogar doppelt so schnell. Das wird auf absehbare Zeit aber zumindest in Deutschland ohnehin noch keine Rolle spielen, da der neue Standard erst 2020 an den Start gehen dürfte.

Kameras satt

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Immer präsent: Die Triple-Kamera des Huawei Mate X.

Beide Smartphones haben in Sachen Kameras einiges zu bieten: Das Mate X besitzt eine Triple-Kamera mit Zeiss-Optik, die sich aus drei 12-MP-Linsen zusammensetzt (Standard, Tele und Ultraweitwinkel). Die geballte Ladung gibt es hingegen bei Samsung: Gleich sechs Kameras stehen im Galaxy Fold für das Fotografieren bereit.  Auf der Rückseite ist eine Triple-Kamera mit jeweils 12-MP-Objektiven untergebracht (Standard, Tele und Ultraweitwinkel). Außerdem ist eine Front-Dualkamera in der Notch im Hauptdisplay mit 10 + 8 MP platziert, während auf dem Außenbildschirm eine weitere 10-MP-Kamera zu finden ist. So viele Kameras sollen sicherstellen, dass Du auch während eines Videogesprächs andere Aufgaben mit Deinem Smartphone machen kannst.

Speziell optimierte Software

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Drei Apps auf einmal nutzen? Dank angepasster Software für das Galaxy Fold kein Problem.

Auf beiden Smartphones ist Android 9 Pie vorinstalliert, das durch die jeweils hauseigenen Benutzeroberflächen der Hersteller ergänzt wird. Bei Huawei ist es EMUI, bei Samsung OneUI. In Zusammenarbeit mit Google wurde die Oberfläche speziell an die Bedürfnisse großer Bildschirme angepasst. So kannst Du beispielsweise problemlos drei Apps nebeneinander öffnen – echtes Multitasking ist somit möglich und auf einem so riesigen Screen sogar sinnvoll. Zudem kannst Du Anwendungen, die Du im Telefon-Modus gestartet hast, nach dem Aufklappen nahtlos auf dem großen Bildschirm nutzen und umgekehrt genauso. Das funktioniert beim Mate X natürlich auch, da es sich ja auch nur um ein Display handelt. Mehrere Apps können auch hier parallel genutzt werden.

Preis und Release

Das Galaxy Fold wird es in den Farben Space Silver, Cosmos Black, Martian Green und Astro Blue zu kaufen geben. Der Preis soll hierzulande bei 2.000 Euro liegen, der Release ist für Anfang Mai 2019 geplant.

Noch etwas teurer fällt das Huawei Mate X aus, dass rund 2.300 Euro kosten wird. Die Farbauswahl ist deutlich eingeschränkter: Das faltbare Smartphone von Huawei wird es lediglich in der Farbe Interstellar Blue zu kaufen geben. Der Release ist für den Sommer 2019 geplant.

Das sagt Alexander:
Mit Preisen von 2000 Euro (Galaxy Fold) bzw. 2300 Euro (Mate X) sind beide faltbaren Smartphones ganz sicher nichts für den Massenmarkt. Die Technik hinter dem Faltmechanismus ist definitiv beeindruckend. Ob man das im Alltag tatsächlich braucht und daraus Vorteile ziehen kann, steht auf einem anderen Blatt Papier. Wie stehst Du zu faltbaren Smartphones?
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