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It's not a bug, it's a feature! Die 8 nützlichsten Tech-Fails

Schon das Akku-Problem des iPhone 6s war laut Apple ein Feature.
Schon das Akku-Problem des iPhone 6s war laut Apple ein Feature. (©YouTube/Andy Slye 2017)

Die Drosselung von iPhones mit altem Akku ist laut Apple ein Feature und kein Bug. Tech-Unternehmen haben in der Vergangenheit gerne technische Fehler schöngeredet oder im besten Fall aus der Not eine Tugend gemacht. Hier sind die acht schlimmsten Tech-Fails frei nach dem Motto "It's not a bug, it's a feature".

1. iPhones mit altem Akku werden gedrosselt

Apples neuester Akku-Skandal dreht sich um die Drosselung von iPhones mit älterem Akku. Der Hersteller reduziert bei den betroffenen Geräten die Prozessorleistung, denn ältere Akkus können plötzliche Spitzenlasten nicht mehr bewältigen und würden unter solchen Bedingungen einen Systemabsturz zur Folge haben.

Apples Stellungnahme zur iPhone-Drosselung wurde erst spät veröffentlicht. So wundern sich Nutzer schon länger über immer langsamere iPhones, bis sich der Verdacht verbreitete, Apple würde die Kunden so zum Kauf neuer iPhone-Modelle bewegen wollen. Wahrscheinlich entspricht Apples Erklärung jedoch der Wahrheit, denn iPhones mit ausgetauschtem Akku laufen wieder mit voller Leistung.

2. Das iPhone 6s sollte sich unerwartet abschalten?

Kurz nach Release wunderten sich manche iPhone-6s-Käufer über das plötzliche Abschalten des Geräts. (© 2017 YouTube/Marques Brownlee)

Apple drosselt nicht nur iPhones mit altem Akku, sondern schaltete einige Exemplare des iPhone 6s gleich ganz ab. Laut Apple war die plötzliche Abschaltung beabsichtigt und diente dem Zweck, die Elektronik vor niedrigen Spannungen zu schützen. Eine nützliche Funktion also?

Obwohl es sich angeblich um ein Feature handelte, startete Apple ein Reparatur-Programm und tauschte den Akku der betroffenen iPhones kostenlos aus. Manche Kunden wollten auf Apples Ausschalt-Feature lieber verzichten.

3. Antennagate als Schuld der Kunden

Steve Jobs hatte nicht lange gut lachen, denn das iPhone 4 war von einem Empfangsproblem geplagt. (© 2017 Matthew Yohe)

Beim iPhone 4 verzichtete Apple aus Design-Gründen auf die Antennenleiste aus Plastik, was die Empfangsleistung des Smartphones in Mitleidenschaft zog. Vor allem, wenn die Kunden das iPhone 4 in der linken Hand hielten und mit der Handfläche die Antennenaussparung verdeckten, brach die Verbindung häufig ab und Anrufe wurden unterbrochen.

Apple riet den Nutzern ursprünglich, sie mögen doch ihr iPhone richtig halten. Als Steve Jobs vom Empfangsproblem hörte, unterbrach er seinen Familienurlaub, räumte den Fehler ein und achtete bei den folgenden iPhones mehr auf den Empfang.

4. Flackern der PC-Kontrollleuchte

Beim Zugriff auf die Festplatte blinkt bei PCs und Notebooks eine Kontrollleuchte. Das Feature geht auf einen Bug zurück: Der IBM 3278-9 hatte einen Hardware-Fehler, der eine Kontrollleuchte zum Flackern brachte, sobald ein neuer Symbol-Satz heruntergeladen wurde. Die IBM-Entwickler machten aus der Not eine Tugend und bauten in zukünftigen PCs absichtlich eine flackernde Kontrolleuchte ein.

5. Der "geniale" Schachzug von Deep Blue

Der Schachcomputer Deep Blue überraschte Garry Kasparow mit einer scheinbar menschlichen Strategie – die es nie gab. (© 2017 Pixabay / klimkin)

1997 besiegte der Schachcomputer Deep Blue den damals amtierenden Weltmeister Garry Kasparow. Der Computer irritierte den Weltmeister mit einem ungewöhnlichen Zug – er opferte eine Spielfigur, obwohl das nicht nötig war. Schließlich trug er den Sieg davon und ließ Kasparow erstaunt über die vermeintlich genialen Spielstrategien zurück.

15 Jahre später erklärte einer der drei IBM-Computerwissenschaftler, die Deep Blue programmiert hatten, dass der Schachcomputer aufgrund eines Bugs während des berühmten Moments nicht in der Lage war, den nächsten Spielzug zu bestimmen und so zufällig einen Zug wählte. Diese Enthüllung gab der Entwickler Murray Campbell im Buch "The Signal and the Noise" des Journalisten Nate Silver preis. Der Spielzug hatte die Maschine für einige Beobachter fast menschlich erscheinen lassen – tatsächlich war er bloßer Zufall.

6. Verzögerte Versendung von E-Mails

Gmail versendet E-Mails recht langsam – schließlich wurde die Verzögerung zum Feature. (© 2017 TURN ON)

Gmail benötigt ungefähr fünf Sekunden für das Versenden einer E-Mail – ziemlich lange für einen einfachen Vorgang. Kein Problem, dachten die Google-Entwickler und machten den Bug zum Feature. Sie verlängerten die Zeit bis zum E-Mail-Versand auf 30 Sekunden und ergänzten eine Option namens "Rückgängig senden", mit dem die Nutzer den Versand rechtzeitig aufhalten können. E-Mail-Schreiber haben nun die Gelegenheit, etwaige beleidigende Äußerungen noch einmal zu überdenken. So wurde das Internet ein wenig netter.

7. "Space Invaders" macht aus Bug wichtiges Game-Feature

Im klassischen 2D-Ballerspiel "Space Invaders" von 1978 war gewissermaßen die Technik des Spielautomaten selbst ein Bug – sie war ursprünglich zu langsam für ein wirklich herausforderndes Spiel. Die Aliens ließen sich in aller Gemütlichkeit abballern. Auf schnellerer Hardware erhöhte sich automatisch und unkontrolliert die Spielgeschwindigkeit – der Entwickler Tomoshiro Nishikado nutzte den Bug für abgestufte Schwierigkeitsgrade. Je höher der Schwierigkeitsgrad, desto schneller das Spiel – nun aber mit Absicht.

8. Sicherheitslücke führte zu Apples App-Store

Apples App Store wurde auf den Druck von Hackern hin eingeführt. (© 2017 TURN ON)

Nur wenige Tage nach Release des ersten iPhones im Jahr 2007 war das Gerät auch schon gehackt. Die Hacker nutzten eine Sicherheitslücke aus und so konnten Drittentwickler Anwendungen für das Smartphone entwickeln. Ursprünglich wollte Steve Jobs nur von Apple iPhone-Apps programmieren lassen. Er ließ sich schließlich angesichts des Hacks überzeugen, selbst einen Online-Laden für mobile Anwendungen einzuführen: den Apple App Store.

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