MacBook Pro 2018 vs. MacBook Pro 2017: Lohnt sich der Umstieg?

Bei den neuen MacBook-Pro-Modellen steigt vor allem die Prozessorleistung.
Bei den neuen MacBook-Pro-Modellen steigt vor allem die Prozessorleistung. (©Apple 2018)
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Überraschend hat Apple neue MacBook-Pro-Modelle für 2018 vorgestellt. Zu den Upgrades zählen nicht nur Prozessoren der achten Intel-Core-Generation, sondern auch der T2-Chip, das True-Tone-Display und mehr. Hier prüfen wir, ob sich der Umstieg vom MacBookPro 2017 auf das MacBook Pro 2018 lohnt.

1. Prozessor: Großes Leistungsplus

Die neuen MacBook-Pro-Modelle sind mit Intel-Core-Prozessoren der achten Coffee-Lake-Generation ausgestattet. Das 13-Zoll-Modell setzt auf Quad-Core-Chips und bei den 15-Zoll-MacBooks sind Intel-Core-i7-Chips mit sechs Kernen Standard. Diese liefern laut Apple eine um bis zu 70 Prozent besserer Performance. Optional ist das 15-Zoll-Modell auch mit einem Intel Core i9 verfügbar – dem neuen Intel-Flaggschiff, das auf bis zu 4,8 GHz taktet.

Die 13-Zoll-Modelle bekommen derweil Quad-Core-Chips der Varianten Intel Core i5 oder Intel Core i7 spendiert, die bis zu doppelt so stark rechnen können wie ihre Vorgänger. Gerade bei aufwändigen Profi-Anwendungen, etwa bei der Videobearbeitung, ist das Leistungsplus der neuen MacBooks durchaus spürbar.

Die Prozessor-Power der neuen MacBooks stellt ein deutliches Upgrade dar.

2. Grafik: Kleines Upgrade

Die 15-Zoll-Modelle bieten alle eine dedizierte AMD-Grafikkarte mit 4 GB GDDDR5-Videospeicher. Beim MacBook Pro für 2800 Euro handelt es sich um eine Radeon Pro 555X, das Exemplar für 3300 Euro hat eine Radeon Pro 560X im Gepäck. Die Grafikkarten sind allerdings nicht viel leistungsfähiger als ihre Vorgänger ohne "X" im Namen. Das MacBook Pro 13 erhält die integrierte Intel Iris Plus Graphics 655 statt der Iris Plus Graphics 650. Diese ist dank einem höheren Takt und 128 MB statt 64 MB eDRAM der Vorgängerin leicht überlegen und liefert etwa die Leistung einer älteren Einsteiger-Grafikkarte wie der GeForce 930M oder 940MX.

3. Display und Touch Bar: Mit True-Tone-Technologie

Das Upgrade bei den Displays fällt auch eher geringfügig aus. Es handelt sich grundsätzlich um dieselben Bildschirme, nur dass sie um die True-Tone-Technologie bereichert wurden, die von den iPads und iPhones bekannt ist. Sie passt den Weißabgleich an das Umgebungslicht an, wodurch eine natürliche Farbdarstellung erzielt werden soll. Davon abgesehen bieten alle neuen MacBook-Pro-Modelle eine Touch Bar sowie den Touch-ID-Fingerabdruckleser. Das 13-Zoll-Modell ohne Touch Bar von 2017 ist zwar noch erhältlich, aber es hat kein Upgrade erhalten.

Das True-Tone-Display passt die Farben an das Umgebungslicht an.

4. T2-Chip: Für Sicherheit und Siri

In den neuen MacBook-Pro-Modellen steckt der T2-Chip aus dem Mac Pro. Er hat einen Secure-Enclave-Coprozessor für die sichere Bootfunktion und einen verschlüsselten Speicher. Enthalten sind außerdem eigenständige Controller, etwa für die SSD, für Audio und für die Mikrofone. Schließlich bringt der T2-Chip die Sprachassistentin Siri auf das MacBook Pro, die etwa Apps öffnet, Dokumente findet, Fragen beantwortet oder Musik abspielt.

5. Mehr SSD- und Arbeitsspeicher

Die SSD-Festplatten in den neuen MacBook-Modellen erreichen laut Apple Lesegeschwindigkeiten von bis zu 3,2 GB/s und Schreibgeschwindigkeiten von bis zu 2,2 GB/s. Einem Benchmarktest von Laptopmag zufolge handelt es sich um "die schnellsten SSDs, die jemals in einem Laptop verbaut wurden". Das 13-Zoll-Modell hat neuerdings optional eine Kapazität von bis zu 2 TB und das 15-Zoll-Modell bietet ganze 4 TB SSD-Speicher. Der Aufpreis für 4 TB statt 2 TB SSD-Speicher beträgt allerdings satte 3840 Euro.

Derweil setzt Apple nun auf den schnelleren DDR4-RAM statt LPDDR3. Obendrein wird das 15-Zoll-Modell nun mit bis zu 32 GB Arbeitsspeicher angeboten statt "nur" mit 16 GB.

6. Sonstiges: Größerer Akku, aber gleiche Laufzeit

Die Bluetooth-Version 5.0 hat 4.2 abgelöst. Außerdem haben die neuen MacBook-Pro-Modelle nun alle vier Thunderbolt-3-Anschlüsse. Die Akkukapazität hat zwar zugelegt, aber die Laufzeit ist mit bis zu zehn Stunden drahtloses Surfen oder Wiedergabe von iTunes-Filmen gleich geblieben. Schließlich wurde in den neuen MacBooks eine frische Version der Butterfly-Tastatur verbaut.

Die Akkulaufzeit ist zwar nicht länger geworden, liegt mit 10 Stunden aber auf einem hohen Niveau.

7. Preise: Gleich, aber neue Spitzenwerte

Für die Verhältnisse des Unternehmens zeigt sich Apple fast schon spendabel, denn die neuen MacBooks kosten genauso viel wie ihre Pendants von 2017 mit jeweils der vergleichbaren Ausstattung. Nach oben hat Apple allerdings neue Ausstattungsmöglichkeiten eröffnet, die einen entsprechenden Aufpreis bedeuten. Das Highlight sind wohl 3840 Euro mehr für einen 4 TB statt 2 TB großen SSD-Speicher. Das Top-Modell kostet nun 7959 Euro ohne Software und Apple Care.

8. Fazit: Vor allem die höhere Prozessor-Power ist ein Kaufgrund

Der für die meisten (Profi-)Anwender wichtigste Grund für die neuen MacBook-Pro-Modelle von 2018 ist gewiss die deutlich höhere Prozessorleistung der achten Intel-Core-Generation. Manche wird auch die Siri-Unterstützung oder True Tone erfreuen, aber ausschlaggebend ist angesichts der Preise wohl in der Regel nur das Leistungsplus.

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