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No-Go: Diese 9 Dinge solltest Du bei Windows 10 vermeiden

Wer auf falsche Ideen kommt, macht sein neues Windows 10 gleich wieder kaputt.
Wer auf falsche Ideen kommt, macht sein neues Windows 10 gleich wieder kaputt. (©Microsoft 2016)

In Windows 10 solltest Du bestimmte Kniffe besser vermeiden. Um Festplattenspeicher zu sparen, den PC schneller zu machen oder Fehler zu beheben, greifen manche Nutzer zu gefährlichen Maßnahmen. Wenn Du Deinen PC nicht ruinieren möchtest, solltest Du folgende 9 Eingriffe lieber bleiben lassen.

Auch heute sind noch immer viele Tipps im Umlauf, mit denen man in Windows angeblich Festplattenspeicher sparen, den Arbeitsspeicher schonen oder den PC schneller machen kann. Mit modernen PCs oder Notebooks muss man aber häufig keinen Festplattenspeicher mehr sparen, da genügend Speicher da ist. Der Arbeitsspeicher ist heute spätestens ab 8 GB für alle normalen Anwendungen groß genug, ob im Hintergrund Dienste laufen oder nicht. Und selbst viele Windows-Tablets wie das Microsoft Surface Pro 4 sind bereits im Multimedia- und Office-Betrieb sehr schnell unterwegs.

Brauchst Du wirklich das letzte MB Speicher?

Kurz gesagt kann man sich zunehmend entspannt zurücklehnen und einfach mit Windows arbeiten. Das letzte bisschen Festplattenspeicher herauszuquetschen, ist in Zeiten von 2 TB großen Festplatten für 70 Euro oder 128 GB großen USB-Sticks für unter 30 Euro so gut wie überflüssig geworden.

Aufgrund der nie ganz verschwundenen Probleme mit Windows, den aus dem nichts auftauschenden Fehlermeldungen und den unverständlichen Slowdowns, mag diese Darstellung andererseits etwas zu optimistisch sein. Bestimmte Systemeingriffe in Windows sollte man trotzdem besser vermeiden, wenn man nicht mehr Schaden anrichten möchte, als man Nutzen davon trägt. Hier sind die Top-Tipps zur Vermeidung der großen Windows-Sünden:

1. Dateien per Editor manipulieren

Im Internet finden sich viele Tipps, wie man bestimmte Dateien, etwa Teile von Computerspielen für die Mod-Installation, mit einem Texteditor umschreiben kann. Unter Umständen kann man das auch machen, muss dann aber sehr genau wissen, was man tut. Andernfalls werden vielleicht ganze Anwendungen unbrauchbar.

Die Manipulation von Dateien mit einem Texteditor funktioniert so: Gehe mit einem Rechtsklick auf die gewünschte Datei, wähle im Menü "Öffnen mit" aus und öffne dann den "Editor". Dort siehst Du den Programmcode und kannst ihn umschreiben und das Ergebnis speichern. Tue das aber nur, wenn Du über das nötige Wissen verfügst. Man sollte nicht im Programmcode von Anwendungen herumspielen, wenn man möchte, dass sie weiterhin funktionieren.

2. Zu viele Dienste abschalten

Wenn man unbedingt etwas abschalten möchte, um mehr Leistung zu erhalten, sollte man mit den Programmen im Autostart anfangen. Je mehr Programme mit Windows starten, desto länger dauert das Hochfahren. Um Dienste zu schließen, drückst Du auf Windows + R, gibst "msconfig" ein und betätigst die Eingabetaste. Dann gehe von der Systemkonfiguration aus auf "Dienste". Hier schaltet man Dienste aus, indem man den Haken vom jeweiligen Dienst entfernt.

Einige Dienste sind wirklich unnötig, etwa "Fax", wenn man kein Fax nutzt. Andererseits verbrauchen die Dienste in der Regel auch kaum Leistung und man kann sie ebenso einfach anlassen. Nur besonders anspruchsvolle und überflüssige Dienste sollte man schließen, falls solche installiert sind. Das findest Du heraus, wenn Du via "Steuerung + Alt + Entferne" den Task-Manager von Windows öffnest. Unter "Prozesse" erkennst Du, welche Anwendungen und Dienste am meisten Arbeitsspeicher verzehren, während Du unter "Leistung > Ressourcenmonitor" nähere Infos über die CPU-Auslastung erhältst.

3. In der Registry herumspielen

In der Registry oder Registrierungs-Datenbank speichert Windows 10 die meisten Systemeinstellungen. In der Regel sollte man von der Registry aber besser ganz die Finger lassen. Falls es Probleme mit den Windows-Einstellungen gibt, sollte man den Code der Fehlermeldung nachschlagen und so herausfinden, wie man dieses spezifische Problem lösen kann.

Außerdem bieten Tuning-Tools wie SlimDrivers und CCleaner die Möglichkeit, in der Registry aufzuräumen. In diesem Fall sollte man unbedingt eine aktuelle Version der Tuning-Tools verwenden. Auch der Einsatz solcher Programme ist nicht unproblematisch, da auch sie systemrelevante Dateien in der Registry löschen können.

4. Prefetch-Dateien entfernen

Im Prefetch-Ordner des Windows-Systems werden Daten mit der Endung .pf gespeichert, die das Starten von Anwendungen beschleunigen. Der Arbeitsspeicher kann häufig genutzte Dateien so schneller einlesen. Der Prefetch-Ordner wird mit der Systemnutzung immer voller. Trotzdem solltest davon absehen, die Prefetch-Dateien zu entfernen. Löschst Du die Dateien, legt Windows sie nach jedem Eingriff neu an, wodurch das Hochfahren länger dauert. Nur bei Fehlern in Verbindung mit dem Prefetch-Verzeichnis, etwa beim langsamen Hochfahren nach einer Systemwiederherstellung, sollte man einen Blick darauf werfen.

 Prefetch-Dateien sollten in Windows 10 nicht einfach gelöscht werden. fullscreen
Prefetch-Dateien sollten in Windows 10 nicht einfach gelöscht werden. (©Microsoft 2015)

5. Systemwiederherstellung abschalten

Die Systemwiederherstellung verbraucht viel mehr Platz als die Prefetch-Dateien, hier ist von mehreren Gigabyte die Rede. Zwar lässt sich die Systemwiederherstellung in den Systemeigenschaften abschalten, wodurch auch die Backups gelöscht werden, aber man sollte dies trotzdem vermeiden. Schließlich lässt sich nur mit der Systemwiederherstellung ein fehlerhaftes Betriebssystem auf einen früheren Stand zurücksetzen. Dann macht man die Installation der fehlerhaften Treiber oder Anwendungen rückgängig. Auch ein weniger extremer Virenbefall lässt sich durch die Systemwiederherstellung kurieren.

Was man jedoch tun kann, um Festplattenspeicher zu sparen, ist das Löschen älterer Sicherheitspunkte bis auf den Letzten. Verfügt man über genügend Festplattenspeicher, sollte man auch auf diese Option verzichten. Wenn es bei Dir aber knapp wird, dann gehe wie folgt vor: Betätige die "Start"-Schaltfläche unten links, gib im Suchfeld "Datenträgerbereinigung" ein und öffne dann in den Ergebnissen "Datenträgerbereinigung".  Klicke auf das entsprechende Laufwerk mit dem Wiederherstellungspunkt und klicke auf "OK". Unter "Datenträgerbereinigung" suchst Du nach "Systemdaten bereinigen". Gegebenenfalls gibst Du hier das Administratorkennwort ein. Dann klicke auf "OK".

Weiter geht es unter "Systemwiederherstellung und Schattenkopien" auf "Mehr Optionen". Dort klickst Du auf "Aufräumen". Nun wähle im Dialogfeld "Datenträgerbereinigung" "Löschen" aus. Schließlich klickst Du auf "Dateien löschen" und "OK". Schon sind alle Wiederherstellungspunkte bis auf den Letzten gelöscht und Du hast einige Gigabyte mehr Speicher auf der Festplatte.

6. Automatische Updates deaktivieren

Windows-Updates beheben Fehler, schließen Sicherheitslücken, erhöhen das Arbeitstempo und versorgen Windows 10 mit neuen Funktionen. Sind die automatischen Updates aktiviert, geschieht all dies im Hintergrund. Manche Nutzer vertrauen Microsoft nicht und befürchten, das Unternehmen könnte ihnen ungewollte Features unterjubeln. Darum schalten sie die automatischen Updates ab.

Das kannst Du zwar machen, aber in diesem Fall darfst Du nicht vergessen, manuell zumindest die Sicherheitsupdates zu installieren. Es gibt eine Alternative zur Abschaltung der automatischen Updates, die auch Vergessliche zufriedenstellt. Gehe dazu in die Systemeinstellungen und dort in die Windows Updates und entferne das Häkchen bei "Empfohlene Updates auf die gleiche Weise wie wichtige Updates bereitstellen". Dann werden nur noch wichtige Sicherheitsupdates automatisch installiert.

7. Mehrere Codec-Pakete installieren

Windows 10 bringt keinen MPEG2-Decoder mit, der für das Abspielen von DVD-Videos nötig ist. Manche Nutzer reagieren darauf mit der Installation ganzer Codec-Pakete, die mehrere Software-Decoder für Audio- und Videodateien enthalten. Die Codec-Pakete können sich allerdings gegenseitig im Weg stehen und zu Fehlern bei der Wiedergabe der Mediendateien führen.

Anstatt mit Kanonen auf Spatzen zu schießen, empfiehlt sich die Installation eines einzigen MPEG2-Decoders. Das Gratisprogramm LAVFilters erfüllt diese Funktion beispielsweise sehr gut.

8. Passwort vergessen

Bei der Installation von Windows 10 musst Du Dir ein Passwort ausdenken und dieses eintippen. Kurz gesagt: Vergiss Dein Passwort nicht. Falls Du die Angaben zu Deinem Microsoft-Konto besitzt, kannst Du Dein Passwort notfalls zurücksetzen. Das geht unter diesem Link. Falls Du die nötigen Angaben nicht besitzt, bietet Dir Microsoft unter diesem Link Hilfe an. Vielleicht hilft Dir auch unser Ratgeber zum Thema.

9. Systemdateien entfernen

Die Systemdateien von Windows befinden sich im Verzeichnis C:/Windows/system32. Und dort sollte man sie auch belassen. Das Löschen von Systemdateien beschwört allerlei Probleme herauf, unter Umständen wird Windows gar nicht mehr funktionieren. Falls Du den Edge-Browser von Windows 10 nicht magst, entferne einfach die Verknüpfungen zum Browser.  Sind die Systemdateien schon gelöscht, hilft die Systemwiederherstellung oder Du brauchst die Windows-10-Installations-DVD beziehungsweise den USB-Stick, um sie wiederherzustellen.

Zusammenfassung:

  1. Moderne PCs, Notebooks und sogar Windows-Tablets haben inzwischen häufig genügend Leistung und Speicherplatz. In diesem Fall musst Du eigentlich nichts an Windows verändern, um Festplattenspeicher zu sparen, den Arbeitsspeicher zu schonen oder den PC schneller zu machen. Solche Tipps sind nur für Nutzer relevant, die wirklich Probleme mit Ihrem PC haben.
  2. In der Regel kannst Du die Windows-Dienste, die im Hintergrund laufen, anlassen. Im Task-Manager erfährst Du, ob ein besonders Speicher oder Leistung fressendes Programm im Hintergrund sein Unwesen treibt.
  3. Lasse die Registry einfach in Frieden. Es sei denn, es gibt dort ein anderweitig unlösbares Problem, dann helfen eventuell Tuning-Tools wie SlimDriver oder CCleaner.
  4. Lasse die Prefetch-Dateien, wo sie sind. Wenn Du sie löschst, legt Windows sie ohnehin wieder neu an.
  5. Die Systemwiederherstellung sollte aktiviert bleiben. Falls Du hier unbedingt Festplattenspeicher sparen möchtest, kannst Du alle Wiederherstellungspunkte bis auf den Letzten löschen.
  6. Die automatischen Updates kannst Du anlassen oder Du lässt zumindest die Installation der wichtigen Sicherheitsupdates zu.
  7. Installiere nicht mehr Codecs als nötig. Mehrere Codec-Pakete können sich gegenseitig im Weg stehen.
  8. Vergiss Dein Windows-Passwort nicht. Unter Umständen kannst Du es mit Hilfe von Microsoft wiederherstellen.
  9. Die Systemdaten sollten dort bleiben, wo sie sind.
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