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RIP: Diese 5 Smartphone-Betriebssysteme gibt es nicht mehr

Einige Smartphone-Betriebssysteme gibt es nicht mehr.
Einige Smartphone-Betriebssysteme gibt es nicht mehr. (©picture alliance / Caroline Seidel 2017)

Android und iOS sind die Smartphone-Betriebssysteme der Stunde und haben den Markt unter sich aufgeteilt. Doch das war nicht immer so. Noch vor wenigen Jahren tummelte sich eine ganze Reihe von Systemen mehr oder weniger erfolgreich auf den Smartphones dieser Welt.

Wenn man sich den Smartphone-Markt heute anschaut, dann ähnelt dieser ziemlich stark dem PC-Markt. Anstelle von Windows hat sich hier Android als dominantes Betriebssystem breitgemacht, daneben kann eigentlich nur Apple gut existieren und mit Windows Phone gibt es noch einen verbliebenen Nischen-Anbieter, der jedoch mit stetig sinkenden Marktanteilen zu kämpfen hat. Noch vor wenigen Jahren sah die Situation allerdings ganz anders aus und Android war damals keineswegs so dominant wie heute. Wir zeigen Dir fünf Smartphone-Betriebssysteme, die es heutzutage nicht mehr gibt.

1. Symbian

Kaum zu glauben, aber wahr: Noch vor sieben Jahren war Nokia der größte Smartphone- und Handy-Hersteller der Welt, mit Marktanteilen, von denen selbst Samsung und Apple heute nur träumen können. Als 2006 der Smartphone-Boom langsam einsetze, entwickelte der finnische Hersteller gemeinsam mit Sony Ericsson, Samsung und Motorola sogar ein eigenes Betriebssystem namens Symbian, das in der Folgezeit auch auf Geräten der Hersteller genutzt wurde. Bis Ende 2010 war Symbian auf Smartphones sogar das Betriebssystem mit dem größten Marktanteil.

 Symbian war einstmals der Marktführer vor Android und iOS. fullscreen
Symbian war einstmals der Marktführer vor Android und iOS. (©Nokia 2017)

Vom Grundaufbau her ähnelte das System sehr stark den heutigen Varianten von Android oder iOS. Problematisch war allerdings, dass Symbian nie die gleiche Kompatibilität entwickeln konnte wie Android. So mussten Entwickler ihre Apps oft mehrfach für verschiedene Symbian-Smartphones bauen. Somit begann der helle Stern aus Finnland recht schnell wieder zu verglühen und insbesondere Android sorgte dafür, dass sowohl Symbian als auch Nokia schnell an Bedeutung verloren. Im Januar 2013 verkündete Nokia schließlich das Ende von Symbian und wagte einen wenig erfolgreichen Neustart mit Windows Phone.

2. Blackberry OS

Auch Blackberry war einst ein Star am Smartphone-Himmel. Bis 2010 war das Betriebssystem des kanadischen Smartphone-Herstellers mit einem Marktanteil von knapp 20 Prozent die Nummer zwei hinter Symbian. Doch dann wurde Blackberry sowohl von Android als auch von iOS überholt und musste in den folgenden Jahren mit stetig sinkenden Marktanteilen kämpfen.

 Blackberry 10 ist eine deutlich verbesserte Version von Blackberry OS. fullscreen
Blackberry 10 ist eine deutlich verbesserte Version von Blackberry OS. (©Blackberry 2017)

Einer der Gründe war, dass die Software mit der schnellen Entwicklung von Google und Apple einfach nicht mehr mithalten konnte und spätestens 2012 als hoffnungslos veraltet galt. Hinzu kam ein immer größeres Problem an fehlenden Apps, da sich Programmierer bei der Entwicklung zunehmend auf Android und iOS konzentrierten. Ende 2016 lag der weltweite Marktanteil des deutlich verbesserten Nachfolgesystems Blackberry 10 gerade einmal noch bei 0,1 Prozent. Neue Smartphones mit dem Betriebssystem werden schon seit Längerem nicht mehr hergestellt.

3. Bada

Bei Bada handelte es sich um ein Betriebssystem, das von Samsung entwickelt wurde, um eine eigene Software-Plattform für Smartphones zu schaffen. Das erste Smartphone mit Bada kam jedoch erst 2010 auf den Markt, also zu einer Zeit als der Vormarsch von Android schon in vollem Gange war. Trotzdem gelang dem südkoreanischen Hersteller mit seinen Bada-Smartphones zunächst ein echter Überraschungserfolg, vor allem in Deutschland, wo 2011 rund 750.000 Geräte verkauft wurden.

 Bada hatte nur eine kurze Lebensspanne. fullscreen
Bada hatte nur eine kurze Lebensspanne. (©Samsung 2017)

Wirklich durchsetzen konnte sich das Betriebssystem jedoch nicht und auch für Samsung selbst wurde Android schnell wichtiger als Bada. 2013 wurde das Ende der Entwicklung verkündet und zahlreiche Ressourcen aus dem Projekt wurden in die Entwicklung von Tizen umgeleitet. Dieses neue Betriebssystem von Samsung kommt mittlerweile vor allem auf Smart TVs und Smartwatches zum Einsatz.

4. Firefox OS

Mit Firefox OS versuchte die Mozilla Corporation ab 2011 ein eigenes Open-Source-Betriebssystem für Smartphones zu entwickeln. Die ersten Smartphones wurden jedoch erst 2013 vorgestellt und waren von den Hardware-Partnern vor allem für Märkte in Entwicklungsländern konzipiert. Doch selbst dort konnte sich Firefox OS nicht mehr gegen die Dominanz von Android durchsetzen. Schon 2015 wurde die Entwicklung des Betriebssystems für Smartphones eingestellt und auf das Internet der Dinge sowie auf TV-Geräte neu fokussiert. Ende 2016 erfolgte dann das vollständige Aus für Firefox OS.

 Hatte gegen Android keine Chance mehr: Firefox OS. fullscreen
Hatte gegen Android keine Chance mehr: Firefox OS. (©Alcatel 2017)

5. WebOS

Das Betriebssystem WebOS gibt es immer noch, allerdings hat es schon lange nichts mehr mit Smartphones zu tun. 2009 wurde die Software vom PDA-Hersteller ins Leben gerufen. Das erste Smartphone mit der Software war das Palm Pre, das sich jedoch nicht besonders gut verkaufte. Schon im April 2010 wurde Palm vollständig vom PC-Hersteller HP geschluckt, welcher sogleich das Ende von WebOS einzuleiten begann. Später verkaufte HP die Software an LG, wo WebOS seit einigen Jahren als Betriebssystem für Smart TVs genutzt wird.

 WebOS ist heute auf Smart TVs zuhause. fullscreen
WebOS ist heute auf Smart TVs zuhause. (©HP 2017)
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