Screen-to-Body-Ratio: 14 Meilensteine bis zum randlosen Smartphone

Das Oppo Find X hat aktuell (Stand Juni 2018) die beste Screen-to-Body-Ratio.
Das Oppo Find X hat aktuell (Stand Juni 2018) die beste Screen-to-Body-Ratio. (©Oppo 2018)
Andreas Müller Hat im vergangenen Jahr so viele Smartphones getestet, dass er einen Orden verdient hätte.

Wird es jemals ein vollkommen randloses Smartphone geben? Handys haben über die Jahre auf einen immer größeren Teil des Rands um das Display verzichtet. Mit anderen Worten hat die "Screen-to-Body-Ratio", also das Verhältnis von Bildschirm zu Gehäuse, zugenommen. Hier präsentieren wir 14 Meilensteine auf dem Weg zum randlosen Smartphone.

INFO
Teilweise kursieren unterschiedliche Angaben bezüglich der exakten Prozentwerte. Die genannten Werte erheben somit keinen Anspruch auf Richtigkeit, die Tendenz stimmt jedoch.

1. 2007: BlackBerry Curve mit 30,1 Prozent

Kurz vor dem Release des iPhone 1 kam das BlackBerry Curve von 2007 auf den Markt. Wie üblich für Handys dieser Zeit hatte das Gerät eine große physische Tastatur, aber ein kleines Display. Der Bildschirm war nur 2,5 Zoll groß. Mit einer Screen-to-Body-Ratio von 30,1 Prozent konnte das BlackBerry Curve noch nicht als Smartphone gelten.

blackberry-curve
Das BlackBerry Curve hatte noch einen riesigen Displayrahmen.

2. 2007: Apple iPhone mit 52 Prozent

Das erste iPhone präsentierte Steve Jobs im Juni 2007. Es hatte ein 3,5 Zoll großes Display und verzichtete auf eine Tastatur. Aufgrund von großen Rändern oben und unten erreichte das iPhone 1 jedoch nur eine Screen-to-Body-Ratio von 52 Prozent – für die damalige Zeit eine Revolution.

iPhone 2007
Das erste iPhone hatte für heutige Verhältnisse einen gewaltigen Displayrand.

5. 2009: Motorola Milestone mit 54,3 Prozent

Die Android-Konkurrenz konnte das iPhone 1 erst zwei Jahre später überholen. Das Motorola Milestone hatte eine ausfahrbare physische Tastatur – im Gegensatz zu früheren Handys kam diese also nicht mehr unter dem Display unter. So fand ein 3,7 Zoll großer Bildschirm auf dem Motorola Milestone Platz und es erreichte eine Screen-to-Body-Ratio von 54,3 Prozent. Wie der Name schon sagt, ist es also ein echter Meilenstein.

Motorola-Milestone-Droid
Das Motorola Milestone brachte die Tastatur in einem Slider unter.

6. 2010: Samsung Galaxy S mit 58 Prozent

Das erste Samsung Galaxy S hatte ein vier Zoll großes Display und verließ sich ganz auf die Touchscreen-Steuerung. Für heutige Verhältnisse waren die Displayränder sehr groß, aber im Jahr 2010 überzeugte das Galaxy S mit einem Display-zu-Gehäuse-Verhältnis von 58 Prozent.

Samsung-Galaxy-S1
Das erste Galaxy S setzte auf ein größeres Display und verzichtete auf eine physische Tastatur.

7. 2011: Samsung Galaxy Note mit 66,8 Prozent

Die Galaxy-Note-Smartphones von Samsung dienten immer auch als Ausstellungsstücke für die neueste Technik. Bereits das erste Samsung Galaxy Note erregte mit seinem für damalige Verhältnisse riesigen 5,29-Zoll-Display viel Aufmerksamkeit. Mit einer Screen-to-Body-Ratio von 66,8 Prozent ging das Smartphone ebenso einen großen Schritt nach vorne, was auch die Bedienung des üppigen Displays erleichterte.

Samsung-Galaxy-Note-1
Das Galaxy Note 1 wollte sein großes Display durch einen kleineren Rahmen ausbalancieren.

8. 2013: LG G2 mit 75,9 Prozent

Das LG G2 war vielleicht das innovativste Smartphone aus LGs Flaggschiff-Serie. Das Handy verband ein 5,2 Zoll großes Display mit erheblich dünneren Rändern, als sie bis dahin bekannt waren. Zusammen mit den Software-Navigationsbuttons auf dem Screen unten konnte LG so eine Screen-to-Body-Ratio von 75,9 Prozent realisieren.

LG-G2
Das LG G2 beeindruckte mit seiner dünnen Bauweise und einem recht kleinen Displayrand.

9. 2014: Sharp Aquos Crystal mit 78,5 Prozent

Das Sharp Aquos Crystal machte bereits im Jahr 2014 mit seinem oben und an den Seiten praktisch randlosen Design auf sich aufmerksam. Dafür ist der Rand unter dem Display umso größer, dennoch bleibt das Smartphone ein echter Blickfang. Ein Verkaufserfolg war das Aquos Crystal nicht, aber mit einer Screen-to-Body-Ratio von 78,5 Prozent verdient es sich immerhin einen Platz unter den Meilensteinen auf dem Weg zum randlosen Smartphone.

Sharp-Aquos-Crystal
Das Sharp Aquos Crystal war schon im Jahr 2014 an drei der vier Seiten praktisch randlos.

10. 2016: Xiaomi Mi Mix mit 83,6 Prozent

Das Xiaomi Mi Mix ging 2016 den Weg des Sharp Aquos Crystal einen Schritt weiter. Auch dieses Smartphone, das nur in begrenzter Stückzahl in Asien erhältlich war, wurde praktisch den gesamten Rand oben und an den Seiten los. Der Rand unter dem Display mit der Selfie-Kamera fällt viel kleiner aus als beim Sharp, aber von "randlos" kann man an der Stelle sicher nicht sprechen. Mit einer Screen-to-Body-Ratio von 83,6 Prozent überholte das Mi Mix immerhin bereits das iPhone X, das erst ein Jahr später das Licht der Welt erblickte.

Xiaomi-Mi-Mix
Das Xiaomi Mi Mix übertraf das Screen-Body-Ratio des iPhone X bereits ein Jahr früher.

11. 2017: Samsung Galaxy S8 Plus mit 84 Prozent

Mit dem Galaxy S8 und dem S8 Plus führte Samsung im Jahr 2017 sein Infinity-Display-Design ein. Dieses kam im Anschluss auch beim Galaxy Note 8 sowie beim Galaxy S9 und S9 Plus zum Einsatz. Ein Infinity-Display ist ein "randloses, die Vorderseite ausfüllendes Rand-zu-Rand-Display", meint jedenfalls Samsung. Randlos ist es tatsächlich nicht, aber mit einer Screen-to-Body-Ratio von 84 Prozent lässt auch das Galaxy S8 Plus das iPhone X hinter sich.

Galaxy S8 Plus
Das Galaxy S8 Plus konnte mit seinem "Infinity-Display" ordentlich Displayrand einsparen.

12. 2018: Vivo Nex mit 91,24 Prozent

Das chinesische Vivo Nex ist eine echte Innovationsbombe: Das Handy bietet eine ausfahrbare Selfie-Kamera, einen Fingerabdruckscanner sowie einen Helligkeitssensor unter dem Display und obendrein dient der Bildschirm als Hörer, erzeugt also mithilfe eines Vibrationsmotors Schall. Da ist die Screen-to-Body-Ratio von 91,24 Prozent nur noch ein Detail, weiß aber trotzdem zu beeindrucken.

Vivo Nex
Das Vivo Nex nimmt einige Innovationen vorweg, die mit dem Samsung Galaxy S10 angeblich 2019 den Massenmarkt erreichen sollen.

13. 2018: Oppo Find X mit 93,8 Prozent

Gerade einmal eine Woche nach dem Vivo Nex kam das Oppo Find X auf den Markt. Das Smartphone verzichtet auf einen Fingerabdruckscanner und hat sowohl Hauptkamera als auch Selfie-Kamera in einem mechanischen Slider untergebracht, der aus dem Gehäuse gefahren werden kann. Das Oppo Find X ist der aktuelle Rekordhalter, was die Screen-to-Body-Ratio angeht. 93,8 Prozent der Vorderseite nimmt das Display ein. Ob 100 Prozent überhaupt möglich oder sinnvoll sind, muss die Zukunft zeigen.

Oppo Find X
Das ist es: Das bislang randloseste Smartphone, das Oppo Find X.

14. Wo ist das iPhone X?

Das iPhone X kam 2017 auf den Markt und erreichte eine Screen-to-Body-Ratio von 81,14 Prozent. Bereits 2016 war es von der Android-Konkurrenz übertroffen worden, konkret vom Xiaomi Mi Mix mit einer Screen-to-Body-Ratio von 83,6 Prozent. In dieser Kategorie ist das iPhone X also tatsächlich kein Meilenstein, obwohl es oftmals als randlose Revolution gehandelt wird.

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Entgegen dem Mythos fiel das iPhone X im Konkurrenzvergleich nicht durch eine herausragende Screen-Body-Ratio auf.
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