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Siri auf dem iPhone nutzen: Der ultimative Guide

Verkanntes iOS-Feature: Wir geben wertvolle Tipps zu Siri.
Verkanntes iOS-Feature: Wir geben wertvolle Tipps zu Siri. (©YouTube / Apple 2016)

Über Siri wird viel gesprochen, aber nur die wenigsten nutzen Apples Sprachassistenten wirklich produktiv. Wir verraten, was Du damit alles aus Deinem iPhone herausholen kannst und zeigen die wichtigsten Befehle.

Im Grunde handelt es sich bei Siri um einen Sprachsteuerung, die Anfragen und Befehle in Kontext setzen kann und auch noch Antwort gibt. Da sie auf Anfrage alle möglichen Aufgaben erledigt und auch diktierten Text erfasst, kommt Siri einem echten Assistenten dabei beachtlich nahe. Auch wenn man mir ihr viel Unfug treiben kann – die Möglichkeiten sind vielfältig, aber nur wenige schöpfen dieses komplexe iOS-Feature richtig aus, die verfügbaren Befehle für Siri werden zudem laufend erweitert. Wir erklären die wichtigsten Funktionen des Sprachassistenten.

Siri funktioniert eigentlich ohne große Einrichtung, um alle Features richtig nutzen zu können, können aber einige Einstellungen nötig sein. Andererseits ist es mit Siri theoretisch möglich, die Sperrung des Gerätes zu umgehen und so beispielsweise an Kontaktdaten zu kommen, daher sollten die Sicherheitseinstellungen des iPhone entsprechend angepasst werden, auch wenn das die Funktionen von Siri stark einschränkt.

1. Wie aktiviert und konfiguriert man Siri auf dem iPhone?

 Siri hat unter iOS ein eigenes Untermenü. fullscreen
Siri hat unter iOS ein eigenes Untermenü. (©TURN ON 2016)

Unter "Einstellungen" gibt es für Siri ein eigenes Untermenü. Hier wird der Sprachassistent mit einem der üblichen Schiebereglern eingeschaltet. Die Angabe muss bestätigt werden. Die weiteren Menüpunkte sind schnell erklärt: Hier können wir auch bestimmen, ob Siri der "Zugriff im Sperrbildschirm" ermöglicht oder "Hey Siri" erlaubt wird – eine Funktion, mit der wir die Sprachsteuerung auch ohne Tastendruck freihändig aktivieren können. Unter "Sprache" können sogar verschiedene Dialekte wie Österreich oder Schweiz ausgewählt werden. Das Untermenü "Sprachfeedback" bestimmt, wann Siri auf Anfragen mit ihrer Stimme antwortet oder stattdessen nur die Aufgaben wortlos ausführt. Unter "Meine Info" teilen wir Siri mit, wer wir selbst sind. So können Anfragen wie "Daheim anrufen" oder "Wie komme ich nach Hause?" richtig vom iPhone beantwortet werden. Der letzte Punkt, "App-Support" ermöglicht Siri auch Apps von Drittanbietern zu steuern. Hierzu ist es allerdings nötig, dass Daten von diesen Anbietern zur Verarbeitung an Apple weitergegeben werden. Daher muss dem hier für die entsprechenden Apps gesondert zugestimmt werden.

2. Sicherheit mit Siri

Terminverwaltung, Telefonanrufe und das Schreiben von Nachrichten erfordern natürlich Zugriff auf die auf dem Gerät gespeicherten Kontaktdaten und den Kalender, der Zugriff muss Siri also in den Einstellungen auch vom Sperrbildschirm erlaubt werden – was standardmäßig aktiviert ist. Aber aufgepasst: Auch wenn man bei der Einrichtung die Spracherkennung an die eigene Stimme anpasst, heißt das nicht, dass Siri nicht auch auf andere Personen hört, deren Stimme ähnlich klingt. Wer also vermeiden will, dass es möglich ist, gespeicherte Fotos oder Kontaktdaten auf dem iPhone per Siri einzusehen, der muss diesen Zugriff abschalten. Dann wird zum Entsperren weiterhin der Fingerabdruck oder der Code verlangt. Auf Kosten der Sicherheit sind dann allerdings einige Funktionen von Siri nicht mehr verfügbar, hier muss jeder selbst abwägen.

3. Siri Beziehungen zu Kontakten beibringen

 Bei Unklarheiten fragt Siri einfach nach. fullscreen
Bei Unklarheiten fragt Siri einfach nach. (©TURN ON 2016)

Damit Befehle wie "Schreibe eine Nachricht an meine Tochter" reibungslos funktionieren, muss Siri entsprechende Beziehungen zu Kontakten erst lernen. Dies geht natürlich ganz einfach über das Bearbeiten von Kontakten ("Zugehörigen Namen hinzufügen"). Etwas einfacher ist es aber, Siri die Beziehungen ganz einfach zu sagen. Hierzu einfach den Home-Button gedrückt halten oder Siri freihändig mit "Hey Siri" aktivieren und dann die Beziehung nennen – zum Beispiel "Michael Müller ist mein Vorgesetzter". Der Name muss genau so genannt werden, wie er in den Kontakten steht. Danach mit "Ja" bestätigen, fertig. Wichtig: Bedenke, dass diese Informationen in den Kontaktdaten gespeichert werden. Teilst Du also einen entsprechenden Kontakt, erhält die Person auch die Informationen über Beziehungen zu anderen gespeicherten Kontakten. Dies kann man umgehen, indem man von sich eine Extra-Kontaktkarte ohne diese Daten erstellt, die man bei Bedarf mit anderen teilen kann.

Spricht Siri bestimmte Namen ständig falsch aus, kann man ihr übrigens auch die richtige Aussprache beibringen. Hierzu einfach den Befehl "Siri, lerne die richtige Aussprache von..." geben und auf Nachfrage den Namen richtig wiederholen. Danach stellt Siri drei Möglichkeiten zur Verfügung, aus denen wir wählen können.

4. Siri Nachrichten oder Emails schreiben lassen

Um Siri Nachrichten an Kontakte verschicken zu lassen, reicht ein Befehl wie "Schreib Felix eine SMS, ich komme fünf Minuten später". Die Antworten lassen wir uns dann beispielsweise im Auto mit "Lies die neue Nachricht vor" wiedergeben und können darauf mit "Antworte: Ich suche gerade einen Parkplatz" reagieren. Genauso funktioniert es auch mit dem Schreiben von Emails, hat der entsprechende Kontakt mehrere Email-Adressen, fragt Siri nach. Sind die Adressen in den Kontakten richtig zugeordnet, kann man dies auch abkürzen: "Schreib Maria und Philipp eine Email ins Büro." Als nächstes wird der Betreff angegeben: "Unser Termin am Nachmittag". Danach fragt Siri nach dem Inhalt der Email: "Ich muss den Termin verschieben, passt es auch einen Tag später?". Vor dem Abschicken lässt Dich Siri den Inhalt noch bestätigen. Mit Befehlen wie "Ändere den Betreff" kann man dann auch noch Änderungen vornehmen. Damit aktuelle Nachrichten später auch vom Server abgerufen werden, empfiehlt sich eine Frage wie "Habe ich neue Emails?".

 Angaben können vor dem Versenden auch noch geändert werden. fullscreen
Angaben können vor dem Versenden auch noch geändert werden. (©TURN ON 2016)

Übrigens: Ist es unter "App-Support" in den Einstellungen freigegeben, kann man auch problemlos Nachrichten über WhatsApp, Skype oder Telegram versenden. Als Sprachbefehl genügt "Schicke Jan eine WhatsApp-Nachricht", danach diktiert man noch den Nachrichtentext und bestätigt das Ganze.

5. Telefonieren mit Siri

Klar, trotz aller technischer Möglichkeiten ist das iPhone immer noch ein Telefon. Daher kann man mit der Hilfe von Siri natürlich auch ganz einfach Anrufe tätigen: Statt "Wähle Christina mobil" funktionieren hier aber auch die festgelegten Beziehungen zu Kontakten: "Rufe Mama im Büro an" sollte also bei entsprechend eingestellten Beziehungen problemlos funktionieren. Auch Telefonnummern können ganz einfach diktiert werden, darüber hinaus versteht Siri auch Befehle wie "Spiele meine Voicemails ab" oder "Starte FaceTime mit Thomas".

6. Erinnerungen mit Siri erstellen

Listen und Aufgaben lassen sich unter iOS am einfachsten über die System-App Erinnerungen verwalten. Wer dieses Feature regelmäßig nutzt, wird die Vorteile der je nach Bedarf orts- und tagesabhängigen Erinnerungen nicht mehr missen wollen. Noch praktischer wird diese Funktion mit Hilfe von Siri – auf Zuruf erinnert der Assistent uns nun daran, dass wir beim nächsten Besuch beim besten Kumpel unsere ausgeliehene DVD wieder mitnehmen sollten: "Erinnere mich an 'DVD einpacken' wenn ich bei Thomas ankomme." Sollte der angegebene Ort nicht eindeutig zu bestimmen sein, beispielsweise bei "Erinnere mich daran, Taschentücher im Supermarkt zu kaufen.", fragt Siri nach und lässt uns nach kurzer Internet-Suche bestätigen, was gemeint ist.

7. Den Kalender mit Siri verwalten

 Sind mehrere Personen beteiligt, versendet Siri auch Einladungen zum neuen Termin. fullscreen
Sind mehrere Personen beteiligt, versendet Siri auch Einladungen zum neuen Termin. (©TURN ON 2016)

Wie ein richtiger Assistent verwaltet Siri für Dich auch den Kalender, Termine und Events. Tatsächlich geht es in den meisten Fällen schneller, einen Termin per Spracheingabe zu erstellen als sich per Tap durch die Menüs von iOS zu bewegen. Dabei sind die Befehle weitgehend selbsterklärend – einen Termin erstellen wir beispielsweise mit "Plane eine Besprechung mit Richard am 14. April um 17 Uhr." Siri wird um Bestätigung bitten und gegebenenfalls den Eintrag im Kalender vornehmen. Bei Bedarf wird sie zuvor noch nach der Email-Adresse des Kontaktes fragen, um eine entsprechende Einladung zu versenden. Wurde etwas nicht korrekt erfasst, korrigiert man Siri einfach mit Befehlen wie "Ändere die Uhrzeit". Muss ein Termin im Nachhinein geändert werden, geht das auch sehr einfach: "Verschiebe meinen Termin um 15 Uhr auf Morgen." Bei Unklarheiten fragt Siri nach. Auch Fragen wie "Wann ist mein nächster Termin?" oder "Welche Termine habe ich am Dienstag nächste Woche?" funktionieren tadellos.

8. Wecker, Timer und Uhrzeit mit Siri

Neben der einfachen Frage nach der Uhrzeit kann Siris Zeit-Management im Alltag auch sonst sehr hilfreich sein. Wer beispielsweise beim Kochen oder Backen sein iPhone nicht mit schmutzigen Händen anfassen will, benutzt Siri einfach als sprechende Eieruhr: "Hey Siri, Timer auf 15 Minuten." Schon geht der Countdown los – auch Anhalten, Fortsetzen oder Beenden des Timers ist kein Problem. Genau so funktioniert das Erstellen von Weckern, auf Wunsch auch an bestimmten Wochentagen.

9. Navigation und Karten

 Auch das Transportmittel kann bei der Routenplanung angegeben werden. fullscreen
Auch das Transportmittel kann bei der Routenplanung angegeben werden. (©TURN ON 2016)

Bei Orientierungsverlust lässt sich der eigene Standort schnell mit dem  Befehl "Wo bin ich?" bestimmen. Bei eingestellten Kontaktdaten hilft Siri dann auch beim Rückweg: "Zeig mir den schnellsten Weg nach Hause." Generell übernimmt der Assistent gern die Routenplanung, "Starte Navigation von hier nach Berlin" oder Zwischenfragen wie "Wann muss ich abbiegen?" beantwortet Siri ohne zu murren. Wer einfach nur das nächste Restaurant oder eine Bankfiliale sucht, braucht nur fragen – der Sprachassistent weiß die Antwort.

10. System-Funktionen

Auch ganz allgemeine Funktionen wie Bluetooth oder WLAN lassen sich freihändig per Siri ein- oder ausschalten. Der Sprachassistent gibt auch Auskunft über zurzeit aktivierte Features: "Ist WLAN eingeschaltet?". Auch die Bildschirmhelligkeit lässt sich verbal erhöhen, senken oder ganz hoch oder runter stellen. Mit "Mach ein Foto" lässt sich die Kamera aktivieren und auf Zuruf spielt Siri Songs, Wiedergabelisten oder Interpreten aus der Musik-App ab. Auskünfte zum Wetter sind bis hin zur Frage "Benötige ich einen Schirm?" absolut kein Problem. Wer seine Ruhe haben möchte, kappt mit "Flugmodus an" einfach alle Verbindungen zur Außenwelt.

11. Siri hilft bei der Suche

 Siri kennt zwar nur die bekanntesten Filme, für eine Auskunft ist sie aber immer gut. fullscreen
Siri kennt zwar nur die bekanntesten Filme, für eine Auskunft ist sie aber immer gut. (©TURN ON 2016)

Siri sucht auf Wunsch in der voreingestellten Suchmaschine nach Stichworten, aber auch der Befehl "Suche auf Wikipedia nach Apple" oder "Suche nach Videos von TURN ON" wird vom Sprachassistenten erkannt. Genauso kann Twitter nach Personen durchsucht oder ein Post auf Facebook vorgenommen werden. Auch Auskünfte wie "Wer ist der Regisseur von 'Vom Winde verweht'" stellen für Siri kein Problem dar und die aktuellen Fußballergebnisse hat sie, bei Bedarf auch pro Verein, immer parat.

12. Siri unterstützt Drittanbieter-Apps

Seit iOS 10 dürfen auch Apps von Drittanbietern per Siri gesteuert werden. Neben WhatsApp, Telegram und Skype, erlauben jetzt also auch schon Paypal, Pinterest oder die Fitness-App Runtastic Befehle per Sprache. Entsprechende Apps sind im im App-Store gekennzeichnet, lassen sich aber auch in der Suche mit dem Stichwort "Siri" finden. Ach so, natürlich installiert Siri auch ganz einfach per Sprachbefehl Apps.

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