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So können Handy-Kameras in Zukunft noch besser werden

Wie könnten Handy-Kameras in Zukunft noch besser werden?
Wie könnten Handy-Kameras in Zukunft noch besser werden?

Für die meisten Menschen ersetzen Smartphones bereits Kompaktkameras. Aus den Handy-Kameras lässt sich aber mit neuer Technik eine noch höhere Fotoqualität herausholen. Hier sind sechs Trends, die noch bessere Smartphone-Fotos möglich machen könnten.

1. Mehr Kameras: Von Dual zu Penta

Zwei Hauptkameras auf der Rückseite wurden einst mit dem HTC M8 eingeführt. Die zweite Kamera diente der Erfassung von Tiefeninformationen, um nachträglich den Fokus auf ein anderes Motiv legen zu können. Das Huawei P9 setzte bei Kamera Nummer 2 auf ein monochromes Exemplar für Schwarz-Weiß-Aufnahmen und das LG G5 nutzte eine Weitwinkel-Optik. Schließlich führte das Huawei P20 Pro die Triple-Cam auf dem Markt ein, die einen 40-Megapixel-Sensor mit Weitwinkel- und Monochromkameras kombinierte.

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Das HTC M8 war das erste Smartphone mit einer Dual-Kamera.

Der nächste Meilenstein war im Jahr 2018 das Samsung Galaxy A9, das gleich vier Kameras an Bord hatte: Weitwinkel, Zoom, Hauptkamera und Tiefensensor. Im Februar 2019 geht es dann mit dem Nokia 9 Pureview weiter, das fünf Hauptkameras mit Zeiss-Optik mitbringen soll. Es wird voraussichtlich auf dem MWC 2019 im Februar vorgestellt. Was genau es mit den fünf Kameras macht, ist noch unklar, aber ein geleakter Teaser verweist auf gute Nachtfotos und die Möglichkeit, den Fokus nachträglich zu verändern.

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Das Nokia 9 PureView bietet fünf Kameras auf der Rückseite.

2. Größere Sensoren: Schaffen sie es bis zu 1 Zoll?

Je größer der Sensor, desto mehr Licht kann er einfangen und desto besser werden die Fotos abends, nachts oder in Innenräumen. Sensoren in Smartphone-Kameras sind allerdings winzig, sie liegen normalerweise im Bereich von 1/2 bis 1/3, während gute Kompaktkameras einen 1-Zoll-Sensor bieten.

Mit Tricks wie einer langen Belichtungszeit und dem Übereinanderlegen mehrerer Serienbildaufnahmen sowie Software-Algorithmen, die Fehler ausgleichen, konnte der Nachtsicht-Modus des Google Pixel 3 einigen Nachteilen der kleinen Smartphone-Sensoren beeindruckend entgegenwirken. Für ein noch viel besseres Ergebnis lassen sich solche Kniffe jedoch auch mit größeren Sensoren kombinieren.

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Das Panasonic Lumix DMC-CM1 hat einen 1-Zoll-Sensor und funktioniert auch als Smartphone.

Die 40-Megapixel-Hauptkamera des Huawei P20 Pro hat einen recht großen 1/1,7 Zoll großen Sensor, doch übertroffen wird er vom alten Nokia Pureview 808 von 2012 mit seinem 1/1,2-Zoll-Sensor. Was ist das Limit? Das verrät wohl der Rekordhalter Panasonic Lumix DMC-CM1 aus dem Jahr 2014, ein Zwitter aus Smartphone und Kompaktkamera mit einem 1-Zoll-Sensor. Allerdings ist das Gerät für ein Smartphone recht dick und wuchtig ausgefallen – vielleicht können die Hersteller einst einen 1-Zoll-Sensor in einem kompakten Smartphone unterbringen?

3. Bildprozessoren: Die Geheimwaffe

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Nicht zuletzt der Bildprozessor im Google Pixel 3 sorgt für gute Nachtaufnahmen.

Die kleinen Smartphone-Sensoren müssten eigentlich nur grauenvolle Innen- und Nachtaufnahmen hervorbringen können – und ursprünglich war das auch so. Doch fortschrittliche Prozessoren knipsen Fotos und berechnen die eingefangenen Bildinformationen auf eine Art, dass am Ende immer ansehnlichere Fotos dabei herauskommen. Ein wichtiger Schritt nach vorne war der Pixel Visual Core, der Bildprozessor im Google Pixel 2 und Pixel 3.

Aktuelle Chips unterstützen auch Künstliche Intelligenz für eine automatische Szenenerkennung und Foto-Optimierung. Einige der größten Fortschritte der Smartphone-Fotografie dürften auf das Konto der kommenden Bildprozessoren gehen.

4. Auflösung: Das Megapixel-Rennen geht weiter

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Das Honor View 20 hat eine Kamera mit einer satten 48-Megapixel-Auflösung.

Eine Zeit lang lief das Rennen um mehr Megapixel auf Sparflamme und Hersteller wie Samsung machten mit anderen Features wie einer flexiblen Blende im Galaxy S9 auf sich aufmerksam. Das Huawei P20 Pro nahm das Rennen mit einem 40-Megapixel-Sensor wieder auf und aktueller Rekordhalter ist das Honor View 20 mit einem 48-Megapixel-Sensor. Mehr Megapixel bedeuten zwar nicht automatisch bessere Fotos, allerdings haben sie andere Vorteile. Wie beim Huawei P20 Pro können hochauflösende Kameras nämlich für einen Quasi-Zoom eingesetzt werden, im Prinzip werden dabei nachträglich scharfe Motive aus einem Bild herausgeschnitten.

5. Zoom: Großer optischer Zoom auf dem Weg

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Oppo entwickelte einen 5-fachen Zoom für Smartphones nach dem Periskop-Prinzip.

Oppo entwickelte zunächst einen optischen 5-Fach-Zoom für Smartphones und kündigte kürzlich sogar einen 10-fachen Zoom an. Der Kniff: Die Zoom-Optik kommt im Smartphone-Gehäuse unter und die Kamera setzt auf das Periskop-Prinzip. Das Huawei P30 Pro wird vielleicht zu den ersten Smartphones mit einem optischen Zoom nach diesem Prinzip gehören.

6. Blendenwert: Je kleiner, desto besser

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Die Kamera des Galaxy S9 bietet einen Blendenwert von f/1,5.

Ein kleinerer Blendenwert bedeutet, dass mehr Licht die Smartphone-Sensoren erreicht und so lässt sich auch das "Bokeh", die Hintergrundunschärfe, intensivieren (was zugleich ein Nachteil sein kann). Ein niedrigerer Blendenwert ist aber nur im Vergleich mit zwei gleich großen Sensoren von Vorteil, ein größerer Sensor wäre noch wichtiger für Aufnahmen bei wenig Licht. LG bewarb einst das V30 mit seinem besonders kleinen Blendenwert von f/1,6, doch es wurde von den f/1,5 des Samsung Galaxy S9 übertroffen. Ein Blendenwert von f/1,2 wäre für die Zukunft denkbar und könnte die Lichtausbeute verbessern.

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