Übersicht

Stephen Hawking: 9 Prognosen zu KI, Weltraumforschung und mehr

Stephen Hawking hat sich auch durch Weltuntergangsprognosen einen Namen gemacht.
Stephen Hawking hat sich auch durch Weltuntergangsprognosen einen Namen gemacht. (©picture alliance / Shzq/Imaginec 2018)

Nach dem Tod des berühmten Physikers Stephen Hawking im Alter von 76 Jahren werfen wir einen Blick auf 9 Vorhersagen des Physikers. Hawking machte sich nicht nur mit wissenschaftlichen Erkenntnissen einen Namen, sondern auch mit diesen apokalyptischen Warnungen – und einem futuristischen Rettungsprojekt.

1. Die Menschheit muss in 100 Jahren umziehen oder aussterben

In der BBC-Dokumentation "Expedition New Earth" von 2017 sagte Hawking, dass die Menschheit innerhalb der nächsten 1000 Jahre aussterben würde, falls es ihr in den nächsten 100 Jahren nicht gelinge, einen anderen Planeten zu besiedeln, so Cambridge News. Um unseren Heimatplaneten soll es nämlich schlecht bestellt sein. Als Gründe für unser drohendes Aussterben nannte er den Klimawandel, überfällige Einschläge von Asteroiden, Krankheitsepidemien und das Bevölkerungswachstum.

2. Die Welt wird dank Klimaerwärmung zur Venus

Anfang 2018 wurde die zweite Folge von Hawkings Serie "Favourite Places" ("Lieblingsorte") ausgestrahlt und darin macht er klar, dass die Erde bald nicht mehr unser "Lieblingsort" sein wird, so die Daily Mail. Aufgrund der globalen Erwärmung wird unser blauer Planet demnach einst so heiß werden wie die Venus, die Temperaturen von 460 Grad Celsius erreicht.

 Die Erde soll eines Tages der glühenden Venus ähneln. fullscreen
Die Erde soll eines Tages der glühenden Venus ähneln. (©NASA 2018)

Die Venus glich vor vier Milliarden Jahren noch der Erde, aber Treibhausgase in der Atmosphäre verwandelten den Planeten in die glühend heiße Wüste, die er heute ist. So etwas könnte auch auf der Erde geschehen, glaubt Hawking: "Wenn Sie nächstes Mal einen Klimaleugner treffen, dann sagen Sie ihm, er soll mal einen Ausflug zur Venus machen. Ich zahle die Reisekosten."

3. Das Bevölkerungswachstum bringt die Erde zum Glühen

Wenn es der Klimawandel nicht gebacken bekommt, dann wird Hawking zufolge das Bevölkerungswachstum den Erdball zum Kochen bringen. Das sagte Hawking laut GeekWire gegen Ende 2017 auf dem chinesischen Tencent WE Summit. "Im Jahr 2600 würden die Menschen auf der Erde Schulter an Schulter stehen und der Energieverbrauch würde die Erde glühend heiß kochen lassen."

4. Unser evolutionäres Erbe lässt uns mit Atombomben die Welt in die Luft jagen

Anlässlich seines 75. Geburtstags erklärte Stephen Hawking gegenüber BBC News, dass "Neid und Aggressivität" im "menschlichen Genom" stecken würden. Angesichts der Entwicklung von Massenvernichtungswaffen könnte uns dieses evolutionäre Erbe einer großen Katastrophe näher bringen. Wir müssen unsere angeborenen Instinkte durch "Logik und Vernunft" kontrollieren, erklärte Hawking gegenüber der Times.

5. Wissenschaftlicher und technischer Fortschritt bedrohen das menschliche Überleben

Hawking sagte im Jahr 2016 bei den Reith Lectures der BBC, dass die Bedrohungen der Menschheit zunehmend auf den wissenschaftlichen und technischen Fortschritt zurückgeführt werden könnten, so News Nation. So seien die Bedrohungen eines Atomkriegs, die Klimaerwärmung und gentechnisch erschaffene Viren diesem Fortschritt anzulasten.

6. KI-Roboter ersetzen den Menschen

 Bislang ist es mit der Roboter-KI noch nicht weit her, doch laut Hawking sollen Maschinen einst den Menschen überlegen sein. fullscreen
Bislang ist es mit der Roboter-KI noch nicht weit her, doch laut Hawking sollen Maschinen einst den Menschen überlegen sein. (©YouTube/BostonDynamics 2017)

Wir sollen laut Hawking zwar weiterhin an Künstlicher Intelligenz arbeiten, aber uns ihre Gefahren bewusst machen. "Ich befürchte, dass KI den Menschen einst ersetzen könnte", so Hawking gegenüber Wired. Jemand wird dem Physiker zufolge eine KI entwickeln, die sich selbst vermehrt. "Dabei wird es sich um eine neue Lebensform handeln, die Menschen überlegen ist."

7. Außerirdische vernichten die Menschheit

Schließlich könnten wir uns auch gewaltigen Ärger mit Außerirdischen einhandeln, die uns technologisch überlegen sind, so Hawking in seiner Serie "Favorite Places", wie The Guardian schreibt. Außerirdische gibt es laut Hawking wahrscheinlich irgendwo und unser erster Kontakt mit einer fortschrittlichen Zivilisation könnte so ähnlich verlaufen wie die Begegnung der amerikanischen Ureinwohner mit Christoph Columbus, was "nicht so gut gelaufen" sei. Falls wir ein Signal von Außerirdischen erhalten, sollten wir uns daher genau überlegen, ob wir antworten möchten.

8. Donald Trump wird die Welt zerstören

 Er sieht harmlos aus, aber laut Hawking könnte Donald Trump die Welt zum Untergang verurteilt haben. fullscreen
Er sieht harmlos aus, aber laut Hawking könnte Donald Trump die Welt zum Untergang verurteilt haben. (©Twitter/Donald Trump 2017)

Falls es Asteroiden, Außerirdische und intelligente Roboter nicht schaffen, dann gelingt es vielleicht Donald Trump: Die Welt zu vernichten. Stephen Hawking zeigte sich im Jahr 2017 sehr enttäuscht über die Entscheidung des amtierenden US-Präsidenten, das Übereinkommen von Paris über die Reduktion von Treibhausgasen nicht mitzutragen, so die BBC. "Trumps Entscheidung könnte die Erde über den Abgrund stoßen", meinte Hawking und warnte vor höllischen Temperaturen und Schwefelsäureregen, da die globale Erwärmung dank Trump unumkehrbar geworden sein könnte.

9. Wir können uns auf einen anderen Planeten retten

Aber keine Panik! Stephen Hawkings apokalyptische Warnungen von oben stammen aus den vergangenen paar Jahren, als er zugleich bereits an einer Lösung arbeitete: Der Besiedelung anderer Planeten mit Hilfe von futuristischen Raumschiffen. "Ich ziehe es vor, dass wir rigoros ein Weltall-Erkundungsprogramm verfolgen mit der Aussicht, schließlich für die menschliche Besiedlung geeignete Planeten zu kolonisieren", so Hawking gegenüber Wired.

Hawking arbeitete in seinen letzten Lebensjahren persönlich zusammen mit der NASA an einem futuristischen Nano-Raumschiff namens StarChip, das innerhalb der nächsten zwei Jahrzehnte mit einem Fünftel der Lichtgeschwindigkeit das Sternensystem Alpha Centauri erkunden soll. Das Raumschiff wird den Plänen zufolge seine Energie von einem auf der Erde installierten Laser beziehen, der die Solarsegel des Schiffs befeuert.

 Stephen Hawking arbeitete bis zuletzt an futuristischen Raumschiffen. fullscreen
Stephen Hawking arbeitete bis zuletzt an futuristischen Raumschiffen. (©YouTube / Breakthrough 2018)

Die erste Raumschiff-Generation des "Breakthrough Starshot"-Projekts wäre noch zu klein für den Transport von Menschen, aber Hawking war optimistisch, dass bald auch Menschen andere bewohnbare Planeten erreichen könnten. Vielleicht waren Hawkings Warnungen vor dem Untergang der Erde also vielmehr als PR-Kampagne für sein Weltall-Besiedlungsprojekt gedacht. Der Physiker verabschiedete sich schon von seinem Heimatplaneten und bereitete sich auf den Weg zu den Sternen vor, voller Hoffnung auf die Macht der fortschrittlichsten Technologie. Wir sollen "mutig dorthin vordringen, wo noch nie ein Mensch zuvor gewesen ist", riet Hawking in seinem Buch "Die unglaubliche Reise ins Universum".

Artikel-Themen
close
Bitte Suchbegriff eingeben