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Street Photography: Diese 11 Tipps solltest Du kennen

Wir geben Tipps zu Street Photography.
Wir geben Tipps zu Street Photography. (©Adobe Stock/finwal89 2018)

Das Genre der Street Photography – oder Straßenfotografie, wie sie nicht ganz so sexy auf Deutsch heißt – will das alltägliche Leben dokumentieren. Die Möglichkeiten sind groß, die Einstiegshürden gering. Hier findest Du elf nützliche Tipps, um die besonderen Momente in Deiner oder einer fremden Umgebung einzufangen.

Street Photography hat einen großen Vorteil: Du brauchst nicht viel, um damit anzufangen. Die Motive hält das alltägliche Leben bereit. Das Equipment ist in diesem Fall nicht ganz so wichtig wie Dein Auge für die besonderen (oder besonders gewöhnlichen) Momente und verreisen musst Du für die Straßenfotografie auch nicht unbedingt. Um mit Deinen Fotografien die Seele der Gesellschaft widerspiegeln zu können, solltest Du Dich viel mehr auf Deinen Instinkt verlassen. Ein paar Tipps können aber auch nicht schaden – wir hätten hier welche für Dich ...

1. Beschränke Dich beim Equipment auf das Wesentliche

Viel mehr als eine Kamera brauchst Du für die Street Photography nicht. (© 2018 Pexels)

Während Du für das Fotografieren eines Sternenhimmels eine Menge an Equipment benötigst, gilt bei der Street Photography: Weniger ist mehr. Da es beim Einfangen von Alltagsmomenten eher darum geht, aufmerksam zu beobachten und im richtigen Moment abzudrücken, solltest Du unnötigen Ballast daheim lassen. Mit vielen unterschiedlichen Objektiven herumzuhantieren, schränkt Dich in diesem Fall mehr ein, als dass es nützt. Ein Zoomobjektiv ist daher ideal – zum Beispiel mit einer Brennweite von 16-50mm oder 18-55mm. Zu den Essentials bei der Street Photography zählen also Kamera, Objektiv und Speicherkarte. Eine Tasche ist optional – wenn Du eine nutzen willst, entscheide Dich für eine schneller zugängliche Schultertasche statt für einen Rucksack.

2. Mache Dich mit der Umgebung vertraut

Mach Dich vor dem Fotografieren mit der Sicherheit und evtl. Vorschriften in Deiner Umgebung vertraut. (© 2018 Pixabay)

Natürlich kannst Du spontan sein und Dich vom Trubel auf den Straßen treiben lassen, ein bisschen Planung ist aber auch bei der Street Photography sinnvoll. Gerade an Dir unbekannten Orten solltest Du vorher klären, ob sie sicher sind und ob es erlaubt ist, dort zu fotografieren. Bei vielen augenscheinlich öffentlichen Plätzen, zum Beispiel Parks oder Einkaufszentren, handelt es sich in der Tat um Privateigentum, an dem der Eigentümer das Fotografieren verbieten kann.

3. Nutze die Tageszeiten zu Deinen Gunsten

Das Fotografieren in der Nacht ist immer eine besondere Herausforderung – aber es lohnt sich! (© 2018 Pexels)

Auch kannst Du Dir überlegen, ob Du das besondere Licht unterschiedlicher Tageszeiten bei Deiner Erkundungstour nutzen willst. Vor allem das goldene Licht zum Sonnenaufgang und die blaue Stunde zum Sonnenaufgang sorgen für Spannung beim Fotografieren. Bunte Farben von Märkten oder ähnlichen Plätzen strahlen mittags am kräftigsten. Die Nachmittagssonne hüllt wiederum alles in ein sanfteres Licht. In der Nacht bist Du zwar nicht mehr ganz so flexibel – schließlich hast Du dann idealerweise ein Stativ und ein lichtstarkes Objektiv dabei. Dafür lassen sich im Dunkeln vollkommen andere spannende Szenen einfangen.

4. Nimm Deine Kamera überall hin mit

Einen zweiten Moment gibt es bei der Street Photography oft nicht. Also sei vorbereitet! (© 2018 Pexels)

Du solltest also nur so viel planen, wie unbedingt nötig ist, und Dir so spontan wie möglich bleiben. Der einfachste Tipp lautet daher: Nimm Deine Kamera einfach so häufig wie möglich mit. Gerade wenn es um das Alltägliche und Gewöhnliche geht, musst Du jederzeit bereit sein. Nicht nur im Ausnahmefall ist daher auch der Griff zum Smartphone sinnvoll, wenn es die einzige Kamera ist, die Du wirklich immer dabei hast.

5. Wähle passende Kameraeinstellungen

Die einfachste Möglichkeit, allzeit bereit zu sein, bietet der Automatikmodus Deiner Kamera. Möchtest Du mehr Kontrolle über das Ergebnis, bietet sich ein Belichtungsautomatik-Modus Deiner Kamera an – die Blendenautomatik oder die Zeitautomatik, je nachdem ob Du die Belichtungszeit oder die Blende in der jeweiligen Situation manuell einstellen willst. Willst Du einen belebten Ort einfrieren, ohne dass das Bild verschwimmt, musst Du mit einer kurzen Belichtungszeit arbeiten. Bei Nacht solltest Du Dich allerdings nicht unbedingt auf die Automatikmodi verlassen.

6. Suche die Nähe zu Deinem Motiv ...

Willst Du etwas besonders in Szene setzen, gehe nah heran. (© 2018 Pixabay)

Gerade wenn Du eher mit einer kleinen Brennweite fotografierst, kannst/musst Du näher an Dein Motiv heran als mit einem Teleobjektiv. Das hat bei der Street Photography den Vorteil, dass Du selbst mit in der Situation bist, die Du fotografierst – und diesen Eindruck bekommt auch der Betrachter Deines Bildes. Werden Deine Fotos noch nicht so, wie Du sie Dir vorgestellt hast? Dann versuche, das nächste Mal noch näher an Dein Motiv zu kommen.

7. ... oder bleib ganz unauffällig

Du kannst auch an einem Standort verweilen und die Motive vorbeilaufen lassen. (© 2018 Pexels)

Aber pass auf! Wer das Alltägliche einfangen will, muss vorsichtig vorgehen. Wirst Du mit Deiner Kamera zu aufdringlich, wirst Du Reaktionen provozieren – und der eigentliche Moment ist verflogen. Bei einigen Szenen kann es wichtig sein, unauffällig in einer Menge aus Menschen unterzugehen. Das eine oder andere interessante Foto kann auch aus der Hüfte geschossen werden. Nicht jeder mag schließlich eine Kamera auf sich gerichtet sehen.

8. Trau Dich!

Welche Perspektive wirkt und welche nicht? Probier es aus! (© 2018 Adobe Stock/elephotos)

Und nicht jedem fällt es leicht, fremden Menschen einfach eine Kamera vor die Nase zu halten oder sich als Fotograf freizügig durch fremde Umgebungen zu bewegen. Vielleicht fällt es Dir anfangs leichter, wenn Du nebenbei Musik hörst und versuchst, Deinen Blick und Deine Gedanken schweifen zu lassen. Oder Du setzt Dich in ein Café und beobachtest das Treiben um Dich herum. Vielleicht läuft Dir Dein Motiv ja auch vor die Linse. Trauen solltest Du Dich auch, wenn es darum geht, ungewöhnliche Perspektiven auszuprobieren. Dir kann es schließlich egal sein, dass Du dabei komisch aussiehst, wenn ein tolles Bild dabei herauskommt.

9. Bleib freundlich bei Konflikten

Vielleicht freut sich jemand sogar, wenn er von Dir fotografiert wird. (© 2018 Adobe Stock/IvanGener)

Sich mit einer Kamera zwischen Menschen zu bewegen, birgt natürlich immer etwas Konfliktpotenzial. Fühlt sich jemand durch Dich belästigt, bleib freundlich und gehe weiter. Auch wenn jemand angeblich besser weiß, was erlaubt ist und was nicht, solltest Du freundlich bleiben – auch wenn Du Dich vorab natürlich über Vorschriften informiert hast und im Recht bist. Manch einer zeigt vielleicht sogar Interesse, wenn Du ihm erklärst, was Du machst und wo es die Fotos später zu sehen gibt.

 10. Suche Inspiration bei anderen Straßenfotografen

Inspiration gefällig? Dann schau Dir die Bilder anderer Fotografen an. (© 2018 Pexels)

Dir fällt es anfangs schwer, Deiner Kreativität freien Lauf zu lassen und das Besondere im Alltäglichen festzuhalten? Dann ist es keine Schande, sich inspirieren zu lassen. Eine Street-Photography-Ausstellung, Bildbände oder soziale Medien sind gute Quellen für Inspiration. Vielleicht musst Du auch nur aus Deinem eigenen Alltag ausbrechen und das Besondere in einer fremden Umgebung entdecken.

11. Lass Dich nicht aus der Ruhe bringen

Ohne Spaß und Leidenschaft enstehen keine schönen Bilder. (© 2018 Pexels)

Zu guter Letzt: Lasse Dich an überfüllten Orten nicht aus der Ruhe bringen. Du weißt nicht, ob Du einen guten Moment erwischst, aber Du findest es nicht heraus, wenn Du es nicht versuchst. Mach Dir selbst keinen Druck. Bei der Street Photography gibt es zu viele Parameter, auf die Du keinen Einfluss hast. Das musst Du akzeptieren. Bleib fokussiert und hab Spaß – schließlich ist Leidenschaft eine der wichtigsten Eigenschaften eines Fotografen.

Der TURN-ON-Foto-Guide

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