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Streng geheim: 8 verrückte Codenamen von Apple-Produkten

Apple hat gut lachen mit seinen schrägen Codenamen.
Apple hat gut lachen mit seinen schrägen Codenamen. (©Apple 2015)

Was haben Carl Sagan, Mr. T und Peter Pan gemeinsam? Sie alle mussten als interne Codenamen für Apple-Produkte herhalten. Der Astronom Carl Sagan fand einen solchen Gebrauch seines Namens nicht witzig und verklagte Apple. Wie es weiterging, ist kaum zu glauben. Hier erfährst Du die 8 verrücktesten Apple-Codenamen und was dahintersteckt.

Die Apple-Entwickler haben Humor, das muss man ihnen lassen. Bevor neue Apple-Geräte auf den Markt kommen, werden sie innerhalb des Unternehmens mit Codenamen bezeichnet, die der Geheimhaltung dienen. Die Codenamen reichen von albern bis witzig oder gar obszön. Ziemlich albern war zum Beispiel der Codename des Grafikprogramms von 1984, das später als "MacDraw" auf den Markt kam: "Mackelangelo", nach dem Renaissance-Künstler Michelangelo. Das erinnert ein wenig an die einstige "Frucht Tashi" von McDonald's. Die Software wäre beinahe wirklich unter diesem Namen erschienen. Weitere 8 verrückte Apple-Codenamen und ihre Hintergründe erfährst Du in der folgenden Topliste.

1. "Carl Sagan"

Die Welt der verrückten internen Codenamen von Apple-Produkten ist eine Welt voller Missverständnisse. Im Jahr 1994 brachte Apple den Power Macintosh 7100 auf den Markt, mit dem das Unternehmen "Abermilliarden" verdienen wollte. Stattdessen wurde Apple vom berühmten Astronom Carl Sagan ("Cosmos") wegen Rufmord verklagt. Apple hatte den Desktop-Rechner nämlich intern als "Carl Sagan" bezeichnet, wie der Astronom in einem MacWeek-Interview im Jahr 1993 erfahren musste. Das Gericht konnte aber nicht nachvollziehen, inwiefern das Rufmord war und Sagan verlor die Klage.

Apple nahm den Prozess aber nicht gut auf und taufte den Power Macintosh 7100 kurzerhand auf einen neuen Namen: "BHA". Das bedeutet "Butt-headed Astronomer" oder auf Deutsch: "Arschgesichtiger Astronom". Das fand Sagan noch weniger angemessen, als den Gebrauch seines Namens für einen Apple-Computer. Also verklagte er Apple noch einmal. Auch diese Klage verlor er. Im Verlaufe der rechtlichen Auseinandersetzungen konnten sich Apple und Sagan letztlich außergerichtlich einigen. Am Ende nannten die Apple-Ingenieure den Power Macintosh 7100 "LAW" für "Lawyers are wimps". Das bedeutet "Anwälte sind Warmduscher". Mehr über die Story erfährt man bei Engadget.

2. Ihr verliert kein Wort über das "Purple Project"

 Nur wenige Eingeweihte wussten am Anfang, was sich hinter dem "Purple Project" verbarg. fullscreen
Nur wenige Eingeweihte wussten am Anfang, was sich hinter dem "Purple Project" verbarg. (©CC: Flickr/Ben Stanfield 2015)

Im ausgehenden Jahr 2004 fanden sich einige Apple-Entwickler in einem "Purple Dorm" zusammen, einem dem Namen nach lilafarbenen Schlafsaal. An die Tür hängten sie ein Schild mit der Aufschrift "Fight Club", angelehnt an den Hollywood-Film mit Edward Norton und Brad Pitt. Die erste Regel des "Purple Project", an dem man in jenem Raum arbeitete, lautete nämlich: Ihr verliert kein Wort über das "Purple Project". Im "Purple Dorm" roch es nach Pizza, wie auch in den Studentenschlafsälen, nach denen der Raum benannt wurde. Das enthüllte Scott Forstall von Apple während des Gerichtsprozesses gegen Samsung. Und was war dieses ominöse "Purple Project" nun? Das war der interne Name für das erste iPhone, das Steve Jobs im Jahr 2007 offiziell vorstellte.

3. Kümmere Dich um ihn...

Apple nannte sein Desktop-Betriebssystem "Mac OS" einst schlicht "System". Als Apple gerade am System 7.5 arbeitete, entschied sich das Unternehmen für den internen Namen "Mozart" nach dem berühmten Komponisten. Dann erfuhren die Apple-Entwickler, dass Microsoft gerade an Windows 95 arbeitete, was Microsoft intern als "Chicago" bezeichnete. Als Reaktion darauf taufte Apple sein System 7.5 angeblich auf den Namen des Chicagoer Gangsterbosses "Capone" um, was Microsoft das Fürchten lehren sollte.

4. Die Apple Watch hieß auch nicht intern iWatch

 Viele Apple-Fans nannten die Apple Watch "iWatch", aber bei Apple wurde sie nie so genannt. fullscreen
Viele Apple-Fans nannten die Apple Watch "iWatch", aber bei Apple wurde sie nie so genannt. (©TURN ON 2015)

Viele Leute wollten die Apple Watch als "iWatch" bezeichnen, aber nicht Apple. Selbst intern hatte die Smartwatch nie diesen Namen. Stattdessen taufte sie Apple auf den Namen "Gizmo", wie Kevin Lynch von Apple verriet. Dabei könnte es sich um den Namen des Kuschelmonsters aus den "Gremlins"-Filmen handeln. Wahrscheinlich ist es aber ein alternativer Begriff für "Gadget", also Technik-Spielzeug.

5. Apple und die Piltdown-Verschwörung

Als Apple den Power Macintosh 6100 veröffentlichte, sollte er einen Missing Link zwischen zwei früheren Produkten darstellen. Darum bezeichnete Apple den Desktop-PC intern als "Piltdown Man". Der Piltdown-Mensch war aber kein echter Missing Link, sondern eine der bekanntesten Fälschungen der Wissenschaftsgeschichte. 1912 wurden die vermeintlichen Überreste entdeckt und erst im Jahr 1953 als Fälschung entlarvt.

Wahrscheinlich hatte der hauptsächliche "Entdecker" Charles Dawson die angeblichen Steinzeitmensch-Überreste gefälscht, aber er handelte wohl nicht alleine. Wer seine Komplizen waren, ist noch immer offen. Wir wissen auch nicht genau, wer den Power Macintosh 6100 intern auf den Namen "Piltdown Man" taufte. War vielleicht der Computer ebenso eine Fälschung? Und: Steckte Steve Jobs mit Charles Dawson unter einer Decke?

6. Er wollte nie erwachsen werden

Vor dem Apple TV hatte das Unternehmen eine Mischung aus Mac und Fernseher herausgebracht: Den Macintosh TV. Der Computer mit Bildschirm kam 1993 auf den Markt. Man konnte zwischen dem Fernsehprogramm und der Verwendung als Computer hin und her wechseln. Intern war der Mac TV als "Peter Pan" bekannt und alternativ als "LD50", ein medizinischer Begriff für eine tödliche Dosis von 50 Prozent. Der Mac TV wanderte nur 1000 Mal über die Ladentheke. Woran hatte es gelegen? Hatte er eine tödliche Dosis genommen? Oder wollte er einfach nicht erwachsen werden?

7. Im Wein liegt die Wahrheit

 Ein Apple Produkt war intern unter dem Nerd-Namen "Star Trek" bekannt. fullscreen
Ein Apple Produkt war intern unter dem Nerd-Namen "Star Trek" bekannt. (©Facebook/StarTrekMovie 2014)

Während Apple seinen Desktop-Betriebssystemen öffentlich Raubkatzennamen verlieh, so bevorzugte man intern Weinsorten. OSX 10.3 (Panther) war intern als "Pinot" bekannt, OS X 10.4 (Tiger) als "Merlot", OS X 10.8 (Mountain Lion) als "Zinfandel". Inzwischen erhalten neue OS X- beziehungsweise Mac OS-Versionen den Namen eines Ortes in Kalifornien, wo sich der Firmensitz des Unternehmens befindet. Intern ist man allerdings dem Wein treu geblieben, so hieß OS X 10.9 Mavericks etwa "Cabernet". Na dann: Prost!

8. Sonstige verrückte Namen

Zugegeben: Unser achter verrückter Name besteht aus mehreren Namen, die uns keinen eigenen Beitrag wert waren, aber die doch erwähnenswert sind. Wann warst Du etwa zum letzten Mal auf dem "Oktoberfest"? Apple war dort mit dem iPhone OS 1.1.2, das intern als "Oktoberfest" bekannt war. Auf den Nerd-Namen "Star Trek" musste auch ein Apple-Erzeugnis getauft werden, nämlich ein Prototyp des System 7.1 für x86-Prozessoren. Da ist es nur logisch, dass Spock der Pate seines eigenen Apple-Geräts werden durfte, nämlich des Macintosh IIx. Vielleicht war ein Apple-Ingenieur auch ein großer Fan von Gartenarbeit. Jedenfalls wurde der Macintosh IIFx intern "Weed Whacker" alias "Rasentrimmer" genannt.

Unendliche Weiten hat auch die Vorstellungskraft der iOS-Macher, so reichen die internen iOS-Namen von "Innsbruck" (7.0) über "Monarch" (9.0) bis hin zu "Castlerock" (9.2). Die ganze Liste interner Apple-Namen erfährt man bei Wikipedia. Mehr Hintergründe gibt es im Business Insider.

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