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Streng geheim: Diese 15 Orte hat Google Earth zensiert

Per Google Earth auf Entdeckungstour zu gehen, ist nicht ohne Einschränkungen möglich.
Per Google Earth auf Entdeckungstour zu gehen, ist nicht ohne Einschränkungen möglich. (©Google 2016)

Vor einer Reise oder sogar statt einer Reise schauen sich viele Menschen bei Google Earth um. Dort kann man die Erde bis ins kleinste Detail erkunden. Aber wirklich die gesamte Erde? Nein. Einige Bereiche sind von Google zensiert. Wir zeigen Dir 15 dieser geheimen Orte.

Verpixelt, verwischt, überdeckt oder mit kunstvollen Mosaiken unkenntlich gemacht – Google lässt die Zensur geheimer Orte auf viele unterschiedliche Weisen zu. Und auch die Gründe für das Unkenntlichmachen sind vollkommen verschieden: Militärische Organisationen wollen das Ausspähen verhindern, Königsfamilien fürchten um ihre Sicherheit und Geheimdienste wollen auch weiterhin im Verborgenen arbeiten. Allerdings gibt es bei Google Earth auch einige ungewöhnliche Orte, die zensiert wurden – ein Teil eines chilenischen Nationalparks etwa. Im Folgenden findest Du 15 mysteriöse Gebäude und Gebiete, die man nicht einfach per Mausklick erkunden kann.

1. Nuklearanlage Marcoule (Frankreich)

 Das Atomenergie-Forschungszentrum Marcoule ist großflächig verpixelt. fullscreen
Das Atomenergie-Forschungszentrum Marcoule ist großflächig verpixelt. (©Google 2016)

Ungefähr 30 Kilometer nördlich von Avignon und direkt an der Rhone gelegen findet man bei Google Maps nur einen Pixelhaufen vor, wo sich eigentlich die Nuklearanlage Marcoule befinden sollte. Bis 2009 waren dort Reaktoren für das französische Wasserstoffbombenprogramm in Betrieb. 2001 explodierte dort ein Verbrennungsofen. Ursache: unbekannt.

2. Verwaschenes Babylon (Irak)

 Der altertümliche Ort Babylon im Irak findet schon in der Bibel Erwähnung. fullscreen
Der altertümliche Ort Babylon im Irak findet schon in der Bibel Erwähnung. (©Google 2016)

Die Hängenden Gärten von Babylon zählten zu den Sieben Weltwundern der Antike. Sucht man heute bei Google Earth nach der biblischen Stadt, dann sieht man wenig Wunderliches. Stattdessen findet man niedrig auflösende Satellitenbilder der von Sadam Hussein wieder aufgebauten und 2003 von US-amerikanischen Truppen besetzten Region im Irak.

3. Weißer Fleck im Nordosten Russlands

 Die nächste Stadt ist die etwa 60 Kilometer östlich gelegene Stadt Egwekinot (Luftlinie). fullscreen
Die nächste Stadt ist die etwa 60 Kilometer östlich gelegene Stadt Egwekinot (Luftlinie). (©Google 2016)

Im äußersten Nordosten Russlands liegt die Stadt Egwekinot, in die sich sicher selten ein Google Earth-Nutzer verirrt. Interessanter ist aber auch ein Gebiet rund 60 Kilometer westlich des 2800-Seelen-Ortes. Dort befindet sich ein weißer Fleck – nein, kein Schnee –, über den bereits viel spekuliert wurde. Liegt dort etwa eine geheime Basis für Langstreckenraketen?

4. Dugway Proving Ground in Utah (USA)

 Der Dugway Proving Ground in Utah dient der US Army zu Waffentestzwecken. fullscreen
Der Dugway Proving Ground in Utah dient der US Army zu Waffentestzwecken. (©Google 2016)

Aus militärischen Geheimhaltungsgründen ist auch hier mehr Fleck als Struktur zu erkennen. Auf dem Dugway Proving Ground, rund 140 Kilometer südwestlich von Salt Lake City, testet die US-amerikanische Armee nämlich biologische und chemische Waffen. Das ging in der Vergangenheit nicht immer gut: 1968 kamen bei einem Unfall mehr als 6000 Schafe ums Leben und 2015 wurde bekannt, dass das Labor versehentlich lebende Milzbrand-Bakterien verschickte.

5. Helikopter-Landeplatz in Cartagena (Spanien)

 Der Helikopter-Landeplatz Cartagena ist nur als verschwommene Fläche zu erkennen. fullscreen
Der Helikopter-Landeplatz Cartagena ist nur als verschwommene Fläche zu erkennen. (©Google 2016)

Direkt am Mittelmeer liegt die spanische Stadt Cartagena. Damit ist sie der ideale Standort für die größte Marinebasis des Landes. Und da sich das Militär bekanntermaßen ungern in die Karten schauen lässt, ließ man bei Google Earth kurzerhand diesen Helikopter-Landeplatz im Norden der Stadt zensieren.

6. Hotel Roses in Girona (Spanien)

 Wer traut sich, hier einzuchecken? Die Gegend um das Hotel Roses Girona ist ein dunkler Fleck. fullscreen
Wer traut sich, hier einzuchecken? Die Gegend um das Hotel Roses Girona ist ein dunkler Fleck. (©Google 2016)

Laut Google Earth befindet sich an der Stelle des Pins ein Hotel. Wer dort eincheckt, muss allerdings etwas Mut mitbringen – oder vorher einfach nicht nach der Location googeln. Denn die Unterkunft liegt am Rande eines großen dunklen Flecks. Warum diese Fläche so eingefärbt wurde, ist nicht bekannt.

7. Längstwellensender in Rosnay (Frankreich)

 Das gesamte Gebiet um den Längstwellensender Rosnay ist verkachelt dargestellt. fullscreen
Das gesamte Gebiet um den Längstwellensender Rosnay ist verkachelt dargestellt. (©Google 2016)

Was ist Militärgebiet und was nicht? Das lässt sich im Falle des Längstwellensenders bei Rosnay gut erkennen. Das gesamte Gebiet um die bis zu 350 Meter hohen Sendemasten ist nicht klar zu erkennen, die angrenzenden Felder hingegen schon. Mit seiner Höhe zählt der Sendemast zu den höchsten Bauwerken in Frankreich. Nicht unwahrscheinlich also, dass er der Fernerkundung dient.

8. Treibhäuser in El Ejido (Spanien)

 Unschwer zu erkennen: In El Ejido wird viel Gemüse in Treibhäusern angebaut. fullscreen
Unschwer zu erkennen: In El Ejido wird viel Gemüse in Treibhäusern angebaut. (©Google 2016)

Warum bei Google Earth eine quadratische Fläche inmitten lauter Treibhäuser in El Ejido zensiert wurde, kann nur vermutet werden. Konfliktpotenzial bietet die spanische Stadt aber genug. Im Jahr 2000 kam es dort zu gewaltsamen Ausschreitungen, Einheimische griffen marokkanische Gastarbeiter an. Die anschließend erlassenen Gesetze sorgten dafür, dass immer mehr Treibhäuser illegal errichtet wurden. Kann das der Grund sein?

9. Gesichtsloser Colonel Sanders bei KFC (hier: London)

 Das Gesicht der Fast-Food-Kette KFC wird in Großbritannien verwischt. fullscreen
Das Gesicht der Fast-Food-Kette KFC wird in Großbritannien verwischt. (©Google 2016)

Jeder Fan frittierter Hähnchenflügel kennt dieses Gesicht – und dennoch ist es bei Google Streetview unkenntlich gemacht. Zumindest in Großbritannien stellt Google das Gesicht von Colonel Sanders auf den Filialen der Kette KFC verschwommen dar. Obwohl es sich um eine comichafte Darstellung der echten Person handelt, die bereits 1980 verstorben ist, zensiert Google in diesem Land. Grund ist eine zugegeben etwas merkwürdige Auslegung eines britischen Gesetzes, das die Privatsphäre von Personen schützen soll.

10. Logistikzentrum in Taipeh (Taiwan)

 Unter diesem Pixelhaufen soll sich militärische Logistikzentrum Taiwans verbergen. fullscreen
Unter diesem Pixelhaufen soll sich militärische Logistikzentrum Taiwans verbergen. (©Google 2016)

Die Millionenstadt Taipeh bei Google Earth zu erkunden, nimmt sicherlich einige Zeit in Anspruch. Gänzlich entdecken lässt sich die Stadt per virtuellem Rundgang jedoch nicht. Auch hier gibt es einige verpixelte Flächen. Unter dieser zensierten Stelle soll sich angeblich das militärische Logistikzentrum Taiwans verstecken.

11. Basis des Nachrichtendienstes (Israel)

 Eine israelische Militärbasis wurde bei Google Earth nachträglich geweißt. fullscreen
Eine israelische Militärbasis wurde bei Google Earth nachträglich geweißt. (©Google 2016)

Viel los ist nicht um den Berg Avital in Israel. Vielleicht ist das israelische Pendant zur NSA genau aus diesem Grund dort ansässig. Da Nachrichtendienste eher dafür bekannt sind, andere auszuspitzeln, als sich selbst in die Karten gucken zu lassen, ist die Basis der "Unit 8200" bei Google Earth nachträglich geweißt. Der Feind hat seine Augen schließlich überall...

12. Zwiegespaltenes Atoll Mururoa (Karibik)

 Das Karibikatoll Mururoa scheint wie mit einem Skalpell durchtrennt zu sein. fullscreen
Das Karibikatoll Mururoa scheint wie mit einem Skalpell durchtrennt zu sein. (©Google 2016)

Das Inselatoll Mururoa, das im Südpazifik liegt und zu Französisch-Polynesien gehört, ist unbewohnt. Gesundes Leben wäre hier auch nicht mehr möglich, denn das Atoll, dessen Name so viel wie "Großes Geheimnis" bedeutet, diente Frankreich von 1966 bis 1996 als Testgelände für Atomwaffen. Noch heute ist die Insel Sperrgebiet. Nicht einmal Google Earth ermöglicht einen klaren Blick auf Mururoa.

13. NATO-Stützpunkt Geilenkirchen (Deutschland)

 Ähnlich zwiegespalten wie Mururoa: die NATO Air Base Geilenkirchen. fullscreen
Ähnlich zwiegespalten wie Mururoa: die NATO Air Base Geilenkirchen. (©Google 2016)

Dieser Flugplatz westlich der nordrhein-westfälischen Stadt Geilenkirchen wurde zu Beginn des Kalten Krieges möglichst weit entfernt von der innerdeutschen Grenze errichtet. Im März 1982 wurde er von der deutschen Luftwaffe offiziell an die NATO übergeben – und die will sich anscheinend nicht in die Karten gucken lassen. Zumindest nicht auf dem westlichen Teil der Air Base, denn nur dieser ist verpixelt.

14. Nationale Sicherheitsbehörde in Taipeh (Taiwan)

 National Security Bureau Taipeh – hier wurde wohl aus Sicherheitsgründen verpixelt. fullscreen
National Security Bureau Taipeh – hier wurde wohl aus Sicherheitsgründen verpixelt. (©Google 2016)

Als nationale Sicherheitsbehörde Taiwans wurden mehrere Einzelbehörden und Organisationen 1955 zusammengeführt. Zuvor wurde das Büro mitunter auch als "Taiwans KGB" bezeichnet. Legalität erlangte die Behörde allerdings erst 1994. Nichtsdestotrotz gibt es wenig, das von der Organisation nach außen dringt. Neben einigen wenigen Fehlern bei Geheimdienstoperationen in den vergangenen Jahren ist wenig über die derzeitigen Tätigkeiten bekannt. Auch bei Google Earth gibt es nichts zu entdecken.

15. Wohnsiedlung in Noordwijk (Niederlande)

 Im niederländischen Noordwijk ist eine Siedlung verpixelt – aber nur bei Google Earth. fullscreen
Im niederländischen Noordwijk ist eine Siedlung verpixelt – aber nur bei Google Earth. (©Google 2016)

Wer nicht weit genug reinzoomt, nimmt diese Zensur vielleicht gar nicht wahr – erinnert das Muster doch an einen Tarnanzug. Getarnt werden soll hier angeblich ein Haus der königlichen Familie. Allerdings werden die Royals von ihrer Tarnung nur in dieser Ansicht geschützt. Per Google Streetview lässt sich diese Siedlung ebenso erkunden wie die unzensierten Kartenabschnitte.

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