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Ubuntu vs Windows 10: 7 Punkte im Vergleich

Wir haben uns Windows 10 und Ubuntu im Vergleich angesehen.
Wir haben uns Windows 10 und Ubuntu im Vergleich angesehen. (©TURN ON, Logos: Microsoft, Ubuntu Design 2017)

Das Linux-Betriebssystem Ubuntu ist nun im Windows Store verfügbar. Nach der Versöhnung von Linux und Windows schauen wir uns an, welche Vorzüge die beiden PC-Betriebssysteme zu bieten haben. Gibt es beim Wettstreit Ubuntu vs Windows 10 einen klaren Sieger?

1. Preis: Kostenlos gewinnt

Ein großer Vorteil von Ubuntu besteht darin, dass das Betriebssystem kostenlos ist. Auch alle vorinstallierten Programme und ein großer Teil der Software im Ubuntu Store sind gratis zu haben. Allerdings gibt es auch kostenpflichtige Programme für das Betriebssystem, die nicht quelloffen sind, etwa manche Spiele.

Derweil kostet Windows 10 über 100 Euro. Software, die für Ubuntu gratis erhältlich ist, gibt es für Windows 10 ebenso gratis, sollte dafür eine Windows-Version bereitstehen. Dazu gehören etwa das E-Mail-Programm Thunderbird, der Firefox-Browser und die Office-Suite Libre Office.

Urteil: Ubuntu ist kostenlos, da kann Windows nicht mithalten.

2. Design: Ubuntu ist konsistenter

Am Design scheiden sich die Geister. Immerhin dürfte es sich um eine vertretbare Einschätzung handeln, dass Ubuntu für eine Gratis-Software übersichtlich und modern aussieht. An Windows 10 waren ganze Scharen professioneller Designer beteiligt und es gibt sicher Fortschritte gegenüber Windows 8.1.

 Ubuntu hat ein modernes, aufgeräumtes Design. fullscreen
Ubuntu hat ein modernes, aufgeräumtes Design. (©YouTube / Tips On Linux 2017)

Ubuntu ist in gewisser Hinsicht einsteigerfreundlicher, da bestimmte Programme wie ein E-Mail-, Browser-, oder Office-Paket bereits vorinstalliert sind und in der Taskleiste links direkt gestartet werden können. In Windows 10 musst Du die meisten Programme erst installieren, wobei das nicht zuletzt an der Kritik an Microsoft liegt, selbst viele eigene Programme vorinstalliert zu haben, weshalb es auch zu Gerichtsprozessen kam.

Man kann Windows 10 dafür kritisieren, dass es noch immer nicht alle Mängel von Windows 8 ausgebügelt hat. Nach wie vor gibt es zwei verschiedene Menüs für die Einstellungen, dazu kommen die animierten Live-Kacheln und überhaupt die Kacheln, die ein Überbleibsel der Touch-Oberfläche von Windows 8 sind. Ubuntu bietet hingegen eine einheitliche Desktop-Oberfläche.

Urteil: Die doppelten Menüs und Kacheln-Überbleibsel aus Windows 8 wirken inkonsistent. Ubuntu liefert hingegen ein uniformes Desktop-Design.

3. Programme und Treiber: Braucht man das?

Wie bereits in unserem Kommentar "Warum Linux für normale Anwender keine Alternative ist" angemerkt wurde, kann Linux, und damit auch die beliebte Ubuntu-Distribution, in Hinsicht auf die Programmvielfalt nicht einmal ansatzweise mit Windows mithalten. Ubuntu-Nutzer müssen auf Programme wie Photoshop, Microsoft Office, iTunes und auf Spiele wie "Battlefield 1" und "Fallout 4" verzichten.

 Im Software-Center von Ubuntu sind die wichtigsten Computerprogramme erhältlich. fullscreen
Im Software-Center von Ubuntu sind die wichtigsten Computerprogramme erhältlich. (©YouTube / Tips On Linux 2017)

Hinzu kommt, dass es zwar inzwischen viele Hardware-Treiber für Drucker, Scanner und Co. für Ubuntu gibt, aber die zugehörige Hersteller-Software nicht läuft. Und es gibt auch keinen Hersteller-Support für die Geräte, wenn sie in Ubuntu zum Einsatz kommen.

Urteil: Hier hat Ubuntu keine Chance. Windows unterstützt erheblich mehr Software.

4. Schadprogramme: Auf Wiedersehen, Virenscanner

Ubuntu ist aufgrund seiner viel geringeren Verbreitung nicht so attraktiv für Malware-Macher wie Windows. Wer seine Software nur aus dem Software-Center bezieht, dürfte sich in Ubuntu keine Schadprogramme einhandeln. Du kannst hier nur Software installieren, wenn Du Dein Passwort eintippst. Für dieses Betriebssystem brauchst Du keine Firewall und keinen Virenscanner.

Windows 10 ist das sicherste Windows, aber es ist noch immer Windows. Mit der Bequemlichkeit und der Verbreitung steigt das Sicherheitsrisiko. Hier solltest Du auf Firewalls und Virenscanner nicht verzichten – wobei Schadprogramme beide umgehen können, sobald sie erst einmal auf dem Rechner gelandet sind.

Urteil: Absolute Sicherheit gibt es für beide Betriebssysteme nicht, aber für Ubuntu sind kaum Schadprogramme im Umlauf.

5. Datenschutz: Microsoft ist neugieriger

Mit dem Datenschutz ist gemeint, welche Nutzerdaten Microsoft und der Ubuntu-Vertreiber Canonical von den Nutzern bezieht. Beide Unternehmen holen sich größtenteils anonyme Nutzerdaten, um ihr Betriebssystem zu verbessern. Teilweise werden auch persönliche Daten abgefragt, wenn dies zur Systemnutzung oder Software-Nutzung nötig ist. Wie Du weniger Daten an Microsoft schickst, erfährst Du hier.

 Der Datenschutz ist in Windows 10 nicht so schlecht wie sein Ruf, in Ubuntu ist er aber besser. fullscreen
Der Datenschutz ist in Windows 10 nicht so schlecht wie sein Ruf, in Ubuntu ist er aber besser. (©Microsoft GmbH 2016)

Ein wichtiger Unterschied besteht darin, dass Canonical die Sucheingaben im Betriebssystem nicht mehr an Dritte weiterreicht (zum Beispiel eine Suche via Amazon), wenn Du lediglich eine Option in den Einstellungen veränderst. In Windows 10 ist die Verwaltung der eigenen Datensicherheit viel komplizierter. Und ganz abschalten lässt sich die Datenabfrage durch Microsoft nur durch Drittanbieter-Software.

Urteil: Microsoft und Canonical verwenden beide Nutzerdaten, aber in Ubuntu ist es einfacher und umfassender möglich, die Datenschnüffelei zu reduzieren.

6. Individuelle Anpassung: Flexibler geht nicht

Windows 10 lässt sich in vielerlei Hinsicht an die Nutzerwünsche anpassen. Dazu gehören etwa die Fragen, welche Programme in der Taskbar auftauchen sollen, wie Kacheln und Hintergrundbilder auszusehen haben und auch im System lassen sich Energieoptionen, Benachrichtigungen, Programme, Hardware und vieles weitere konfigurieren.

 Kubuntu ist Ubuntu mit der alternativen Desktopoberfläche KDE. fullscreen
Kubuntu ist Ubuntu mit der alternativen Desktopoberfläche KDE. (©YouTube / Maverick PC Gaming 2017)

In Ubuntu geht allerdings noch mehr, im Grunde so ziemlich alles. Windows 10 hat bekanntlich eine Desktop-Oberfläche – das, was Du siehst, wenn Du Windows 10 nutzt, ist diese Desktop-Oberfläche. In Ubuntu kannst Du alternative Desktop-Oberflächen wie Unity, Gnome, KDE und Mate installieren. Außerdem kannst Du eine eigene Desktop-Umgebung zusammenstellen – das ist fast so, als könntest Du Dir eine eigene Windows-Version basteln.

Urteil: In Windows 10 kannst Du viel anpassen, in Ubuntu praktisch alles.

7. Fazit: Klarer Sieg für Ubuntu?

Fünf von sechs Punkten kann die Linux-Distribution Ubuntu in unserem Vergleich für sich verbuchen. Da müsste sie doch den Vergleich für sich entscheiden? Nein. Das für ein Betriebssystem entscheidende Kriterium ist nun einmal die Frage, welche Programme und Treiber unterstützt werden. Das schönste, sicherste und am besten einstellbare System bringt nicht viel, wenn wichtige Programme nicht darauf laufen und der Hardware-Support halbherzig aussieht.

Computerexperten und jene, die nur die Grundausstattung an Programmen auf ihrem Rechner benötigen, könnten mit Ubuntu tatsächlich glücklicher werden. Für "normale" Anwender kommen hingegen nur Windows 10 und Apples macOS in Frage.

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