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Vergleich Kamera vs. Smartphone: Womit macht man bessere Fotos?

Wer setzt sich im Vergleich Smartphone vs. Kamera durch?
Wer setzt sich im Vergleich Smartphone vs. Kamera durch? (©TURN ON/Pexels 2017)

"Die beste Kamera ist immer die, die Du dabei hast", lautet eine Fotografen-Weisheit. Heute aber hat praktisch jeder immer eine Kamera dabei: die im Smartphone. Mit vielen "Knipsen" in Smartphones lassen sich großartige Bilder machen. Warum es sich aber dennoch lohnen kann, eine "richtige" Kamera zu kaufen, verrät unser Vergleich.

Kamera ist nicht gleich Kamera. Es gibt grob gesagt drei Arten, die alle ihre Vor- und Nachteile haben, und die für einen Vergleich mit der Smartphone-Kamera relevant sind:

  • Kompaktkameras: Die kleinste Klasse mit einem fest eingebauten Objektiv, die meisten Funktionen laufen automatisch, die Geräte sind häufig günstig und leicht, man kann nicht viel falsch machen. Vor allem für Gelegenheits-Knipser.
  • Systemkameras: Fast ebenso klein wie Kompaktkameras, aber mit besseren Optiken und Wechselobjektiven, Automatiken und manuelle Funktionen. Systemkameras richten sich an ambitionierte Amateure, teilweise auch an Profis.
  • Spiegelreflexkameras: Die größte und schwerste Variante, immer mit Wechselobjektiven und vielen automatischen, aber vor allem auch manuellen Einstellmöglichkeiten, viel Zubehör verfügbar. Spiegelreflexkameras  gibt’s für Laien und Vollprofis.
 Kompaktkameras sind klein und günstig und machen schnelle Fotos. fullscreen
Kompaktkameras sind klein und günstig und machen schnelle Fotos. (©Pexels 2017)

Vergleich 1: Smartphone gegen Kompaktkamera

  1. Gewicht und Größe: Klare Vorteile gibt es hier nicht. Kompaktkameras sind meist kaum größer als Smartphones und teilweise auch leichter. Sie passen in jede Jackentasche und sind leicht genug, um auch vom Gewicht her nicht aufzufallen. Unentschieden (jeweils 1 Punkt)
  2. Funktionen: Viele Fotografie-Funktionen sind automatisiert und identisch. Aber: Eine Kompaktkamera hat normalerweise kein Internet, meistens noch nicht mal WLAN. Das ist ein entscheidender Vorteil des Smartphones. Zudem kann man sich die Bilder in guter Qualität anschauen und auf dem Smartphone mit vielen Bildbearbeitungsprogrammen auch gleich bearbeiten.  Das haben zwar auch viele kompakte Kameras, auf Smartphones geht aber durch Apps viel mehr, etwa auch RAW-Bilder. Sieger Smartphone (3 Punkte)
  3. Bildqualität: Hier gibt es im Durchschnitt kaum nennenswerte Unterschiede, wenn man die reinen Optiken ohne Bearbeitungsfunktionen betrachtet. Smartphones haben zwar durch Doppellinsen leichte Vorteile, aber die Linsen in Kompaktkameras sind größer und haben damit leichte Vorteile. Unentschieden (jeweils 1 Punkt)
  4. Bedienung: Durch mechanische Auslöser, Sucher und Displays und eine bessere Ergonomie durch spezielle Bedienelemente liegen die Kompaktkameras vorne. Andererseits hat man sein Smartphone immer dabei und braucht kein Extra-Gerät. Unentschieden (jeweils 1 Punkt)
  5. Ausstattung: Ein Vorteil der Kompaktkamera ist deren Ausstattung mit einem separaten Akku. Der Extra-Energiespeicher belastet den ohnehin immer zu knappen Akku des Smartphones nicht und hält zudem viel länger. Kameras haben häufig ein Stativgewinde und auch standardisierte USB-Anschlüsse und man kann meistens auch Speicherkarten verwenden. Sieger: Kompaktkamera (3 Punkte)
  6. Zubehör: Für Kompaktkameras gibt es kaum Zubehör, für Smartphones dagegen durchaus. Aufsteckbare Zusatzlinsen für Makroeffekte sind durchaus sinnvoll und ernst zu nehmen. Sieger: Smartphone (3 Punkte)
  7. Preis: Smartphones gibt es auch in der Einsteigerklasse, aber Kompaktkameras sind noch günstiger. Wer nur etwas knipsen und nicht viel Geld ausgeben will, kann sich eine Kamera kaufen. Wer aber sowieso ein gutes Smartphone hat, braucht keine Kompaktkamera. Sieger Smartphone (3 Punkte)

Ergebnis: Den Vergleich zur Kompaktkamera gewinnt das Smartphone locker mit 12:6 Punkten. Die Bildqualität ist ähnlich, das Smartphone hat aber durch Apps mehr Funktionen einschließlich Bildbearbeitung. Großer Vorteil der Kompaktkamera ist deren Ausstattung mit einem Akku, wodurch der Energiespeicher des Smartphones geschont wird. Wer einfach gute Bilder machen will, ist mit dem Smartphone bestens bedient.

 Mit einer Systemkamera lassen sich auch qualitativ hochwertige Bilder machen. fullscreen
Mit einer Systemkamera lassen sich auch qualitativ hochwertige Bilder machen. (©Pexels 2017)

Vergleich 2: Smartphone gegen Systemkamera:

  1. Gewicht und Größe: Systemkameras sind zwar oft kaum größer als Kompaktkameras, aber durchaus schon deutlich schwerer. Durch Wechselobjektive hat man zusätzliches Gewicht und Volumen dabei. Sieger Smartphone (3 Punkte)
  2. Funktionen: Systemkameras haben in der Regel alle wichtigen manuellen Einstellfunktionen, zusätzliche Motivprogramme und je nach Typ auch Bildbearbeitungs-Werkzeuge. So lassen sich sowohl komplett manuell wie auch per Automatik interessante Bilder machen, etwa auch mit Tiefenschärfe-Effekten. Durch die Wechselobjektive stehen zudem auch grundverschiedene Optiken zur Verfügung, ohne dass die Bildqualität leidet. Da ein Smartphone aber Apps hat, kann dies den Nachteil locker wettmachen. Unentschieden (jeweils 1 Punkt)
  3. Bildqualität: Wegen der in der Regel guten und großen Optik lassen sich mit einer Systemkamera oft sehr gute Bilder machen, meist vermutlich bessere als mit einem Smartphone. Dazu kommen größere Sensoren mit geringerem Bild-Rauschen etwa für Nachtbilder. Sieger: Systemkamera (3 Punkte)
  4. Bedienung: In Sachen Bedienung hat eine Systemkamera Vorteile, das sich viele Funktionen per Schalter oder Hebel einstellen lassen. Man muss sich in der Regel nicht durch Menüs quälen, die Geräte liegen gut in der Hand und haben physikalische Auslöser. Sieger: Systemkamera (3 Punkte)
  5. Ausstattung: Systemkameras sind ebenfalls mit dem Pluspunkt Akku ausgestattet, haben Anschlüsse für USB-Kabel und Karten-Slots. Manche Geräte verfügen auch über WLAN oder Bluetooth. Sieger: Systemkamera (3 Punkte)
  6. Zubehör: Systemkameras haben in der Regel reichhaltiges Zubehör: Man kann Objektive dazukaufen oder auch Blitzgeräte, es gibt Fernauslöser oder Apps, die das übernehmen, es lassen sich auch mehrere Speicherkarten verwenden. Sieger: Systemkamera (3 Punkte)
  7. Preis: Systemkameras sind teils deutlich teurer als Mittelklasse-Smartphones, sodass man sich überlegen muss, ob man mehr Geld ausgeben möchte. Sieger Smartphone (3 Punkte)

Ergebnis: Mit 13:7 Punkten schiebt sich die Systemkamera deutlich am Smartphone vorbei. Vor allem bei der Bildqualität, der Bedienung und der Ausstattung können die Geräte Punkte machen. Beim Preis dagegen liegt das Smartphone klar vorne.

 Die große und schwere Spiegelreflexkamera ist für ambitionierte Laien und Profis. fullscreen
Die große und schwere Spiegelreflexkamera ist für ambitionierte Laien und Profis. (©Pexels 2017)

Vergleich 3: Smartphone gegen Spiegelreflexkamera:

  1. Gewicht und Größe: Die Spiegelreflexkamera ist in der Regel die Größte aller Kameras. Man braucht eine Extra-Tasche und wenn man noch Objektive und Blitzgerät dabei hat, wird das nicht nur voluminös, sondern auch schwer. Sieger Smartphone (3 Punkte)
  2. Funktionen: Spiegelreflexkameras haben wie auch Systemkameras immer alle Fotografie-Funktionen, in der Regel viele Motivprogramme, die Möglichkeit zur HDR-Fotografie und auch rudimentäre Bildkorrektur- und Bearbeitungsmöglichkeiten – aber keine Apps. Unentschieden (jeweils 1 Punkt)
  3. Bildqualität: Durch die großen Sensoren und die ebenfalls großen und lichtstarken Objektive haben Spiegelreflexkameras eine ebenso gute und gegenüber dem Smartphone bessere Bildqualität wie Systemkameras. Sieger Spiegelreflexkamera (3 Punkte)
  4. Bedienung: Die Bedienung bei den Spiegelreflexkameras ist in der Regel noch etwas besser als bei den Systemkameras, da hier noch mehr Funktionen eigene Schalter haben. Dadurch kann man bestimmte Einstellungen schnell und zuverlässig ändern. Natürlich ist so ein Gerät dadurch auch komplex und die Lernkurve verläuft eher flach – man braucht also etwas Übung, bis man das Gerät beherrscht, das sich eher an Profis richtet. Unentschieden (jeweils 1 Punkt)
  5. Ausstattung: Spiegelreflexkameras sind in der Regel sehr umfangreich ausgestattet, haben viele Anschlüsse und Steckplätze, teilweise auch für zwei Speicherkarten. In der Regel haben moderne Modelle auch WLAN und Bluetooth, teilweise GPS und einen eingebauten Blitz. Und natürlich ebenfalls den Akku. Sieger Spiegelreflexkamera (3 Punkte)
  6. Zubehör: Wie für Systemkameras gibt es auch für Spiegelreflex-Modelle eine große Auswahl an Objektiven und diversen Blitzgeräten. Sieger Spiegelreflexkamera (3 Punkte)
  7. Preis: Preislich liegen Spiegelreflexkameras teils noch über den Systemkameras, aber es gibt auch recht günstige Geräte, das Smartphone ist aber dennoch günstiger. Sieger Smartphone (3 Punkte)

Ergebnis: Die Spiegelreflexkamera siegt mit 11:8 Punkten, aber nicht so deutlich wie die Systemkamera, da die Bedienkonzepte in der Regel komplexer und damit deutlich schwerer zu erlernen sind, was zunächst kein Vorteil ist. Aufgrund der Bildqualität und der umfangreichen Ausstattung gibt's aber einen am Ende glatten Sieg.

 Unterm Strich ist eine Systemkamera eine interessanze Alternative zum Smartphone. fullscreen
Unterm Strich ist eine Systemkamera eine interessanze Alternative zum Smartphone. (©Pexels 2017)

Fazit: Systemkamera oder Smartphone

Im Vergleich zu den Kompaktkameras machst Du mit einem Smartphone keine schlechteren Bilder, es gibt eigentlich wenig Gründe, sich eine kleine Knipse zuzulegen – außer vielleicht, dass Du den Akku Deines Handys schonst. Die Spiegelreflexkamera ist groß, schwer und auch eher teuer und für ambitionierte Amateure und Profis geeignet. Eine gute Wahl neben dem Smartphone kann eine Systemkamera sein, die zwar nicht so riesig ausfällt, dennoch aber sehr gute Bilder machen kann ... und im Endeffekt kommt es ohnehin auf den Fotografen an.

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