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30 Jahre Windows: Wie eine Software die Welt eroberte

Windows hat in 30 Jahren so einige Änderungen durchgemacht.
Windows hat in 30 Jahren so einige Änderungen durchgemacht. (©Picture Alliance/ Keith Bedford/ Handout 2015)

Am 20. November 1985 erblickte Windows 1.0 das Licht der Welt. 30 Jahre später befindet das Betriebssystem mittlerweile in der zehnten Generation und ist aus dem Computer-Alltag nicht mehr wegzudenken. Wir beleuchten die Entstehung und den Werdegang von Windows von den Anfängen bis in die Gegenwart.

Vor genau 30 Jahren läutete Microsoft ein neues Zeitalter für Heimcomputer ein. Nach jahrelanger interner Entwicklungsarbeit erschien am 20. November 1985 das Computer-Betriebssystem Windows. Der erste TV-Werbespot, in dem der spätere Microsoft-Boss Steve Balmer das System anpreist, ist heute Kult. Im Laufe der Jahre sollte sich Windows zu einer unvergleichlichen Erfolgsgeschichte entwickeln und zur wohl wichtigsten Software der PC-Geschichte werden. Dabei stand die Entwicklung am Anfang unter keinem guten Stern.

Windows war bereits der zweite große Wurf von Microsoft

Als Windows 1985 erschien, war Microsoft in der Computer-Branche bereits eine feste Größe. Seit Anfang der 80er Jahre lieferte der Entwickler mit MS-DOS das Betriebssystem für den wohl wichtigsten Computer seiner Zeit, den IBM PC. Dieser wurde zum Vorbild für viele andere Hersteller, die das IBM-System kopierten und ebenfalls auf MS-DOS setzten. Mitte der 80er Jahre hatte sich Microsofts Betriebssystem so schon einen beachtlichen Marktanteil erarbeitet. Mit Windows wollte Firmengründer Bill Gates jedoch noch einen Schritt weiter gehen und das bis dahin rein textbasierte Interface von MS-DOS durch eine intuitive grafische Benutzeroberfläche ersetzen.

Fast zwei Jahre vergingen bis zum Release

Erstmals angekündigt wurde Windows von Bill Gates auf der Fachmesse Comdex 1983. Es sollte jedoch ganze 19 Monate dauern, bis die fertige Version an Nutzer und PC-Hersteller ausgeliefert werden konnte. In der Zwischenzeit gelang es unter anderem Apple mit dem neuen Computer Macintosh ein eigenes grafisches Nutzerinterface auf den Markt zu bringen, das dem späteren Windows stark ähnelte. Doch Gates und Microsoft benötigten länger, denn sie wollten, dass ihr Windows auf möglichst vielen Rechnern lauffähig war und die volle Kompatibilität mit MS-DOS aufwies. Genau diese Punkte sollten es letztlich auch sein, die Windows zum Erfolg machten und die Konkurrenz fast vollständig vom Markt verschwinden ließen.

Dabei waren vor allem die Drittentwickler am Anfang alles andere als begeistert vom neuen Betriebssystem. Viele sahen in der grafischen Benutzeroberfläche eine unnötige Spielerei und glaubten nicht an den Erfolg der Software. Doch sie sollten sich irren, denn dank Windows wurden PCs plötzlich auch für Anwender interessant, die zuvor von den komplizierten Textwüsten auf den Bildschirmen abgeschreckt waren. Dank Windows setzte der PC zu seinem Siegeszug an. Mehr noch: Seither ist die Weiterentwicklung der Heimcomputer nahezu untrennbar mit der Entwicklung von Windows verknüpft, wie die Geschichte des Betriebssystems zeigt.

Windows 1.0 (1985)

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Windows 1.0  ist die erste grafische Oberfläche für MS-DOS. (©Screenshot/ Microsoft 2015)

Windows 1.0 erscheint am 20. November 1985. Den Namen des Betriebssystems wählt Microsoft nicht zufällig. Er spiegelt das Aussehen des Systems wieder, bei dem die Programme in einzelnen Fenstern laufen. Ursprünglich hatte Bill Gates allerdings einen anderen Namen im Sinn und wollte das Programm "Interface Manager" taufen. Anders als bei DOS lässt sich der PC über Windows auch mit der Maus steuern. Das Arbeiten am Computer wird deutlich angenehmer.

Windows 2.0 (1987)

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In Windows 2.0 können sich die Fenster erstmals überlappen. (©Screenshot/ Microsoft 2015)

Mit Windows 2.0 erscheint bereits 1987 eine zweite Version. Diese bietet erstmals Desktop-Symbole und sich überlappende Fenster. Die grafische Darstellung wurde im Vergleich zu Windows 1.0 deutlich überarbeitet. Insgesamt kann Windows 2.0 als optimierte Version des ursprünglichen Windows angesehen werden.

Windows 3.0 und 3.1 (1990 und 1992)

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Windows 3.0 sorgt für den endgültigen Durchbruch von Microsoft. (©Screenshot/ Microsoft 2015)

Mit Windows 3.0 und Windows 3.1 kommt Microsoft 1990 und 1992 endgültig im Massenmarkt an. PCs sind mittlerweile so verbreitet, dass sie auch in Privathaushalten immer öfter anzutreffen sind. Deshalb werden auch immer mehr Programme für Windows produziert. Erstmals gibt es zudem Datei-, Programm- und Druck-Manager und auch die grafische Darstellung entspricht bereits jener, die auch bei späteren Windows-Versionen noch vorhanden ist. Mit Windows 3.11 für Workgroups erscheint 1993 auch eine die Version des Betriebssystems, die das Vernetzen von Computern unter Windows möglich macht.

Windows 95 (1995)

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Erstmals mit "Start"-Button: Windows 95. (©Screenshot/ Microsoft 2015)

Windows 95 erscheint tatsächlich 1995. Diese Version ist das erste Windows, das in großen Teilen als eigenständiges Betriebssystem läuft. Das neue System führt den mittlerweile lieb gewonnenen „Start“-Button ein. Auch die Taskleiste sowie die Schaltflächen „Minimieren“, „Maximieren“ und „Schließen“ feiern ihre Premiere. Zusätzlich enthält Windows 95 erstmals eine integrierte Internet-Unterstützung. Aus vielen kleinen Rechnernetzwerken wird langsam ein großes World Wide Web.

Windows 98 (1998)

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Windows 98 gibt sich optisch kaum verändert. (©Screenshot/ Microsoft 2015)

Drei Jahre nach Windows 95 veröffentlicht Microsoft einen Nachfolger, der ebenfalls eine Jahreszahl im Namen trägt. Windows 98 baut auf dem Vorgänger auf und soll das System noch stabiler machen. Vor allem die Funktionalität für Privatanwender steht dabei im Vordergrund. Erstmals wird bei Windows 98 der USB-Standard unterstützt, der heute kaum noch wegzudenken ist. Zudem kann man erstmals DVDs benutzen.

Windows Me (2000)

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Windows Me basiert erneut auf Windows 95. (©Screenshot/ Microsoft 2015)

Windows Me ist die letzte Version des Betriebssystems, die auf dem Code von Windows 85 basierte. Im Jahr 2000 bringt Microsoft diese als Millennium Edition für Heimcomputer auf den Markt. Erstmals gibt es bei Windows Me eine Option zur Wiederherstellung des Systems. Große Popularität erlangt diese Version nie, da bereits ein Jahr später mit XP der nächste große Sprung ansteht.

Windows XP (2001)

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Einen frischen Look bringt Windows XP. (©Screenshot/ Microsoft 2015)

Mit Windows XP änderte sich zum ersten Mal seit Anfang der 90er Jahre das Erscheinungsbild von Windows. Da das System nun vollständig auf NT basiert, ist die Stabilität im Vergleich zu vorherigen Versionen deutlich besser. Windows läuft runder und stürzt weniger ab. Erstmals bietet Microsoft auch eine Version seines Betriebssystems für 64-Bit-Prozessoren an.

Windows Vista (2006)

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Mit Windows Vista wird das Design weiter modernisiert. (©Screenshot/ Microsoft 2015)

Für Windows Vista schraubt Microsoft erneut am Erscheinungsbild. Am auffälligsten ist dies bei der neuen Start-Schaltfläche, die erstmals ein kreisrundes Design erhält. Daneben verbessern die Entwickler vor allem die Optionen für Sicherheit und Medienwiedergabe. Im Vergleich zu Windows XP erfreut sich Windows Vista jedoch bei den meisten Nutzern keiner großen Beliebtheit und hat mit einigen Performance-Problemen zu kämpfen.

Windows 7 (2009)

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Die meist genutzte Version: Windows 7. (©Screenshot/ Microsoft 2015)

Als Windows 7 erscheint, ist das Internet längst Alltag für Milliarden Menschen. Auch die Verbreitung von PCs erreicht einen neuen Höhepunkt. Das Betriebssystem bügelt die Fehler von Vista aus und macht die Rechner fit für drahtlose Vernetzung immer und überall. Tatsächlich funktioniert Windows 7 so gut, dass es bis heute das meistgenutzte Computer-Betriebssystem der Welt ist. Nur relativ langsam wagen die Nutzer das Update auf Windows 8.

Windows Phone (ab 2010)

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Mit Windows Phone führt Microsoft die Kachel-Übersicht ein. (©Microsoft 2015)

Den Smartphone-Zug hätte Microsoft beinahe verpasst. Erst nach Apple und Google erkennt der Entwickler das Potential, das im mobilen Markt steckt und bringt das Smartphone-Betriebssystem Windows Phone auf den Markt. 2010 erscheint mit Windows Phone 7 die erste mobile Version von Windows. Mit ihr hält auch die Kachel-Optik des Metro-Designs Einzug, die seither alle neuen Versionen optisch prägt. 2012 und 2014 folgen Windows Phone 8 beziehungsweise 8.1. Im Dezember 2014 wird für die Smartphone-Version von Windows die Sprachassistentin Cortana eingeführt, die auch unter Windows 10 eine zentrale Rolle spielen wird.

Windows 8 (2012)

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Windows 8 führt die Kachel-Menüs ein. (©Screenshot/ Microsoft 2015)

Noch bevor Windows 8 erscheint, sorgt es für Aufregung. Der Grund ist der neue Desktop, der erstmals vor allem für die Verwendung auf Touchscreens optimiert wurde. Die Kachel-Optik schreckt klassische PC-Nutzer ab und auch die Anbindung des Betriebssystems an einen eigenen App-Store erscheint vielen Kunden wie ein unnötiges Zugeständnis an die Smartphone-Welt. Windows 8 ist im Kern aber auch eine weiter optimierte Version des Vorgänger-Systems ist und läuft stabiler als je ein Windows zuvor.

Windows 8.1 (2013)

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Mit Windows 8.1 vereint Microsoft altes und neues Design. (©Screenshot/ Microsoft 2015)

Getrieben durch die Kritik an der Kachel-Optik von Windows 8, bringt Microsoft mit Windows 8.1 den klassischen „Start“-Button zurück und beschränkt die Verwendung der Kachel-Oberfläche auf ein Minimum. Durch die sinnvolle Kombination von alten und neuen Bedienelementen steuert sich Windows besser als jemals zuvor. Abseits von den kosmetischen Änderungen bietet Windows 8.1 auch neue Optionen zur Personalisierung des Rechners.

Windows 10 (2015)

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Windows 10 soll dauerhaft im Einsatz bleiben. (©Microsoft 2015)

Mit Windows 10 hat Microsoft im Juli 2015 die möglicherweise letzte Version seines Betriebssystems auf den Markt gebracht. Dabei denkt der Entwickler keineswegs ans Aufhören. Vielmehr soll Windows 10 dauerhaft im Einsatz bleiben und dabei über Updates immer wieder auf den neuesten Stand gebracht werden. Bereits zum Start bietet die Version jedoch zahlreiche grundlegende Neuerungen. Erstmals in der Geschichte verteilt Microsoft sein Betriebssystem zum großen Teil kostenlos und bietet es quasi als Update für bestehende Installationen von Windows 7 und 8.1 an.

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