Basis Peak im Test: Die Fitness-Uhr von Intel

BasisPeak (5 von 9) BasisPeak (5 von 9) (© 2015 TURN ON)

Da die Nachfrage nach Fitness-Trackern und Smartwatches immer größer wird, steigt auch die Intel-Tochterfirma Basis in den Markt ein und präsentiert den spannenden Fitness-Tracker Peak. Ob die 229 Euro teure Uhr mit rudimentären Smartwatch-Features ihren Preis wirklich wert ist, zeigt unser Test.

Angenehmes Tragegefühl mit  Schwächen

Auf den ersten Blick wirkt der Fitness-Tracker Basis Peak wie eine normale Armbanduhr. Das Gerät sieht mit dem Gehäuse in Mattschwarz mit schwarzen Armband oder in gebürstetem Silber mit weißem Armband auch sehr schick aus. Das weiche elastische Kunststoffarmband fühlt sich sehr angenehm auf der Haut an. Außerdem ist es nur mit kleinen Hebeln am Gehäuse der Uhr befestigt, sodass man es mit wenigen Handgriffen gegen ein anderes Armband austauschen kann. Durch 12 Löcher am Band passt die Uhr auch an sehr breite Handgelenke.

Leider muss das Armband sehr fest getragen werden, damit die Pulsmessung zuverlässig funktioniert. Nach ein paar Stunden Tragen oder nach dem Sport fühlt sich die Basis Peak unbequem an – ein deutlicher, tiefer Abdruck ist am Handgelenk zu sehen.

Schnelle Einrichtung und einfache Bedienung

Das erstmalige Einrichten der Uhr und das Koppeln mit dem Smartphone ist durch eine Anleitung auf dem Gerät sehr einfach. Etwas befremdlich ist allerdings die erste Meldung, die uns im Test in der App angezeigt wird: Man muss bestätigen, dass alle Daten, die der Fitness-Tracker sammelt, in die USA weitergeleitet und dort verarbeitet werden. Das Einrichten vom Profil geht danach sehr schnell. Lediglich das Software-Update dauerte recht lange, bis es vom iPhone auf der Intel-Uhr gelandet ist.

Die Bedienung der Uhr erfolgt über Wischgesten. Auf dem Hauptscreen wird dauerhaft die Uhr angezeigt. Tippt man doppelt auf das Display, wird zusätzlich das Datum eingeblendet. Ein Wisch von rechts nach links zeigt die aktuelle Herzfrequenz, ein weiterer die letzte Aktivität inklusive Anzahl der Schritte und verbrannte Kalorien. Wischt man in der Uhranzeige von unten nach oben, kann man einen Wecker einstellen, der sich zur eingestellten Uhrzeit tonlos per Vibration meldet. Einen Smartalarm, der darauf abgestimmt ist, uns in einer Leichtschlafphase zu wecken, gibt es leider nicht. Ein weiterer Wisch führt zu einer Stoppuhr.

Wenn man im Hauptscreen von links nach rechts wischt, erscheint ein Mini-Optionsmenü. Hier kann der "Nicht stören"-Modus eingestellt werden, der Benachrichtigungen unterbindet, die Bluetooth-Verbindung getrennt und die Uhr neu gestartet werden. Während man die Uhr bei Tageslicht sehr gut erkennen kann, ist im Dunkeln nichts zu sehen. Dafür schaltet man einer Wischgeste von unten nach oben am rechten Bildschirmrand das Licht ein und mit der Geste von oben nach unten wieder aus.

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Auf den ersten Blick wirkt der Fitness-Tracker Basis Peak wie eine normale Armbanduhr. (© 2015 TURN ON)
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Der Screen misst 3 Zoll in der Diagonale. (© 2015 TURN ON)
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Auf der Rückseite sitzen die Fitness-Sensoren. (© 2015 TURN ON)

Aufgeladen wird die Basis Peak über eine Schale und ein USB-Kabel. Eine vollständige Ladung dauert etwa zwei bis drei Stunden. Dafür hält der Akku dann aber auch drei bis vier Tage durch –vorausgesetzt man hat nicht permanent eine Bluetooth-Verbindung zum Smartphone aktiviert. Kompatibel ist die Basis Peak mit iPhones ab dem 4S mit iOS 7 und Android-Geräten mit Android ab 4.4.2. von Samsung (dem Galaxy S4 und S5, dem Note 3, 4 und Edge), LG (Nexus 5, G3) und HTC (One M8 und M7). Derzeit kann es bei den gelisteten Geräten allerdings zu Problemen kommen, wenn Android 5.0 Lollipop installiert ist.

Intelligente Sensoren erkennen Aktivitäten

Vier Sensoren sorgen für eine Aufzeichnung von getätigten Schritten, verbrannten Kalorien, Herzfrequenz, Hauttemperatur und Schweißentwicklung. Außerdem werden Aktivitäten durch den 3-Achsen-Beschleunigungssensors automatisch nach Gehen, Laufen oder Fahrradfahren sortiert. Während im Test manche Joggingstrecken trotzdem nur als Gehen gespeichert wurden, funktioniert die Erkennung vom Fahrradfahren sehr gut.

Stabiles Display aus Gorilla Glass 3

Der Touchscreen der Basis Peak ist durch Gorilla Glass 3 sehr stabil und hält das Display vor Kratzern geschützt. Selbst wenn die Uhr aus Tragehöhe auf Kopfsteinpflaster fällt, ist kein Schaden zu sehen. Die Uhr ist laut Hersteller bis 50 Meter wasserdicht – beim Duschen und Schwimmen ist auch in unserem Test kein Wasser ins Gehäuse gedrungen. Allerdings wird der Touchscreen beim Duschen offenbar auch durch den Wasserstrahl bedient. Die Anzeige wechselte ab und zu zwischen den verschiedenen Bildschirmen hin und her.

Haufenweise Statistiken und Motivation

Die begleitende App zeigt jede Menge Statistiken an, unter anderem detaillierte Grafiken zu unseren Aktivitäten. Haben wir zum Beispiel auf dem Weg zur Arbeit mal nicht den Bus genommen, sondern sind gelaufen, können wir gleich danach einen stolzen Blick auf die Schrittanzahl, die verbrannten Kalorien und die durchschnittliche Herzfrequenz werfen. Praktisch ist, dass die Basis Peak auch mit Drittanbieter-Apps wie Apple Health, Google Fit und Runtastic funktioniert. Hier wird die Herzfrequenz an die jeweiligen Apps gestreamt.

Witzig sind die Routinen, die anspornen und motivieren sich mehr zu bewegen. Dafür gibt es eine Aufgabe wie zum Beispiel "Trage den Fitness-Tracker 12 Stunden am Stück" oder "Nicht rumsitzen" mit der Anweisung "Stehe alle 45 Minuten auf". Das Intervall kann individuell angepasst werden. Schafft man es, sich an diese Aufgabe vier Tage die Woche zu halten, sammelt man Punkte, die man dann in eine zusätzliche Routine stecken kann. An dieser Stelle wäre nur ein Vibrationsalarm toll gewesen, der uns nach 45 Minuten Inaktivität daran erinnert, dass wir aufstehen wollten. Konkurrenz-Produkt wie das Up von Jawbone haben diese praktische Funktion integriert.

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Aufgeladen wird die Basis Peak über eine Schale und ein USB-Kabel. (© 2015 TURN ON)
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Eine vollständige Ladung dauert etwa zwei bis drei Stunden. (© 2015 TURN ON)
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Durch 12 Löcher am Band passt die Uhr auch an sehr breite Handgelenke. (© 2015 TURN ON)

Die Übersichten für den Schlaf sind sehr ansprechend aufbereitet: Die Analyse zeigt, wie lange man sich in einer REM-Phase, im Leicht- oder Tiefschlaf befunden hat. Außerdem soll es Schlafunterbrechungen und auch Drehungen aufzeichnen.
In unserem Test war die Schlaferkennung leider nicht sehr genau. Aufwachphasen werden trotz Bewegungen nicht zuverlässig erkannt. Auf der anderen Seite wird die Nacht in zwei Schlafphasen geteilt, wenn man nachts mal kurz die Toilette aufsucht. So fehlt die Übersicht für eine ganze Nacht, da die zweite Schlafphase in einer eigenen Tabelle landet.

Rudimentäre Smartwatch-Features

Ein kleines bisschen Smartwatch steckt auch in der Basis Peak. Die Uhr koppelt sich mit den Smartphone-Apps für Kalender, SMS, Anrufe und E-Mail. Auch iMessage wird unterstützt. Doch über eine Anzeige der Nachrichten und Erinnerungen geht die Funktionalität nicht hinaus. Über die Uhr per Text oder Sprache antworten ist nicht möglich.

Fazit

Insgesamt bietet die Basis Peak viele Funktionen, die interessante Werte über den Träger festhalten. Besonders die genaue Messung der Herzfrequenz ist bei Workouts sehr praktisch. Auch die Akkulaufzeit und die geringe Zeit, die die Peak zum Wiederaufladen braucht, sind ein großer Pluspunkt. Nur der Preis von 229 Euro, der derzeit einer der höchsten im Bereich der Fitness-Tracker ist, trübt das Bild ein bisschen. Wer aber zum Beispiel eine wasserdichte Uhr mit genauer Herzfrequenzmessung sucht, die zudem noch Aktivitäten, Schritte und verbrauchte Kalorien zählt, sollte sich die Basis Peak genauer ansehen.