Beats Solo 2 Wireless im Test: Weg mit den Bass-Vorurteilen!

Den Beats Solo 2 Wireless gibt es beispielsweise in knalligem Rot. Den Beats Solo 2 Wireless gibt es beispielsweise in knalligem Rot. (© 2015 TURN ON)

Kopfhörer von Beats haben bei Audio-Freunden nicht unbedingt den besten Ruf. Oftmals werden den stylischen Headsets von Dr. Dre eine schlechte Klangqualität und übermäßige Bässe vorgeworfen. Mit dem neuen Beats Solo 2 Wireless sollen diese Vorurteile nun aber der Vergangenheit angehören. Wir haben in unserem Test mal reingehört.

Design und Handling: Wie der Solo 2 – nur ohne Kabel

Im Sommer 2014 brachte Beats den von Grund auf erneuerten Kopfhörer Solo 2 auf den Markt. Ende des Jahres folgte die kabellose Wireless-Variante. Beim Design des Beats by Dr. Dre Solo 2 Wireless hat sich im Vergleich zur Kabelversion recht wenig getan – außer natürlich der jetzt fehlenden Strippe und dem dezenten Label "Wireless" auf dem Bügel. Zudem hat der Solo 2 Wireless auf der rechten Hörmuschel einen kleinen Power-Button. Auf dem linken Kopfhörer sitzt hingegen ein etwas größerer Knopf, mit dem die Musikwiedergabe gestartet oder pausiert wird. Auch das Bluetooth-Pairing wird über diesen Button aktiviert.

Ansonsten bietet der On-Ear-Kopfhörer den von Beats gewohnten Hochglanz-Plastiklook. Das wirkt recht schick, bringt aber das übliche Klavierlack-Problem mit sich: Der Solo 2 Wireless zieht unschöne Fingerabdrücke und Kratzer geradezu magisch an. Der Kopfhörer ist in Schwarz, Weiß, Rot und Blau erhältlich. Poppigere Farbvarianten wie beim kabelgebundenen Solo 2 fehlen (noch).

Beats Solo 2 Wireless
Die stylische Verpackung des Solo 2 Wireless verspricht bereits Großes. (© 2015 TURN ON)
Beats Solo 2 Wireless
Im Lieferumfang enthalten ist eine praktische Tasche. (© 2015 TURN ON)
Beats Solo 2 Wireless
Zusammengeklappt passt der Kopfhörer gut hinein. (© 2015 TURN ON)
Beats Solo 2 Wireless
Der typische Beats-Look: Hochglanz-Plastik. (© 2015 TURN ON)
Beats Solo 2 Wireless
Das Beats-Logo auf der linken Seite ist gleichzeitig ein Play-Knopf. (© 2015 TURN ON)

Das Handling des Solo 2 Wireless kann überzeugen. Wie der kabelgebundene Vorgänger kann auch dieser Kopfhörer zusammengefaltet werden und findet so auch in kleineren Taschen Platz. Unter der Plastik-Ummantelung des On-Ear-Headsets befindet sich ein robustes Edelstahlband, das dem Beats Stabilität und zugleich ein wertiges Gewicht von 215 Gramm verleiht. Aufgrund des internen Akkus ist der Solo 2 Wireless damit etwas schwerer als sein kabelgebundener Bruder.

Im Test klappte die Bluetooth-Verbindung sowohl mit einem iPhone als auch mit einem Android-Handy und einem MP3-Player von TrekStor problemlos. Das Bluetooth-Signal hat eine Reichweite von etwa zehn Metern, das Abspielgerät kann also bequem in einem anderen Zimmer liegen bleiben. Etwas ärgerlich war nur der Umstand, dass der Test-MP3-Player bei aktiver Bluetooth-Verbindung mit dem Solo 2 Wireless keine Shuffle-Funktion mehr anbot.

Der Akku des Solo 2 Wireless hält laut Beats mit einer Ladung zehn bis zwölf Stunden durch. Eine kleine LED-Leiste an der rechten Hörmuschel zeigt den Ladezustand an. In Verbindung mit einem iPhone oder iPad wird der Akkustand auch auf dem mobilen Gerät angezeigt. Wer den Kopfhörer nur beim täglichen Pendeln nutzt, sollte mit einer Ladung eine gute Woche ohne Steckdosenbesuch auskommen. Falls der Akku des Kopfhörer doch einmal unterwegs leer sein sollte, muss er einfach nur durch das Klinkenkabel mit einem Abspielgerät verbunden werden und läuft dann problemlos weiter.

Lieferausstattung: Beats-typisch umfangreich

Der Lieferumfang des Solo 2 Wireless ist Beats-typisch: In der schicken Verpackung finden sich neben dem Kopfhörer auch eine passende Tragetasche, ein 3,5-Millimeter-Klinkenkabel mit integrierter Bedieneinheit und Mikrofon zum Telefonieren, ein Karabinerhaken, die üblichen Handbücher und ein USB-Ladekabel. Etwas schade: An ein USB-Netzteil hat die Apple-Tochter leider nicht gedacht. Dieses sollte sich inzwischen allerdings sowieso in den meisten Haushalten finden. Die Kopfhörer-Polster sind leider nicht austauschbar.

Klangqualität und Tragekomfort: Bass-Monster adé

An die Klangqualität der ersten Beats-Kopfhörer aus dem Jahr 2008 erinnern sich viele Musikliebhaber noch heute mit Grausen. Viel zu starke und zu dumpfe Bässe machten damals selbst aus einem Stück von Johann Sebastian Bach einen Hip-Hop-Song. Seitdem haben die Entwickler von Beats zwar viel verbessert, das Bassmonster-Image wurde der Kopfhörer allerdings nicht mehr los. Spätestens mit dem Beats Studio und dem Beats Solo 2 gehörten diese Vorurteile allerdings der Vergangenheit an – und der Beats Solo 2 Wireless geht den Weg weiter. Zwar erreicht der Kopfhörer nicht ganz die Klangqualität des rund 80 Euro teureren Beats Studio Wireless und Experten werden sogar den Beats Solo 2 mit Kabel leicht vorne sehen.

Beats Solo 2 Wireless
Auch der Solo 2 Wireless kann zusammengeklappt werden. (© 2015 TURN ON)
Beats Solo 2 Wireless
Per Bluetooth wird der Kopfhörer mit einem Smartphone oder MP3-Player verbunden. (© 2015 TURN ON)
Beats Solo 2 Wireless
Die Bluetooth-Reichweite beträgt circa zehn Meter. (© 2015 TURN ON)
Beats Solo 2 Wireless
Der Sound des Solo 2 Wireless ist nicht übertrieben basslastig. (© 2015 TURN ON)

Insgesamt kann der Ton des Solo 2 Wireless allerdings überzeugen. Beats steht zwar weiterhin für satte Bässe, lässt inzwischen aber auch anderen Instrumenten Luft zum Atmen. Auch statisches Hintergrundrauschen sucht man vergebens. Im Endeffekt ist der Sound genauso wie das Aussehen der Kopfhörer eine Geschmacksfrage: Wer meistens Hip-Hop oder Electro hört, dürfte mit dem Solo 2 Wireless voll auf seine Kosten kommen.

Noise Cancellation bietet der Solo 2 Wireless leider nicht, auch eine Unterstützung des Bluetooth-Codecs AptX fehlt. Außengeräusche werden von den Kopfhörern dennoch recht ordentlich minimiert. Positiv: Auch bei angeschlossenem Kabel verschlechtert sich die Sound-Qualität nicht – das können nicht alle Wireless-Kopfhörer von sich behaupten. Der Beats Solo 2 Wireless sitzt angenehm knackig auf dem Kopf und verrutscht auch bei heftigeren Bewegungen nicht. Bei Dauernutzung kann er jedoch für heiße Ohren sorgen, da der Hörer doch vergleichsweise eng am Kopf anliegt. Dieses Problem teilt der Beats Solo 2 Wireless jedoch mit vielen anderen On-Ear-Kopfhörern.

Preis-Leistung: Noch immer ein Premium-Produkt

Der Knackpunkt beim Beats Solo Wireless ist ganz klar der Preis. Der kabellose Kopfhörer kostet derzeit satte 299,95 Euro und ist somit alles andere als ein Schnäppchen. Die Kabelvariante Beats Solo 2 kostet rund 100 Euro weniger – und ist damit sicherlich immer noch kein günstiger Kopfhörer. Für diesen Preis gibt es auf dem Markt diverse Produkte mit besserer Klangqualität – beispielsweise den Bose SoundLink On-Ear Bluetooth für 249,95 Euro. Apple-Tochter Beats Electronics dürften die Klagen über zu hohe Preise aber ziemlich egal sein. Ähnlich wie beim Mutterkonzern gehört ein hoher Verkaufspreis inzwischen einfach zum Image von Beats.

Beats Solo 2 Wireless
Mit einem iPhone arbeitet der Solo 2 Wireless natürlich besonders gut zusammen. (© 2015 TURN ON)
Beats Solo 2 Wireless
Gegenüber der Kabelvariante fällt die Soundqualität des Wireless kaum ab. (© 2015 TURN ON)
Beats Solo 2 Wireless
Schon die Verpackung des Solo 2 Wireless ist ziemlich aufwendig. (© 2015 TURN ON)
Beats Solo 2 Wireless
Wie Apple sieht sich auch Beats als Hersteller von teuren Premium-Produkten. (© 2015 TURN ON)

Fazit: Klasse Klang zum satten Preis

Bereits mit dem Solo 2 konnte Beats viele Kritiker widerlegen, die ständig an der übermäßigen Basslastigkeit der Kopfhörer herummäkelten. Die Apple-Tochter beherrscht inzwischen durchaus auch dezentere Zwischentöne, wobei der charakteristische Bass-Sound natürlich immer noch vorhanden ist. Mit der Wireless-Variante des Solo 2 fallen nun auch die lästigen Kabel weg, was für deutlich mehr Bewegungsfreiheit sorgt. Abstriche bei der Klangqualität muss man bei einer Bluetooth-Verbindung aber nicht machen, nur im direkten Vergleich mit dem Solo 2 fallen kleine Unterschiede auf.

Als großer Kritikpunkt bleibt beim Solo 2 Wireless somit nur noch der happige Preis. Die gleiche Soundqualität gibt es bei der Konkurrenz für ungefähr 50 Euro weniger. Einen Aufschlag für das Logo und den Namen muss der Käufer also ohne Frage in Kauf nehmen. Wer auf Beats nicht verzichten will, aber durchaus mit einem Kabel leben kann, für den lohnt sich ein Blick auf den 100 Euro billigeren Solo 2.