Connected Bike: Das vernetzte Fahrrad der Telekom

Ein Highlight am Telekom-Stand auf der CeBIT: das Connected Bike. Ein Highlight am Telekom-Stand auf der CeBIT: das Connected Bike. (© 2015 TURN ON)

Dass in Autos jede Menge Elektronik eingebaut wird, weiß jedes Kind. Jetzt hat die Telekom auf der CeBIT 2015 ein "Connected Bike" präsentiert. In das Fahrrad ist ein Minicomputer integriert, der nicht nur den Verschleiß von Kette und Bremsen berechnen kann, sondern im Notfall Polizei und Feuerwehr verständigt. Wir haben uns das schicke und smarte Zweirad angeschaut.

Connected Bike: Erste Modelle fahrbereit

Wilfried Hülsmann-Tennhoff ist sein Stolz anzumerken: "Das Fahrrad da, das ist meins", sagt er und zeigt auf ein schickes, weißes Zweirad der Firma Canyon, das am Telekom-Stand auf der CeBIT 2015 ausgestellt ist. "Ich fahre damit jeden Tag zur Arbeit." Der Telekom-Mitarbeiter aus Bremen ist einer der ersten Radler in Deutschland, der mit einem Connected Bike regelmäßig auf den Straßen unterwegs ist. Das Konzept hatte die Telekom bereits im letzten Jahr vorgestellt, jetzt sind die ersten Modelle wirklich fahrbereit.

Das Fahrrad ist leicht, es wiegt nur gut zehn Kilogramm und hebt sich federleicht an. Der weiße Lack ist matt, in den Lenker ist der Scheinwerfer direkt eingebaut. Der braune Sattel wirkt lederartig und sieht nicht besonders bequem aus, wirkt dafür aber umso sportlicher. Das Fahrrad hat keine Kette, sondern eine Art Keilriemen, der die Kraft von der Kurbel aufs Hinterrad überträgt.

Daten werden in die Cloud gesendet

Die Onboard-Unit der Telekom sendet per Sim-Karte und Mobilfunk Daten in die Cloud.
Die Onboard-Unit der Telekom sendet per Sim-Karte und Mobilfunk Daten in die Cloud. (© 2015 Telekom)

Wichtigstes Feature des futuristischen Gefährts aber ist eine kleine On-Board-Unit von der Größe eines Lineals, die es in sich hat. Auf der Mini-Platine sind eine SIM-Karte, ein Mikroprozessor, ein Bewegungssensor und zur Ortung ein GPS-Modul aufgelötet.  Die Energieversorgung für das Gerät stammt noch vom Akku, es sind aber derzeit "autonome" Energiesysteme im Test, mit denen auf einen Akku vollständig verzichtet werden kann.

Das Rad hat im Tretlager und in der Hinterachse Sensoren, die Daten an die On-Board-Unit senden. Daraus werden dann zusammen mit Informationen aus dem GPS die Laufleistung und damit der wahrscheinliche Verschleiß von Bremsen und Kette errechnet. Über die eingebaute SIM-Karte werden die Daten direkt an die Cloud-Plattform der Telekom gesendet, und über eine App hat der Fahrer stets Zugriff auf seine Daten. Sobald Abnutzung droht, empfiehlt die App den Austausch der betroffenen Teile.

Diebstahlschutz per GPS-Ortung

Die App macht einen aufgeräumten Eindruck und zeigt neben diversen Fahrdaten auch die zurückgelegte Strecke auf einer Karte an. Da man das Rad per App orten kann, ist die unsichtbar in den Rahmen eingebaute Technik ein idealer Diebstahlschutz. Ist das wertvolle Fahrrad geklaut, kann der Eigentümer sein Gefährt per App ausfindig machen und dem Langfinger die Polizei auf den Hals hetzen. Falls ein Unfall passiert, können die Crash-Sensoren entsprechend reagieren und senden einen Alarm zunächst auf das Smartphone des Fahrers. Reagiert dieser nicht, werden die Rettungsdienste verständigt. "Wir haben da sehr viele Versuche gemacht", so Wilfried Hülsmann-Tennhoff, "damit auch nur echte Unfälle als solche erkannt werden und nicht etwa schon dynamisches Fahren."

Das ausgestellte Fahrrad sieht schick aus und kostet ohne die zusätzliche Technik etwa 1.800 Euro. Was die On-Board-Unit kosten wird, wollte die Telekom auf der CeBIT noch nicht verraten, außer: "Wir wollen unseren Kunden nicht schröpfen".

Technik wirkt ausgereift

Die Technik scheint ausgereift, die Features machen Sinn und es sieht so aus, als ließen sich entsprechende Geräte an Rädern nachrüsten, ohne zu viele Teile austauschen zu müssen. Alleine der mögliche Diebstahlschutz macht die Technik für Besitzer kostspieliger Zweiräder durchaus zu einer interessanten Investition. Wenn die Akkufrage gelöst und das Gerät nicht zu teuer wird, könnte es durchaus ein Verkaufsschlager werden. Ford arbeitet mit dem MoDe:Me und MoDe:Pro bereits an ähnlichen Fahrrädern.