Galaxy A5 im Test: Samsungs (not so heavy) Metal

Auf dem Galaxy A5 steht zwar Samsung drauf. Das Mittelklasse-Smartphone bringt aber gleich zwei Eigenschaften mit, die so gar nicht typisch für den südkoreanischen Hersteller sind. Allen voran der schlichte Unibody, der komplett aus Metall gefertigt wurde. Was an der neuen A-Reihe von Samsung außerdem überrascht, erfährst Du in unserem Testbericht.

Die metallischen Drei: Samsung Galaxy A3, A5 und A7

Wer sich selbst nicht zu den Samsung-Freunden zählt, hatte bisher vor allem einen Angriffspunkt: das Plastik, das die Modelle des südkoreanischen Herstellers zierte – vom Einstiegs- bis zum Topmodell. Damit macht die A-Reihe, die auf das nur kurze Zeit nach dem Start eingestellte Galaxy Alpha folgt,  nun Schluss. Mit Rahmen und Rückseite aus einem geschlossenen Metallkörper dürften das Samsung Galaxy A3, das Galaxy A5 sowie das Galaxy A7 auch iPhone-verwöhnten Händen schmeicheln. Wer nun allerdings vermutet, in den stylischen, hochwertig verarbeiteten Alpha-Nachfolgern müsse High-End-Technik stecken, wird von Samsung eines Besseren belehrt. Die Strategie, gerade Mittelklasse-Modelle mit edlem Material auszustatten, überrascht. Sie kann aber auch den Anfang eines Weges markieren, den Samsung gehen will: weg vom Plastik hin zum Apple-konkurrenzfähigen Metall.

Design und Handling: Schick, puristisch und schön leicht

Samsung Galaxy A5
Das Galaxy A5 ist das dünnste aller Samsung-Smartphones. (© 2015 TURN ON)

In Designfragen muss sich das Samsung Galaxy A5 keineswegs hinter dem iPhone 6 verstecken. Weniger rundlich, dafür mit klaren, chromfarben glänzenden Kanten wirkt der Androide puristisch schick. Insbesondere die für den Test zur Verfügung gestellte Variante in Midnight-Black setzt auf Understatement. Darüber hinaus liegt das 139,3 Millimeter hohe und 69,7 Millimeter breite Smartphone ausgesprochen gut in der Hand. Mit einer Höhe von nur 6,7 Millimetern ist es sogar noch einen Hauch dünner als Apples aktuelles Vorzeigemodell und mit 123 Gramm auch ein bisschen leichter. Somit ist es genauso dünn wie das Galaxy Alpha, wenn auch etwas schwerer.

Die Rückseite aus mattem Metall schmeichelt der Hand und macht einen robusten Eindruck. Da sie sich nicht abnehmen lässt, kommen SIM-Karten- und Micro-SD-Kartenslot an der rechten Gehäuseseite unter. Damit wären wir aber auch schon bei einem großen Schwachpunkt des Galaxy A5: Aufgrund der Fertigungsweise aus einem geschlossenen Metallkörper gibt es keine Möglichkeit, den Akku nach längerer Nutzungsdauer auszutauschen. Hier verspielt Samsung einen wichtigen Vorteil, der alle vorherigen Modelle gegenüber Apples iPhones auszeichnete.

Display: Auch ohne Full HD lässt's sich leben

Samsung Galaxy A5
Das Display ist Samsung-typisch brillant, könnte aber etwas heller sein. (© 2015 TURN ON)

Während das 4,5 Zoll große Samsung Galaxy A3 mit mickrigen 960 x 540 Pixeln auflöst, kommt das größere A5 immerhin auf HD-ready-Auflösung. Das 5 Zoll große Super-AMOLED-Display stellt demzufolge 1280 x 720 Pixel dar, die Pixeldichte liegt bei 294 ppi. Das ist zwar kein hervorragender Wert, ausgefranste Linien wird der Betrachter dennoch nicht entdecken. Natürlich ist dies kein Vergleich zu aktuellen Topmodellen oder dem Galaxy Alpha – allerdings will das Metall-Smartphone auch nicht in dieser Liga mitspielen. Punkten kann das Galaxy A5 im Test hinsichtlich des Kontrasts und der Farbdarstellung, die ähnlich überzeugen wie bei Samsungs Spitzenmodellen. Lediglich bei der Helligkeit kann der Screen im Vergleich mit anderen Modellen nicht mithalten.

Hardware und Ausstattung im Test: Solide Technik für Selfie-Freunde

Samsung Galaxy A5
Auch für die Rückkamera bietet Samsung einen Selfie-Modus an. (© 2015 TURN ON)

Ausstattungstechnisch sind von Samsungs Mittelklassemodell keine Wunder zu erwarten. Eine vernünftige Performance ist dennoch Voraussetzung, um am Smartphone-Markt bestehen zu können. Und das kann das Galaxy A5 mit seiner Snapdragon 410-CPU bei Standardanwendungen leisten. Der Quad-Core-Prozessor ist mit 1,2 GHz getaktet und wird von 2 GB Arbeitsspeicher unterstützt. Rechenaufwändige Spiele zwingen den Prozessor allerdings in die Knie. Das Testgerät brachte 16 GB internen Speicher mit. Dank Micro-SD-Slot ist dieser aber um bis zu 64 GB erweiterbar.

Damit sollte genügend Speicherplatz für Selfies zur Verfügung stehen – die zur Spezialität der schicken A-Reihe zählen. Die Selbstporträts können wahlweise mit der 13-Megapixel-Hauptkamera oder der 5 Megapixel-Frontkamera aufgenommen werden. Dank eines Wide-Angle-Modus mit 100 Grad Sichtfeldabedeckung passen auch Menschengruppen aufs Bild. Zum Auslösen benutzt der Galaxy-Besitzer entweder einen Sprachbefehl oder eine Handgeste. Gefällt das Ergebnis nicht, macht das A5 die Gesichter auf den Bildern optional schlanker, die Haut schöner und die Augen größer. Momente, die sich am besten szenisch abbilden lassen, können als animierte GIF gespeichert werden.

Um sich aus der Masse der Mittelklassemodelle abheben zu können, spendierte Samsung dem Galaxy A5 zudem einige weitere Features, die auch High-End-Produkten vorbehalten sein könnten. Neben dem Hauptkamera-Selfie-Modus sind das vor allem adaptive Einstellungen beim Display und beim Sound. So optimiert der Androide die Farb-, Sättigungs-, Kontrast- und Helligkeitseinstellungen je nachdem, ob gerade Videos angesehen oder eBooks gelesen werden. Der Sound passt sich zum Beispiel beim Telefonieren an: Ist es in der Umgebung sehr laut, überträgt das A5 auch Deine Stimme lauter. Das Lautstärkeniveau beim Gegenüber soll damit konstant bleiben.

Ansonsten gibt es im Test wenig Überraschungen. Das neue Samsung-Modell kommt mit vorinstalliertem Android 4.4 KitKat, Bluetooth 4.0, GPS, GLONASS, LTE der Kategorie 4 und einer USB-2.0-Schnittstelle.

Akkuleistung: Stärker als das iPhone 6

Der Energiespeicher ist beim Samsung Galaxy A5 natürlich nicht so groß dimensioniert wie bei den Topmodellen mit ihren Riesen-Screens. Mit 2300 mAh speichert der Akku des Samsung-Smartphones allerdings mehr Energie als der 1810-mAh-Speicher des iPhone 6. So hält das Galaxy A5 mit seinem Qualcomm-Prozessor auch bei intensiver Nutzung etwas länger durch als das Apple-Flaggschiff mit Samsungs Exynos-CPU. Wer allerdings viele Videos schaut und viel surft, muss beide Geräte mindestens einmal pro Tag zum Laden an die Steckdose klemmen.

Fazit: Warum eigentlich nicht?

Samsung Galaxy A5
Schick, solide, bezahlbar: In der Mittelklasse kann der Androide überzeugen. (© 2015 TURN ON)

Auch wenn wir das iPhone 6 im Test mehrfach für Vergleiche herangezogen haben, auf Augenhöhe liegen Apple-Modell und Samsungs Galaxy A5 nicht – zumindest technisch. Bei der Optik sieht das schon ganz anders aus. Hier kann auch das südkoreanische Modell mit Mittelklasse-Technik punkten. Das liegt vor allem am schicken Unibody aus Metall. Dieser bringt den gleichen Nachteil mit sich, den Apple-Fans vom iPhone kennen: Der Akku ist nicht ohne Weiteres austauschbar. Ansonsten wäre das Samsung Galaxy A5 ein klasse Android-Smartphone für eine längerfristige Bindung.

Das Design ist edel, die Technik solide – nur der Preis könnte angesichts des nicht mehr ganz so frischen Prozessors niedriger ausfallen. Mit 399 Euro liegt das Modell preislich auf einem Niveau mit anderen Mittelklassegeräten wie dem HTC Desire, dem Sony Xperia S oder dem Nokia Lumia 930. Zum gleichen Preis gibt es aber auch schon Smartphone-Flaggschiffe aus vergangenen Jahren, beispielsweise das HTC One M7. Das bringt dann auch ein Full-HD-Display mit. Wer allerdings keinen Wert auf den schnellsten Prozessor, das schärfste Display und die beste Kamera legt, kann mit dem Galaxy A5 auch glücklich werden. Sofern die Optik gefällt.