GoPro Hero 4 Black Edition im Test: Action in Ultra HD

Starkes Duo: die GroPro Hero 4 als Silver und Black Edition Starkes Duo: die GroPro Hero 4 als Silver und Black Edition (© 2014 TURN ON)

Endlich kein Marketing-Gag mehr: Die GoPro Hero 4 kann nun flüssige 4K-Videos aufnehmen – zumindest in der Black Edition. Die Bildwiederholungsrate liegt jetzt bei 30 fps. Damit zeichnet sie pro Sekunde doppelt so viele Bilder auf wie die 3er-Serie. Was das Flaggschiff sonst noch besser macht als das Vorgängermodell und was die Black von der Silver Edition unterscheidet, haben wir in unserem Test unter die Lupe genommen.

Eine Generation, drei Action-Cams

Erstmals in der Geschichte von GoPro bringt ein Generationswechsel drei Actions-Cams mit unterschiedlicher Ausstattung hervor. Da ist zum einen die technisch abgespeckte GoPro Hero. Mit einer UVP von 124,99 Euro richtet sie sich an Action-Cam-Neulinge und Gelegenheitsfilmer. Bemerkbar machen sich die Einsparungen insbesondere daran, dass Kamera und Gehäuse eine feste Einheit bilden.

Die "4" in der Modellbezeichnung tragen nur die Black Edition und die Silver Edition. Letztere ist die erste GoPro überhaupt, die mit einem Touchscreen auf der Rückseite ausgestattet ist. Die 379,99 Euro teure Variante adressiert vor allem Hobbyfilmer und Sportler. Profis werden wohl auch weiterhin zum Topmodell greifen – der GoPro Hero 4 Black Edition, auf die wir in unserem Test den Fokus gelegt haben.

Design und Handling: Fast identisch mit der GoPro Hero 3+

Schon beim Auspacken fällt auf: Äußerlich unterscheidet sich das neue Flaggschiff nur minimal vom Vorgängermodell. Die Action-Cam misst nach wie vor kompakte 59 x 41 x 21 Millimeter – die Gehäuse der Vorgängerin bleiben also zum Glück kompatibel. Mit 88 Gramm ist die Hero 4 Black Edition zwar 15 Gramm schwerer geworden. Das macht sich im Praxis-Einsatz allerdings kaum bemerkbar. Neu ist auch, dass das Batteriefach nun am Boden untergebracht ist. Handling und Ergonomie tut das keinen Abbruch. Allerdings sind die Akkus jetzt neu geformt – alte Ersatzakkus lassen sich also nicht mehr verwenden.

Ein großer Pluspunkt der GoPro Hero 4 ist die überarbeitete Bedienung. Was bei den Vorgängern störte: Je mehr Funktionen hinzukamen, desto umständlicher wurde die Steuerung mit nur zwei Knöpfen. Die GoPro Hero 3 verfügte zwar bereits über drei Tasten – der kleine Knopf an der Seite diente aber lediglich zum Ein- und Ausschalten des WiFis. Bei der neuen Generation ist der Knopf etwas größer geworden und öffnet nun Kontextmenüs in den verschiedenen Aufnahmemodi. Eine kleine Änderung in der Benutzeroberfläche – ein großer Gewinn für die Nutzerfreundlichkeit.

Die GoPro Hero 4 Black Edition ist das neue Flaggschiff des Herstellers.
GoPro Hero 4 Black Edition (© 2014 TURN ON)
Anders als die Silver Edition verfügt die Black Edition über kein Display auf der Rückseite.
GoPro Hero 4 Black Edition (© 2014 TURN ON)
Für Unterwasser-Action und widrige Bedingungen: das Schutzgehäuse.
GoPro Hero 4 Black Edition (© 2014 TURN ON)
Das Batteriefach ist nun anf der Unterseite der Kamera.
GoPro Hero 4 Black Edition (© 2014 TURN ON)
Starkes Duo: die GroPro Hero 4 als Silver und Black Edition
GoPro Hero 4 Silver und Black Edition (© 2014 TURN ON)
Einer der großen Unterschied der Kameras: Nur die Silver Edition hat ein Display auf der Rückseite.
GoPro Hero 4 Silver und Black Edition (© 2014 TURN ON)

Ausstattung und Hardware: Black Edition trumpft mit 4K auf

Was für das Videoergebnis zählt, sind natürlich die inneren Werte. Und diesbezüglich hat GoPro einen großen Schritt nach vorn gemacht. Der Prozessor ist nun doppelt so schnell wie beim letztjährigen Flaggschiff. Somit filmt die neue Black Edition mit einer maximalen Auflösung von 3840 x 2160 Pixeln, also 4K. Das Entscheidende dabei ist: Nun wird endlich mit 30 fps aufgenommen. So entstehen endlich ruckelfreie Ultra-HD-Videos.

Für Sportler dürfte interessant sein, dass die Action-Cam in Full-HD-Auflösung stolze 120 Bilder pro Sekunde aufzeichnen kann. Das Ergebnis sind gestochen scharfe Zeitlupenaufnahmen. Schade ist lediglich, dass der Hersteller die Bildwiederholungsfrequenz im 720p-Modus nicht erhöht hat – hier hätten wir statt der 120 fps gerne 240 Bilder pro Sekunde gesehen. Der neue Prozessor wäre dazu auch in der Lage, der Bildsensor laut GoPro allerdings nicht.

Bildqualität: Satte und detailgetreue Aufnahmen

Im Test zeigt sich schnell: Die GoPro Hero 4 Black Edition hält, was sie verspricht. Die Action-Cam liefert knackig scharfe, detailgetreue  Bilder mit natürlichen Farben und solidem Dynamikumfang. Und auch der Ton klingt im Vergleich zur 3er satter – vorausgesetzt, das Unterwassergehäuse kommt nicht zum Einsatz. Einen deutlichen Qualitätssprung macht die GoPro Hero 4 auch bei Nachtaufnahmen: Dank neuer Nachtfoto- und -zeitraffer-Modi sowie manuellen Einstellungsmöglichkeiten gelingen bei schwachen Lichtverhältnissen noch tolle Fotos. Das optimale Einstellen der Aufnahmeparameter – ISO, Weißabgleich und Verschlusszeit – erfordert allerdings etwas Übung.

Wer kreative Fotos schießen will, sollte ungewöhnliche Perspektiven wählen.
GoPro Hero 4 Black Edition (© 2014 TURN ON)
Dank des extremen Weitwinkel erfasst die GoPro außergewöhnlich viel von ihrer Umgebung.
GoPro Hero 4 Black Edition (© 2014 TURN ON)
GoPro Hero 4 Black Edition
GoPro Hero 4 Black Edition (© 2014 TURN ON)
GoPro Hero 4 Black Edition
GoPro Hero 4 Black Edition (© 2014 TURN ON)
GoPro Hero 4 Black Edition
GoPro Hero 4 Black Edition (© 2014 TURN ON)
GoPro Hero 4 Black Edition
GoPro Hero 4 Black Edition (© 2014 TURN ON)
GoPro Hero 4 Black Edition
GoPro Hero 4 Black Edition (© 2014 TURN ON)
GoPro Hero 4 Black Edition
GoPro Hero 4 Black Edition (© 2014 TURN ON)

Akkuleistung: Weiterhin die Achillesferse der Action-Cam

Skeptisch waren wir beim Blick auf die neuen Akkukapazitäten. Bekanntermaßen ist das Durchhaltevermögen die Achillesferse der Action-Cam – zumindest, seit die Bedienung via WiFi möglich ist. Umso mehr verwundert es, dass der Hersteller 1160-mAh-Akkus in der GoPro Hero 4 einsetzt. Im Vorgängermodell betrug die Akkukapazität noch 1180 mAh. Und so zeigt der Test, was angesichts des schnelleren Prozessors zu vermuten war: Auch die neue GoPro ist kein Dauerläufer. Wer mit 4K filmt, hat daher besser Ersatzakkus dabei. Denn in diesem Modus hält die Black Edition nicht einmal 60 Minuten durch.

Preis-Leistung: Eine Geschmacksfrage

Kommen wir gleich zu einem weiteren Nachteil des Marktführers: seinem Preis. Denn das neue Flaggschiff wird auch mit dieser Generation wieder teurer. 479,99 Euro sind für die Black Edition der GoPro Hero 4 zu zahlen – die Konkurrenz liegt teils deutlich darunter. Dabei rücken andere Action-Cams qualitativ näher an die GoPro heran – beispielsweise die Sony HDR-AS100V oder die Panasonic HX-A500.  Allerdings ist die GoPro Hero 4 aktuell noch die einzige Action-Cam am Markt, die UHD-Videos mit beeindruckenden 30 Bildern pro Sekunde aufnimmt.

Alternative für Hobbyfilmer: Die GoPro Hero 4 Silver Edition

Für immerhin 100 Euro weniger gibt es die zeitgleich erschienene Silver Edition der aktuellen Action-Cam-Generation. Diese sieht genauso aus wie die Black Edition – allerdings nur von vorne betrachtet. Beim Blick auf die Rückseite fällt sofort das GoPro-Novum ins Auge: der bereits in die Kamera integrierte Touchscreen. Zwar wird die Bedienung auch bei der Silver Edition bereits durch die zusätzlichen Funktionen des dritten Knopfes leichter. Der 1,75 Zoll große Bildschirm mit Touch-Funktion bedeutet aber vor allem deshalb einen Komfortgewinn, weil man nun endlich sehen kann, was man filmt. Das bringt den Riesenvorteil, Video-Footage bereits vor Ort sichten zu können. Niemand muss mehr Enttäuschungen erleben, weil beispielsweise die Linse beim Filmen verdreckt war.

Die Bedienung des Touchscreens erfolgt für Smartphone-geübte sehr intuitiv. Per Wisch nach links öffnet sich das Auswahlmenü und per Fingertipp erfolgt die Auswahl. Der Haken an der Sache: Natürlich zehrt das – wenn auch sehr kleine – Display an der Akkulaufzeit. Benötigst Du den Bildschirm gerade nicht, schalte ihn deshalb besser aus. Dafür befindet sich praktischerweise ein kleiner Knopf in der linken unteren Ecke der Kamerarückseite.

Technisch liegt die GoPro Hero 4 Silver Edition etwa auf einem Niveau mit der Black Edition der Hero 3+. Allerdings kommt in der neuen Action-Cam auch ein neuer Prozessor zum Einsatz. Auflösung und Aufnahmemodi sind aber nahezu mit der modellgepflegten 3er identisch. Auch die neue Silver Edition filmt maximal 2,7K (2704 x 1520 Pixel) flüssig bei 30 fps, im Full-HD-Modus zeichnet sie maximal 60 Bilder pro Sekunde auf, bei 1080p immerhin 120. Das reicht für flüssige HD-Zeitlupen in einem Fünftel der Originalgeschwindigkeit. Darüber hinaus profitiert auch die günstigere Silver Edition von den neuen Fotomodi für Nacht- sowie Zeitlupenaufnahmen und hat ebenfalls Bluetooth an Bord.

Fazit

Die GoPro Hero 4 in der Black Edition richtet sich klar an Videoprofis. Sie liefert beispiellos scharfe Bilder in 4K-Auflösung, an die Konkurrenzmodelle derzeit noch nicht heranreichen. Allerdings erfordern diese auch das entsprechende Wiedergabemedium. Wer keinen Ultra-HD-Fernseher oder -Monitor besitzt, kann ebenso gut zur günstigeren GoPro Hero 3+ Black Edition greifen. Outdoor-Aktivisten, die ihre Videoaufnahmen nicht professionell bearbeiten, sind auch mit der GoPro Hero 4 Silver Edition bestens beraten. Sie kostet nur 379,99 Euro und liefert eine ebenso beeindruckende Bildqualität ab wie die Black Edition der Vorgängergeneration. Zudem ist ihre Bedienung einfach wie nie. Bist Du nicht auf einen Hersteller festgelegt? Dann kann auch ein Blick links und rechts des Tellerrandes lohnen. Das ist – wie so oft – Einstellungs- und Gewöhnungssache.

Wer einen UHD-Fernseher besitzt, kann sich hier Beispielmaterial von der GoPro Hero 4 Black Edition in beeindruckender 4K-Auflösung ansehen: