iOS 9 im Test: Was bringt das Update dem iPhone 5, 5s und 6?

iOS9-Malte iOS9-Malte (© 2015 TURN ON)

Akkulaufzeit, Performance und so manches mehr: Das Update auf iOS 9 soll auf dem iPhone und iPad eine Menge besser machen – und natürlich auch neue Features mitbringen. Aber machen sich die Verbesserungen wirklich bemerkbar? Drei TURN ON-Redakteure haben das neue Betriebssystem fünf Tage lang einem Alltagstest unterzogen.

1. Revolution verpasst, aber Optimierung gelungen

Von Alexander Mundt

Mit iOS 9 hat Apple das Betriebssystem zwar nicht revolutioniert, aber eine gute Software wurde punktuell noch weiter verbessert. Gleich am Release-Tag habe ich mir iOS 9 für mein iPhone 6 heruntergeladen, obwohl das iPhone 6s bereits bestellt ist. Die Installation funktionierte wie gewohnt reibungslos, auf ein extra Backup vorher habe ich verzichtet, zumal iCloud ohnehin jede Nacht eines anlegt. Nach der Installation sah auf meinem Home-Screen prinzipiell alles wie immer aus. Lediglich die App Passbook firmiert jetzt unter Wallet, wenngleich der Start des Bezahlsystems Apple Pay in Deutschland noch bevorsteht. Im Alltagstest macht iOS 9 einen guten und gelungenen Eindruck, ich selbst nutze aktuell jedoch nur wenige neue Features.

iOS 9 läuft im Test ohne Performance-Probleme

Alexander nutzt iOS 9 auf seinem iPhone 6.
Alexander nutzt iOS 9 auf seinem iPhone 6 – große Akku-Unterschiede gibt es für ihn nicht. (© 2015 TURN ON)

Als durchaus nützlich hat sich bei mir aber der neue Zurück-Button erwiesen. Da ich viele E-Mails mit diversen Links erhalte, schätze ich die Möglichkeit, nach dem Besuchen der Webseite schnell und unkompliziert wieder zur vorherigen App zurückzuspringen. Andererseits war dieses Feature ohnehin längst überfällig. Die Multitasking-Ansicht wurde ebenfalls überarbeitet und präsentiert sich jetzt optisch und funktional noch besser. Da ich jedoch oftmals viele Apps geöffnet habe, musste ich feststellen, dass das Wechseln der Vorschaufenster jetzt mitunter etwas weniger flüssig vonstatten geht als bislang. Das war jedoch das einzige Mal, dass ich leichte Hakler bei iOS 9 festgestellt habe.

Keine Verbesserung beim Akku

Angeblich soll die Akkuleistung mit dem Release von iOS 9 verbessert worden sein, was ich im Alltag allerdings nicht bestätigten konnte. Die Batterie ist beim Surfen und Musikhören in Bahn und Bus genauso schnell leergesaugt wie sonst auch – so zumindest mein subjektiver Eindruck. Als absoluter Power-User, der ohnehin eine praktische Akkuhülle für zusätzliche Kapazität verwendet, achte ich sowieso nicht mehr so sehr auf die Prozentanzeige – neu aufladen muss ich dennoch jeden Tag. Der neu eingeführte Energiesparmodus ist jedoch durchaus sinnvoll. Die Akkuanzeige ist bei 20 Prozent gefühlt eine halbe Ewigkeit stehen geblieben. Der neue Modus sorgt dafür, dass der Gang zur Steckdose doch noch ein wenig länger als sonst herausgezögert werden kann.

Stabilität und Sicherheit prägen iOS 9

Als Nachrichtenjunkie habe ich mich auf die News-App gefreut – und war umso enttäuschter, dass deutsche Nutzer bis auf Weiteres auf die Anwendung verzichten müssen. Immerhin kann die App über einen Umweg genutzt werden. Ansonsten liegen die Stärken von iOS 9 vielmehr in der verbesserten Stabilität und Sicherheit – wirklich neue Features sind eher rar gesät. Kurzum: iOS 9 ist eine sinnvolle Weiterentwicklung von iOS 8. Große Änderungen oder Killer-Features sind dagegen Fehlanzeige, aber diese waren ohnehin nicht zu erwarten. Dafür dürfte iOS 10 im nächsten Jahr dann wieder ein wenig revolutionärer ausfallen.

2. Der Teufel steckt im Detail

Von Gregor Rumpf

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Auf seinem iPhone 5 konnte Gregor nach dem Update zwar keine großen Überraschungen entdecken, aber so manche Verbesserung erkennen. (© 2015 TURN ON)

Die Beziehung mit iOS 9 auf meinem doch schon etwas betagten iPhone 5 begann etwas holprig. Bereits bei der Installation am Release-Tag gab es ein paar Probleme, die ich sonst von Apple eigentlich nicht gewohnt bin. Schwamm drüber, dachte ich mir, das liegt bestimmt am riesigen Ansturm auf die Apple-Server. Beim Neustart nach der Installation von iOS 9 war der Schreck dann aber groß: Alle Apps liefen nur noch sehr hakelig und das gesamte Betriebssystem hatte arge Performance-Probleme. Gehört mein iPhone 5 (4 Zoll ftw!) nun doch zum alten Eisen und eignet sich nicht mehr für die neuesten iOS-Updates? Muss ich jetzt gar ein Downgrade zurück auf die vorherige iOS-Version durchführen? Für alle Apple-Nutzer, die ebenfalls Angst vor diesem Problem haben, kann ich jedoch Entwarnung geben. Nach einem Neustart und einigen Minuten Nutzung schnurrt mein altes iPhone wieder so flüssig wie zuvor mit iOS 8.4.1.

Keine Überraschungen, aber viele kleine Verbesserungen

Apple hatte bereits vor dem Release von iOS 9 angekündigt, dass sich die Verbesserungen vor allem unter der Haube finden und keine großartigen neuen Features eingeführt werden. Nach fünf Tagen mit dem neuen Betriebssystem muss ich feststellen: Die Veränderungen sind tatsächlich klein – aber dafür umso feiner. So kann ich dank der neuen Suchfunktion endlich auch in den Einstellungen von iOS stöbern, ohne ewig im Internet nach Menüpfaden zu googeln! Hurra! Ebenfalls clever ist der Zurück-Button, wenn man aus bestimmten Apps wie Mail Safari-Links öffnet. Auch der neue Stromsparmodus, der sich jetzt meldet, wenn der Akku auf 20 Prozent sinkt, ist ungemein praktisch. Zugegeben: Für Android-User mag sich das etwas lächerlich anhören, aber solche Features standen tatsächlich schon seit Ewigkeiten auf der Wunschliste vieler Apple-Nutzer.

Was ist mit der News-App passiert ?!?

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Die News-App sieht wie eine stylischere Version von Flipboard aus. (© 2015 TURN ON)

Von der viel gepriesenen Akku-Verbesserung, die iOS 9 angeblich bringen soll, merke ich im Alltag hingegen nur wenig. Hier muss man aber anmerken, dass mein iPhone 5 nun doch schon etwas älter ist und die vielen Ladezyklen dem Energiespeicher bereits etwas zugesetzt haben. Darüber hinaus bin kein wirklicher Power-User und es außerdem sowieso gewohnt, mein iPhone am Ende des Tages aufladen zu müssen – wenn ich es denn nicht wieder vergesse. Viel ärgerlicher finde ich bei iOS 9 vielmehr, dass ein Feature in der deutschen Version offenbar kurzerhand entfernt wurde: die App News. Noch in den Release-Notes von iOS 9 wird die Anwendung erwähnt, auf dem Home-Screen fehlt dann aber jede Spur davon. Was war da los, Apple? Zwar ist News im Endeffekt nur eine stylischere Version von Flipboard, die ich sicher nicht schmerzlich vermissen werde - und die ich mit einem Trick außerdem trotzdem in Deutschland nutzen kann. Aber wenigstens ein neues Feature in iOS 9 hätte ich mir dann doch gewünscht.

3. Mehr Power = mehr Musik

Von Malte Fleuter

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Als Vielhörer war Malte insbesondere von der Akkulaufzeit seines iPhone 5s unter iOS 9 überrascht. (© 2015 TURN ON)

Dass iOS 9 meinem iPhone 5s einen Boost gebracht hat, habe ich gleich am Morgen nach dem Update während der Fahrt zur Arbeit gemerkt. Beim Musikhören, E-Mails checken und Surfen in der Bahn sinkt die Akkuladung meines iPhones normalerweise auf knapp 75 Prozent – obwohl ich das Smartphone über Nacht auf 100 Prozent geladen habe. Dank des neuen Stromsparmodus in iOS war ich ganz überrascht, dass ich im Büro angekommen noch 92 Prozent Akkukapazität zur Verfügung hatte.

Keine App-Abstürze, aber seltsame Hinweistöne

Auch über den Tag verteilt macht sich das Update positiv bemerkbar: Apps starten schneller, Touch ID erkennt meinen Fingerabdruck nun häufig schneller und zuverlässiger als noch unter iOS 8. App-Abstürze konnte ich bisher nur selten bei den noch nicht für iOS 9 optimierten Anwendungen feststellen. Etwas seltsam finde ich jedoch, dass die Hinweistöne unter iOS 9 nicht bei jeder Push-Benachrichtigung, sondern eher im Zufallsmodus wiedergegeben werden. Bei einer bald endenden eBay-Auktion oder "wichtigen" Game-Notifications mag daraus schnell mal ein Nachteil entstehen ;-)

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Insgesamt läuft iOS 9 auf dem iPhone 5s ohne größere Abstürze. (© 2015 TURN ON)

Performance-Boost für das iPad

Auf meinem iPad der 4. Generation zeichnet sich sogar ein deutlicher Performance-Boost ab: Surfen im Safari-Browser läuft nun weitestgehend ruckelfrei und auch die Apps starten schneller. Schön, dass Apple mit der neuesten Generation des mobilen Betriebssystems dafür gesorgt hat, dass auch ältere Geräte wieder schneller und zuverlässiger laufen. So muss man nicht bei jedem Software-Update auch gleich die Hardware mit updaten! Etwas enttäuscht bin ich allerdings davon, dass Apple die neue Split-Screen-Funktion nur für das iPad Air 2 und nicht auch für ältere Generationen in iOS 9 integriert hat.