iPad mini 3 im Test: Mini-Upgrade für den Apple-Winzling

Das iPad mini 3 unterscheidet sich kaum vom iPad mini 2. Das iPad mini 3 unterscheidet sich kaum vom iPad mini 2. (© 2014 TURN ON)

Apple hat seinem Tablet-Winzling iPad mini 3 endlich den Fingerabdrucksensor Touch ID spendiert. Ansonsten halten sich die Neuerungen im Vergleich zum Vorgänger in Grenzen. Wir haben getestet, ob sich der Umstieg dennoch lohnt.

Design und Handling: Handlich wie ein eBook-Reader

In Sachen Design hat sich beim iPad mini 3 im Vergleich zum Vorgänger iPad mini 2 nichts getan. Das kleine Tablet liegt mit einem Gewicht von 331 Gramm in der Wi-Fi-Version noch immer angenehm leicht in der Hand. Auch nach längerer Bedienung mit nur einer Hand artet das Surfen mit dem Apple-Leichtgewicht also nicht zum Fitnesstraining aus. Wie auch beim iPad Air 2 sind die oberen Kanten des iPad mini 3 geschliffen, was das Tablet sehr griffig macht. Die Kanten auf der Unterseite sind abgerundet und liegen somit angenehm in der Hand. Das iPad mini 3 ist allerdings 1,4 Millimeter dicker als sein großer Bruder iPad Air 2. Das mag sich zunächst nicht nach viel anhören, im Alltag hinterlässt der Tablet-Winzling jedoch tatsächlich einen etwas klobigeren Eindruck.

iPad mini 3 Display
Das iPad mini 3 hat dieselben Abmessungen wie sein Vorgängermodell. (© 2014 TURN ON)
iPad mini 3 Display 2
Das kleine iOS-Gerät bringt 331 Gramm auf die Waage. (© 2014 TURN ON)
iPad mini 3 und iPad Air 2
Im Vergleich zum iPad Air 2 ist der Tablet-Winzling merklich dicker. (© 2014 TURN ON)

Display: Knackiger Screen – aber kein iPad Air 2

Auch in Sachen Retina-Display hat sich beim iPad mini 3 im Vergleich zum Vorgänger nichts geändert. Der 7,9-Zoll-Screen löst weiterhin mit 2048 x 1536 Pixeln auf. Zwar bietet das Display des neuen mini-Tablets mit 326 Pixeln pro Zoll (ppi) sogar eine höhere Detailgenauigkeit als das des iPad Air 2 mit seinen 264 ppi. Der Screen des großen Bruders wirkt aufgrund der neuen Bauweise ohne Luftschichten im Display dennoch deutlich knackiger. Ebenfalls schade: Apple verzichtete beim iPad mini 3 auch auf die Anti-Reflex-Beschichtung vom iPad Air 2. Bei ungünstigem Lichteinfall kann der Screen des Tablet-Winzlings daher ziemlich stark spiegeln. In Sachen Helligkeit, Kontrast und Blickwinkelstabilität gibt es beim iPad mini 3 wiederum nichts auszusetzen.

iPad mini 3 und iPad Air 2 Größenvergleich
Das iPad mini 3 misst 7,9 Zoll, das iPad Air 2 misst 9,7 Zoll in der Diagonalen. (© 2014 TURN ON)
iPad mini 3 Display
Bei ungünstigem Lichteinfall spiegelt das Display des iPad mini 3 stark. (© 2014 TURN ON)

Hardware und Ausstattung: Touch ID als zentrale Neuerung

Erst bei der Ausstattung findet sich die erste echte Neuerung des iPad mini 3 – der Fingerabdrucksensor Touch ID. Der Scanner, der erstmals im iPhone 5s Verwendung fand, funktioniert auch beim iPad mini 3 tadellos. Mit dem zuvor angelegten Fingerabdruck kann das Tablet auch ohne Sperrcode entsperrt werden. Zudem lässt sich mit Touch ID bei iTunes, im App Store und bei iBooks mit einer einzigen Berührung der Kauf bestätigen. Somit müssen die Rechnungsadresse und das Passwort nicht ständig neu eingegeben werden.

Darüber hinaus unterstützt das iPad mini 3 das neue Bezahlsystem Apple Pay. Zusammen mit Touch ID können somit auch andere Online-Zahlungsvorgänge mit dem Fingerabdruck bestätigt werden. Bislang ist Apple Pay allerdings nur in den USA verfügbar. Ein Bezahlen im Laden wird mit dem iPad mini 3 leider nicht möglich sein, da das Tablet keinen NFC-Chip besitzt.

iPad mini 3 Rückkamera
Die Rückkamera löst mit 5 Megapixeln auf. (© 2014 TURN ON)
iPad mini 3 Frontkamera
Die Frontkamera reicht für Videotelefonie völlig aus. (© 2014 TURN ON)
iPad mini 3 Fingerabdrucksensor
Wichtigste Neuerung gegenüber dem iPad mini 2 ist der Fingerabdrucksensor. (© 2014 TURN ON)

Die Rückkamera des iPad mini 3 schießt Fotos mit fünf  Megapixeln. Das reicht für Bilder in Schnappschuss-Qualität. Bei normaler Belichtung können die Fotos durchaus überzeugen. Bei schlechter Beleuchtung ist das Bildrauschen jedoch recht auffällig, da es keinen LED-Blitz gibt. Die Frontkamera des mini 3 löst wie bei allen iPads mit 1,2 Megapixeln auf – das reicht für die Videotelefonie mit FaceTime völlig aus.

Akkuleistung: Leider nur solides Mittelfeld

Die Akkulaufzeit des iPad mini 3 ist identisch mit der des Vorgängers aus dem vergangenen Jahr. Beim normalen Surfen im WLAN hält das kleine Tablet ungefähr zehn Stunden durch. Im mobilen Datennetz gehen beim iPad mini 3 eine Stunde früher die Lichter aus. Damit liegt der Apple-Winzling in Sachen Batterielaufzeit im guten Tablet-Mittelfeld. Konkurrenten wie das Sony Xperia Z3 Tablet Compact bieten hier deutlich mehr. Wünschenswert wäre für die Zukunft zudem ein schnellerer Ladezyklus wie bei den neuen iPhones.

iPad mini 3 Rückseite
Nach etwa zehn Stunden Dauerbetrieb muss das Tablet an die Steckdose. (© 2014 TURN ON)

Preis-Leistung: Die 100-Euro-Frage

Die Einsteigervariante des iPad mini 3 mit 16 GB internem Speicher und Wi-Fi-only kostet 389 Euro. Für 100 Euro weniger gibt es das exakt baugleiche und nur ein Jahr alte iPad mini 2, dem lediglich der Touch ID-Sensor und die Farboption Gold fehlt. Bereits beim Kauf solltest Du zudem bedenken, dass Apple bei seinen Tablets keine Speichererweiterung via Micro-SD-Karte unterstützt. Die Top-Version des iPad mini 3 mit 128 GB Speicher lässt sich Apple allerdings auch fürstlich bezahlen: Mit LTE wandert diese Variante für 709 Euro über den Ladentisch. Für nur 100 Euro mehr gibt es allerdings bereits die Top-Version des wesentlich stärkeren iPad Air 2.

Fazit: Braucht es das iPad mini 3 wirklich?

Das iPad mini 3 ist ohne Frage ein sehr gutes Tablet mit knackigem Display und starker Technik. Gerade für unterwegs ist das handliche Gerät ideal geeignet – es braucht kaum Platz in der Tasche und ist so leicht, dass es auch nach langer Benutzung noch angenehm in der Hand liegt. Es stellt sich jedoch die Frage, welche Kunden Apple mit dem neuen Tablet-Winzling überhaupt ansprechen will. Der nur ein Jahr alte Vorgänger bietet bis auf Touch ID alle Features des iPad mini 3. Ob sich tatsächlich viele Käufer finden, die für einen Fingerabdrucksensor und die Farbvariante Gold 100 Euro mehr auf den Ladentisch legen, erscheint zumindest zweifelhaft. Für alle Besitzer eines iPad mini 2 lohnt sich der Umstieg also kaum. Und auch Tablet-Neulinge sollten überlegen, ob sie nicht lieber zum preisgünstigeren Modell aus dem letzten Jahr greifen.

Konkurrenz erwächst dem iPad mini 3 auch noch von ganz anderer Seite: Das fast zeitgleich vorgestellte iPhone 6 Plus erreicht mit seinem 5,5-Zoll-Screen schon fast die Ausmaße eines Mini-Tablets. Technisch ist das iPhone 6 Plus dank A8-Chip dem iPad mini 3 sowieso überlegen. Bleibt also nur das Fazit: Das iPad mini 3 ist ein richtig gutes Kompakt-Tablet – für eine echte Kaufempfehlung bietet das Mini-Update für den Apple-Winzling aber einfach zu wenig Neuerungen.