iPad mini 4 im Test: Tablet-Revolution oder lauer Aufguss?

Dünner, schneller, aber auch besser? Das iPad mini 4 im Test. Dünner, schneller, aber auch besser? Das iPad mini 4 im Test. (© 2015 TURN ON)

Das iPad mini 4 wurde von Apple auf der Keynote nur kurz erwähnt – gerechtfertigt oder nicht? Das Tablet zeichnet sich durch mehr Power und ein noch dünneres Design aus. Ob sich der Kauf des kompakten Geräts lohnt, verrät unser Test.

Apple bleibt seiner Design-Linie treu. Optisch gleicht das iPad mini 4 dem direkten Vorgänger iPad mini 3, welches wir ebenfalls getestet haben. Haben die Abmessungen beim iPad mini 3 im Vergleich zum iPad Air 2 noch Anlass zur Kritik gegeben, hat Apple diesen Kritikpunkt mit dem Release des iPad mini 4 ausgemerzt. Das neue Tablet im Mini-Format ist jetzt lediglich 6,1 Millimeter dünn – genau wie das iPad Air 2 und deutlich weniger als das Vorgängermodell. Mit gerade einmal 299 Gramm (Wifi-Version) liegt das iPad mini 4 äußerst angenehm in der Hand. Die Verarbeitung ist tadellos, das Tablet macht einen sehr hochwertigen Eindruck.

Brillantes Retina-Display mit Anti-Reflexionsbeschichtung

Apple vertraut auch für das neueste Modell auf die bewährte Retina-Auflösung von 2048 x 1536 Bildpunkten – und erreicht somit eine ausgezeichnete Pixeldichte von 326 ppi. Die Auflösung bleibt zwar unverändert, dafür hat Apple das Display verbessert. Was beim Vorgänger noch ein Kritikpunkt war, gilt für das iPad mini 4 nicht mehr. Der iPhone-Hersteller hat die drei Schichten des alten Displays zu einer Schicht verschmolzen. Der Abstand zwischen den einzelnen Displays entfällt, störende Reflexionen sind Fehlanzeige. Und auch die Anti-Reflexionsbeschichtung wurde jetzt integriert, nervige Blendeffekte werden somit deutlich reduziert. Sowohl Kontrast als auch Helligkeit sind ohnehin über jeden Zweifel erhaben.

IPad_Mini_4
Das Display besteht jetzt nur noch aus einer einzigen Schicht. (© 2015 TURN ON)
IPad_Mini_4-4
Touch ID ist auch beim iPad mini 4 wieder an Bord. (© 2015 TURN ON)
IPad_Mini_4-3
Die Frontkamera löst unverändert mit 1,3 Megapixeln auf. (© 2015 TURN ON)

iPad mini 4 setzt auf den iPhone 6-Prozessor A8 und 2 GB RAM

Für die Mini-Reihe wurde der Fingerabdruckscanner Touch ID erstmalig beim direkten Vorgänger verwendet, und auch das aktuelle Modell hat diese praktische Technik integriert. Das funktioniert schnell, zuverlässig und nahezu tadellos. In Sachen Leistung hat das US-Unternehmen noch einmal kräftig aufgerüstet. Im iPad mini 4 kommt der A8-Prozessor zum Einsatz, der auch im iPhone 6 ein schnelles und flüssiges Arbeitstempo sicherstellt. Daran hat nicht zuletzt auch der Arbeitsspeicher seinen Anteil, dieser wurde auf 2 GB aufgestockt. Ohnehin überzeugt die Leistung des Tablets. Spiele, Apps, Multimedia – alle diese Aufgaben meistert das Gerät mühelos.

Kamera des iPad mini 4 knipst Bilder in 8 MP und filmt in Full HD

Die iSight-Kamera des iPad mini 4 nimmt nunmehr Bilder in 8 Megapixeln auf, beim Vorgänger waren es nur 5 MP. Die Bildauflösung ist zwar jetzt höher, aber mehr als gute Schnappschüsse sind dennoch nicht drin. Die Qualität der Fotos ist okay, aber weit davon entfernt als überragend zu gelten. Zwar kann die Farbwiedergabe überzeugen, ein unübersehbares Bildrauschen und leichte Unschärfen trüben den Eindruck aber etwas. Für ein Tablet geht die Kamera aber völlig in Ordnung. Unverändert bleibt die Qualität der Selfiecam, hier kommt weiterhin ein 1,2-Megapixel-Sensor zum Einsatz – was für FaceTime und Videotelefonie aber völlig ausreicht.

IPad_Mini_4-11
Die iSight-Kamera knipst Bilder in 8 Megapixeln. (© 2015 TURN ON)
IPad_Mini_4-10
Videoaufnahmen in Full HD-Auflösung sind ebenfalls möglich. (© 2015 TURN ON)
IPad_Mini_4-5
Die Verarbeitung ist Apple-typisch gewohnt hochwertig und exzellent. (© 2015 TURN ON)

Akkukapazität sinkt, aber Batterielaufzeit nahezu unverändert

Die reine Akkukapazität ist im Vergleich zum iPad mini 3 deutlich gesunken – und zwar von 6471 mAh auf 5124 mAh, was nicht zuletzt der kompakteren Bauweise geschuldet sein dürfte. Apple selbst spricht von einer Batterielaufzeit von bis zu zehn Stunden. Ermöglicht wird dies durch den effizienteren A8-Chip, das neue iOS 9-Betriebssystem arbeitet ebenfalls energieeffizienter als iOS 8. Die Akkulaufzeit fällt im Alltag nicht unangenehm auf, sondern ermöglicht eine ausgiebige Nutzung. Das iPad mini 4 positioniert sich in puncto Batterielaufzeit zwar nicht im Spitzenfeld der Tablets, aber doch immerhin im soliden Mittelfeld.

Das iPad mini 4 gibt es mit 16 GB für 389 Euro zu kaufen

Mit dem Release des iPad mini 4 hat Apple den direkten Vorgänger gleich aus dem Apple Store verbannt. Wer also direkt bei Apple ein iPad mini erwerben möchte, hat nur noch die Wahl zwischen dem neuen iPad mini 4 und dem etwas älteren iPad mini 2. Zu kaufen gibt es das iPad mini 4 in den Farben Silber, Gold und Space Grau. Die günstigste Variante mit 16 GB Speicherkapazität und WLAN kostet 389 Euro. Das teuerste Modell mit 128 GB internen Speicher und LTE schlägt mit einem Preis von 709 Euro zu Buche. Das aktuelle Modell kostet somit zur Markteinführung genauso viel wie das Vorgänger-Tablet.

Fazit: Das iPad mini 4 überzeugt fast auf ganzer Linie

Apple hat das iPad mini 4 an einigen Stellen sinnvoll verbessert und ein ohnehin schon sehr gutes Tablet noch besser gemacht – eine Revolution ist das kompakte Tablet aus Cupertino jedoch nicht. Das iPad mini 4 ist dünner, schneller und leistungsstärker als sein Vorgänger. Neue Features oder großartige Änderungen sucht man allerdings vergeblich. Ein Alleinstellungs-Feature wie 3D Touch beim iPhone 6s oder der Pencil beim iPad Pro kann das iPad mini 4 nicht vorweisen.

Das ist auch nicht unbedingt notwendig, macht aber zugleich einen Umstieg für Besitzer des Vorgängermodells auf die aktuelle Version nicht interessanter. Dennoch: Empfehlen kann man das iPad mini 4 ohne Vorbehalte. Der Käufer erhält ein modernes Tablet in kompakter Form, das vor allem in Sachen Design und Performance kaum Wünsche offen lässt. Dass das iPad mini 4 auf der diesjährigen Keynote nicht mehr als eine Randnotiz darstellte, hat es jedenfalls nicht verdient.