Kenwood Cooking Chef KM084 im Test: Lifestyle für die Küche

Die Kenwood Cooking Chef kann viel, ist aber auch teuer. Die Kenwood Cooking Chef kann viel, ist aber auch teuer. (© 2015 TURN ON)

Küchenmaschinen werden langsam wieder sexy. Hersteller wie KitchenAid, Kenwood, Bosch, Braun und Krups sorgen dafür, dass die seit Omas Zeiten aus der Mode gekommenen Geräte wieder ankommen – entweder dank buntem Anstrich, futuristischem Design oder aufgrund ihres Funktionsumfangs. Wo sich die Kenwood Cooking Chef KM084 in diesem Umfeld positioniert, haben wir in einem Test unter die Lupe genommen.

Kenwood Cooking Chef KM084: Johann Lafer steht Pate

Trotz billigem Fast-Food und schnell gemachter Fertiggerichte – Küchenmaschinen ließen sich trotz ihres angestaubten Images niemals vom Markt verdrängen. Die Auswahl ist nach wie vor vielfältig: von billig bis teuer, von schlicht bis knallig bunt, von klein und handlich bis robust und massiv. Es gibt passende Geräte für die Kleinfamilie und Modelle, die helfen, eine ganze Horde hungriger Mäuler zu stopfen. Manche Maschinen besitzen Rührmesser, die von unten mischen, häckseln oder schneiden. Andere verfügen über einen Schwenkarm und austauschbare Rührelemente. Und manche können sogar kochen. Dazu zählt auch die Kenwood Cooking Chef KM084.

Das Modell besitzt ein Induktionskochfeld, sodass nicht nur Teige angerührt und Zutaten für Gerichte vermengt, sondern gleich ganze Mahlzeiten darin zubereitet werden können. Einer, der diese Kombination schätzt, ist Sternekoch Johann Lafer. Er steht Pate für die verschiedenen Cooking Chef-Modelle von Kenwood. Das kann durchaus hilfreich sein, um aus der Vielzahl an Küchenmodellen hervorzustechen: Andere haben einen Vorteil durch ein cooles Image wie die KitchenAid – Kenwood hingegen hat besagten Johann Lafer.

Anleitung und Rezepte: Inspirationen vom Sternekoch

Zum Lieferumfang der Kenwood Cooking Chef KM084 zählt daher auch ein Buch mit zahlreichen Rezeptideen des Profikochs. Schnelle Suppen und Vorspeisen sind darin ebenso zu finden wie gedämpfte, gekochte oder geschmorte Hauptgerichte und sündhafte Mousses, Mehlspeisen oder Kuchen. Ob die fertigen Gerichte bei jedem Cooking Chef-Besitzer dann auch tatsächlich so appetitlich aussehen wie in dem mitgelieferten Buch, sei einmal dahingestellt. An den nötigen Anregungen und Ideen sollte das Kochvergnügen jedoch nicht scheitern. Weitere Rezepte finden Käufer der Küchenmaschine online: Eine kleine Auswahl gibt es auf der Webseite von Kenwood.

Wer nun loslegen will mit dem Mixen und Kochen, sollte das nicht unbedingt mit knurrendem Magen tun. Denn die Bedienungsanleitungen für die Kenwood Cooking Chef KM084 sind zusammen noch einmal so dick wie das Buch mit den Rezepten. Erleichterung aber beim Blick ins Inhaltsverzeichnis: Der deutschsprachige Teil ist nur etwa 20 Seiten lang. Die Anleitung ist übersichtlich gestaltet und enthält einfach zu verstehende Erklärungen.

Design: Futuristischer Anstrich für aus der Mode gekommenes Gerät

Kenwood Cooking Chef
Viel Chromglanz und Edelstahl: Das ist die Kenwood Cooking Chef. (© 2015 TURN ON)
Kenwood Cooking Chef
Drehregler und Lüftungsschlitze spiegeln regelrecht. (© 2015 TURN ON)
Kenwood Cooking Chef
Das Design der Maschine ist preisgekrönt. (© 2015 TURN ON)
Kenwood Cooking Chef
Peppigere Farbvarianten bietet Kenwood allerdings nicht an. (© 2015 TURN ON)

Es kann dann also doch schneller losgehen mit dem Auspacken als zunächst befürchtet. Danach wird der eine oder andere die Kenwood Cooking Chef KM084 sicher prominent in der Küche platzieren wollen. Denn so angestaubt wie ihr Image sieht die Küchenmaschine gar nicht aus. Tatsächlich handelt es sich bei dem Kenwood-Modell sogar um einen Preisträger: Das mit seiner silbernen Farbe modern anmutende Gerät wurde mit dem Red Dot Design Award ausgezeichnet. Einige Abdeckungen sowie die Drehregler für Temperatur und Rührgeschwindigkeit glänzen chromfarben. Insgesamt hinterlässt die Cooking Chef einen für ihren hohen Preis angemessen hochwertigen Eindruck. Wer allerdings poppige Akzente in der Küche setzen will, wird bei Kenwood nicht fündig.

Zusammenbau und Handhabung: Stolzes Gesamtgewicht

Kenwood Cooking Chef
Insgesamt 24 Kilogramm wiegt das Gesamtpaket. (© 2015 TURN ON)
Kenwood Cooking Chef
Dafür ist der Lieferumfang sehr großzügig. (© 2015 TURN ON)
Kenwood Cooking Chef
Außer dem K-Haken sind unter anderem... (© 2015 TURN ON)
Kenwood Cooking Chef
...ein Schneebesen... (© 2015 TURN ON)
Kenwood Cooking Chef
...ein Rührpaddel... (© 2015 TURN ON)
Kenwood Cooking Chef
... ein Knethaken und... (© 2015 TURN ON)
Kenwood Cooking Chef
... ein Hochtemperatur-Flexirührer mit an Bord. (© 2015 TURN ON)

Vor dem ersten Einsatz will die Kenwood Cooking Chef KM084 erst einmal aufgebaut werden. Keineswegs unterschätzen sollte man das Gewicht der Maschine und des gesamten Pakets. 13,6 Kilogramm bringt das Gerät mit 6,7-Liter-Edelstahlschüssel und eingesetztem K-Haken auf die Waage. Auf den Rest des Lieferumfangs entfallen noch einmal rund zehn Kilogramm. Außer Cooking Chef, Schüssel und K-Haken liefert Kenwood noch einen Hochtemperatur-Flexirührer, einen Schneebesen, einen Knethaken, ein Rührpaddel, einen Hochtemperatur-Spatel, ein Hitzeschild, einen Spritzschutz, eine Arbeitsflächen-Schutzmatte sowie einen Schraubenschüssel mit. Mit Letzterem kann die Höhe der Rührelemente in der Schüssel optimal eingestellt werden. Idealerweise befindet sich nämlich immer nur ein minimaler Spalt zwischen Rührelement und Schüsselrand. Das Einsetzen der einzelnen Elemente ist denkbar einfach. Und auch der Hitzeschutz für das Planetargetriebe und der Spritzschutz fürs Kochen lassen sich anbringen, ohne die Anleitung ausführlich studiert zu haben. Dann kann es ja losgehen mit den ersten Gerichten.

Funktionen: Die Cooking Chef kocht und rührt gleichzeitig

Kenwood Cooking Chef
Das Aufbauen geht schnell. (© 2015 TURN ON)
Kenwood Cooking Chef
Dann können die Zutaten hineingegeben werden. (© 2015 TURN ON)
Kenwood Cooking Chef
Der Knethaken schafft einen homogenen Hefeteig. (© 2015 TURN ON)
Kenwood Cooking Chef
Dieser lässt sich einfach aus der Schüssel lösen. (© 2015 TURN ON)
Kenwood Cooking Chef
Und im Ofen goldbraun backen. (© 2015 TURN ON)

Erste Wahl: ein Hefeteig. Zutaten zusammengesucht, abgewogen und in die Cooking Chef gegeben. Knethaken eingesetzt, den Drehregler für die Rührgeschwindigkeit kurz auf Minimum, dann auf Stufe 1 gestellt – und los legt die Küchenmaschine. So weit, so einfach. Nach drei bis vier Minuten hat das Kenwood-Modell einen homogenen Teig zusammengeknetet, der sich ganz einfach vom Knethaken und aus der Schüssel lösen lässt. Nach dem Gehenlassen noch einmal kneten, noch einmal gehen lassen und dann ab in den Ofen. Ab hier kann die Cooking Chef nicht mehr zum Gelingen des Brotes beitragen.

Kenwood Cooking Chef
Wer kein Sonderzubehör kauft, muss Gemüse selber schnippeln. (© 2015 TURN ON)
Kenwood Cooking Chef
Das Andünsten und Rühren übernimmt die Maschine. (© 2015 TURN ON)
Kenwood Cooking Chef
Sobald es kocht, sollte der Spritzschutz aufgesteckt werden. (© 2015 TURN ON)
Kenwood Cooking Chef
Nach dem Kochen noch pürieren... (© 2015 TURN ON)
Kenwood Cooking Chef
... fertig ist die leckere Karotten-Orangen-Suppe. (© 2015 TURN ON)

Es wäre allerdings Verschwendung, die Kochfunktion der Küchenmaschine nicht zu testen. Die Kenwood Cooking Chef KM084 bringt neben ihrem 1500-Watt-Motor zum Rühren auch eine 1100-Watt-Induktionskochplatte mit. Die Benutzung ist ebenso einfach wie die der Rührfunktion: Einfach die gewünschte Temperatur einstellen, die Küchenmaschine erledigt den Rest. Der Hochtemperatur-Flexirührer kann währenddessen in verschiedenen Intervallen rühren, dabei entfernt er auch immer alles vom Schüsselrand. Auf dem Display lässt sich jederzeit ablesen, wie lange der Inhalt schon bearbeitet wird. So lassen sich Suppen, Risotto, Marmeladen, Soßen und Co. ganz einfach zubereiten. Das Ärgerliche ist nur, dass man noch selber schnippeln und pürieren muss, sofern man nicht in das passende Sonderzubehör investiert hat.

Die Reinigung ist denkbar schnell erledigt. Hier machen andere Küchenmaschinen deutlich mehr Arbeit. Einfach die Schüssel ausspülen sowie das Rührelement entfernen und reinigen. Wer beim Kochen den Spritzschutz verwendet hat, muss auch die Küche nach dem Zubereiten von Suppen oder Ähnlichem nicht schrubben.

Geräuschentwicklung und Sicherheit: Lauter als eine KitchenAid

Wer eine Küchenmaschine viel und häufig einsetzt, möchte das natürlich nicht unter massiver Lärmentwicklung tun. Hier kann die Kenwood Cooking Chef KM084 nicht wirklich punkten. Zwar ist das Kneten und Rühren von Teigen nicht so laut wie mit einem Handmixer, allerdings gibt es von der Konkurrenz leisere Modelle. In einem Test der Stiftung Warentest aus dem Jahr 2010 schnitt beispielsweise der US-Klassiker KitchenAid besser ab als ein Cooking Chef-Modell, das unserem Gerät ähnelt.

Ein weiterer kleiner Kritikpunkt ist die Produktsicherheit. Zwar verhindern Sicherheitssysteme, dass die Maschine loslegt, wenn nicht alle Elemente richtig angebracht sind. Dann erscheint eine Fehlermeldung im Display. Doch insbesondere für Kinder könnte der Kontakt mit der Cooking Chef gefährlich werden. Ein kleines Manko ist beispielsweise, dass es keinen Klemmschutz gibt. Wer beim Herunterklappen des Schwenkarms nicht aufpasst, kann sich die Finger einklemmen. Nach Möglichkeit sollte die Küchenmaschine zudem so aufgestellt werden, dass kleine Kinder nicht herankommen. Beim Kochen könnten sie sich sonst an der heißen Schüssel verbrennen.

Preis-Leistung: Viel Sonderzubehör kostet extra

Mit einem Preis von rund 1150 Euro ist die Kenwood Cooking Chef KM084 wahrlich kein Schnäppchen. Dafür kann sie aber auch mehr als viele Konkurrenzmodelle. Zudem bietet Kenwood zahlreiche Zubehöroptionen an, sodass die Küchenmaschine viele andere Geräte in der Küche ersetzen kann. Allerdings: Das meiste Sonderzubehör kostet extra. Der praktische Multizerkleinerer für Gemüse, der Mixer für Smoothies und Co., die Pastamaschine für selbstgemachten Nudelteig sowie der Fleischwolf für die Zubereitung von Hackfleischgerichten sind nicht im Lieferumfang enthalten.

Fazit: Die Allround-Küschenmaschine für die Großfamilie

Mit der Kaufentscheidung für die eine oder andere Küchenmaschine mag sich manch einer schwertun. Bei Preisen von mehreren Hundert bis mehr als tausend Euro ist das verständlich. Wichtig ist, vorher einige Fragen zu beantworten: Was soll meine Küchenmaschine können? Nur rühren und mixen, oder auch Gemüse schneiden, Smoothies zubereiten, kochen und dampfgaren? Wie oft nutze ich die Maschine: mehrmals pro Woche oder nur einige Male im Jahr? Und wie viel Zubehör möchte ich verwenden: Brauche ich Fleischwolf, Kräuterhacker oder Nudelteigmaschine?

Die Kenwood Cooking Chef KM084 bietet sich vor allem für diejenigen an, die eine Küchenmaschine mit großem Funktionsumfang und für große Mengen suchen. In der großen Schüssel lassen sich Mahlzeiten für viele Personen schnell und komfortabel zubereiten, die Reinigung geht einfach von der Hand. Da die Cooking Chef massiv und schwer ist, sollte sie einen festen Platz in der Küche finden. Wer nur selten auf eine Küchenmaschine zurückgreifen will, ist mit einem günstigeren und kleineren Modell vermutlich besser beraten. Das robuste Kenwood-Monstrum möchte benutzt und ausgelastet werden. Ansonsten wäre die Anschaffung eines so teuren Geräts auch Geldverschwendung.