LG G4 im Kurz-Test: Auch ein Lederrücken kann entzücken

Mit der Lederrückseite ist das LG G4 ein echter Hingucker. Mit der Lederrückseite ist das LG G4 ein echter Hingucker. (© 2015 TURN ON)

Das ist es also: das LG G4. Am Donnerstag hatte der koreanische Hersteller nach Berlin und München geladen und vor versammelter Presse sein Top-Smartphone präsentiert. Auch TURN ON reiste in die Hauptstadt und brachte ein Exemplar mit nach Hamburg. Ein ausführlicher Test soll zeigen, wie sich das Handy schlägt. Doch was ist unser erster Eindruck vom neuen Flaggschiff?

Im vergangenen Jahr war das LG G3 eine große Überraschung, bot es doch eine sehr gute Performance und ein fast unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis. Nun legen die Koreaner mit dem LG G4 nach. Vor wenigen Wochen enthüllte der Hersteller es zunächst in London, jetzt ist es auch hierzulande angekommen. Mit einem eleganten Design, einem scharfen Display und einer guten Kamera will das Android-Smartphone ab Juni gegen das Samsung Galaxy S6, HTC One M9 und iPhone 6 Plus antreten.

Ausgepackt: Smartphone mit Lederrücken und leichtem Knick

Das LG G4 wird in einem weiß-roten Karton ausgeliefert, allerdings haben wir kein reguläres Verkaufsexemplar erhalten. Dementsprechend ist das Zubehör unseres Testgeräts eher rudimentär: Neben dem Smartphone mit brauner Lederrückseite liegen dem 3000 mAh starken Akku nur noch ein Micro-USB-Kabel samt Stecker bei. Beim Auspacken stechen sofort zwei Besonderheiten des LG G4 ins Auge: Zum einen ist das Smartphone leicht gekrümmt – nicht so stark wie das LG G Flex 2, aber deutlich bemerkbar. Schon das macht das neue Flaggschiff zu einem Hingucker.

Zudem ist da noch der besondere Look, der durch das Echtleder auf der Rückseite entsteht. Es verleiht dem Smartphone einen sehr guten Halt, sodass es auch verschwitzen Händen nicht entgleiten dürfte. Natürlich wird es aber auch eine Kunststoffrückseite geben. Die Bedienung des neuen Flaggschiffs mit nur einer Hand funktioniert übrigens aufgrund des 5,5 Zoll großen Bildschirms lediglich mit langen Daumen wirklich gut.

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Weißer Karton in der Berliner Abendsonne: So wird das LG G4 ausgeliefert. (© 2015 TURN ON)
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Dank der Lederrückseite ist das LG G4 ein echter Hingucker. (© 2015 TURN ON)
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Hinzu kommt die leichte Krümmung des Smartphones. (© 2015 TURN ON)
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Auf der Rückseite sitzen der Power-Button, Lautstärkentasten und die 16-MP-Kamera. (© 2015 TURN ON)
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Beim ersten Einschalten: Das LG G4 läuft mit Android 5.1 Lollipop. (© 2015 TURN ON)

Die Hardware: Besonders die Kamera sticht hervor

Im Vergleich zum HTC One M9 und LG G Flex 2 muss das LG G4 ohne den aktuellen Snapdragon 810 auskommen. Stattdessen setzen die Koreaner auf den Snapdragon 808. Der Prozessor reicht zwar nicht ganz an die Performance des schnelleren Bruders heran, dafür überhitzt er aber auch nicht so einfach. Unterstützt wird der Prozessor von 3 Gigabyte RAM, was ausreichend Power im Alltag versprechen sollte. Der interne Speicher beträgt 32 GB und lässt sich mittels Micro-SD-Kartenslot um bis zu 2 TB erweitern – zumindest theoretisch, da solche Karten bislang noch nicht erhältlich sind.

Wie schon beim Vorgänger misst der Bildschirm des LG G4 5,5 Zoll in der Diagonalen. Das Display löst mit 2560 x 1440 Pixeln bei 538 ppi auf, sodass es wie schon beim LG G3 gestochen scharf wirkt. Zur weiteren Ausstattung gehören neben dem vorinstallierten Betriebssystem Android 5.1 Lollipop samt der Benutzeroberfläche LG UX 4.0 auch eine Rückkamera, die mit 16 Megapixeln auflöst. Sie soll laut LG die große Besonderheit sein, mit der das Flaggschiff aufwartet: Das liegt zum einen an der größeren Blendenöffnung von f/1,8, zum einen an dem größeren Bildsensor. Die Frontkamera hingegen bietet eine Auflösung von acht Megapixeln.

Der erste Test: Tolle Fotos dank großer Blende und neuem Sensor

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Das Berliner Stadtpanorama in der Abendsonne. (© 2015 TURN ON)
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Auch Detailaufnahmen wirken scharf, wie die Blumen in der Abendsonne. (© 2015 TURN ON)
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Die Rückkamera bietet 16 Megapixel. (© 2015 TURN ON)
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Selfies schießt die Frontkamera mit 8 Megapixeln. (© 2015 TURN ON)
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Viel Bewegung stellt für die Kamera kein Problem dar. (© 2015 TURN ON)
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Auch Innenaufnahmen wirken natürlich, wie hier der Berliner Hauptbahnhof. (© 2015 TURN ON)
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Der Berliner Hauptbahnhof am späten Abend. (© 2015 TURN ON)
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Je nach ISO-Wert fangen die Bilder bei Dunkelheit an zu rauschen. (© 2015 TURN ON)

Die Qualität der Bilder ließ sich auch gleich in der Praxis ausprobieren - von einer Dachterrasse aus bot die Berliner Innenstadt ein schönes Panorama. Die Bilder wirken sehr scharf und natürlich, schon im normalen Modus, der viele Optionen vereinfacht oder automatisch regelt. Wer Lust hat, kann in die Expertenansicht wechseln und vom ISO-Wert über den Fokus bis hin zur Belichtungszeit alles einstellen. Auch die Aufnahmen aus dem Inneren des Hauptbahnhofs und Stadtszenen am späten Abend wirken ansprechend. Beim Kopieren der Bilder auf den Laptop spiegelt sich die Qualität der Fotos übrigens auch in der Dateigröße wider: Im JPEG-Format sind die meisten Fotos zwischen vier und acht Megabyte groß. Zudem lassen sich die Bilder auch direkt im größeren RAW-Format speichern. Videos lassen sich zudem in 4K aufnehmen.

Kurzfazit: Das LG G4 macht eine gute Figur

Insgesamt macht das LG G4 schon im ersten Hands-On eine sehr gute Figur – insbesondere der Look, die Haptik und die Kamera brauchen sich vor der Konkurrenz nicht verstecken. Wie es aber mit der Performance und Bedienung im Alltag, den vielen zusätzlichen Features sowie der Akkuleistung aussieht, kann erst ein ausführlicher Test zeigen.

Ab Juni wird es das LG G4 zum Preis von 649 Euro (UVP) zu kaufen geben. Das Ledergehäuse sowie das Kunststoffgehäuse sind in verschiedenen Farben erhältlich – schwarzes, braunes oder rotes Leder beziehungsweise Kunststoff in den Farben Silber, Gold und Weiß.