Medisana BW 300 & BU 550 im Test: Blutdruckmesser für daheim

Medisana BW 300 & BU 550 (10 von 10) Medisana BW 300 & BU 550 (10 von 10) (© 2015 TURN ON)

Nicht nur Mobiltelefone und Uhren sind heutzutage smart, selbst Gesundheitstechnik bietet mittlerweile zusätzliche Computer-Funktionen. Ein Beispiel sind die beiden Blutdruckmessgeräte BW 300 und BU 550 von Medisana mit Bluetooth-Feature. Was die Geräte können, haben wir uns im Test einmal näher angeschaut.

Bedienung und Handling: So einfach war Blutdruck messen noch nie

Die Blutdruckmessgeräte Medisana BW 300 connect und Medisana BU 550 connect sollen dem Nutzer eine einfache Messung des Blutdrucks zu Hause ermöglichen. Beide Geräte arbeiten dafür mit der sogenannten Inflating-Technologie, mit der der Blutdruck bereits beim Aufpumpen der Manschette gemessen wird und die Ergebnisse somit schneller feststehen sollen. Vorbei also die Zeiten, als man beim Arzt minutenlang mit einer unangenehm drückenden Manschette am Arm sitzen musste. Für die Messung des Blutdrucks brauchen sowohl das BW 300 als auch das BU 550 nur ungefähr eine Minute.

Ansonsten gibt es zwischen den beiden Geräten ein paar wichtige Unterschiede. Während das kleine BW 300 am Handgelenk angelegt wird, kommt das große BU 550 an den Oberarm. In beiden Fällen sollte der linke Arm gewählt werden. Eine Messung am Handgelenk mit dem BW 300 ist natürlich bequemer – schließlich muss nicht erst der Ärmel hochgekrempelt werden. Dafür ist die Messung mit dem BU 550 genauer, was sich auch im Test bestätigte. Hinzu kommt: Geräte für die Messung am Oberarm sind üblicherweise auch teurer, was sich in dem Falle bestätigt. Die UVP liegt bei 79,95 Euro bzw. 89,95 Euro.

Medisana BU 550 (2 von 10)
Das kleine BW 300 kommt per Manschette ans Handgelenk. (© 2015 TURN ON)
Medisana BU 550 (7 von 10)
Das große BU 550 gehört an den Oberarm. (© 2015 TURN ON)
Medisana BU 550 (9 von 10)
Die Skala an beiden Geräten erlaubt eine schnelle Einschätzung des Blutdrucks. (© 2015 TURN ON)

Vor allem bei der Oberarm-Manschette des Medisana BU 550 war das Anlegen im Test zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Einfacher geht’s beim BW 300 am Unterarm oder mit etwas Hilfe durch eine andere Person. Nach ein paar Versuchen klappt die Messung des Blutdrucks aber mit beiden Geräten relativ problemlos. Achtung: Beim Messen des Blutdrucks sollte man entspannt sein, zudem muss der Arm ruhig und auf Höhe des Herzens gehalten werden. Die Messungen sollten jeden Tag möglichst zur gleichen Uhrzeit und nicht nach dem Essen oder Sport stattfinden.

Vor der allerersten Messung müssen beim BU 550 nur die vier mitgelieferten Batterien eingesetzt werden, das kleine BW 300 hingegen muss zunächst per USB-Kabel mit einer Stromquelle wie einem PC verbunden und etwas aufladen werden. Anschließend muss bei beiden Blutdruckmessgeräten noch das Datum und die Uhrzeit eingestellt werden und schon kann's losgehen. Nach Abschluss der Messung zeigt ein kleiner Pfeil auf dem Screen anhand einer Ampel-Farbskala sofort an, wie der Blutdruck einzuschätzen ist. Zusätzlich wird auch die Pulsfrequenz angezeigt. Die Werte sind auf beiden Displays gut ablesbar, vor allem das BU 550 richtet sich mit seinem großen Display eher an die ältere Generation.

Auf Wunsch können bei beiden Geräten zwei unterschiedliche Nutzerprofile zur Speicherung der Blutdruckdaten genutzt werden, auch eine Gastmessung ohne Speicherung der Daten ist möglich. Beim Medisana BW 300 stehen 180 Speicherplätze zur Verfügung, beim Medisana BU 550 sogar satte 500.

Bluetooth-Synchronisierung: Anleitung mangelhaft, App top

Ist die Messung mit dem Medisana BW 300 oder dem Medisana BU 550 abgeschlossen, können die Messdaten auf Wunsch auch per Bluetooth an ein Smartphone oder Tablet geschickt und dort in der App VitaDock+ ausgewertet werden. Die App gibt es für iOS und Android, Windows Phone ist leider nicht dabei. Alternativ ist auch eine Auswertung über die Internetseite VitaDock Online möglich. Im Test erwies sich die Bluetooth-Verbindung der Blutdruckmessgeräte zunächst als etwas tricky, da das danebenliegende iPhone nicht erkannt werden wollte. Für eine Bluetooth-Verbindung muss nämlich die App geöffnet und dort ein neues Gerät hinzugefügt werden. Leider finden sich diese Informationen nicht in der beiliegenden Kurzanleitung.

Vitadock-App
In der Vitadock+-App können die Blutdruck-Messwerte analysiert werden. (© 2015 TURN ON)

Die App beziehungsweise Online-Plattform arbeitet auch mit weiteren Medisana-Geräten wie der Körperanalysewaage BS 440 connect oder dem Blutzuckermessgerät MediTouch 2 zusammen. Somit können diverse Fitness- und Gesundheitsdaten umfangreich ausgewertet werden. Zudem können die Messergebnisse aus VitaDock+ auch in die App Apple Health exportiert werden.

Lieferumfang: Leider kein Stromkabel

Sowohl beim Medisana BW 300 als auch beim Medisana BU 550 sind im Lieferumfang eine Tragetasche inbegriffen. Ebenfalls mit in der Packung findet sich ein USB-Kabel (BW 300) beziehungsweise vier Batterien (BU 550) sowie eine Kurzanleitung, die allerdings etwas verbesserungswürdig ist. Ein Netzteil beziehungsweise Stromkabel fehlt leider bei beiden Geräten.

Medisana BW 300 & BU 550 (1 von 10)
Beide Geräte unterscheiden sich hauptsächlich in Sachen Display-Größe. (© 2015 TURN ON)
Medisana BU 550 (6 von 10)
Bei den Messungen ist das kleine BW 300... (© 2015 TURN ON)
Medisana BW 300 (4 von 10)
aufgrund der Handgelenk-Manschette etwas ungenauer. (© 2015 TURN ON)

Fazit: Nützliche Helfer, die nicht den Arzt ersetzen

Die beiden Gesundheitsgeräte Medisana BW 300 und Medisana BU 550 bieten jedem Käufer die Möglichkeit, jederzeit relativ einfach auch zu Hause den Blutdruck überprüfen zu können. Gerade für Menschen, die an Bluthochdruck oder ähnlichen Erkrankungen leiden, dürfte sich die Anschaffung eines solchen Gerätes durchaus lohnen. Im Gegensatz zu standardmäßigen Manschetten läuft die Messung mit den Medisanas vollautomatisch ab, das Gerät zeigt zudem sofort an, wie der Blutdruck einzuschätzen ist. Dabei sollte man natürlich immer im Hinterkopf behalten, dass auch bei den beiden Messgeräten die Manschette korrekt angelegt werden muss – wer hier Fehler macht, erhält auch falsche Messergebnisse. Im Zweifel sollte man also immer zusätzlich einen Arzt konsultieren.