Parrot Airborne Cargo: Kleiner Lastenflieger im Test

Die Parrot Airborne Cargo musst sich in unserem Test beweisen. Die Parrot Airborne Cargo musst sich in unserem Test beweisen. (© 2015 TURN ON)

Drohnen sind in, keine Frage. Von Parrot gibt es jetzt ein paar kleine, neue Modelle, die vor allem Spielzeug sind, denn schwergewichtige Kameras etwa lassen sich an die Minis nicht montieren. Die Parrot Airborne Cargo sollte im Test zeigen, ob sie das Zeug zum Überflieger hat.

Die Parrot Airborne Cargo ist wirklich klein – gerade mal zwei Handteller groß – und wiegt mit Schutzhülle für die vier Rotoren gerade mal 54 Gramm – also weniger als ein mittelgroßer Apfel und das selbst mit Akku. Der übrigens hat eine Kapazität von 550 mAh und ist nach spätestens neun Minuten Drohnenflug leergesaugt. Wenn man die Schutzkäfige montiert, hält der Flattermann sogar nur sieben Minuten durch. Das ist nicht lange, aber dafür beträgt die Ladezeit mit einem guten Ladegerät auch nur 25 Minuten. Am USB-Anschluss des PCs dauert es aber wesentlich länger. Im Lieferumfang jedoch ist nur ein kurzes USB-Kabel enthalten.

Der Drohnen-Start ist einfach

Die Drohne lässt sich denkbar einfach starten. Man lädt den Akku auf, installiert die Flug-App und kann im Grunde sofort loslegen – theoretisch. Denn wenigstens bei unserem ganz normalen Testmodell erschien in der App die Meldung, dass ein ganz anderes Drohnen-Modell von Parrot nach einem Update verlangt. Der vorgeschlagene Rat, die Parrot-Webseite aufzusuchen, führte auch ins Leere – erst das per Smartphone-App angestoßene Update ließ die Meldung verschwinden. Technisch etwas unbedarfte Nutzer könnte das ziemlich verwirren.

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Kleine Lasten wie das mitgelieferte Männchen kann die Drohne locker transportieren. (© 2015 TURN ON)
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Der 550 mAh starke Akku sorgt für eine maximale Flugdauer von etwa 10 Minuten. (© 2015 TURN ON)
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Auch bei diversen Crashs blieb die Parrot-Drohne unversehrt. (© 2015 TURN ON)

Nach dem Update jedenfalls ließ sich die Drohne problemlos starten. In der Luft bleibt das Fluggerät stabil auf der Stelle stehen – wie das für Drohnen ja schon länger üblich ist. Per App kann man sich dann als Pilot betätigen und die Parrot Airborne Cargo ziemlich einfach steuern. Und diese Steuerung ist wirklich pfiffig und simpel gelöst. Per Smartphone-App kann man zwischen einem einfachen und einem Profi-Modus wählen, und ob die Neigung des Smartphones Einfluss auf die Steuerung hat. Wer diesen Modus wählt, kommt mit dem flotten Fluggerät relativ schnell klar.

Beim Crash passiert nicht viel

Man neigt das Smartphone nach links oder rechts und die Parrot Airborne Cargo fliegt in diese Richtung. Oder aber man neigt das Smartphone nach vorne oder hinten und die Drohne gehorcht ebenfalls brav. Das Lenken erfordert zwar etwas Übung, aber wenn man den Bogen raus hat, kann man durch Kombination der Flugbewegungen auch richtige Kurven fliegen. Aber selbst bei einem zu Beginn der Fliegerei unvermeidlichen Crash passiert nicht viel. Die Drohne ist leicht und hat einen Propellerschutz, sodass Kollisionen keine bleibenden Schäden hinterlassen sollten. Gegen den teuren Curved-Fernseher sollte man aber dennoch wohl besser nicht fliegen.

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Tricks wie einige Flips oder auch Turns erledigt die Drohne mühelos. (© 2015 TURN ON)

Wer sich mehr zutraut, kann die Profi-Einstellung wählen, bei der man sein Fluggerät dann mit zwei virtuellen Joysticks auf dem Display steuert. Damit kann man mehr machen, aber es ist auch viel komplexer. Wer dennoch Kunstflugtricks ohne große Übung hinbekommen will, kann das per Voreinstellung machen. Im Menü auf dem Smartphone wählt man den entsprechenden Trick aus, und die Drohne vollführt ein Kunststück. Enthalten sind diverse Flips und Turns, bei denen sich das Gerät in einer bestimmten Richtung einmal um die eigene Achse drehen kann. Ganz ähnlich funktioniert auch der Trick, bei dem man die Parrot-Drohne einfach in die Luft wirft und das Gerät losfliegt.

Bezeichnung "Cargo" ist Werbegag

Die Drohne mit der Bezeichnung "Cargo" zu versehen, ist ein etwas seltsamer Werbegag, denn Lasten lassen sich damit gewiss nicht transportieren. An der Oberseite ist eine Art Lego-Adapter angebracht, auf den man zum Beispiel das mitgelieferte Astronautenmännchen raufstecken kann. Und wer noch Lego zu Hause hat, kann sicher noch das eine oder andere Spielzeug montieren. Aber erstens dürften davon die Flugeigenschaften nicht profitieren und zweitens wird bei steigendem Gewicht auch der Akku schneller leer. Die Sache mit dem Cargo entpuppt sich als Marketing-Masche – die eigentlich nicht nötig ist.

Denn das Gerät kann durchaus einiges, die Flugeigenschaften sind absolut ok, die Steuerung leicht erlernbar und die Akkulaufzeit geht auch in Ordnung, Mehr ist es aber dann eben auch nicht, die Parrot Airborne Cargo ist, außer als Spielzeug, praktisch zu nichts zu gebrauchen. Die eingebaute Kamera, die Fotos von oben schießen kann, ist nett, aber auch nicht besonders innovativ. Live-Bilder sind jedenfalls nicht möglich. Der Preis von 99 Euro geht noch in Ordnung, auch weil es die witzigen Kunstflugtricks gibt.