Samsung Gear S2 im Hands-On-Test: Die erste Wow-Watch

Smartwatches, wohin man schaut – zumindest auf der IFA 2015. Samsung enthüllte die Gear S2, Motorola die neue Moto 360 und auch LG, Huawei und Co. hatten ihre aktuellen Modelle im Gepäck. Ein erster Hands-On-Test mit Samsungs einziger wirklicher IFA-Neuheit stimmt uns optimistisch: Die Gear S2 könnte die erste Smartwatch werden, die auch beim Verbraucher ankommt.

Noch fristet die Smartwatch ein Nischendasein. Bis auf einige Tech-Nerds und Apple-Jünger ist bisher kaum jemand auf den Zug aufgesprungen – auch wenn die Messestände auf der IFA 2015 eine andere Sprache sprechen. Kaum ein großer Hersteller reiste ohne eine Smartwatch-Neuankündigung oder ein aktuelles Modell nach Berlin. So auch Samsung. Während die Smartphone-Neuheiten bereits drei Wochen vor der IFA enthüllt wurden, musste die Gear S2 bis zur Funkausstellung warten.

Samsung Gear S2: Der erste Eindruck

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Bei Samsungs IFA-Pressekonferenz gab es nur einen kurzen Blick auf die Gear S2. (© 2015 TURN ON)
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Die Nachfolgerin der eckigen Gear S bekam ein eigenes Event spendiert. (© 2015 TURN ON)

Da es sich quasi um die einzige wirkliche Mobile-Neuheit von Samsung auf der IFA handelte, bekam die Smartwatch sogar noch einmal ein eigenes Event spendiert und wurde nicht im Rahmen der allgemeinen Samsung-Pressekonferenz vorgestellt. Erst im Anschluss durften die ersten Journalisten dann einen Blick auf die Gear S2 werfen. Und wir waren überrascht: Endlich werden Smartwatches tatsächlich tragbar! Die neue Tizen-Uhr ist weder so klobig, wie es viele andere aktuelle Modelle leider immer noch sind, noch ist sie auf den ersten Blick als smartes Wearable mit Chip-Innereien auszumachen.

Design: Runder Klassik-Look ist gefragt

Anders als ihre Vorgängerin, die Samsung Gear S, ist die Gear S2 nun rund – ein Trend, dem nicht nur Samsung folgt. Als denkbare Alternative zur Apple Watch bieten die Südkoreaner ihren Kunden also ein Wearable, das eher in Richtung klassischer Armbanduhr geht. Wie die Smartwatch aus Cupertino wird aber auch die Gear S2 in mehreren Varianten angeboten.

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Auf der IFA 2015 durften wir die Gear S2 das erste Mal in die Hand nehmen. (© 2015 TURN ON)
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Die Basisversion ist modern minimalistisch designt. (© 2015 TURN ON)
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Je nach Ausführung wirken die Modelle elegant-klassisch oder sportlich-modern. (© 2015 TURN ON)
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Statt auf Android Wear setzt Samsung bei der Gear S2 auf Tizen. (© 2015 TURN ON)

Die Standard-Version ist modern minimal gehalten und richtet sich mit ihrem Silikonarmband vor allem an sportliche Menschen. Besonders angetan hat es uns aber die Classic-Variante, die noch einmal etwas schlanker als die Basisversion ausfällt und mit Lederarmband ausgeliefert wird. Sie ist auf den ersten Blick kaum mehr von einer klassischen Armbanduhr zu unterscheiden.

Komfort: Endlich werden Smartwatches schmaler

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Die Samsung Gear S2 Classic zählt zu den schlankeren Smartwatches. (© 2015 TURN ON)
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... ebenso wie Samsung mit der Gear S2. (© 2015 TURN ON)
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... und schwarzem Lederarmband verfügbar. (© 2015 TURN ON)
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.. ebenso wie Samsung mit der Gear S2. (© 2015 TURN ON)
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Beide Modelle werden als WLAN- oder 3G-Ausführung angeboten. (© 2015 TURN ON)

Da die Gear S2 selbst an schmalen Handgelenken wie meinem kaum auffällt, bin ich der Meinung, dass Samsung nun die erste wirklich massentaugliche Smartwatch im Programm hat – auch wenn kein angebissener Apfel auf der Rückseite prangt. Die runde Gear S-Nachfolgerin schmiegt sich gut ans Handgelenk an und der erste kurze Hands-On-Test versprach einen hohen Tragekomfort. Die Verarbeitung ist auf den ersten Blick sehr hochwertig, das Lederarmband der Classic-Version gefällt. Nichts wackelt, auch die drehbare Lünette hat nur so viel Spiel wie nötig.

Handling: Richtig gute Idee für die Lünette

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Highlight der Gear S2: die drehbare Lünette. (© 2015 TURN ON)
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Damit lässt sich durch Apps und Menüs navigieren. (© 2015 TURN ON)
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Dank ihr landen weniger Fingerabdrücke auf dem Smartwatch-Display als... (© 2015 TURN ON)
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... bei der Auswahl nicht mit dem Finger verdeckt. (© 2015 TURN ON)
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An der rechten Seite sitzen ein Home- und ein Zurück-Button. (© 2015 TURN ON)

Damit kommen wir auch schon zu meinem persönlichen Highlight der Gear S2: Die neue Samsung-Smartwatch besitzt eine drehbare Lünette, wie man sie von klassischen Sportuhren kennt. Bei der smarten Uhr erfüllt sie aber eine wichtige Funktion. Mit ihr lässt sich durch das Tizen-Menü navigieren. Das hat den Vorteil, dass das 1,2-Zoll-Display mit einer Auflösung von 360 x 360 Pixeln zu jeder Zeit sichtbar bleibt und nicht beim Wischen mit dem Finger verdeckt wird. Bestätigen oder Zurücknehmen lassen sich Eingaben via Buttons an der rechten Seite. Dort hat Samsung einen Home- und einen Zurück-Knopf untergebracht.

Software: Tizen statt Android Wear

Die drehbare Lünette ist auch einer der Gründe, warum Samsung bei der Gear S2 erneut auf das hauseigene Betriebssystem Tizen setzt. Laut Hersteller wäre ein solches Feature mit Android Wear nicht realisierbar gewesen. Dennoch wirkt die Benutzeroberfläche im ersten Hands-On-Test sehr schlüssig und intuitiv bedienbar. Zusätzlich zu den gängigen Nachrichten-Features gibt es einige Fitness-, Navigations- und Musikfunktionen. Und natürlich ist auch Samsungs Sprachsteuerung S Voice an Bord.

Was wird die Akkulaufzeit bringen?

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Laut Samsung soll der Akku 2 bis 3 Tage durchhalten. (© 2015 TURN ON)
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Die Armbänder können einfach abgenommen und ausgetauscht werden. (© 2015 TURN ON)

Zu kaufen gibt es die Samsung Gear S2 und die Gear S2 Classic ab Oktober zu Preisen ab 349 Euro. Pünktlich zum Release sollten dann auch Testgeräte verfügbar sein. Wir sind nämlich gespannt, wie lange der 250-mAh-Akku der WLAN- und der 300-mAh-Akku der 3G-Version im Alltag durchhalten werden. Schafft auch die Gear S2 nicht mehr als einen Tag, dürften es Smartwatches weiterhin schwer haben.