Withings Activité Steel im Test: Die Fitness-Uhr für den Mann

Ziemlich edel für eine Fitness-Uhr: Die Withings Activité Steel. Ziemlich edel für eine Fitness-Uhr: Die Withings Activité Steel. (© 2015 TURN ON)

Mit der Activité Steel bringt Withings bereits die dritte Variante seiner Fitness-Uhr auf den Markt. Im Test haben wir überprüft, ob die Smartwatch bei der anvisierten männlichen Zielgruppe ankommt.

Mit der neuen Activité Steel bringt Withings bereits die dritte Version seiner 2014 vorgestellten Fitnessuhr Activité auf den Markt. Erneut setzt der französische Hersteller vor allem auf das Design, dank dem sich die Steel deutlich von den meisten anderen Fitness-Trackern und Smartwatches abhebt. Wie schon bei der Activité Pop geht es mit leichten Anpassungen darum, neue Zielgruppen für das bekannte Wearable zu begeistern. Diesmal nimmt Withings vor allem sportbegeisterte Männer ins Visier.

Gewohntes Design mit leichten Anpassungen

Praktisch bedeutet dies, dass sich bei der Activité Steel kaum Unterschiede zu den beiden Vorgängern feststellen lassen. Im Gegenteil: Nach dem Auspacken unseres Testgeräts mussten wir zunächst sogar zwei Mal hinschauen, um sicherzugehen, dass es sich tatsächlich um ein neues Modell handelt. Das grundlegende Design ist absolut identisch zu dem der beiden Vorgänger. Das ist positiv und negativ zugleich. Positiv, weil Withings damit erneut einen der schönsten und edelsten Fitness-Tracker überhaupt anbietet, negativ, weil die Franzosen mit neuen Ideen geizen.

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Die Activité Steel unterscheidet sich kaum vom Schwestermodell. (© 2015 TURN ON)
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Zum Vergleich die Activité Pop. (© 2015 TURN ON)

Erneut kommt das Fitness-Wearable im klassisch-runden Gewand einer Analog-Uhr daher. Anzeigen und Displays sucht man vergeblich. Statt dessen gibt es zwei Zifferblätter zu bestaunen. Das Größere zeigt die Uhrzeit an, während das kleinere einen Schrittzähler darstellt. Den einzigen auffälligen Unterschied zur Activité Pop markiert das Gehäuse. Das bleibt zwar in seiner Form gleich, erstrahlt nun jedoch im metallischen Chrome-Glanz, der laut Hersteller an den Tachometer eines Sportwagens erinnern soll.

Für Männer geeignet?

Doch wie stark spricht das Design die männliche Zielgruppe an, zu der auch ich gehöre? Tatsächlich finde ich die Uhr sehr schick. Das gilt übrigens nicht nur im Vergleich zu anderen Fitness-Trackern und Smartwatches, sondern auch ganz allgemein. Allerdings wirkt die Activité Steel mit ihrem Durchmesser von gerade einmal 36 Millimetern trotz der verchromten Optik immer noch sehr zierlich. Wer gern eine etwas wuchtigere Armbanduhr trägt, wird sich deshalb mit dem Wearable nur schwerlich anfreunden können.

Keine Smartwatch ohne App

Da die Activité Steel über keinerlei Display verfügt, lassen sich die gemessenen Fitnessdaten nur über das Smartphone ablesen. Dafür stellt Withings kostenlos die App Withings Health Mate zur Verfügung, die es nach längerer iOS-Exklusivität endlich auch in einer Version für Android-Smartphones gibt. Das Verbinden von Uhr und Smartphone erfolgt per Bluetooth-Schnittstelle. Im Test ging das absolut problemlos vonstatten – schneller und unkomplizierter als bei den meisten Konkurrenzprodukten. Kleine Anekdote am Rande: In der App selbst ist die Activité Steel noch gar nicht als kompatibles Gerät aufgeführt. Das Pairing klappte jedoch nach Auswahl der technisch absolut identischen Activité Pop problemlos.

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Die Hauptseite der App zeigt eine Timeline mit allen Aktivitäten. (© 2015 Screenshot Withings/ TURN ON)
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Tagesaktivitäten lassen sich aber auch einzeln überprüfen. (© 2015 Screenshot Withings/ TURN ON)
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Das Gleiche gilt für den nächtlichen Schlaf. (© 2015 Screenshot Withings/ TURN ON)

Schritte, Kalorien und sportliche Aktivitäten

Gemessen werden im Alltag vor allem Schritte. In der App lässt sich wie bei jedem anderen Fitness-Tracker ein Tagesziel einstellen, dass dann mit dem kleinen Ziffernblatt der Uhr synchronisiert wird. Fortan erkennt man als Träger beim Blick auf das Handgelenk jederzeit, wie nahe man dem eigenen Ziel schon ist. Tatsächlich kann die Activité Steel jedoch noch mehr. So erkennt die Uhr beispielsweise auch, ob der Träger normal geht oder joggt und sendet dies entsprechend an die App weiter. So lassen sich auch sportliche Aktivitäten problemlos tracken. Sogar Armbewegungen bei Schwimmen kann die Smartwatch erkennen – zumal sie laut Hersteller auch bis zu einer Tiefe von 50 Metern wasserfest ist. Ausgefallenere Sportarten lassen sich mit dem Wearable jedoch nicht tracken.

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Das Gehäuse hat einen Durchmesser von 36 Millimetern. (© 2015 TURN ON)
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An der Rückseite befinden sich die Sensoren. (© 2015 TURN ON)
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Optisch soll die Activité Steel an den Tacho eines Sportwagens erinnern. (© 2015 TURN ON)

Anhand der gemessenen Schritte errechnet die App dann auch gleich die verbrannten Kalorien. Die Berechnung ist natürlich nur halbwegs genau, reicht jedoch für einen grundsätzlichen Überblick aus. Wer möchte, kann die App übrigens mit anderen Anwendungen wie MyFitnessPal synchronisieren, um so seinen kompletten Kalorienhaushalt im Blick zu haben. Auch das eigene Körpergewicht lässt sich zu den Daten hinzufügen. Das muss allerdings manuell geschehen, da die Activité Steel natürlich keine Waage ist.

Überraschend gutes Schlaftracking

Die zweite zentrale Funktion der Fitness-Uhr besteht in der Erfassung von Schlafdaten. So erkennen die Sensoren am Handgelenk automatisch, wann der Träger schläft und wie fest er schläft. Beim morgendlichen Blick in die App war ich erstaunt, wie genau die Activité Steel meine Schlafphasen erfassen kann. So konnte ich bei der Auswertung in der App erkennen, wann ich in der Nacht aufgewacht bin, wann ich mich in Tiefschlaf-Phasen und wann nur in leichtem Schlaf befand. Das sorgte für einige Aha-Erlebnisse. Genauer und detaillierter habe ich das Schlaf-Tracking bislang nur selten bei einem Fitness-Tracker oder eine Smartwatch erlebt.

Fazit: Nicht viel Neues, aber bewährte Qualität

Im Prinzip geht Withings mit der Activité Steel auf Nummer sicher. Technisch und größtenteils auch optisch ist die Fitness-Uhr ein Zwilling der Activité Pop. Lediglich kleine Design-Änderungen am Gehäuse machen klar, dass es sich bei der Steel um ein neues Modell handelt. Damit übernimmt die Smartwatch auch alle Stärken und Schwächen ihres Vorgängers. So funktioniert das Bewegungstracking nach wie vor sehr gut und auch bei der Schlafüberwachung macht Withings so schnell niemand etwas vor. Hinzu kommt das Design. Im Gegensatz zu den meisten anderen Fitness-Trackern und Smartwatches kann sich das Wearable wirklich sehen lassen und auch der Tragekomfort ist überraschend gut.

Negativ könnte man anmerken, dass die Activité auch in der dritten Version keine neuen Tricks gelernt hat. Viele Daten wie Herzfrequenz, Kalorien und Gewicht müssen nach wie vor extern gemessen werden. In vielen Fällen ist das aber anders kaum möglich, schließlich kann eine Uhr nicht als Waage dienen. Wer allerdings unbedingt einen Pulsmesser an seinem Tracker möchte, muss zu einem anderen Gerät greifen. Unterm Strich bleibt die Activité Steel aber eine gute Fitness-Uhr und eines der besten Konzepte zur Verknüpfung von klassischer Uhr und smartem Gadget.