ZTE Blade V6 im Test: Solide Smartphone-Kost aus Fernost

Im Test präsentiert sich das ZTE Blade V6 als absolut solides Smartphone. Im Test präsentiert sich das ZTE Blade V6 als absolut solides Smartphone. (© 2015 TURN ON)

Mit dem ZTE Blade V6 erweitert ZTE seine Premium-Serie um ein äußerst dünnes Modell. Mit einem 5 Zoll-Display, Quad-Core-CPU und 2 GB RAM bietet das Android-Gerät grundsolide Kost zu einem moderaten Preis. Die Stärken und Schwächen des ZTE Blade V6 erläutern wir in unserem Testbericht. Kann das Smartphone aus China auf voller Linie überzeugen?

Designmäßig keine Innovation, aber überzeugend

Für ein Gerät dieser Preisklasse – die unverbindliche Preisempfehlung des ZTE Blade V6 beträgt 249 Euro – weiß das Smartphone in optischer Hinsicht durchaus zu überzeugen. Zwar erinnert das Gerät designtechnisch doch sehr stark an das iPhone, aber dieses Merkmal hat ZTE bekanntlich nicht exklusiv, sondern teilt es mit einigen anderen Herstellern. Das Gehäuse wurde vollständig aus Aluminium gefertigt und liegt mit einem Gewicht von nur 122 Gramm sehr angenehm in der Hand. Die abgerundeten Ecken des Blade-Phones überzeugen, auch die ergonomische Handhabung lässt keine Wünsche offen. Allerdings muss man etwas aufpassen, dass einem das Gerät nicht gleich aus der Hand rutscht.

Das ZTE Blade V6 weist eine Bauhöhe von 6,8 Millimetern auf. Damit ist es minimal dünner als das iPhone 6, welches zudem eine kleinere Displaygröße besitzt. Passend dazu hat der chinesische Hersteller ZTE folgenden Claim auf seiner Seite ausgegeben: "Schicker. Flacher. Stärker". Die flachere Bauform lässt sich nicht abstreiten und ist für ein Modell mit 5 Zoll Bildschirmdiagonale schon sehr respektabel. Ist das ZTE Blade V6 schick? Durchaus. Kann das Mittelklasse-Smartphone auch in puncto Hardware überzeugen? Dazu gleich mehr. Praktisch jedenfalls: ZTE hat seinem neuen Smartphone ein schützendes durchsichtiges Plastik-Case für die Rückseite spendiert.

Verarbeitung des Smartphones im Grunde okay, aber nicht perfekt

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Das ZTE Blade V6 erinnert in puncto Optik doch sehr an das iPhone. (© 2015 TURN ON)
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Die Kamera des ZTE Blade V6 erlaubt Bildaufnahmen mit 13 MP Auflösung. (© 2015 TURN ON)
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Das Gehäuse aus Aluminium macht einen hochwertigen Eindruck. (© 2015 TURN ON)
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Die abgerundeten Ecken und Kanten wissen zu überzeugen. (© 2015 TURN ON)
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Das 5 Zoll große Display unterstützt HD-Auflösung. (© 2015 TURN ON)
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Das ZTE Blade V6 wird ab September 2015 im Handel erhältlich sein. (© 2015 TURN ON)

Die physischen Tasten wie Power-Button und Lautstärkeregelung sind auf der rechten Seite angebracht, auf einen echten Home-Button muss der User allerdings verzichten. Nicht so schön: Die Power-Taste war bei unserem Testgerät arg wackelig und wirkte nicht unbedingt sehr stabil. Ob das damit zusammenhängt, dass es sich bei dem Smartphone noch um ein Vorseriengerät handelt, können wir nicht beurteilen. Es bleibt jedoch zu hoffen, dass dieser Malus bis zum endgültigen Release behoben wird. Auch die Spaltmaße sind teilweise ein wenig zu groß und wirken noch nicht vollkommen perfekt.

Der 2200 mAh starke Akku ist fest im Gehäuse verbaut und daher nicht wechselbar. Was viele Nutzer als nachteilig empfinden könnten, ist im Sinne eines Designs aus einem Guss allerdings sehr zu begrüßen – eine ordentliche Kapazität vorausgesetzt. Die drei Tasten für Start, Menü und Zurück funktionieren allesamt kapazitiv und bestätigen die Eingabe per Vibrationsfeedback. Bei Spielen im Querformat hat ein versehentlicher Klick auf den kapazitiven Tasten allerdings des Öfteren dafür gesorgt, dass das aktuelle Game aprupt unterbrochen wurde. Die Tasten mögen zwar stylish und ganz nett anzuschauen sein, praktisch sind sie jedoch nicht unbedingt. Deaktivieren lassen sich die Buttons leider nicht.

Das ZTE Blade V6 liefert im Alltag ausreichende Power

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Spiele wie "Asphalt 8: Airborne" stellt das ZTE Blade V6 mühelos und ohne Ruckler dar. (© 2015 TURN ON)
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"Modern Combat 5: Blackout" bereitet dem Smartphone ebenfalls keine Schwierigkeiten. (© 2015 TURN ON)
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Der Videoplayer des ZTE Blade versteht neben dem Standard h.264 auch den neuen h.265-Codec. (© 2015 TURN ON)
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Die Darstellungsqualität gibt keinerlei Anlass zur Kritik. (© 2015 TURN ON)
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Der Lockscreen des ZTE Blade V6. (© 2015 TURN ON)
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Die MiFavor 3.0 Benutzeroberfläche von ZTE. (© 2015 TURN ON)
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Im Benchmarktest lieferte das ZTE Blade V6 ordentliche Werte. (© 2015 TURN ON)

Die technischen Specs gehen völlig in Ordnung und erlauben eine flüssige und schnelle Bedienung im Alltag. Im Innern des ZTE Blade V6 verrichtet der Quad-Core-Prozessor MTK 6735 mit einer Taktung von 1,3 GHz seinen Dienst. Diesem zur Seite stehen 2 GB Arbeitsspeicher. Sowohl mit Apps als auch mit Games hatte das ZTE Blade V6 keine Probleme. Leistungsmäßig darf man allerdings keine Wunder erwarten: In unserem Benchmark-Test positioniert sich das Smartphone knapp hinter dem HTC One (alias HTC One M7).

Das 5 Zoll große IPS-Display unterstützt die HD-Auflösung und erreicht eine Pixeldichte von 293 ppi – ein für die Displaygröße völlig ausreichender Wert. Einzelne Pixel sind mit dem menschlichen Auge ohnehin nicht auszumachen. Auch in puncto Kontrast und Helligkeit liefert das ZTE Blade V6 eine ordentliche Leistung. Der 2200 mAh starke Akku bietet für den Alltagsgebrauch genug Kapazität. Bei allzu exzessiver Nutzung ist der allabendliche Anschluss an die Steckdose allerdings obligatorisch.

ZTE MiFavor 3.0-Bedienoberfläche kann überzeugen

Kapazitätsprobleme sind beim ZTE Blade V6 nicht zu erwarten: Der interne Speicher beherbergt 16 GB Kapazität und lässt sich via microSD um 128 GB erweitern. Der Dual-SIM-Schacht des Handys erlaubt die Verwendung von gleich zwei SIM-Karten. Der User ist so unter zwei Rufnummern erreichbar und kann beispielsweise zwei Tarife für unterschiedliche Verwendungsmöglichkeiten kombinieren. Auch für Hochgeschwindigkeitsinternet ist das ZTE Blade V6 bestens gerüstet: Alle deutschen LTE-Frequenzen werden vom Smartphone unterstützt.

Der integrierte Videoplayer gibt Filme ruckelfrei wieder – und unterstützt zudem Inhalte, die mit dem neuen effizienten Codec h.265 codiert wurden. Der Vorteil der wesentlich effizienteren Codierung macht sich dadurch bemerkbar, dass Videos und Clips erheblich weniger Speicherplatz benötigen als bisher. Sehr praktisch für alle, die viele Videoclips auf ihrem Smartphone wiedergeben.

Die modifizierte Bedienoberfläche MiFavor 3.0 von ZTE kommt auf dem Blade V6 zum Einsatz, darunter läuft die Android-Version 5.0.2. Die MiFavor 3.0-Oberfläche macht einen guten und durchdachten Eindruck. Die Icons mögen in puncto Optik nicht jedermanns Sache sein, ansonsten präsentiert sich MiFavor allerdings äußerst stilsicher. Der Nutzer hat zur Personalisierung verschiedene Optionen zur Verfügung.

Die 13-MP-Kamera bietet vielfältige Einstellungsmöglichkeiten

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Die Kamera des ZTE Blade V6 erlaubt Bildaufnahmen mit 13 Megapixeln. (© 2015 TURN ON)
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Die Qualität der Kamera ist als solide anzusehen. (© 2015 TURN ON)
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Auch HDR-Fotografie beherrscht das Mittelklasse-Smartphone von ZTE. (© 2015 TURN ON)

Die Kamera des ZTE Blade V6 erlaubt Aufnahmen mit 13 Megapixeln Auflösung – die Selfie-Cam bringt es auf 5 MP. Die im Testbericht angefertigten Bilder sind für eine Smartphone-Cam in diesem Preissegment solide – also weder besonders schlecht noch herausragend gut. Zudem bietet die Kamera-App umfangreiche Optionen und Einstellungsmöglichkeiten. So kann der Hobbyfotograf Belichtung, Weißabgleich oder auch ISO-Werte individuell nach den Bedürfnissen einstellen. Die Kamera hat eine integrierte Gesichtserkennung an Bord. Wenn vom Nutzer gewünscht, löst die Cam bei einem lächelnden Gesicht oder einer Victory-Geste automatisch aus.

ZTE Blade V6 kann beim Preis-Leistungs-Verhältnis punkten

Das ZTE Blade V6 hinterlässt einen durchaus soliden Eindruck und liefert eine überzeugende Leistung zu einem sehr moderaten Preis. Für 249 Euro bekommt der User ein Gerät, welches derzeit alle anfallenden Arbeiten problemlos meistert. Die stark an das iPhone angelehnte Optik wirkt zwar wenig innovativ, weiß aber dennoch – oder gerade deshalb – zu überzeugen. Das ZTE Blade V6 liegt zudem gut in der Hand. Die Verarbeitung geht größtenteils in Ordnung, hat im Detail aber durchaus noch Verbesserungspotenzial. Die Leistung der Hardware ist im Großen und Ganzen recht ordentlich, einen Benchmark-Überflieger darf man allerdings nicht erwarten.