Meinung

Amy MacDonald - "Under Stars": Kritik zum neuen Album

star_border star_border star_border star_border star_border
star star star star star
Amy MacDonald: Die hübsche Schottin ist nach vier Jahren endlich zurück mit dem neuen Album "Under Stars".
Amy MacDonald: Die hübsche Schottin ist nach vier Jahren endlich zurück mit dem neuen Album "Under Stars". (©Universal 2017)

Seit zehn Jahren ist die Schottin Amy MacDonald präsent in unseren Ohren, dank "This Is the Life". Mit dem Popsong hat sie es 2007 geschafft, sich eine internationale Musikkarriere aufzubauen. Die Singer-Songwriterin spielt eingängige Melodien, bleibt ihren Akustikgitarrenwurzeln dabei treu. Ihr viertes Album "Under Stars" ist da keine Ausnahme.

Die 29-jährige Britin hat eine ungewöhnlich lange Pause vor ihrem neuen Album eingelegt. Viel Zeit für ihre Hobbys – laut eigenen Angaben sind das zwei Hunde und zwei Ferraris, wer hätte das gedacht – hatte sie aber nicht. Das anhaltende Touren brachte sie nahe an Erschöpfungszustände. Die letzte Tour artete aus, erklärt sie: "Das waren 18 Monate am Stück, die letzten zwei Monate davon mit einem Orchester. Ich kam erst an Heiligabend nach Hause – um 1 Uhr morgens." 2014 nahm sich Amy MacDonald daher frei, spielte nur gelegentlich auf Einladung bei Großereignissen oder Festivals, meist in ihrer Heimat.

Mit ihrem drei Millionen Mal verkauften Debütalbum "This Is the Life" und der gleichnamigen Hitsingle legte Amy MacDonald bereits als 19-Jährige so stark vor, dass es schwer ist, da verkaufstechnisch anzuschließen. Zumindest in Deutschland jedenfalls halten ihr die Fans die Treue: Auch ihre beiden folgenden Alben landeten auf Platz eins, erreichten Platin oder Doppelplatinstatus. Dennoch war für das neue Album "Under Stars" ein kleiner Richtungswechsel nötig, MacDonald holte sich Unterstützung von Bassist Jimmy Sims und Gitarrist Ben Parker. Die Zusammenarbeit führte zu einem größeren Bandsound der Lieder – und einer entspannteren Musikerin: "Ich habe den Prozess viel mehr genießen können als früher, weil der Druck einfach auf mehrere Schultern verteilt war. Schließlich war ich ja nicht mehr allein mit meinen Ideen."

 Entspannt: Amy MacDonald hat nach einer kreativen Pause wieder zu alter Frische zurückgefunden. fullscreen
Entspannt: Amy MacDonald hat nach einer kreativen Pause wieder zu alter Frische zurückgefunden. (©Universal 2017)

Pop mit Drive und leichter Melancholie

Der Wechsel zu einem volleren Sound wird derweil eher eingefleischten Fans der Musikerin auffallen. Vielmehr feiert Amy MacDonald auch auf "Under Stars" gekonnt sympathischen Radiorock ab. Lieder wie "The Contender" gehen deutlich nach vorne und fordern die Sängerin aus ihrer Midtempo-Komfortzone. Das ist willkommene Abwechslung zwischen den leicht vor sich hin trabenden, verträumten Balladen. Auch "Prepare to Fall" überrascht mit einer kleinen Steigerung und Mitsingpassage, die an die frühen Coldplay erinnert. Hier spürt man den Einfluss der Mitschreiber eben doch. Überhaupt passieren die interessanteren Dinge auf der zweiten Albumhälfte, was eher ungewöhnlich ist. Die Singles werden direkt zu Beginn abgefeuert, mit den spannenderen Kompositionen lässt sich MacDonald etwas Zeit.

Von der ersten Single etwa schwärmt die Sängerin: "Bei 'Dream On' war es so: Wir spielten den Song auf einem Schweizer Festival und die Leute tanzten massenweise und sangen sogar mit! Was sonst nie passiert, wenn man ein Stück mit den Worten 'Wir spielen jetzt mal ein neues Stück' ankündigt." Die Ohrwurmqualitäten kann man dem Stück nicht streitig machen, auch dank MacDonalds eigenwilliger Intonierung, die an Cranberries-Frontfrau Dolores O'Riordan erinnert. Mit ihrer kräftigen Stimme hebt sie manche an sich unspektakuläre Nummer, wie etwa die zweite Single "Automatic", aus dem Einheitssound heraus.

Fazit zu "Under Stars" von Amy MacDonald: Geerdet und ungekünstelt

Diesen schottischen Radiorock kann man sich gefallen lassen. Dank Amy MacDonalds starker Stimme und einer musikalisch interessanteren zweiten Hälfte gefällt "Under Stars" und liefert, was es verspricht: bodenständige britische Liedkost. Die eher schlichten Kompositionen verzeiht man dabei, denn ihr ehrlicher, schnörkelloser Songwriterpop ist eingängig, ohne dabei penetrant zu werden. Auch Gelegenheitshörer werden daher sicher nicht den Sender wechseln, wenn ein neuer Song von Amy MacDonald aus den Boxen kommt.

TURN ON-Albumwertung: 4/5

TURNON
Score
4.0
Amy MacDonald - Under Stars
Amy MacDonald - Under Stars
star_border star_border star_border star_border star_border
star star star star star

Datenblatt

  • Länge
    38:49
  • Songs
    11
  • Label
    EMI/Universal Music
  • Singles
    "Dream On", "Automatic"
  • 17.02.2017

Tracklist

  • 1
    Dream On
  • 2
    Under Stars
  • 3
    Automatic
  • 4
    Down By the Water
  • 5
    Leao of Faith
  • 6
    Never Too Late
  • 7
    The Rise & Fall
  • 8
    Feed My Fire
  • 9
    The Contender
  • 10
    Prepare to Fall
  • 11
    From the Ashes
Artikel-Themen
close
Bitte Suchbegriff eingeben