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Fitbit Ionic im Test: Die Pseudo-Smartwatch mit langem Atem

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Seit Anfang Oktober ist die Fitbit Ionic auf dem Markt – und wir haben sie getestet.
Seit Anfang Oktober ist die Fitbit Ionic auf dem Markt – und wir haben sie getestet. (©TURN ON 2017)

Endlich ist sie auf dem Markt: die Fitbit Ionic. Dabei sah es erst fast so aus, als würde die Smartwatch des Unternehmens gar nicht mehr kommen. Ob sich das Warten gelohnt hat, verraten wir Dir in unserem Test.

Kommt sie oder kommt sie nicht? Nachdem der Release im Frühjahr 2017 nicht realisiert werden konnte, gab es noch im Mai Spekulationen darüber, ob es die Fitbit Ionic wenigstens zum Weihnachtsgeschäft in den Handel schafft. Und siehe da: Schon seit Anfang Oktober ist die Smartwatch erhältlich. Doch was kann sie nun alles?

Quadratisch, praktisch, aber leider nicht so gut: Die Optik

Klar, eine Smartwatch soll in erster Linie praktisch sein und über hilfreiche Features verfügen. Das heißt aber nicht, dass am Design gespart werden muss. Natürlich braucht die Fitbit Ionic ein ausreichend großes Display, damit die angezeigten Daten nicht mit einer Lupe gesucht werden müssen. Dennoch sagt mir persönlich das Design nicht zu. Ob man die kantige Optik mag oder nicht, ist natürlich Geschmackssache, allerdings hätte in meinen Augen das Display effektiver genutzt werden können.

Wer auf Ecken und Kanten steht, ... fullscreen
Wer auf Ecken und Kanten steht, ... (©TURN ON 2017)
... dürfte an der Fitbit Ionic seine Freude haben. fullscreen
... dürfte an der Fitbit Ionic seine Freude haben. (©TURN ON 2017)

Das Fitbit-Branding am unteren Display-Rand hätte auch auf den silbernen Alurahmen gedruckt werden können. Alternativ wäre dadurch das Display größer geworden oder es hätte Platz gespart werden können. Mein Handgelenk zählt zwar nicht zu den sehr zierlichen, allerdings wirkte die Smartwatch schon bei mir recht klobig. Kolleginnen mit schlankeren Handgelenken attestierten mir bereits nach dem Anlegen, dass sie ihnen viel zu groß sei.

Erste Schritte

Aber gut, das sind Äußerlichkeiten. Wie steht es um die inneren Werte und vor allem um die erste Einrichtung? Da ich bereits im Besitz eines Fitbit-Trackers bin, musste ich mir die App nicht herunterladen. Die würde es allerdings kostenlos sowohl für Android- als auch Apple-Geräte und Windows Phones geben.

 Sobald das Display komplett türkis leuchtet, ist die Einrichtung abgeschlossen. fullscreen
Sobald das Display komplett türkis leuchtet, ist die Einrichtung abgeschlossen. (©TURN ON 2017)

Das Verbinden ist ein Kinderspiel, sofern auf dem Smartphone Bluetooth aktiviert ist. Die App sucht automatisch per Knopfdruck nach dem Tracker beziehungsweise der Smartwatch. Wurde diese gefunden, erscheint im vorliegenden Fall auf der Fitbit Ionic ein vierstelliger Zahlencode, der ins Smartphone eingegeben werden muss. Im Anschluss kann es auch schon losgehen, die Smartwatch ist startklar.

Da ich die Fitbit Ionic erst gegen Mittag aktiviert habe, wurde die erste Tageshälfte von meinem Fitbit Alta HR getrackt. Die bereits erhaltenen Daten wurden problemlos in das neue Layout der Fitbit-App integriert, die sich aufgrund zusätzlicher Funktionen – wie dem Messen erklommener Etagen – optisch ein wenig angepasst hat.

Das Dashboard hat sich kaum verändert. fullscreen
Das Dashboard hat sich kaum verändert. (©TURN ON 2017)
Neu ist eigentlich nur der Kreis für die erklommenen Etagen. fullscreen
Neu ist eigentlich nur der Kreis für die erklommenen Etagen. (©TURN ON 2017)

Die smarten Features der Fitbit Ionic

Die viel interessantere Frage lautet aber: Was kann die Smartwatch denn nun alles? Nun ja, so ziemlich alles, was das (Sportler-)Herz begehrt! Da ein Schrittzähler, aktive Minuten und der Kalorienverbrauch inzwischen in jedem herkömmlichen Fitness-Tracker zu finden sind, beschränke ich mich auf die weiteren Features der Fitbit Ionic.

So verfügt die Smartwatch – ebenso wie der Fitbit Alta HR-Tracker – über einen integrierten Herzfrequenzmesser, der bei Bedarf konstant oder auf Anfrage den Puls im Auge behält. Dank der SmartTrack-Funktion, erkennt die Ionic außerdem automatisch, welche Sportart man gerade betreibt. Dabei kann sie zwischen Laufen, Radfahren, Schwimmen und Co. unterscheiden.

Wo befindet sich mein Ruhepuls? Wie hoch war er während der letzten Trainingseinheit? Die Fitbit-App gibt Aufschluss. fullscreen
Wo befindet sich mein Ruhepuls? Wie hoch war er während der letzten Trainingseinheit? Die Fitbit-App gibt Aufschluss. (©TURN ON 2017)
Im Trainingsbereich werden nun auch die zurückgelegten Strecken abgebildet. fullscreen
Im Trainingsbereich werden nun auch die zurückgelegten Strecken abgebildet. (©TURN ON 2017)

Apropos Schwimmen: Die Smartwatch ist bis zu 50 Meter Tiefe wasserdicht. Du musst also nicht mehr die Uhr zum Schwimmen ablegen und das absolvierte Training anschließend eintragen. Das geht nun automatisch.

Durch den integrierten GPS-Sensor bleibst Du während Deiner Trainingseinheiten außerdem immer auf dem Laufenden darüber, wo Du Dich befindest und welche Strecke Du genau zurückgelegt hast. Dein Smartphone kannst Du also getrost zu Hause lassen, bekommst am Ende aber trotzdem eine detaillierte Analyse geboten.

Neben einer zeitlichen Übersicht über die einzelnen Schlafphasen ... fullscreen
Neben einer zeitlichen Übersicht über die einzelnen Schlafphasen ... (© 2017)
gibt es auch eine grafische Darstellung. fullscreen
gibt es auch eine grafische Darstellung. (© 2017)
Sie ist zudem noch in die einzelnen Teilbereiche heruntergebrochen. fullscreen
Sie ist zudem noch in die einzelnen Teilbereiche heruntergebrochen. (© 2017)
Außerdem gibt es Tipps, wie jeder seinen Schlaf verbessern kann. fullscreen
Außerdem gibt es Tipps, wie jeder seinen Schlaf verbessern kann. (© 2017)
Und wie die eigenen Werte im Vergleich zum Durchschnitt liegen. fullscreen
Und wie die eigenen Werte im Vergleich zum Durchschnitt liegen. (© 2017)
Na, gut geschlafen? fullscreen
Na, gut geschlafen? (© 2017)

Unterstützt wird von der Fitbit Ionic auch eine Musik-Funktion. Bis zu 300 Songs kannst Du auf der Smartwatch speichern und unterwegs abspielen lassen – mit so ziemlich jedem Bluetooth-Kopfhörer Deiner Wahl. Zur Sicherheit hat Fitbit aber auch noch seine Fitnesskopfhörer Flyer auf den Markt gebracht (die wir allerdings in diesem Zusammenhang nicht mitgetestet haben).

Wie es sich für eine Smartwatch gehört, erhältst Du auch Benachrichtigungen von Deinem Smartphone. Die neueste WhatsApp- oder iMessage-Nachricht kannst Du stets auf Deinem Handgelenk nachlesen und auch eingehende Telefonate oder anstehende Termine werden Dir angezeigt.

Und zu guter Letzt ermöglicht die Fitbit Ionic ihrem Träger dank des integrierten NFC-Chips bargeldloses Zahlen. Ein klarer Pluspunkt im Vergleich zur Apple Watch, die zwar über die Apple-Pay-Funktion verfügt. Diese ist allerdings in Deutschland noch nicht funktionsfähig. Wiederum ähnlich der Apple Watch ist das in die Smartwatch integrierte Feature "Relax". Es soll Dir dabei helfen, Dich hin und wieder nur auf Deine Atmung zu konzentrieren und dadurch zu versuchen, Deine Herzfrequenz zu senken.

Sobald Bluetooth am Handy aktiviert wurde, ... fullscreen
Sobald Bluetooth am Handy aktiviert wurde, ... (©TURN ON 2017)
synchronisiert sich die App mit der Fitbit Ionic und aktualisiert die Daten. fullscreen
synchronisiert sich die App mit der Fitbit Ionic und aktualisiert die Daten. (©TURN ON 2017)
Auf der Uhr selbst können die Daten auch überprüft werden. fullscreen
Auf der Uhr selbst können die Daten auch überprüft werden. (©TURN ON 2017)

Datenanalyse

An der Aufbereitung der Daten in der Fitbit-App gibt es eigentlich nichts auszusetzen. Wer bereits einen Fitbit-Tracker besitzt, wird sich nicht umstellen müssen, da die Darstellung identisch ist und nur um einige Funktionen erweitert wurde. So gibt es auf dem Dashboard der App nun einen zusätzlichen Kreis neben den aktiven Minuten, der die erklommenen Etagen anzeigt.

Eine kleine Veränderung gibt es auch bei der Darstellung im Bereich "Training". Durch das GPS-Tracking werden nach einer Radtour beispielsweise nicht mehr nur die Entfernung, die verbrannten Kalorien, die Herzfrequenz und die Geschwindigkeit angegeben, sondern es gibt nun auch eine kleine Karte, die die gesamte zurückgelegte Strecke anzeigt und die Werte noch um einiges detaillierter aufbereitet.

Die Fitbit-App zeigt Dir die Details zu Deinem letzten Trainings an. In diesem Fall eine kleine Radtour. fullscreen
Die Fitbit-App zeigt Dir die Details zu Deinem letzten Trainings an. In diesem Fall eine kleine Radtour. (©TURN ON 2017)
Neben Werten wie Dauer, Länge der Strecke und Puls ... fullscreen
Neben Werten wie Dauer, Länge der Strecke und Puls ... (©TURN ON 2017)
 ... kannst Du auch die Veränderungen Deiner Herzfrequenz prüfen und sehen, wie viele Kalorien Du verbrannt hast. fullscreen
... kannst Du auch die Veränderungen Deiner Herzfrequenz prüfen und sehen, wie viele Kalorien Du verbrannt hast. (©TURN ON 2017)
In welchem Verhältnis das zu Deinem Tagespensum steht, weiß die App auch. fullscreen
In welchem Verhältnis das zu Deinem Tagespensum steht, weiß die App auch. (©TURN ON 2017)

Sie läuft und läuft und läuft: Die Akkulaufzeit

Keine Frage, die Akkulaufzeit bei der Fitbit Ionic kann eigentlich nicht kritisiert werden. Laut Hersteller soll die Smartwatch bei normalem Gebrauch rund vier Tage durchhalten, bei intensiver GPS-Nutzung bis zu zehn Stunden. Diesen Angaben ist nichts hinzuzufügen. Bei herkömmlicher Nutzung – inklusive GPS-Tracking beim Radfahren – musste ich die Fitbit Ionic sogar erst am fünften Tag wieder aufladen. Dann war es allerdings auch höchste Eisenbahn.

Mithilfe eines kleinen Magneten wird das Ladekabel an der Rückseite der Fitbit Ionic befestigt. fullscreen
Mithilfe eines kleinen Magneten wird das Ladekabel an der Rückseite der Fitbit Ionic befestigt. (©TURN ON 2017)
Durch das Menü auf der Fitbit Ionic gelangst Du mit Wischgesten nach links und rechts. fullscreen
Durch das Menü auf der Fitbit Ionic gelangst Du mit Wischgesten nach links und rechts. (©TURN ON 2017)
Durch den doppelten Verschluss bleibt die Fitbit Ionic fest am Handgelenk. fullscreen
Durch den doppelten Verschluss bleibt die Fitbit Ionic fest am Handgelenk. (©TURN ON 2017)

Unser Fazit zur Fitbit Ionic

Keine Frage: Das Warten auf die Fitbit Ionic hat sich durchaus gelohnt. Allerdings nur für diejenigen, die einen ausgereiften Fitness-Tracker mit smarten Features erwartet haben. Für eine klassische Smartwatch kann die Ionic wiederum einfach zu wenig.

Klar, Du kannst auf ihr Benachrichtigungen erhalten, doch die Auswahl an Apps ist (derzeit noch) viel zu gering. Alle verfügbaren sind von Anfang an auf der Smartwatch installiert, weitere gibt es noch keine. Eine Auswahl hast Du derzeit lediglich bei den Ziffernblättern, die Du nach Deinem Geschmack wählen kannst. Doch auch diese Anzahl ist bisher überschaubar.

Falls Du bei der Fitbit Ionic auf eine vollwertige Smartwatch gehofft hast, wirst Du vermutlich enttäuscht werden. Bist Du jedoch auf der Suche nach einem Fitness-Tracker mit vielen zusätzlichen Features und der Möglichkeit, Deine Trainingseinheiten umfassend und detailliert aufzeichnen zu können, dürfte die Fitbit Ionic genau das Richtige für Dich sein. Auch wenn sie mit 349 Euro zugegebenermaßen ziemlich kostspielig ist.

TURNON
Score
4.0
Fitbit Ionic
Fitbit Ionic
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  • Akkuleistung
    5.0
  • Ausstattung
    3.0
  • Design
    2.0
  • Energieverbrauch
    4.0
  • Handling
    4.0
  • Nutzerzufriedenheit
    4.0
  • Preis-Leistung
    3.0

Datenblatt

  • Gerätetyp
    Smartwatch
  • Größen
    S und L (beide im Lieferumfang enthalten)
  • Farben (Standard)
    Blaugrau/Silbergrau, Schieferblau/Kupferfarben, Dunkelgrau/Rauchgrau
  • Lieferumfang
    Fitbit Ionic, Ladekabel, Armbänder in den Größen S und L, Handbuch
  • Preis (UVP)
    349,95 Euro

Hardware und Software

  • Display
    Farbiger LCD-Touchscreen
  • Konnektivität
    Bluetooth LE
  • Akkulaufzeit
    4 Tage bei normaler Nutzung, bis zu 10 Stunden mit GPS
  • Besondere Merkmale
    Herzfrequenzmesser, Fitness-Coach, SmartTrack, Benachrichtigungen, Schlafanalyse, Fitbit Pay, Wasserabweisend bis 50 Meter, GPS, Musikspeicherung und -wiedergabe
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