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Huawei Band 2 Pro im Test: Ein Tracker ohne Ecken und Kanten

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Das Huawei Band 2 Pro hat einige praktische Features im Gepäck.
Das Huawei Band 2 Pro hat einige praktische Features im Gepäck. (©TURN ON 2017)

Seit Ende August ist der neue Fitness-Tracker Huawei Band 2 Pro auf dem Markt erhältlich. Doch was kann das Wearable alles? Wir haben es getestet ... 

Immer mehr Unternehmen bringen ihr eigenes Fitness-Armband auf den Markt. So auch Huawei. Doch der Markt ist groß, die Tracker schon längst keine einfachen Schrittzähler mehr, und es wird immer schwerer, sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen. Mit welchen Features es das Huawei Band 2 Pro versucht und, wie es sich im Alltag bewährt, erfährst Du in unserem Test.

Schlicht und schlank: Die Optik

Bevor die jeweiligen Features unter die Lupe genommen werden, geht es zunächst einmal um das Design des Trackers. Und das fällt überraschend schlicht und unauffällig aus. In erster Linie erinnert es an eine optische Mischung aus Fitbit Alta HR und Samsung Gear Fit 2. Das eckige PMOLED-Display mit 0,91 Zoll und Aluminiumrand geht nahtlos ins Gummiarmband über, sodass keine störenden Überstände entstehen, an denen man im Alltag hängen bleibt. Mit gerade einmal 21 Gramm ist das Huawei Band 2 Pro zudem ein echtes Leichtgewicht. Bedient wird das PMOLED-Display über einen Touchbutton am unteren Rand. Per Fingertipp kann man sich ganz einfach durch das Menü klicken. Möchte man ein bestimmtes Feature aktivieren, reicht ein langes Drücken im entsprechenden Modus.

Beim Neigen des Handgelenks erscheint auf dem PMOLED-Display die Uhrzeit, das Datum, die Akkuanzeige sowie die gelaufenen Schritte. fullscreen
Beim Neigen des Handgelenks erscheint auf dem PMOLED-Display die Uhrzeit, das Datum, die Akkuanzeige sowie die gelaufenen Schritte. (©TURN ON 2017)
Das Huawei Band 2 Pro hat keine störenden Ecken und Kanten. fullscreen
Das Huawei Band 2 Pro hat keine störenden Ecken und Kanten. (©TURN ON 2017)
Das Gummiarmband schmiegt sich ans Handgelenk an und ist kaum spürbar. fullscreen
Das Gummiarmband schmiegt sich ans Handgelenk an und ist kaum spürbar. (©TURN ON 2017)

Huawei Band 2 Pro: Einrichtung & Bedienung

Um das Huawei Band 2 Pro startklar zu machen, reichen einige wenige Schritte aus. Zunächst einmal muss die kostenlose Huawei-Wear-App aus dem iTunes- beziehungsweise Google-Play-Store aufs Smartphone geladen werden. Anschließend ist eine Kontoerstellung bei Huawei nötig, um das Smartphone mit dem Fitness-Tracker verbinden zu können. Ist Bluetooth auf dem Handy eingeschaltet, kann das Huawei Band 2 Pro ganz leicht mit dem Smartphone verbunden und der App synchronisiert werden.

Die Bedienung des Fitness-Trackers erfolgt – wie bei den meisten anderen Wearables auch – über das Tippen mit dem Finger. Während jedoch beim Fitbit Alta HR zum Beispiel das Tippen an irgendeiner Stelle des Trackers ausreicht, um durch das Menü zu wechseln, muss beim Huawei Band 2 Pro der Touchbutton kurz berührt werden. Allerdings empfand ich die Sensitivität als schwerfälliger, als bei anderen Devices. Ich musste zum Teil etwas kräftiger auf den Button tippen, um einen Menüpunkt weiterzugelangen.

Mit einem Fingertipp auf den unteren Display-Rand, klickt man sich durch das Menü. fullscreen
Mit einem Fingertipp auf den unteren Display-Rand, klickt man sich durch das Menü. (©TURN ON 2017)
Auf der Display-Rückseite befindet sich der Herzfrequenzmesser. fullscreen
Auf der Display-Rückseite befindet sich der Herzfrequenzmesser. (©TURN ON 2017)

Mit integriertem Fitness-Trainer

Eines macht schon der Blick auf die Herstellerseite deutlich: Das Huawei Band 2 Pro richtet sich vor allem an Laufbegeisterte und Schwimmfans – oder alle, die es noch werden wollen. Der Fitness-Tracker ist mit einem GPS-Sensor ausgestattet, der nicht nur die Joggingrunden trackt, sondern auch die zurückgelegte Strecke mit dem Fahrrad. Dabei werden zusätzlich Parameter wie Geschwindigkeit, Dauer und verbrannte Kalorien ausgewertet. Da das Armband bis zu 50 Metern wasserdicht ist, muss es zum Bahnenziehen im Schwimmbad nicht abgenommen werden.

Zudem verfügt das Huawei Band 2 Pro über einen integrierten Fitness-Coach, der sich über die Huawei-Wear-App individuell einstellen lässt. Man kann darin wählen, ob man für eine kurze Strecke von fünf oder zehn Kilometern trainieren will oder gar für einen (Halb-)Marathon. Wer schon etwas geübt ist, kann seine bisherigen Bestleistungen für die gewählte Entfernung festhalten und angeben, wie seine Erwartungen sind. Die letzte Entscheidung betrifft die Häufigkeit: zwei-, drei- oder viermal pro Woche – wie oft möchte man laufen gehen? Anschließend erstellt die App einen Plan, wann eine Joggingrunde auf der Tagesordnung steht. Dabei wird die Dauer und Strecke langsam gesteigert, um das Ziel nach einigen Wochen erreichen zu können.

Du willst Dein Lauftraining verbessern? fullscreen
Du willst Dein Lauftraining verbessern? (©TURN ON 2017)
Die Huawei-Wear-App hilft Dir dabei. fullscreen
Die Huawei-Wear-App hilft Dir dabei. (©TURN ON 2017)

Mit Sensor für Herz und Schlaf

Wie die Rückseite des Fitness-Trackers verrät, ist er mit einem Herzfrequenzmesser ausgestattet. Im Alltag misst das Wearable – sofern es in der App aktiviert wurde – alle 30 Minuten den Herzschlag. Ist man im Sportmodus, wird sogar jede Sekunde gemessen. Ein kurzes Heben des Armgelenks reicht dann schon aus, um sich die aktuellen Werte beim Sport anzeigen zu lassen.

Durch die Huawei TruSleep-Funktion wird außerdem der Schlaf überwacht. Das hat mir persönlich ganz gut gefallen, da die App eine vergleichsweise detaillierte Auswertung vornimmt. Nicht nur, dass aufgeführt wird, wie viele Stunden ich geschlafen habe, die App differenziert auch nach Wach-, REM- und Tiefschlafphasen. Auch leichte Schlafphasen werden registriert. Am Ende spuckt die App einen Durchschnittswert aus, der die Schlafqualität bestimmt. Bei mir lag der Wert meist zwischen 65 und 70 Punkten, weshalb mir Tipps gegeben wurden, wie ich meinen Schlaf verbessern könnte.

HUAWEI TruSleep überwacht Deinen Schlaf und wertet ihn am nächsten Morgen aus. fullscreen
HUAWEI TruSleep überwacht Deinen Schlaf und wertet ihn am nächsten Morgen aus. (©TURN ON 2017)
Auch die Herzfrequenz behält der Fitness-Tracker stets im Auge. fullscreen
Auch die Herzfrequenz behält der Fitness-Tracker stets im Auge. (©TURN ON 2017)

Einatmen, Ausatmen, Einatmen, ...

Gerade an stressigen Tagen ist es wichtig, sich zwischendurch etwas Zeit für sich zu nehmen. Daher befindet sich im Huawei Band 2 Pro auch ein Atmungs-Coach. Nach dem Start erscheint auf dem Display ein Kreis, der mal größer und mal kleiner wird. Bei jeder Bewegung wird der Nutzer aufgefordert, ein- beziehungsweise auszuatmen. Am unteren Bildschirmrand baut sich langsam ein Balken auf, der die Dauer der Atmungssession vorgibt. Je häufiger die Übungen gemacht werden, desto besser wird das Ergebnis – und desto entspannter wird man selbst.

Wie sieht es mit der Huawei-Wear-App aus?

Tja, die App. Das ist so eine Sache. Mir persönlich hat die iOS-Version nämlich nicht besonders gut gefallen. Sie ist zwar übersichtlich im Design, aber nicht intuitiv in der Bedienung. Ich muss gestehen, dass es mich etwas Zeit gekostet hat, herauszufinden, wo die Einstellungen in der App versteckt sind. So simple Hilfen wie ein kleines Zahnrad auf dem Hauptbildschirm suchte ich vergeblich.

 Nicht ganz selbsterklärend, dafür aber mit einer ausführlichen Analyse: die Huawei-Wear-App. fullscreen
Nicht ganz selbsterklärend, dafür aber mit einer ausführlichen Analyse: die Huawei-Wear-App. (©TURN ON 2017)

Dabei verbergen sich in den Einstellungen viele Features, die zunächst ausgeschaltet sind, wodurch man das Huawei Band 2 Pro nicht in Gänze nutzen kann. So musste ich dort zunächst das TruSleep-Feature einstellen und erst den Aktivitätsalarm aktivieren. Der erinnert einen bei zu langem Sitzen daran, sich zu strecken und ein paar Schritte zu laufen. Für mich als Redakteur eine hilfreiche Erinnerung!

Weitere Möglichkeiten sind die Einstellung des Weckers oder, dass der Fitness-Tracker Benachrichtigungen vom Handy auf dem Wearable anzeigt.

Analyse, Aufbereitung, Akkulaufzeit

Hat man erst einmal herausgefunden, wo sich welche Daten verstecken, bietet die Huawei-Wear-App eine umfassende Analyse. Ich habe den Tracker an mehreren Tagen getragen, als ich mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren bin. Die Aufbereitung im Anschluss ist mir positiv aufgefallen, da sie sehr detailliert ist. Neben der benötigten Zeit, der zurückgelegten Kilometer und der verbrannten Kalorien, zeigt die App auch die Durchschnittsgeschwindigkeit sowie die durchschnittliche Dauer pro zurückgelegtem Kilometer an. Der Weg wird zudem auf einer Karte farblich markiert, sodass ich sehen konnte, an welchen Stellen ich schneller und an welchen ich langsamer unterwegs war.

In der App siehst Du nicht nur, wie viele Kilometer Du zurückgelegt hast, ... fullscreen
In der App siehst Du nicht nur, wie viele Kilometer Du zurückgelegt hast, ... (©TURN ON 2017)
... sondern kannst Dir auch die Strecke auf einer Karte anzeigen lassen. fullscreen
... sondern kannst Dir auch die Strecke auf einer Karte anzeigen lassen. (©TURN ON 2017)
Unter weiteren Reitern findest Du noch genauere Analysen der Daten. fullscreen
Unter weiteren Reitern findest Du noch genauere Analysen der Daten. (©TURN ON 2017)
Aufgeschlüsselt nach mehreren Parametern. fullscreen
Aufgeschlüsselt nach mehreren Parametern. (©TURN ON 2017)

Außerdem haben mir die Diagramme gezeigt, wie hoch meine Herzfrequenz während der Radtour war und in welchen Bereichen ich die meisten Kalorien verbrannt habe. Unter dem Reiter "Details" wurden mir die Daten noch einmal übersichtlich aufbereitet und sogar eine Regenrationszeit empfohlen.

Somit verbergen sich in der App einige Features, die ich jedoch erst nach und nach entdeckt habe. Hat man aber einmal verstanden, was sich wo befindet, bekommt man einen umfassenden Überblick über die unterschiedlichen Trainingseinheiten und kann auch nachverfolgen, ob und wie man sich verbessert hat.

Ein ziemlicher Hammer ist dafür die Akkudauer: Wer das Huawei Band 2 Pro ohne GPS verwendet, der kommt bis zu 21 Tagen ohne Stromzufuhr aus. Das ist eine ziemlich ordentliche Leistung. Läuft GPS hingegen dauerhaft, ist der Akku nach drei Stunden aufgebraucht. Ich habe den Tracker eine Woche lang getragen und GPS nur für den Arbeitsweg verwendet. Aufladen musste ich das Wearable in dieser Zeit nicht.

Mein Fazit zum Huawei Band 2 Pro

Nach der Testphase muss ich sagen, dass das Huawei Band 2 Pro all das kann, was man von einem Fitness-Tracker erwartet. Allerdings auch nicht mehr. Da ich parallel noch einen anderes Wearable getragen habe, fiel mir allerdings auf, dass die Schrittzahlen ziemlich variieren. Am ersten Tag waren die Zahlen nahezu identisch, an anderen Tagen haben die Schritte zum Teil zwischen 400 bis 900 Schritte auseinandergelegen. Wenn man jedoch damit leben kann, dass es sich dabei nur um Richtwerte handelt, ist diese Ungenauigkeit kein Nachteil. Wenn man am Ende des Tages die empfohlenen 10.000 Schritte erreicht hat, hat man so oder so ein gutes Gefühl – auch wenn man eventuell sogar ein paar Hundert Schritte mehr gelaufen ist.

Optisch ist am Huawei Band 2 Pro nichts auszusetzen. In meinen Augen könnte er ein bisschen schmaler sein, aber das ist absolut Geschmackssache. Für ein Frauenhandgelenk hat er trotzdem eine gute Größe.

 Na, gut geschlafen? Wenn nein gibt das Huawei Band 2 Pro Verbesserungstipps. fullscreen
Na, gut geschlafen? Wenn nein gibt das Huawei Band 2 Pro Verbesserungstipps. (©TURN ON 2017)

Weniger gut hat mir gefallen, dass die Huawei-Wear-App auf den ersten Blick wenig intuitiv programmiert ist. Nicht jeder Punkt lässt sich auf Anhieb erschließen, sondern braucht entweder ein bisschen detektivisches Gespür – oder einen Blick in die Hilfe. Auch die Bedienung empfand ich als etwas störend, da ich teilweise mehrfach und mit etwas mehr Kraft den Button betätigen musste, um durch das Menü zu kommen.

Sehr gut hingegen hat mir die Aufbereitung der Daten gefallen, da sie sehr ausführlich und übersichtlich ist. Da ich weniger der Jogger- aber mehr der Fahrradfahrtyp bin, konnte ich mir genau ansehen, wie mein Fahrverhalten ist und an welchen Stellen ich noch mehr rausholen könnte.

Wer also einen Fitness-Tracker zum Einstieg sucht, ist mit dem Huawei Band 2 Pro bestens bedient. Und auch Laufbegeisterte werden damit ihre Freude haben, denn durch den integrierten Fitness-Coach können sie ihre Trainingseinheiten intensivieren und weiter ausbauen. Dem Kaufpreis von 99 Euro ist nichts entgegenzusetzen und lässt auch über das eine oder andere Manko, wie eine verbesserungswürdige App und schwerfällige Sensitivität hinwegsehen.

TURNON
Score
4.0
Huawei Band 2 Pro
Huawei Band 2 Pro
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  • Akkuleistung
    5.0
  • Ausstattung
    3.5
  • Design
    4.0
  • Energieverbrauch
    4.0
  • Handling
    2.5
  • Preis-Leistung
    5.0

Datenblatt

  • Gerätetyp
    Fitness-Tracker
  • Abmessungen (Armband)
    144,7 x 101,4 Millimeter
  • Farben
    Schwarz
  • Lieferumfang
    HUAWEI Band 2 Pro, Ladestation, Ladekabel, Schnellstartanleitung, Sicherheitsinformation, Garantiekarte
  • Preis (UVP)
    99 Euro

Hardware und Software

  • Display
    PMOLED
  • Konnektivität
    Bluetooth
  • Akkulaufzeit
    21 Tage ohne GPS / 3,5 Stunden mit GPS
  • Besondere Merkmale
    Schlaftracking durch HUAWEI TruSleep, Wasserdicht bis 50 Meter, Atemanleitung, 3-Achsen-Beschleunigungsmesser, Freistehendes PPG Kardiotachometer, Infrarot-Verschleiß-Sensor
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