Meinung

"Jurassic World 2"-Kritik: Einmal eskalieren, bitte!

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"Jurassic World 2" ist deutlich düsterer als sein Vorgänger.
"Jurassic World 2" ist deutlich düsterer als sein Vorgänger. (©Universal Pictures 2018)

Mit Chris Pratt, dem fiesen Indominus Rex und ganz viel Nostalgie begeisterte "Jurassic World" vor drei Jahren Dinofans auf der ganzen Welt. Ob der Nachfolger "Jurassic World: Das gefallene Königreich" auf diesen Megaerfolg noch einen draufsetzen kann, liest Du in unserer Filmkritik.

Rettet die Dinos! – Die Story

Die Katastrophe im Vergnügungspark "Jurassic World" liegt mittlerweile drei Jahre zurück. Das gigantische Skelett des Indominus Rex liegt im Meer vor der Isla Nublar, die Touristen haben den Sauriern die Insel überlassen. Doch nach einem Vulkanausbruch auf der Insel ist das Dinoparadies in Gefahr und droht, von Lava verschluckt zu werden. Wieder einmal stehen die Dinosaurier also vor dem Aussterben.

Der einstige Eigentümer des Vergnügungsparks, Benjamin Lockwood (James Cromwell, der schweigsame Farmer aus "Ein Schweinchen namens Babe"), entsendet ein Rettungskommando, um wenigstens einige der Dinos zu retten. Geführt wird der Trupp von zwei alten Bekannten aus dem ersten "Jurassic World": Claire Dearing (Bryce Dallas Howard), der ehemaligen Leiterin des Parks und Tierverhaltensforscher/Teilzeitsuperheld Owen Grady (Chris Pratt).

Eine explodierende Insel voller wildlebender Urzeitmonster?! Was soll da schon schiefgehen …?

Auf der Isla Nublar wird es zu heiß für die Dinos ... fullscreen
Auf der Isla Nublar wird es zu heiß für die Dinos ... (©Universal Pictures 2018)
... eine riskante Rettungsaktion wird ins Leben gerufen. fullscreen
... eine riskante Rettungsaktion wird ins Leben gerufen. (©Universal Pictures 2018)

Von 0 auf 100

"Jurassic World: Das gefallene Königreich" ist anders als sein direkter Vorgänger. Schneller. Spannender. Witziger. Schon die Anfangssequenz macht eindrucksvoll klar, dass dieser Film auf totale Eskalation aus ist. Und das zahlt sich aus: Das hohe Erzähltempo und die gewohnt ansehnliche Dinosaurieraction lassen keinen Moment Langeweile aufkommen. Im Gegenteil: "Jurassic World 2" treibt den Puls schneller in die Höhe als man "T-Rex!" kreischen kann.

Gestatten? Raptor. Indoraptor.

Apropos T-Rex: Der legendäre Wasserglasmoment aus "Jurassic Park" zählt zu den wohl unvergesslichsten Momenten der Kinogeschichte. Und auch wenn "Jurassic World: Das gefallene Königreich" diese Szene gewiss nicht toppen kann, so bietet der Film doch einige Momente, die wirklich verdammt nah an dem Grad der Spannung dran sind, den das vibrierende Wasserglas Anno 1993 beim Publikum erzeugte.

Insbesondere die neue Krone der Dinoschöpfung, der bereits in den Trailern zu sehende Indoraptor, spielt eine wichtige Rolle in einer der besten Szenen des Films. Wir wollen hier nicht zu viel verraten, aber die Hinterlist, der Sinn für Dramatik und die teilweise schon nahezu menschliche Schurkenhaftigkeit dieses Viechs lassen Dir mehr als einmal die Kinnlade herunterfallen.

Der Indoraptor ist wahrlich albtraumhaft. fullscreen
Der Indoraptor ist wahrlich albtraumhaft. (©Universal Pictures 2018)
Owen (Chris Pratt, links) und seine Mitstreiter rennen mal wieder um ihr Leben. fullscreen
Owen (Chris Pratt, links) und seine Mitstreiter rennen mal wieder um ihr Leben. (©Universal Pictures 2018)

Und die Moral der Geschichte?

In allen "Jurassic"-Filmen spielten – manchmal mehr, manchmal weniger – auch die Themen Moral und Ethik eine Rolle. Geht der Mensch zu weit, wenn er eine ausgestorbene Spezies gentechnisch wiederbelebt? Wie sieht es mit dem Artenschutz für Dinos aus? Auch "Das gefallene Königreich" beschäftigt sich mit diesen Fragestellungen, sogar ganz zentral. Sind die Saurier aus dem Park einfach nur ein Wirtschaftsgut oder sind sie Lebewesen, die ein Recht auf Leben haben wie der Mensch auch?

Auch wenn das im Fall der Dinosaurier natürlich nur hypothetische Fragen sind, gibt der Film darauf eine eindeutige Antwort und verpackt sie unter anderem in eine der witzigsten "Kick-Ass"-Szenen, die wir seit langem gesehen haben. Warte einfach auf den großen Auftritt des Stygimoloch, liebevoll auch "Stiggy" genannt. (Es ist der Dino mit dem Rammbock-Schädel.)

Dinos: 1. Menschen: 0.

Bei all der angebrachten Dinobegeisterung kommt eine Sache jedoch leider zu kurz: Die menschlichen Figuren wirken allesamt etwas blass und teilweise arg klischeehaft. Das ist angesichts der ansonsten mehr als respektablen Vorstellung des Films zwar schade, aber auch leicht zu verkraften. Gerade weil der Film voll auf die Dinos setzt, ist der Entertainment-Faktor von "Jurassic World: Das gefallene Königreich" so hoch, wie er es vielleicht seit "Jurassic Park" nicht mehr war. Und "Jurassic World 3" (geplant für 2021) könnte sogar noch spannender werden: Das Ende des Films verspricht zumindest ein mehr als interessantes Setting. Da hilft nur eins: anschauen!

"Jurassic World: Das gefallene Königreich": Fazit

"Jurassic World: Das gefallene Königreich" macht einen Höllenspaß. Die Dinge eskalieren hier wirklich in rasantem Tempo. Der Film ist schnell, spannend, teilweise sogar überraschend – und vollbringt das Kunststück, ernste Fragestellungen mit schwarzem Humor zu vermengen. Die Dinos sind hier eindeutig die Stars – und das ist gut so!

TURN ON-Wertung: 4/5

TURNON
Score
4.0
Jurassic World 2: Das Gefallene Königreich
Jurassic World 2: Das Gefallene Königreich
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Datenblatt

  • Originaltitel
    Jurassic World: Fallen Kingdom
  • Produktionsland/-jahr
    USA 2017
  • Genre
    Action, Abenteuer
  • Besetzung
    Chris Pratt, Bryce Dallas Howard, Toby Jones
  • Regie
    J.A. Bayona
  • Kinostart (D)
    07.06.2018
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