Test

"Gears of War 4" im Test: Altes Gameplay, toller Multiplayer
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Microsoft Xbox One

Die Spielereihe "Gears of War" wurde ursprünglich vor zehn Jahren von Entwickler Epic Games erfunden. Teil 4 kommt jetzt nach dem Verkauf der Rechte an Microsoft von The Coalition, einem kanadischen Team. Man könnte es also fast schon als "Reboot" der Reihe bezeichnen. Wie sich die neuen Hauptcharaktere schlagen, lest ihr in unserem Test.

Die Story: In den Stiefel von Marcus Fenix' Sohn

Wir befinden uns in "Gears of War 4" 25 Jahre nach dem siegreichen Ende von Teil 3. Die Menschen leben hier wieder in Frieden, nachdem die Locust geschlagen wurden. Blöderweise werden sie jetzt von der "Coalition of Ordered Governments" (COG) beherrscht. Die lassen aber quasi niemanden aus den Städten heraus, damit die dezimierte Bevölkerung schön zu Hause bleibt und sich vermehrt. Diese Freiheitsberaubung gefällt einigen Bürgern gar nicht, also spalten sie sich als rebellische Outsider ab und leben in der verwüsteten Einöde des Planeten außerhalb der Städte. Ressourcen erbeuten sie auf Plünderungen in den COG-Siedlungen. Ganz ungefährlich ist das alles nicht, denn der Planet wird von heftigen Stürmen heimgesucht, die unsere Deckungen in den Kämpfen zerstören können.

Die Story dreht sich vor allem um James Dominic "JD" Fenix, Sohn des berühmten Marcus Fenix', Held aus den Vorgängerteilen. Mit seinem Kumpel Del Walker verließ er die Truppen und schloss sich ein paar Outsidern an. Dort lernten sie Kait Diaz kennen, die Tochter der Anführerin dieser Gruppierung, mit der sie nun umherziehen.

Das Gameplay: (Fast) alles beim Alten

Die neun bis zehn Stunden Kampagne kannst Du im Koop-Modus durchleben. Das geht entweder per Netzwerk oder im Split-Screen. Leider ist das aber nur zu zweit möglich. Fans der Spiele-Reihe werden sich gleich zu Beginn wohlfühlen, denn die Mechaniken und Taktiken des Deckungs-Shooters sind so wie wir das von den Vorgängerteilen gewöhnt sind – inklusive Kettensäge versteht sich. Das kann auf einige ein bisschen eintönig wirken, für andere ist es aber genau das Spiel, das sie haben wollten. Doch nicht alles besteht aus ducken und schießen. Neu hinzugekommen ist ein Nahkampfangriff, bei dem Du den Gegner über die Deckung zu Dir ziehst und mit einem großen Kampfmesser ausschalten kannst. Auch die Gegner empfinden wir als abwechslungsreicher als noch in den Vorgängerspielen. Zu Beginn von "Gears of War 4" kämpfen wir gegen verschiedene Roboter, später dann gegen verrückte Monster, die uns auch mal böse den Kopf abreißen, wenn wir nicht aufpassen.

Richtig cool sind auch die Kämpfe in den Stürmen geworden. Hier reißt es uns je nach Windstärke die abgeschossenen Kugeln in der Luft zur Seite. Handgranaten habe ich mich dann gar nicht mehr getraut zu werfen. Und wenn wir schon mitten in einem Sturm stehen, fährt der Entwickler auch noch eine ziemlich coole Actionshow mit Blitzen und Wolken und einer düsteren Stimmung auf. Da auch Gegenstände durch die Gegend fliegen, werden manche Gegner von diesen beseitigt, ohne dass wir etwas tun müssen. Absolut gelungene Atmosphäre!

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Überraschung! "Gears of War 4" ist immer noch ein Deckungs-Shooter. (©YouTube / Xbox 2016)

Der Multiplayer: Horde 3.0 als Highlight

Auch der Multiplayer sorgt für jede Menge Spaß. Vor allem der Horde-Modus ist in Version 3.0 sehr gut gelungen. Hier können bis zu fünf Spieler antreten und müssen bis zu 50 Wellen von Gegnern überleben, wobei nach jeder Zehnten ein echt schwerer Boss ankommt. Wir bauen also fleißig Verteidigungsanlagen, die wir mit einer Energiewährung bezahlen. Damit wir beim Bauen ein bisschen flexibler sind, gibt es den Fabrikator. Das ist eine Kiste, die wir zu zweit tragen und überall absetzen können. Das gibt uns mehr Freiheiten, denn die von toten Gegnern eingesammelten Energiepunkte lösen wir beim Fabrikator wieder in neue Verteidigungsanlagen ein. Nur wenn wir die Fähigkeiten der fünf verschiedenen Klassen auch ausnutzen und zusammenspielen, haben wir überhaupt eine Chance voranzukommen.

Auch die klassischen Multiplayer-Versus-Varianten wie Team-Deathmatch und King of the Hill bringen wieder viel Spaß. Einen großen Pluspunkt bekommt das Spiel für seine LAN-Unterstützung, sodass man nicht über Internet spielen muss, wenn man nebeneinandersitzt. Einen kleinen Minuspunkt gibt es hingegen für die Mikrotransaktionen, die, obwohl "Gears of War 4" ein Vollpreisspiel ist, verankert sind. So kann man sich Kartenpacks für Boni oder Waffen- und Charakterskins gegen echtes Geld kaufen. Auch wenn das alles eher kosmetisch ist und das Spiel nicht aus der Balance wirft, gehört das einfach nicht in ein Vollpreisspiel.

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Im Multiplayer kann "Gears of War 4" wieder richtig glänzen. (©YouTube / TheRazoredEdge 2016)

Fazit

Bei "Gears of War 4" scheiden sich die Geister, ob es nun gut war, dass Entwickler The Coalition die Spiele-Reihe von Epic fortgesetzt hat. Ich musste feststellen, dass viele Spieler von der Kampagne nicht so begeistert oder sogar heftig enttäuscht sind. Es fehle an Abwechslung und an Bossen. Letzteres kann ich nachvollziehen, die Vorgängerspiele hatten gefühlt mehr kleinere Bosse, die uns herausgefordert haben. Doch "Gears 4" macht auch vieles richtig: Die Story ist gut inszeniert, bei den Monsterkämpfen kriegt man manchmal echt Panik, weil die so gefährlich sein können, dass man lieber keinen Fehler machen will und die Kämpfe im Sturm sorgen meiner Meinung nach für viel Abwechslung. Die neuen Charaktere sind frisch und die Dialoge manchmal sogar richtig lustig. Wenn ihr dem Spiel eine Chance gebt, werdet ihr auch als Veteranen der "Gears of War"-Spielereihe euren Spaß mit dem neuen Teil haben.

TURNON
Score
3.9
Microsoft Xbox One
Microsoft Xbox One
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  • Wie viel Zubehör und Features hat das Produkt?
    3.0
  • Durchdacht und innovativ – oder langweilig?
    4.0
  • Entpuppt sich das Gerät als Stromfresser?
    3.0
  • Wie gut sind Haptik und Bedienkomfort?
    5.0
  • Flaggschiff-Charakter oder schwach auf der Brust?
    4.0
  • Was halten Nutzer von dem Produkt?
    4.0
  • Ist das Produkt sein Geld wirklich wert?
    4.0

Datenblatt

  • Gerätetyp
    Konsole
  • Abmessungen
    32,3 x 37,3 x 19,1 Zentimeter
  • Gewicht
    6,5 Kilogramm
  • Farben
    Schwarz
  • Lieferumfang
    500GB Konsole, 4K-HDMI-Kabel, Xbox One Controller, Xbox One Chat Headset, 14-tägige Xbox Live Gold-Probemitgliedschaft
  • Preis (UVP)
    ab 379 Euro

Hardware und Software

  • Prozessor-Taktung
    1,75 GHz
  • Prozessor
    AMD Jaguar x86 (AMD64) Octa-Core
  • Arbeitsspeicher
    8 GB DDR3
  • Speicherkapazität
    500 GB
  • Anschlüsse und Steckplätze
    3 x USB 3.0, 1 x HDMI 1.4, 1 x IR-Port, 1 x S/PDIF-Ausgang, 1 x Ethernet, 1 x proprietärer Port für die Kinect-Kamera (samt Lüfter)
  • Konnektivität
    WLAN, Ethernet
  • Energieverbrauch
    112 Watt
  • Besondere Merkmale
    Mit und ohne Kinect-Sensor erhältlich
Meinung des Autors

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