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"Monster Hunter: World" im Hands-on-Test: Auf zur Großwildjagd!

In "Monster Hunter: World" bezwingst Du riesige Bestien.
In "Monster Hunter: World" bezwingst Du riesige Bestien. (©Capcom 2017)

Mit "Monster Hunter: World" denkt Capcom seine Action-Rollenspiel-Reihe größer als je zuvor. Ende Januar 2018 erscheint das Game für PS4 und Xbox One. TURN ON hat sich für einen Hands-on-Test schon jetzt auf einen kurzen Jagdausflug begeben können.

Vor allem im asiatischen Raum ist die "Monster Hunter"-Reihe seit Jahren höchst erfolgreich. Die Games rund um schwer bewaffnete Jäger, die Dinosaurier-ähnliche Mega-Kreaturen zur Strecke bringen, setzen auf komplexes Gameplay, bei dem akribische Vorbereitung und taktisches Vorgehen bei der Großwildjagd absolut essenziell sind.

Mit "Monster Hunter: World" bringt Capcom am 26. Januar 2018 die grafisch bisher beeindruckendste Inkarnation der Reihe auf die aktuelle Konsolengeneration sowie zu einem noch ungenannten späteren Zeitpunkt auch auf den PC. Dabei soll das Game die Serie auch bei westlichen Spielern populärer machen, die von der steilen Lernkurve und der Tatsache, dass vorige Teile vor allem auf portablen Plattformen liefen, bislang noch eher abgeschreckt wurden. Bei einem von Capcom veranstalteten Preview-Event in Hamburg konnte ich die PS4-Version von "Monster Hunter: World" schon einmal in Augenschein nehmen – und habe mich im Monsterdschungel nach kurzer Eingewöhnungszeit pudelwohl gefühlt.

Aller Anfang ist – unerwartet leicht

Das liegt vor allem daran, dass "Monster Hunter: World" mich – entgegen dem Ruf, der der Reihe vorauseilt – zu Beginn durchaus an die Hand nimmt. Bevor das Spiel überhaupt richtig startet, darf ich aber erst einmal in einem beeindruckend umfangreichen Charakter-Editor nicht nur meine eigene Spielfigur designen, sondern auch meinen Palico – einen niedlichen, aber wehrhaften Katzen-Begleiter, der in meinem Fall grünes Fell und eine Steampunk-artige Lederrüstung samt Fliegerbrille verpasst bekommt.

Liebe zum Detail beweist "Monster Hunter: World" nicht nur hier: Die zahlreichen Möglichkeiten zum Craften von Waffen und Ausrüstung, Erforschen und Erkunden der Spielwelt und natürlich zur Vorbereitung auf die Kämpfe gegen die Monster werden im Hauptquartier der Jäger zu Beginn ausführlich erklärt und mit hübschen (und oft ziemlich humorvollen) Zwischensequenzen bebildert. Eine schöne Idee, um neue Spieler besser ins Spiel zu holen, sind auch die sogenannten Spähkäfer: Die fliegen als grüne Glühwürmchenwolke ständig vor mir her und weisen mir den Weg durch die üppigen Jagdgründe, die vom zentralen Hub aus abzweigen und in denen ich zu Quests und Erkundungszügen aufbreche. Auch interessante Pflanzen, Materialien und Gegenstände zeigen die Insekten an – und natürlich die Position der zu jagenden Monster.

 Dank der grün leuchtenden Spähkäfer geht der Überblick nicht so leicht verloren. fullscreen
Dank der grün leuchtenden Spähkäfer geht der Überblick nicht so leicht verloren. (©Capcom 2017)

Kampfsystem: Mit Riesenwaffen gegen Riesenmonster

Wie ich den riesigen Kreaturen, um deren kunstfertiges Erlegen das gesamte Gameplay kreist, auf die Pelle rücke, darf ich mir im Übrigen selbst aussuchen: Die 14 Waffen, die zur Auswahl stehen, erfordern jeweils einen eigenen Kampfstil und bieten unterschiedliche Optionen. Nach einer holprigen ersten Jagd mit der Gewehrlanze – einer kuriosen Mischung aus reichweitenstarker Nahkampfwaffe und explosivem Schießprügel – entscheide ich mich schließlich für die Morphaxt: eine Schwert-Schild-Kombination, die sich mitten im Kampf zu einer mächtigen, aber langsamen Riesenaxt zusammenschrauben lässt. Der Mix aus Blocken, Abrollen und im richtigen Moment zuschlagen ist schnell einigermaßen sicher erlernt, aber es deutet sich schnell an: Die Kämpfe wirklich zu meistern und die ganz dicken Brocken zu bezwingen, wird deutlich länger dauern.

Die Waffen in "Monster Hunter: World" sind zumeist groß, wuchtig und schlagkräftig – egal, ob im Fernkampf, ... fullscreen
Die Waffen in "Monster Hunter: World" sind zumeist groß, wuchtig und schlagkräftig – egal, ob im Fernkampf, ... (©Capcom 2017)
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... oder im Nahkampf. (©Capcom 2017)

Generell verlangt mir "Monster Hunter: World" einiges an Ausdauer ab, denn die Monster sind zäh. Wer ihre Schwächen optimal ausnutzen will, muss außerdem nicht nur gut zielen, sondern auch gut beobachten können: Jede Kreatur hat ihre eigenen Verhaltensweisen, an denen ablesbar ist, ob der Kampf sich langsam dem Ende zuneigt, oder vielleicht gerade erst richtig losgeht. Unterstützung bekomme ich derweil von meinem kleinen Palico, der mit mir kämpft, aber auch außerhalb der Jagd nützlich ist: So sammelt er in der Spielwelt Pflanzen, Mineralien und andere hilfreiche Zutaten ein, die ich zur Verbesserung der Ausrüstung einsetze – zusammen mit der Beute, die ich von erlegten Monstern erhalte. Schon nach kurzer Zeit bin ich voll drin im Zyklus aus Planen, Jagen, Verbessern und Weiterjagen, der die "Monster Hunter"-Reihe ausmacht.

Grafik: Auf der PS4 Pro eine echte Schönheit

Dabei ist das Game zumindest in der angetesteten PS4-Pro-Version schon einmal eine echte Augenweide: Der Dschungel sprüht vor Leben und oft ist so viel Farben-, Tier- und Pflanzenpracht auf dem Bildschirm zu sehen, dass ich dankbar für die Spähkäfer bin, die mir wichtige Punkte im Unterholz anzeigen. Auch das Jäger-Quartier mit seiner irrwitzigen Architektur zwischen Festung, Segelschiff und Goldgräber-Stützpunkt ist sehr gut gelungen. Die Monster sind ebenfalls prächtig und lassen meinen Jäger im Kampf oft angemessen klein aussehen. Umso schöner ist das Gefühl, dabei einen langsamen und daher nicht ganz leicht zu zielenden, aber äußerst wuchtigen Schlag zu landen.

Die Monster sind fantasievoll gestaltet und erinnern mal an Dinosaurier, ... fullscreen
Die Monster sind fantasievoll gestaltet und erinnern mal an Dinosaurier, ... (©Capcom 2017)
... und mal an andere Urzeitviecher. fullscreen
... und mal an andere Urzeitviecher. (©Capcom 2017)

Die Kämpfe offenbaren allerdings auch einige wunde Punkte, an denen Capcom bis zum Release hoffentlich noch ein bisschen nachbessert. So hängen sich Monster gelegentlich an Felsvorsprüngen kurz fest, verschwinden zum Teil in Bäumen oder überlagern meinen Jäger, der dann nicht neben oder unter, sondern regelrecht in einer der Kreaturen steht. Auch bei den Waffen funktioniert die Kollisions-Erkennung manchmal noch nicht perfekt, das Zielen und Zuschlagen wird dadurch vor allem mit schwerfälligen Waffen zusätzlich erschwert. Dem Jagdspaß steht das meist nicht im Wege, allerdings ist es schade, dass "Monster Hunter: World" gerade im Kern seines Gameplays ein wenig schwächelt – zumindest aktuell noch.

Koop-Multiplayer: Am meisten Spaß bringt die Jagd im Team

Ein potenzieller Must-Have-Titel wird "Monster Hunter: World" wohl vor allem für Spieler, die gern mit anderen zusammenspielen. Der Koop-Aspekt war schon immer wichtig für die Reihe, hier ist er auf unkomplizierte und clevere Art und Weise integriert und absolut nahtlos: Alle Quests lassen sich online auch gemeinsam mit bis zu drei weiteren Spielern angehen, diese können sogar mittendrin zur Jagd dazustoßen. Dazu lässt sich jederzeit ein sogenanntes Notsignal absetzen, was auf dem Questbrett im zentralen Hub angezeigt wird. Andere Spieler können sich von dort aus als Verstärkung melden, auch die direkte Suche nach Spielern ist aber möglich.

Bis zu vier Spieler können sich zusammen auf die Jagd begeben. fullscreen
Bis zu vier Spieler können sich zusammen auf die Jagd begeben. (© 2017)
Spieler könne sich verabreden, aber auch spontan zusammenspielen. fullscreen
Spieler könne sich verabreden, aber auch spontan zusammenspielen. (© 2017)

Schon im Zweier-Koop wird "Monster Hunter: World" dabei zur kommunikativen Team-Erfahrung: Zusammen mit meinem Mitspieler, der einen schweren, aber langsamen Hammer schwingt, dresche ich auf ein Monster ein. Taktiken werden diskutiert: Lässt sich das Vieh leichter besiegen, wenn einer von uns es ablenkt und der andere einige wohlplatzierte Hiebe setzt? Schaffen wir es irgendwie, ihm auf den Rücken zu springen? Und ist es wohl eine gute Idee, einzugreifen, als ein wesentlich größeres Monster unserer fliehenden Beute den Weg abschneidet? Mit mehr Spielern wird es zwar immer schwerer, sich abzustimmen. Andererseits erweitert sich natürlich auch die Zahl der möglichen Jagd-Taktiken.

Fazit: "Monster Hunter: World" wird vor allem für Teamplayer ein Fest

Im Singleplayer ist "Monster Hunter: World" ein fettes Paket für Taktiker und ein episch angelegtes, grafisch beeindruckendes Action-Rollenspiel. Wer sich gern ausgiebig auf große, bedeutsame Kämpfe vorbereitet, sich von Loot und Crafting zu neuen Höchstleistungen anspornen lässt, bekommt hier ein vielschichtiges, angenehm komplexes Game, das durch kluge Anleitungs-Mechanismen dennoch einen leichten Einstieg bietet.

Die größte Stärke des Titels sehe ich aber klar im Multiplayer. Der nahtlose Koop-Modus wirkt durchdacht, das Team-Gameplay macht Laune und lädt dazu ein, sich zu regelrechten Jagd-Raids zu verabreden. Bleibt nur zu hoffen, dass sich nach dem Release auch eine Community für "Monster Hunter: World" entwickelt, die so hilfsbereit ist, wie es die Matchmaking-Mechaniken des Games vorsehen.

Release
"Monster Hunter: World" erscheint am 26. Januar 2018 für PS4 und Xbox One. Der PC-Release folgt später im selben Jahr.

Datenblatt

  • Release-Datum
    26.01.2018 (Konsolen), tba (PC)
  • Genre
    Action-Rollenspiel
  • Plattform
    PS4, Xbox One, PC
  • Publisher
    Capcom
  • Entwickler
    Capcom
  • USK
    TBA
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