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Moto Z2 Force im Test: Dieses Smartphone ist anders als der Rest

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Das modulare Flaggschiff Moto Z2 Force macht so einige Dinge anders.
Das modulare Flaggschiff Moto Z2 Force macht so einige Dinge anders. (©TURN ON 2017)

Das Motorola Moto Z2 Force möchte anders sein: Mit einem bruchsicheren Display und der Möglichkeit zur Erweiterung durch die Moto Mods beweist das Smartphone im Test, dass es abseits des allgemeinen Mainstreams durchaus noch spannende Ideen gibt.

Normalerweise sind Smartphone-Tests eine recht generische Angelegenheit. Die meisten Geräte ähneln sich mittlerweile stark und bieten fast immer die gleichen Features. Doch das Moto Z2 Force bot uns im Test eine willkommene Abwechslung, weil sich Motorola als einer der wenigen Hersteller noch traut, eigene Schwerpunkte abseits des Mainstreams zu setzen. Doch ist anders auch besser?

Unspektakuläre Front, spektakuläre Rückseite

Optisch präsentiert sich das Moto Z2 Force erst einmal ziemlich unspektakulär und wirkt beinahe wie ein Klon des bereits im Juli von uns getesteten Moto Z2 Play. Auf der Vorderseite glänzt ein schickes AMOLED-Display mit einer Diagonale von 5,5 Zoll und einer Auflösung von 2560 x 1440 Pixeln. Über und unter dem Screen gibt es einen recht dicken Rahmen, der allerdings immer noch kleiner ausfällt als beispielsweise beim iPhone 8 Plus. Zudem sorgt der dicke Rand dafür, dass der Fingerabdrucksensor auf der Front seinen Platz findet.

Das Moto Z2 Force erscheint zunächst unspektakulär. fullscreen
Das Moto Z2 Force erscheint zunächst unspektakulär. (©TURN ON 2017)
Auch die Rückseite wirkt mit aufgesetzter Style Shell unspektakulär. fullscreen
Auch die Rückseite wirkt mit aufgesetzter Style Shell unspektakulär. (©TURN ON 2017)
Doch die Mods machen das Smartphone zu etwas Besonderem. fullscreen
Doch die Mods machen das Smartphone zu etwas Besonderem. (©TURN ON 2017)

Interessanter als die Front ist bei den Smartphones der Moto-Z-Reihe aber traditionell die Rückseite. Dort befindet sich nämlich der PIN-Anschluss für die Moto Mods, der natürlich auch beim Moto Z2 Force vorhanden ist. Über den Anschluss lässt sich die Rückseite des Smartphones mit diversen Aufsätzen bestücken, die magnetisch halten und entweder rein kosmetischer Natur sind, oder neue Funktionen mitbringen. Auffällig ist zudem die Dual-Kamera, die aus einem Farb- und einem Monochrom-Sensor besteht – Huawei lässt grüßen.

Wasserdicht ist das Moto Z2 Force übrigens nicht, wodurch es in dieser Beziehung ganz klar im Nachteil gegenüber anderen aktuellen Flaggschiffen ist. Einen Kopfhöreranschluss gibt es ebenfalls nicht.

Starke Hardware, schlanke Software

Für das Innenleben des Moto Z2 Force hat sich der Hersteller in der obersten Hardware-Schublade bedient: Angetrieben wird das Smartphone von Qualcomms High-End-Prozessor Snapdragon 835, der eine hervorragende Geschwindigkeit bei allen Anwendungen garantiert. Damit dem Smartphone auch bei zahlreichen gleichzeitig geöffneten Apps und Anwendungen nicht der Saft ausgeht, stehen zudem 6 GB RAM an Arbeitsspeicher zur Verfügung und der interne Speicher bietet mit 64 GB und der Möglichkeit zum Aufrüsten per SD-Karte ebenfalls genug Platz für Apps, Bilder und Musik.

 Im Inneren des Moto Z2 Force sitzt hochwertige Technik. fullscreen
Im Inneren des Moto Z2 Force sitzt hochwertige Technik. (©TURN ON 2017)

Die Softwareoberfläche ist Motorola-typisch schön schlank und übersichtlich. Faktisch gibt es hier Stock-Android in der Version 7.1.1 mit minimalsten optischen Anpassungen (ein Update auf Android 8.0 ist schon in Arbeit). Bloatware-Allergiker werden hier also keinen Niesanfall bekommen.

Kleiner Akku als Preis für die Schlankheit

Beim Akku bekleckert sich Motorola in diesem Jahr leider nicht mit Ruhm. Während die Konkurrenz in ihren Flaggschiffen mittlerweile fast ausnahmslos Akkus mit einer Kapazität von 3000 mAh und mehr verbaut, schlummert im Z2 Force ein 2700-mAh-Batteriespeicher. Dieser bietet zwar in den meisten Fällen genügend Saft, um über einen ganzen Tag zu kommen, mehr aber auch nicht. Mit der geringen Laufzeit zahlen die Nutzer den Preis für das ansonsten sehr flache Gehäuse. Immerhin: Mit dem passenden Moto Mod lässt sich die Akkulaufzeit deutlich erhöhen.

Dual-Kamera mit starker Leistung und minimaler Schwäche

Bei der Kamera setzt Motorola im Gegensatz zum Moto Z2 Play auf ein Dual-Lens-System. Neben einem normalen Farbsensor arbeitet im Z2 Force noch ein Monochrom-Sensor für besonders detaillierte Schwarz-Weiß-Aufnahmen, der zudem zusätzliche Licht- und Tiefeninformationen einfängt. Das Ergebnis ähnelt dem, was wir bereits von diversen Huawei-Smartphones kennen: Mithilfe beider Linsen und Sensoren lassen sich Portrait- und Bokeh-Fotos mit beeindruckendem Unschärfeeffekt knipsen.

 Die Dual-Kamera ist für einige Spielereien gut. fullscreen
Die Dual-Kamera ist für einige Spielereien gut. (©TURN ON 2017)

Dank ein paar Software-Spielereien lassen sich zudem einige weitere Effekte zuschalten. So kann die Software nachträglich noch die verschiedenen Tiefen erkennen und den unscharfen Hintergrund nach Wunsch ausschalten oder in Schwarz-Weiß darstellen.

Das Moto Z2 Force glänzt mit satten Farben und vielen Details. fullscreen
Das Moto Z2 Force glänzt mit satten Farben und vielen Details. (©TURN ON 2017)
Bei gutem Licht sehen die Bilder großartig aus. fullscreen
Bei gutem Licht sehen die Bilder großartig aus. (©TURN ON 2017)
Bei wenig Licht werden Schatten tendenziell ein wenig zu stark dargestellt. fullscreen
Bei wenig Licht werden Schatten tendenziell ein wenig zu stark dargestellt. (©TURN ON 2017)
Insgesamt macht die Kamera einen guten Job. fullscreen
Insgesamt macht die Kamera einen guten Job. (©TURN ON 2017)
Moto Z2 Force Foto 05 fullscreen
Moto Z2 Force Foto 05 (©TURN ON 2017)
Moto Z2 Force Foto 06 fullscreen
Moto Z2 Force Foto 06 (©TURN ON 2017)
Moto Z2 Force Foto 07 fullscreen
Moto Z2 Force Foto 07 (©TURN ON 2017)
Moto Z2 Force Foto 08 fullscreen
Moto Z2 Force Foto 08 (©TURN ON 2017)
Moto Z2 Force Foto 09 fullscreen
Moto Z2 Force Foto 09 (©TURN ON 2017)
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Moto Z2 Force Foto 10 (©TURN ON 2017)

Bei normalen Fotos macht die Hauptkamera des Moto Z2 Force fast immer einen guten Job, offenbarte im Test jedoch auch die eine oder andere kleine Schwäche. So wirken die Farben knackig, die Motive detailliert und die Kontraste gut herausgearbeitet. Gleichzeitig wirkten die Schatten auf einigen Bildern mit leicht schwächeren Lichtverhältnissen jedoch etwas zu stark betont und die Szenerie dadurch ein wenig zu dunkel. Eine echte Schwäche in Lowlight-Situationen können wir der Kamera aber nicht bescheinigen – insgesamt arbeitet sie auch hier auf hohem Niveau.

Besonderheit Nummer eins: Das bruchsichere Display

Bis hierhin ist das Moto Z2 Force ein ziemlich gutes, aber auch ein etwas langweiliges Smartphone der Oberklasse. Wie schon erwähnt, gibt es allerdings zwei Dinge, die es grundsätzlich von der Konkurrenz abheben. Nummer eins ist das bruchsichere Display, für das sich Motorola den Namen Shatter Shield ausgedacht hat. Das speziell angefertigte Displayglas besteht aus mehreren Schichten und ist so aufgebaut, dass es bei Stürzen aus normaler Höhe nicht splittert. Wir haben das während unseres Tests mehrfach ausprobiert und können bestätigen, dass ein Aufprall aus Brusthöhe für das Z2 Force kein Problem darstellt.

 Der Screen des Z2 Force ist bruchsicher. Der Hersteller gibt vier Jahre Garantie. fullscreen
Der Screen des Z2 Force ist bruchsicher. Der Hersteller gibt vier Jahre Garantie. (©TURN ON 2017)

Allerdings hat das Shatter-Shield-Display auch einen Nachteil: Anstatt aus Glas besteht es nämlich aus Kunstsoff und ist damit nicht so gut vor Kratzern geschützt wie die meisten anderen Smartphone-Screens. Nutzer sollten sich deshalb am besten genau fragen, vor welcher Beschädigung ihres Screens sie sich mehr fürchten. Insgesamt ist der Shatter Shield aber ein absolutes Alleinstellungsmerkmal und für den einen oder anderen Nutzer sicherlich ein echtes Killer-Feature.

Besonderheit Nummer zwei: Die Moto Mods

Die Moto Mods kennen wir bereits vom Moto Z2 Play oder von den letztjährigen Modelle Moto Z und Moto Z Play. Am Grundprinzip hat sich dabei absolut nichts geändert. Tatsächlich funktionieren sämtliche Mods, die es für die älteren Geräte gibt, auch mit dem neuen Smartphone. Gemeinsam mit dem Moto Z2 Force konnten wir den neuen Alexa-Lautsprecher, die Moto-360-Kamera und das Moto Gamepad testen.

 Die Mods werden auf der Rückseite angedockt. fullscreen
Die Mods werden auf der Rückseite angedockt. (©TURN ON 2017)

Die Moto Mods im Überblick
Bereits im Rahmen unseres Tests des Moto Z2 Play im Juli 2017 hatten wir mehrere Moto Mods vorgestellt, von denen die meisten mittlerweile erhältlich sind: Die Moto Mods und ihre Funktionen erklärt.

Moto Gamepad: Das Gamepad ist mit einem Preis von 89 Euro das günstigste Mod und verwandelt das Z2 Force in einen Handheld vom Schlage eines Nintendo 3DS oder eine PS Vita. Viele Apps, in denen die Gamepad-Steuerung unterstützt wird, lassen sich durch das Mod wie an einer echten Handheld-Konsole zocken. Das Moto Gamepad ist zudem hervorragend verarbeitet und lässt haptisch nichts zu wünschen übrig.

 Mit dem Moto Gamepad wird das Smartphone zur Konsole. fullscreen
Mit dem Moto Gamepad wird das Smartphone zur Konsole. (©TURN ON 2017)

Moto Smart Speaker: Der Alexa-Speaker verwandelt das Moto Z2 Force zum einen in eine portable Soundbox und bringt zusätzlich die Unterstützung für die Amazon-Sprachassistentin Alexa mit. Tatsächlich verwandelt sich das Smartphone mit abgeschlossenem Speaker in eine kleinere Version des Echo Show und kann einige der Aufgaben, die Alexa erledigt, auch auf dem Display darstellen. Hier müssen wir allerdings anmerken, dass der ohnehin auf dem Smartphone vorhandene Google Assistant deutlich mehr Funktionen bietet und sich uns die Nutzung von Alexa vor diesem Hintergrund nicht wirklich erschließt. Das Mod kostet 119 Euro.

 Der Smart Speaker kommt mit Amazon Alexa. fullscreen
Der Smart Speaker kommt mit Amazon Alexa. (©TURN ON 2017)

Moto 360 Camera: Mod Nummer drei hört auf den Namen Moto 360 Camera und ist genau das: Eine 360-Grad-Kamera für das Smartphone, mit der sich entsprechende Fotos und Videos aufnehmen lassen. Die Nutzung ist kinderleicht: Einfach anstecken und schon startet die Kamera-App im 360-Grad-Modus. Ein haptischer Button auf der Rückseite der Mod dient zudem als Auslöser.

Im Vergleich zu anderen 360-Grad-Kameras für das Smartphone ist die Moto 360 Camera eine unkomplizierte Alternative und der perfekte Einstieg für alle, die sich mal in 360-Grad-Fotografie versuchen wollen. Mit einem Preis von 279 Euro ist sie allerdings auch ein recht teurer Mod.

Die Moto 360 Camera könnte den Einstieg in die 360-Grad-Fotografie markieren. fullscreen
Die Moto 360 Camera könnte den Einstieg in die 360-Grad-Fotografie markieren. (©TURN ON 2017)
Die Handhabung des Kamera-Mods ist kinderleicht. fullscreen
Die Handhabung des Kamera-Mods ist kinderleicht. (©TURN ON 2017)

Fazit: Das Moto Z2 Force setzt eigene Schwerpunkte

Das Moto Z2 Force ist ein Smartphone, das ganz bewusst andere Schwerpunkte setzt als die Konkurrenz. Wo das Samsung Galaxy S8 ein fast randloses Display besitzt, bietet das Moto lieber einen konservativen Screen, der dafür bruchsicher ist. Wo das Huawei Mate 10 Pro einen Riesen-Akku mit 4000 mAh besitzt, bietet Motorola ein flaches, aber erweiterbares Gehäuse. Wo andere Hersteller teilweise halbherzig jedes nur erdenkliche Feature in ein Smartphone stopfen, setzt das Moto Z2 Force auf die individuelle Erweiterung durch die Moto Mods – ganz nach den Wünschen des Users.

Damit ist das Moto Z2 Force natürlich nicht das Smartphone für jedermann – aber es ist ein Gerät, das abseits vom allgemeinen Mainstream seinen eigenen Weg geht und andere Aspekte betont als die Konkurrenz. Wer genau danach sucht, findet aktuell kein besseres Gerät. Wer hingegen lieber dem aktuellen Mainstream folgt, schaut sich beim Huawei Mate 10 Pro, dem LG V30 oder bei Apple und Samsung um.

Die technische Basis des Moto Z2 Force steht der Konkurrenz hingegen in nichts nach, liefert beste Performance in so ziemlich jeder Lebenslage und weiß auch bei der Kamera zu überzeugen. Abseits seiner Besonderheiten ist das modulare Motorola-Phone nämlich vor allem eines: ein echtes Flaggschiff.

TURNON
Score
4.0
Moto Z2 Force
Moto Z2 Force
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  • Akkuleistung
    2.5
  • Ausstattung
    4.0
  • Design
    3.0
  • Hardware
    4.0
  • Preis-Leistung
    4.0

Datenblatt

  • Gerätetyp
    Smartphone
  • Preis (UVP)
    799 Euro
  • Release
    Oktober 2017
  • Farben
    Super Black
  • Lieferumfang
    Moto Z2 Force, Moto Style Shell, Turbo-Ladegerät, SIM-Kit, Kurzanleitung, USB-C-Adapter auf 3.5-mm-Klinke

Hardware und Software

  • Display-Größe
    5,5 Zoll
  • Display-Auflösung und Display-Typ
    2160 x 1080 Pixel, AMOLED
  • Prozessor
    Qualcomm Snapdragon 835
  • Arbeitsspeicher
    6 GB RAM
  • Speicherkapazität
    64 GB (erweiterbar per microSD-Karte)
  • Betriebssystem
    Android 7.1.1 Oreo (Stand: Dezember 2017)
  • Kameras
    Frontkamera (5 MP) und Dual-Rückkamera (12 MP Farb- und 12 MP-Monochrom-Sensor)
  • SIM-Karten-Format
    Nano-SIM
  • Anschlüsse und Steckplätze
    USB-Typ-C
  • Konnektivität
    LTE Cat 6, WLAN, Bluetooth 4.2, NFC
  • Akkukapazität
    2730 mAh
  • Besondere Merkmale
    Bruchsicheres Display, erweiterbar durch Moto Mods, Fingerabdrucksensor, Dual-Kamera
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