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Nintendo Switch: Die innovative Konsole im ersten Hands-on

Nintendo Switch

Endlich hat Nintendo der Weltöffentlichkeit die Nintendo Switch vorgestellt – im ersten Test konnten wir uns einen Eindruck von der neuesten Konsole der Japaner verschaffen. Sie ist ein Hybrid-System, welches sowohl im TV-Betrieb als auch unterwegs im Handheld-Mode zu nutzen ist. Der Release der Nintendo Switch erfolgt am 3. März, dann wird es die Konsole für 299 US-Dollar zu kaufen geben.

Nintendo ist für seine innovativen Videospielideen bekannt. Es war also keine Überraschung, als die Japaner ankündigten, sich zwar nicht mehr direkt am Krieg der Konsolen zu beteiligen – welcher augenscheinlich eh an Sony und Microsoft verloren ging – aber trotzdem etwas völlig Neuartiges auf den Markt bringen wollen. Mit der Nintendo Switch zeigt das Unternehmen nun eine Mischung aus mobilem Spielgerät und stationärer Gaming-Konsole, die viele neue Ideen bietet – und Features von Nintendos vorherigen Produkten in sich vereinen soll.

Zu Besuch beim Hands-on-Event in Frankfurt

Nachdem die Nintendo Switch in der Nacht zu Freitag per Live-Stream aus Tokio vorgestellt wurde, starteten in Frankfurt am Main, London und Paris aufwendige Presse-Events, auf denen geladene Gäste sich einen ersten Eindruck der Konsole machen durften. Auch TURN ON war in Frankfurt für einen ersten Test mit dabei. Hier wurde mir schnell klar, dass Nintendo den Fokus vorerst auf die präsentierten Spiele konzentrieren will. Technische Details wurden soweit möglich in den Hintergrund gestellt. So wurde etwa die Betriebsoberfläche der Nintendo Switch nicht gezeigt. Auch von den Speichermedien, auf denen die Games verkauft werden, war nichts zu sehen.

 Nintendo Switch im Handheld-Modus. fullscreen
Nintendo Switch im Handheld-Modus. (©TURN ON 2017)

Noch keine finale Hardware bei den Test-Exemplaren?

Ein wenig kontrovers stellt sich auch die Frage nach dem Bildschirm der Konsole: Meine konkrete Nachfrage, ob es sich um einen Touchscreen handelt, verneinte einer der anwesenden Mitarbeiter. Dabei ist in der offiziellen Pressemitteilung zur Nintendo Switch von einem kapazitiven Multitouch-Screen die Rede, jedoch verwendete keines der gezeigten Spiele entsprechende Funktionen. Es ist durchaus denkbar, dass die gezeigte Hardware noch nicht der finalen Version entspricht, immerhin ist es bis zum Release noch über einen Monat hin. Vielleicht wird die Touch-Funktion auch noch per Update nachgereicht. Oder der entsprechende Mitarbeiter bezog seine Angabe missverständlich auf das gezeigte Spiel.

Im TV-Modus befindet sich die Konsole also im Dock, welches per HDMI an den Fernseher angeschlossen ist. Die Auflösung beträgt dann maximal 1080p. Nehmen wir die Nintendo Switch während des Spiels aus der Station, schaltet sich der HD-Display auf dem Tablet ein und bietet ein ansehnliches Bild bei höchstens 720p. Das Gerät ist handlich, nicht zu groß und fühlt sich im ersten Test sehr wertig an. Links und rechts an der Nintendo Switch ist jeweils ein Joy-Con-Controller angebracht, der sich nach Entriegelung durch Schieben entfernen lässt. Sowohl stationär als auch mobil können diese einzeln oder zusammen als ein Controller verwendet werden. Hierzu lassen sich beide mit einem optional erhältlichen "Grip" verbinden.

Etwas klein, aber vollgestopft mit Funktionen: Die Joy-Con-Controller. fullscreen
Etwas klein, aber vollgestopft mit Funktionen: Die Joy-Con-Controller. (©TURN ON 2017)
Der Pro-Controller für die Nintendo Switch. fullscreen
Der Pro-Controller für die Nintendo Switch. (©TURN ON 2017)
Viel Spaß beim Zocken mit der Nintendo Switch. fullscreen
Viel Spaß beim Zocken mit der Nintendo Switch. (©TURN ON 2017)
Ersehnte Titel für die Nintendo Switch: "The Legend of Zelda: Breath of the Wild" fullscreen
Ersehnte Titel für die Nintendo Switch: "The Legend of Zelda: Breath of the Wild" (©TURN ON 2017)
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Handheld früher und heute: Nintendo Switch vs. Nintendo Game Boy fullscreen
Handheld früher und heute: Nintendo Switch vs. Nintendo Game Boy (©TURN ON 2017)
Die Nintendo Switch erscheint im März im Handel. fullscreen
Die Nintendo Switch erscheint im März im Handel. (©TURN ON 2017)

Die Joy-Cons verfügen zudem über die sogenannte HD-Vibration, welche tatsächlich sehr sensibles Feedback gibt – etwa das Gefühl mehrerer beweglicher Kugeln innerhalb des Controllers. Gyro- und Beschleunigungssensoren ermöglichen dem ersten Test nach außerdem recht genaues Tracking bei Games wie „Just Dance 2017“. Zusätzlich ist im Analog-Stick des rechten Joy-Con-Controllers eine NFC-Schnittstelle integriert, worüber sich je nach Spieleangebot hoffentlich nicht nur Fans der "Skylanders"-Reihe freuen dürfen.

Nintendo Switch steht für Vielseitigkeit

Die möglichen Kombinationen in unterschiedlichen Spielsituationen machen die Nintendo Switch äußerst vielseitig – vor allem im Multiplayer-Bereich. Bis zu acht Konsolen lassen sich lokal per WLAN miteinander verbinden, weitere Controller-Sets ermöglichen auch an einer Nintendo Switch Spielspaß mit mehreren Personen. Dazu kann das Gerät auch praktisch per integriertem Standfuß aufgestellt werden, was allerdings den integrierten USB-C-Slot verdeckt. Über diesen wird der Akku der Konsole geladen, was bei einer genannten Kapazität von – je nach Game – etwa zweieinhalb bis sechs Stunden mobiler Spielzeit wohl öfters nötig sein wird. Im Test vor Ort konnte ich natürlich noch nicht prüfen, wie lange es wirklich dauert, bis dem Akku die Puste ausgeht.

Im TV-Modus wird über den HDMI-Anschluss 5.1-Surround-Sound ausgegeben. Mobil kann man seine Kopfhörer über 3,5-Millimeter-Klinke einstöpseln. Am Dock befinden sich darüber hinaus zwei USB-2-Slots zum Laden des Zubehörs und ein weiterer USB-3-Anschluss an der Hinterseite. Die integrierten 32 Gigabyte Speicher können per MicroSDHC oder MicroSDXC erweitert werden. An der Vorderseite besitzt die Nintendo Switch einen Lichtsensor, der die Helligkeit des Displays automatisch regelt – ob solche Einstellungen über das Betriebssystem auch manuell vorgenommen werden können ist unklar.

Die technischen Daten der Nintendo Switch in der Übersicht

  • Bildschirm: kapazitiver Touch-Screen
  • Displaygröße: 6,2 Zoll
  • Auflösung mobil: 1280 x 720
  • Auflösung am Dock: 1920 x 1080
  • Interner Speicher: 32 GB (erweiterbar per SDHC/HX)
  • Akkulaufzeit: Je nach Spiel 2,5 bis 6 Stunden
  • Anschlüsse Handheld: USB Type C (Laden), Kopfhörer
  • Dock: 5.1-Surround-Sound
  • Speichermedium: Game Cards
  • Region Lock: nicht vorhanden
  • Lokaler Multiplayer: Bis zu acht Systeme
  • WLAN: 802.11AC

Nur wenige Launch-Titel zum Verkaufsstart

Auf dem Hands-on-Event wurden jede Menge Spiele für die Nintendo Switch vorgestellt. Etwa "Super Mario Kart 8 Deluxe" und "Splatoon 2" – vor allem mit mehreren, verbundenen Konsolen ein Riesenspaß – sowie Retrotitel wie "Street Fighter 2 Ultra" und "Sonic Mania". Allerdings werden diese, ebenso wie das prominent präsentierte Prügelspiel "Arms" oder "Super Mario Odyssey" nicht rechtzeitig zum Release der Nintendo Switch fertig. Als Launch-Titel wurden lediglich drei der Games bestätigt, die ich anspielen konnte. Das ist zum einen das bereits genannte und sehr unterhaltsame Tanzspiel „Just Dance 2017“, zum anderen die Minigame-Sammlung „1-2 Switch“ – sie demonstriert auf amüsante Art und Weise die Möglichkeiten der Joy-Con-Controller. Etwa im Western-Duell, beim Kuh-Wettmelken oder dem Party-Schwertkampf. Dritter und letzter Titel im Verbund ist das sehnlichst erwartete "The Legend of Zelda: Breath of the Wild".

Das Action-Rollenspiel muss den Release der Nintendo Switch wohl erst mal alleine tragen. Weitere Blockbuster-Titel und Zugpferde wie "The Elder Scrolls V: Skyrim" oder ein Ableger der "FIFA"-Reihe von EA lassen ebenso noch auf sich warten wie "Xenoblade Chronicles 2" oder "NBA 2K18". Dafür kann das Open-World-Game der legendären „Zelda“-Reihe sich aber auch sehen lassen. Obwohl das Spiel im TV-Modus lediglich bei 900p auflöst, sind Umfang und Atmosphäre atemberaubend. Als "Killer-App", also Anschaffungsgrund für die Nintendo Switch ist das Spiel gut geeignet.

Die Kosten: Online-Games gegen Gebühr, Peripherie happig

Wer die Nintendo Switch für Online-Games nutzen will, muss sich zukünftig auf Kosten gefasst machen. Genau wie die Konkurrenz von Sony und Microsoft wird auch der entsprechende Service von Nintendo ab Herbst 2017 nur gegen Gebühren verfügbar sein. Wenigstens können Besitzer der Konsole bis dahin die Online-Funktionen kostenfrei testen. Immerhin verzichtet Nintendo auf einen Region-Lock und will Abonnenten – genau wie die Konkurrenz – monatliche Gratis-Spiele zur Verfügung stellen. Der Preis für die Mitgliedschaft ist jedoch noch völlig unklar.

Erster Test-Eindruck: Spannende Ideen bei der Nindento Switch

Was bleibt nach dem Event in Frankfurt und dem ersten Test der Nintendo Switch vor Ort? Insgesamt bringt die Konsole viele gute Ideen mit. Vor allem die Vielseitigkeit der Konsole ist interessant. Es bleibt zu hoffen, dass die Drittentwickler Nintendo nicht wie bei der Wii U mit neuen Spielen im Stich lassen – zumal die Möglichkeiten in Sachen Leistung limitiert sind. Skeptisch bin ich auch noch etwas bei der Akkulaufzeit, die selbst unter optimalen Bedingungen nur bis zu sechs Stunden durchhalten soll. Auf dem Papier zumindest.

Außerdem wirkt das präsentierte Preismodell etwas unrund: Die Nintendo Switch wird 299 US-Dollar kosten, ein zusätzliches Paar Joy-Controller solide 79 Dollar und der Pro-Controller, welcher einem Xbox One-Controller ähnelt, 69 Dollar. Die Games werden etwa 60 US-Dollar veranschlagen. Was die europäischen Verkaufspreise angeht, äußerte sich Nintendo etwas nebulös – die meisten deutschen Händler bieten die Konsole zur Vorbestellung für etwa 330 Euro an. Um also "The Legend of Zelda: Breath of the Wild" spielen zu können, ist womöglich eine Investition von fast 400 Euro nötig. Dazu kommt: Ein Set der Joy-Con-Controller wird zurzeit für etwa 90 Euro angeboten. Echte Fans der traditionsreichen Marke Nintendo wird das nicht stören – zu Recht: Der Kult um die innovativen Produkte des Unternehmens lebt auch mit der Nintendo Switch weiter.

Datenblatt

  • Gerätetyp
    Konsole
  • Release
    3. März 2017
  • Preis
    299 Dollar

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