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OnePlus 6 im Hands-On-Test: Der Flaggschiff-Killer wird erwachsen

Das OnePlus 6 soll endlich ein vollwertiges Flaggschiff sein.
Das OnePlus 6 soll endlich ein vollwertiges Flaggschiff sein. (©OnePlus 2018)

Mit dem OnePlus 6 will das chinesische Startup endlich den Anschluss an die absolute Oberklasse schaffen. Das Smartphone wirkt auf den ersten Blick ziemlich gewöhnlich, soll aber erneut mit seinem Preis punkten.

Einstmals als selbsternannter Flaggschiff-Killer gestartet, hat sich OnePlus in den vergangenen Jahren zu einem echten Wettbewerber auf dem Smartphone-Markt gemausert. Schon die Geräte OnePlus 3T, OnePlus 5 und OnePlus 5T waren in vielerlei Hinsicht echte Alternativen zu den Oberklasse-Phones von Samsung, LG und Co. Mit dem OnePlus 6 möchte der chinesische Hersteller seine Position nun untermauern.

Zeitgemäßes, aber unambitioniertes Design

In puncto Design konnte man den Chinesen schon in den letzten Jahren eigentlich nur wenig Vorwürfe machen. Die Smartphones der 3er- sowie der 5er-Serie (ein OnePlus 4 gab es nicht) griffen jeweils die Design-Trends ihrer Zeit auf und lieferten viel Display in schlanken Aluminium-Gehäusen, sowie zuletzt auch eine Dual-Kamera.

Beim Formfaktor orientiert sich der Hersteller an aktuellen Trends. (© 2018 OnePlus)

Das setzt sich nun auch mit dem OnePlus 6 fort. Anno 2018 gibt es ein großes 6,28-Zoll-Display im 19:9-Format, das mit einer Auflösung von 2280 x 1080 Pixeln aufwartet. Dank AMOLED-Technologie fällt der Screen angenehm kontrastreich aus. Dass das OnePlus 6 ein Kind seiner Zeit ist, beweist auch die kleine Display-Kerbe am oberen Bildschirmrand. Die kennt man schon vom iPhone X oder vom Huawei P20 und sie findet sich auch im kommenden LG G7 ThinQ und einer ganzen Reihe von weiteren Smartphones.

Auch die Rückseite ist in diesem Jahr nicht mehr aus Metall, sondern aus Glas – alles gemäß dem allgemeinen Trend. Und hier kommt dann auch der einzige größere Kritikpunkt am Design ins Spiel: OnePlus verpasst mit dem 6 einmal mehr die Chance, eigene Trends zu setzen und läuft stattdessen der Konkurrenz hinterher. Von weitem lässt sich das Smartphone deshalb kaum von aktuellen Modellen der Konkurrenz unterscheiden.

Schwarz ist nicht gleich schwarz

Immerhin experimentiert der Hersteller in diesem Jahr aber mit verschiedenen Farben – genau genommen mit verschiedenen Schwarztönen. Mit den Farben Mirror Black und Midnight Black bietet OnePlus zwei interessante Variationen an, die dank einer aufwendigen Verarbeitung mit interessanten und jeweils ganz eigenen Reflexionen aufwarten. Der Farbton Midnight Black erzeugt trotz Glasoberfläche einen beinahe mattschwarzen Look und auch ein ganz besonders haptische Gefühl, das sich nur schwer beschreiben lässt.

Die Rückseite besteht aus aufwendig bearbeitetem Glas. (© 2018 OnePlus)

Das typische 2018er-Flaggschiff

Bei der technischen Ausstattung orientiert sich das OnePlus 6 ebenfalls exakt an dem, was von einem aktuellen Flaggschiff erwartet wird. Angetrieben wird das Smartphone vom aktuellen Qualcomm-Prozessor Snapdragon 845, der je nach Ausstattung von 6 oder 8 GB RAM flankiert wird. Beim internen Speicher bietet der Hersteller Varianten mit 64, 128 und 256 GB an.

Hinter der Dual-Kamera steht noch ein Fragezeichen

Standesgemäß gibt es natürlich auch eine Dual-Kamera. Deren Hauptsensor löst mit 16 Megapixeln auf, bietet eine optische Bildstabilisierung und einen Sensor, der um 19 Prozent größer ausfällt als beim Vorjahresmodell. Der zweite Sensor bietet sogar 20 Megapixel. Beide verfügen zudem über eine f/1.7-Blende für das Einfangen von besonders viel Licht.

Videos können optional in 4K und mit 60 Bildern pro Sekunde gefilmt werden  - eine Übung, die bislang nur wenige Smartphones beherrschen. Alternativ sind auch Slow-Mo-Aufnahmen in 720p mit bis zu 480 Bildern pro Sekunde möglich. Hier schaffen das Samsung Galaxy S9 oder das Huawei P20 schon doppelt so viele Frames.

Wie gut sind die Kameras des OnePlus 6? (© 2018 OnePlus)

Auch ansonsten lässt das OnePlus 6 nur wenig vermissen: Es gibt Bluetooth 5.0, einen Fingerabdruckscanner auf der Rückseite, Entsperren per Face Unlock und einen recht üppigen Akku von 3300 mAh. Kabellos lässt sich das OnePlus 6 zwar nicht laden, aber dafür verspricht die schnelle Dash-Charge-Technologie genug Saft für einen ganzen Tag nach nur 30 Minuten aufladen. Schön ist, dass die Chinesen nach wie vor einen Kopfhöreranschluss verbauen.

Die Schnellladetechnik Dash Charge ist integriert. (© 2018 OnePlus)

Der erste Eindruck: Viel Standardkost, aber ein guter Preis

Unterm Strich wirkt das OnePlus 6 im ersten Moment ein bisschen zu sehr nach Schema F konzipiert. Alles, was man von einem Flaggschiff-Smartphone im Jahr 2018 allgemein erwartet, ist vorhanden – aber eben nicht mehr und vor allem nichts, was irgendwie überrascht.

Der größte Pluspunkt könnte deshalb einmal mehr der Preis sein. Das Einstiegsmodell mit 6 GB RAM und 64 GB Speicher soll es nämlich bereits ab 519 Euro (UVP) geben. Für 8 GB RAM und 128 GB Speicher werden 569 Euro (UVP) fällig und die Top-Ausstattung mit 8 GB RAM und 256 GB Speicher verlangt der Hersteller einen Preis von 619 Euro.

Das OnePlus 6 fordert die Konkurrenz heraus. (© 2018 OnePlus)

Ob das ein guter Deal ist, wird am Ende wohl vor allem die Performance der Kamera entscheiden. Die war beim OnePlus 5 der größte Schwachpunkt im Vergleich zur Konkurrenz. Sollten die Chinesen in diesem Bereich endlich zu Samsung, LG und Huawei aufschließen können, wäre der Flaggschiff-Killer mit dem OnePlus 6 endlich erwachsen. Wie gut das Gerät abschneidet, wird jedoch erst ein finaler Test zeigen.

Datenblatt

  • Gerätetyp
    Smartphone
  • Preis (UVP)
    ab 519 Euro
  • Release
    22. Mai 2018 (Midnight Black, Mirror Black), 5. Juni 2018 (Weiß)
  • Farben
    Mirror Black, Midnight Black, Silk White
  • Lieferumfang
    OnePlus 6, Bildschirmschutz, Halbdurchsichtiges Gehäuse, Fast Charge Type-C Cable, Fast Charge Power Adapter, Kurzanleitung

Hardware und Software

  • Display-Größe
    6,28 Zoll
  • Display-Auflösung und Display-Typ
    2280 x 1080 Pixel, Optic AMOLED
  • Prozessor
    Qualcomm Snapdragon 845
  • Arbeitsspeicher
    6 GB und 8 GB RAM
  • Speicherkapazität
    64 GB, 128 GB und 256 GB
  • Betriebssystem
    Android 8.1 Oreo (Stand: Mai 2018)
  • Kameras
    Frontkamera (16 MP) und Dual-Rückkamera (16 MP und 20 MP)
  • SIM-Karten-Format
    Dual-Nano-SIM
  • Anschlüsse und Steckplätze
    USB-Typ-C, Klinkenanschluss
  • Konnektivität
    LTE-A (1 Gbps/150 Mbps), Bluetooth 5.0, NFC
  • Akkukapazität
    3300 mAh
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