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Philips Bass+ im Test: Rockt der Bluetooth-Kopfhörer?

Der Philips Bass+ möchte trotz kleiner Hörmuscheln für kräftigen Bass sorgen.
Der Philips Bass+ möchte trotz kleiner Hörmuscheln für kräftigen Bass sorgen. (©TURN ON 2017)

Mit dem Philips Bass+ alias SHB3075BK hat der Hersteller einen neuen Bluetooth-Kopfhörer im Angebot. Trotz der kleinen Ohrmuscheln soll der On-Ear-Lauscher einen ordentlichen Bass erzeugen. Ob das kabellose Headset Freunde harter Musik glücklich machen kann, haben wir im Test überprüft.

Bluetooth-Kopfhörer haben oftmals das Problem, dass die Audioqualität längst nicht an kabelgebundene Kopfhörer heranreicht und das Koppeln etwas störend sein kann. Darum mag einigen Musikliebhabern die Lust auf Bluetooth-Kopfhörer vergehen. Dass ein günstiger bassbetonter Lauscher für 50 Euro diese Meinung über die Geräteklasse ändern würde, war daher wenig wahrscheinlich. Der Philips Bass+ hat es trotzdem geschafft.

Design und Ausstattung: Zweckmäßig

Der Philips Bass+ ist ein Plastik-Kopfhörer für 50 Euro und kein Luxus-Lauscher aus Leder und Aluminium – was dann auch deutlich teurer wäre. Der Kopfhörer ist größtenteils schwarz gefärbt und nur der Philips-Schriftzug auf dem Bügel sowie ein "+"-Zeichen für die Bass+-Serie des Herstellers erstrahlen in weißer Farbe. Mit im Paket steckt ein USB-Kabel zum Aufladen. Einen Klinkenanschluss für eine optionale Kabelverbindung, etwa wenn der Akku einmal leer ist, sucht man am Kopfhörer aber vergebens. Was Design und Ausstattung angeht, lautet das Prädikat also: Zweckmäßig.

 Der Kopfhörer wird via USB-Verbindung aufgeladen, einen Klinkenanschluss gibt es nicht. fullscreen
Der Kopfhörer wird via USB-Verbindung aufgeladen, einen Klinkenanschluss gibt es nicht. (©TURN ON 2017)

Solider Klang mit gutem Bass

Nachdem das Koppeln erfolgreich war und am Smartphone die Musik gestartet wurde, wird der Philips Bass+ einem ersten Test unterzogen. Die Punk-Band NOFX erzeugte gleich eine mitreißende Welle aus furiosem E-Gitarrengewitter.

 Können kleine On-Ear-Treiber wirklich einen kräftigen Klang erzeugen? fullscreen
Können kleine On-Ear-Treiber wirklich einen kräftigen Klang erzeugen? (©TURN ON 2017)

Auch die Bass-Melodie am Anfang des Titels "Silence" der Extreme-Power-Metal-Band Dragonforce ist recht ordentlich definiert – das ist also kein Matsch, wie man ihn von den älteren Beats-Kopfhörern kennt. Die Stimmen versteht man ebenso gut, die Mitten gehen also nicht im Bass unter. So fühlen sich auch Hörbücher wohl mit den Philips-Lauschern. Die Höhen fallen derweil zurückhaltend aus, aber das ist normal für Kopfhörer, die nicht auf Hi-Fi getrimmt sind. Spitze Höhen können stören, wenn man unterwegs ist und sich nicht die Zeit für die Musik nehmen möchte.

Nichts für Klassik-Freunde

Die Schwäche der Philips-Kopfhörer liegt bei klassischer Musik. Die Schubert-Vertonung von Goethes Gedicht "Prometheus" durch Dietrich Fischer-Dieskau klang schon einmal deutlich besser. Wer also differenzierte Musik genießen möchte und solche Dinge wie Instrumenten-Separation und Räumlichkeit sucht, der ist beim Philips Bass+ an der falschen Stelle. Wer jedoch harte Musik mag und sich unterwegs mit einem spaßigen Sound begnügt, der könnte mit dem Klang des Philips durchaus glücklich werden.

 Auf der rechten Ohrmuschel ist die Steuerung für Lauter und Leiser sowie für das Wechseln der Songs angebracht. fullscreen
Auf der rechten Ohrmuschel ist die Steuerung für Lauter und Leiser sowie für das Wechseln der Songs angebracht. (©TURN ON 2017)

Bleibt die Frage nach der Akkulaufzeit. Offiziell hält der Akku zwölf Stunden durch, was nach dem Test durchaus realistisch erscheint. Eine weitere mögliche Schwachstelle: On-Ear-Kopfhörer drücken nach einer Weile auf den Ohren – Over-Ears sind bequemer. Die Philips-Exemplare ließen sich trotzdem für zumindest zwei Stunden angenehm tragen. Nur auf Dauer, zum Beispiel als PC-Headset, sind sie weniger geeignet.

 On-Ears drücken nach einer Weile auf den Ohren, aber die Philips sind für ein paar Stunden bequem genug. fullscreen
On-Ears drücken nach einer Weile auf den Ohren, aber die Philips sind für ein paar Stunden bequem genug. (©TURN ON 2017)

Fazit: Rockige Bluetooth-Kopfhörer

Am Ende war es vor allem eine Wohltat, das lästige Kabel los zu sein. Ich konnte direkt an der Hörmuschel die Musik und die Lautstärke steuern und das Smartphone durfte in der Tasche bleiben. Meine harte Musik und meine Hörbücher vertragen sich gut mit dem Philips Bass+. Freunde von rhythmusbetonter Musik dürfen mit einem Kauf jedoch liebäugeln. Wer jedoch auf Hi-Fi und subtilere Musikgattungen wie Klassik steht, muss sich anderswo umsehen. Ja, für 50 Euro kann man sagen, dass der Philips Bass+ rockt.

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