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Runtastic Orbit im Test: Der Fitness-Tracker zur App

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Der Runtastic Orbit zeigt bei Knopfdruck die Uhrzeit an.
Der Runtastic Orbit zeigt bei Knopfdruck die Uhrzeit an. (©TURN ON 2015)

Wer regelmäßig Laufen geht, hat sehr wahrscheinlich schon etwas von Runtastic gehört. Die österreichische Firma hat aber nicht nur Apps im Angebot. Mit dem Runtastic Orbit bietet das Unternehmen auch einen Fitness-Tracker an, der im Zusammenspiel mit der App Fitness und Gesundheit des Trägers überwachen soll. Wie gut das funktioniert, haben wir in einem Test unter die Lupe genommen.

Runtastic Orbit: Von der beliebten App zum Fitness-Tracker

Mehr als 100 Millionen Downloads sprechen für sich: Runtastic gehört eindeutig zu den weltweit beliebtesten Fitness-Apps. Mit der Gratisversion für iOS, für Android, für BlackBerry oder Windows Phone lassen sich sportliche Aktivitäten erfassen, Trainingspläne erstellen und Fortschritte anhand von Statistiken kontrollieren. Workouts können in Echtzeit aufgezeichnet, gelaufene Strecken hinterher in Google Maps angesehen werden. Zum Erfolg der App trägt sicher auch die Social-Media-Anbindung bei. Wer seine Aktivität und Position bei Facebook teilt, kann live von Freunden motiviert werden. Der Nachteil: Wer seine sportliche Aktivität live mitverfolgen und nicht im Nachhinein manuell eingeben möchte, musste bisher sein Smartphone zum Laufen mitnehmen. Das ist nicht immer praktikabel. Im Sommer 2014 hatte Runtastic dann die Lösung parat: den Runtastic Orbit. Der Fitness-Tracker ist klein und leicht und kann bequem am Handgelenk getragen oder per Clip an der Sportkleidung befestigt werden. Klingt vielversprechend. Wie sinnvoll eine Investition in die zusätzliche Hardware aber tatsächlich ist, wollten wir in unserem Test herausfinden.

Design und Handling: Bunte Vielfalt im Fitness-Tracker-Einerlei

Wer sich überlegt, einen Fitness-Tracker zu kaufen, steht vor einer großen Auswahl. Viele sind bunt, besitzen ein Armband aus Plastik und manche bringen auch ein Display mit. In diese Riege reiht sich der Runtastic Orbit ein, ohne großartig aufzufallen. Das österreichische Modell besteht aus dem kleinen Tracker an sich, der wahlweise in einem bunten Armband oder einem Clip für Gürtel und Co. unterkommt. Wem die zwei mitgelieferten Armbänder farblich nicht zusagen, kann verschiedene Sets beim Hersteller nachkaufen. Das Tauschen der Armbänder geht leicht von der Hand, das Anlegen leider nicht – zumindest bei dünnen Handgelenken, an denen sich die Enden des Armbands weit überlappen.

Der Runtastic Orbit wird mit verschiedenfarbigen Armbändern geliefert. fullscreen
Der Runtastic Orbit wird mit verschiedenfarbigen Armbändern geliefert. (©TURN ON 2015)
Diese lassen sich einfach anlegen und schließen. fullscreen
Diese lassen sich einfach anlegen und schließen. (©TURN ON 2015)
Alternativ liegt ein Clip für die Orbit-Einheit bei. fullscreen
Alternativ liegt ein Clip für die Orbit-Einheit bei. (©TURN ON 2015)
Damit kann der Tracker an der Kleidung befestigt werden. fullscreen
Damit kann der Tracker an der Kleidung befestigt werden. (©TURN ON 2015)

Die Bedienung des Runtastic Orbit ist denkbar einfach. Gestartet wird der Fitness-Tracker per Druck auf den einzigen Knopf am Gerät. Für die Inbetriebnahme muss dann die Verbindung zum Smartphone mit installierter App Runtastic Me hergestellt werden. Einmal eingerichtet, zählt der Orbit die getätigten Schritte, errechnet die zurückgelegte Distanz, die verbrannten Kilokalorien und die "aktiven Minuten", in denen der Träger ein von Runtastic festgesetztes Aktivitätslevel überschreitet. Beim ersten Druck auf den Knopf zeigt der Tracker zunächst die Uhrzeit an, mit jedem weiteren Druck führt das Gerät durch die Messdaten. Übersichtlichere Statistiken und Schlafanalysen sind allerdings nur über die App ersichtlich.

Hardware und Ausstattung: Mini-Display zeigt die wichtigsten Infos

Der Runtastic Orbit zählt zu den Fitness-Trackern, die vom Hersteller ein Display spendiert bekommen haben – wenn auch ein recht kleines. Der Mini-OLED-Screen löst mit 64 x 32 Pixeln auf und ist mit einem Umgebungslichtsensor gekoppelt, der die Helligkeit des Bildschirms regelt. Das funktioniert ganz gut, bei direkter Sonneneinstrahlung ist das Display des Geräts dennoch schwer abzulesen. Im Vergleich zu Konkurrenzprodukten ohne Display, etwa dem Jawbone Up24 oder dem Sony Smartband, wirkt der Runtastic Orbit etwas klobiger.

Der Runtastic Orbit hat ein Mini-OLED-Display. fullscreen
Der Runtastic Orbit hat ein Mini-OLED-Display. (©TURN ON 2015)
Das löst mit 64 x 32 Pixeln auf. fullscreen
Das löst mit 64 x 32 Pixeln auf. (©TURN ON 2015)
Im Vergleich zu anderen Trackern wirkt der Orbit dadurch leicht klobiger. fullscreen
Im Vergleich zu anderen Trackern wirkt der Orbit dadurch leicht klobiger. (©TURN ON 2015)

Bis auf den Bewegungs- und den Umgebungslichtsensor hat der Fitness-Tracker auch keine nennenswerte Technik vorzuweisen. Die Kommunikation mit dem Smartphone erfolgt per Bluetooth 4 LE beziehungsweise Bluetooth Smart. Im Test gab es hin und wieder Verbindungsprobleme, die Synchronisation der Tracker-Daten mit der Android-App klappte nicht immer auf Anhieb.

Funktionen und Akkulaufzeit: Mehr Schätzen als Messen

Der Runtastic Orbit bietet ziemlich genau das, was man angesichts seines Preises erwartet: nämlich die Standard-Funktionen eines Fitness-Trackers. Die Anzahl der täglich zurückgelegten Schritte erfasst das österreichische Modell mit passabler Genauigkeit. Mitunter kam es im Test aber vor, dass der Schrittzähler auch beim Sitzen am Schreibtisch Fortschritte vermeldete. Noch ungenauer erfasst der Aktivitätstracker die zurückgelegte Distanz. Da es keine Möglichkeit gibt, ihn mit Informationen zur individuellen Schrittlänge zu füttern und das Gerät kein GPS-Modul besitzt, handelt es sich hierbei eher um eine grobe Schätzung auf Basis der Schrittzahl als um eine Messung. Gleiches gilt für die vermeintliche Anzahl der verbrannten Kilokalorien. Die App ist lediglich über Größe und Gewicht des Nutzers informiert, auf Informationen wie den Blutzuckerspiegel oder den Sauerstoffgehalt des Blutes hat der Runtastic Orbit keinen Zugriff.

Hinzu kommt, dass nicht jede körperliche Aktivität als solche erfasst wird. Beim Laufen können natürlich die Schritte gezählt werden – und auch Fahrradfahren soll der Tracker erfassen können. Beim Krafttraining werden dann aber Kalorien verbrannt, ohne dass das Gerät mitloggt. Wer seine Fitness umfassend abbilden will, muss bestimmte Aktivitäten daher manuell in die App eingeben sowie Dauer, Intensität und Pausen schätzen. Präzision geht anders.

Ebenfalls recht ungenau fällt die Analyse des Schlafes aus. Der Runtastic Orbit erstellt zwar eine Übersicht über Leicht- und Tiefschlafphasen. Diese basiert allerdings auf der Erfassung von Bewegung. Wer sich viel bewegt, kann sich laut Orbit gerade nicht im Tiefschlaf befinden. Wissenschaftlich betrachtet ist eine solche Auswertung aber nicht viel Wert. Vermutlich kann sie dem Armbandträger dennoch das Gefühl vermitteln, gut oder schlecht geschlafen zu haben. Wecken kann der Runtastic Orbit seinen Nutzer übrigens auch. Das geschieht per sanfter Vibration am Handgelenk. Auch praktisch: Es lassen sich über die Runtastic Me-App bis zu drei verschiedene Weckzeiten – etwa für unterschiedliche Wochentage – einstellen. Ein weiteres Feature des Fitness-Tackers wirkt hingegen eher amüsant als sinnvoll: Durch zweifaches Drücken kann der Träger Momente festhalten, in denen er sich besonders wohlfühlt. Diese Funktion nennt Runtastic "Happy Tracking".

Der Fitness-Tracker von Runtastic bringt nur Standard-Funktionen mit. fullscreen
Der Fitness-Tracker von Runtastic bringt nur Standard-Funktionen mit. (©TURN ON 2015)
Er zählt die Schritte, allerdings ohne GPS. fullscreen
Er zählt die Schritte, allerdings ohne GPS. (©TURN ON 2015)
Die Auswertung erfolgt mit der Runtastic Me-App. fullscreen
Die Auswertung erfolgt mit der Runtastic Me-App. (©TURN ON 2015)
Viele Daten sind aber eher grobe Schätzungen. fullscreen
Viele Daten sind aber eher grobe Schätzungen. (©TURN ON 2015)
Per langem Tastendruck wird der Orbit in den Schlaf- oder Wachmodus versetzt. fullscreen
Per langem Tastendruck wird der Orbit in den Schlaf- oder Wachmodus versetzt. (©TURN ON 2015)
Das Ladekabel des Testgeräts fiel leider sehr kurz aus. fullscreen
Das Ladekabel des Testgeräts fiel leider sehr kurz aus. (©TURN ON 2015)

In Ordnung ist die Akkulaufzeit des Runtastic Orbit. Der Hersteller verspricht sieben Tage, sechs Tage sollten auf jeden Fall drin sein. Damit hält das Gerät natürlich nicht so lange durch wie die Display-lose Konkurrenz, aber länger als andere Fitness-Tracker mit Bildschirm. Das Nike+ Fuelband muss beispielsweise etwa alle vier Tage an die Steckdose. Das Aufladen des Orbit ist dank magnetischem USB-Ladekabel recht komfortabel – nur etwas länger könnte es gerne sein.

Fazit: Die Konkurrenz bietet mehr zum gleichen Preis

So beliebt wie die App wird der Runtastic Orbit wohl nicht. Dazu ist der Funktionsumfang des Fitness-Trackers zu eingeschränkt, die Messdaten zu ungenau. Mit einer UVP von 119,99 Euro reiht sich das österreichische Modell in einem dicht besiedelten Konkurrenzumfeld ein. Alternativen zum Orbit sind beispielsweise das Jawbone Up24, das Sony Smartband oder das Nike+ Fuelband – allesamt mit ihren eigenen Vor- und Nachteilen. Während Rivalen wie der ebenfalls 120 Euro teure Withings Pulse O2 mehr Funktionen mitbringen, setzt Runtastic auf einen großen Lieferumfang und die Anbindung an die beliebte Lauf-App, die ohnehin schon auf vielen Smartphones zu finden ist. Bei Withings gibt es einen Pulssensor und eine Blutsauerstoffmessung, bei Runtastic verschiedene Armbänder und Clips sowie den Reiz der großen Community.

Der Orbit bietet sich daher vor allem für alle Runtastic-Fans an. Wer die App gerne nutzt, sein Smartphone aber nicht immer zum Laufen mitnehmen möchte, findet in dem Gerät einen praktischen Jogging-Begleiter. Wie bei den meisten Fitness-Trackern ist aber auf seine Messdaten kein 100-prozentiger Verlass. Wer den Orbit aber lediglich als Motivationshilfe begreift, kann durchaus mit diesem Modell glücklich werden.

TURNON
Score
2.3
Runtastic Orbit
Runtastic Orbit
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  • Akkuleistung
    3.0
  • Ausstattung
    2.0
  • Design
    2.0
  • Handling
    3.0
  • Hardware
    2.0
  • Preis-Leistung
    2.0

Datenblatt

  • Gerätetyp
    Fitness-Tracker
  • Abmessungen
    48 x 19 x 9 Millimeter (Orbit-Einheit)
  • Gewicht
    9 Gramm (nur Orbit-Einheit), 24 Gramm (mit Armband)
  • Farben
    Blau oder Schwarz
  • Lieferumfang
    Runtastic Orbit, 2 Armbänder, 1 Clip, USB-Ladekabel, Kurzanleitung, rechtliche Angaben und Produktinformationen, Info zu farbigen Armbändern
  • Preis (UVP)
    119,99 Euro

Hardware und Software

  • Konnektivität
    Bluetooth 4 LE (Bluetooth Smart)
  • Akkukapazität
    keine Herstellerangabe
  • Akkulaufzeit
    Bis zu 7 Tage
  • Besondere Merkmale
    Wasserdicht bis 100 Meter, Armbänder austauschbar, Umgebungslichtsensor
Meinung des Autors
Eine wichtige Info vorab: Ich hasse Laufen! Während ich den ganzen Tag Fahrradfahren, Inlineskaten oder Trampolinspringen könnte, langweilt mich Jogging zu Tode. Da hilft auch kein Fitness-Tracker als Motivationshilfe. Zwar interessiert es mich tatsächlich, wie viele Schritte ich während meines überwiegend im Sitzen ausgeübten Jobs alltäglich so zurücklege. Allerdings überzeugte mich der Runtastic Orbit in dieser Disziplin nur bedingt. Einmal meinen Cappuccino umgerührt – schon hatte ich wieder 20 bis 30 Schritte mehr auf dem Zähler. Daher bin ich im Laufe des Tests auf den Clip für die Kleidung umgestiegen. In der Hoffnung, dass nun weniger Bewegungen als Schritte aufgefasst werden.

Der Hauptgrund, warum ich mir den Runtastic Orbit nicht kaufen werde, ist die Tatsache, dass er eigentlich nur beim Joggen praktisch ist. Ohne weitere Sensoren ausgestattet, kann er Krafttraining oder Ähnliches gar nicht erfassen. Diese Aktivitäten jedes Mal im Anschluss manuell in die App einzutragen, wäre mir aber zu mühselig. Die Kosten-Nutzen-Rechnung geht für mich einfach nicht auf.

Nichtsdestotrotz: Ich kann mir schon vorstellen, dass der Runtastic Orbit einige Fans gewinnen kann. Immerhin ist der Fitness-Tracker komfortabel, leicht und mit vielen bunten Armbändern kombinierbar. Für diejenigen hoffe ich, dass die Synchronisierung mit dem Smartphone besser klappt als bei mir.

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